Einkaufsratgeber für KFZ-Werkzeuge

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Einkaufsratgeber für KFZ-Werkzeuge

Autobastler und solche, die es noch werden wollen, benötigen vor allem drei Dinge: Geduld, Fachwissen und nicht zuletzt das richtige Werkzeug. Bei der Auswahl des Werkzeuges kommt es natürlich darauf an, was Sie an Ihrem Wagen vornehmen möchten. Möchten Sie ein Bauteil Ihres Wagens neu lackieren, benötigen Sie dafür spezielles Werkzeug. Sollen Öl und Ölfilter gewechselt werden, ebenfalls. Neben diesen allgemeinen Werkzeugen gibt es auch Tools, die nur für bestimmte Hersteller, Marken oder Automodelle eingesetzt werden. Man unterscheidet bei KFZ-Werkzeugen daher zwischen klassischen Werkzeugen und Spezialwerkzeug.

Wir möchten Ihnen in diesem Ratgeber die wichtigsten KFZ-Werkzeuge nach Ihren Einsatzgebieten vorstellen. Hier sollen Sie außerdem erfahren, worauf Sie bei der Auswahl der einzelnen Geräte und Tools achten sollten.

Immer an Bord: Bordwerkzeug für Pannen, Reifenwechsel und Starthilfe

Nahezu jedes Kfz ist mit einer Grundausstattung an Werkzeugen ausgestattet. Hierzu gehören in der Regel alle Komponenten, die man für einen Radwechsel oder eine Starthilfe benötigt. Ein Wagenheber ist ebenso dabei, wie ein Drehkreuz zum Lösen der Reifenschrauben. Das Drehkreuz sollte groß genug sein, damit Sie die Hebelwirkung des Werkzeugs optimal einsetzen können. So können Sie selbst leicht angerostete Reifenschrauben problemlos lösen. Auch Unterlegekeile für die Reifen sind Teil des Inventars.  Diese werden unter die Räder geschoben, damit der Wagen beim Reifenwechsel nicht wegrollen kann.

Überbrückungskabel und Starthilfe

Ein im Alltag wichtiges KFZ-Werkzeug ist hoffentlich auch in Ihrem Wagen zu finden: Um anderen Fahrzeugen Starthilfe leisten zu können sind viele Bordwerkzeug-Kits mit einem Überbrückungskabel ausgestattet. Liefert eine Autobatterie nicht genügend Strom, um den elektrischen Anlasser des Verbrennungsmotors mit ausreichender Drehzahl zu starten, kann der Strom einer anderen Autobatterie als Energiequelle genutzt werden. Dazu benutzt man ein Startkabel, das aus zwei elektrischen Leitungen und auf jeder Seite je einer Polzange ausgestattet ist. Zur deutlichen Unterscheidung sind die Leitungen in Rot und Schwarz gehalten, wobei die rote Leitung für den Pluspol, die schwarze für den Minuspol vorgesehen ist.

Bei der Anbringung der Kabelzange ist besonders darauf zu achten, dass zuerst das rote Kabel (plus) angebracht wird, bevor das schwarze Kabel (minus) angehängt wird. Diese Reihenfolge ist sicherheitsrelevant, denn wird zuerst das schwarze Kabel verlegt, werden alle metallischen Teile der Fahrzeuge miteinander leitend verbunden. Berührt das rote Kabel nun versehentlich ein Metallteil, kommt es zu einem Kurzschluss.

Bei älteren Fahrzeugen konnte man die Batterie des helfenden Wagens sofort nach dem Start des anderen Wagens wieder abklemmen. Bei neueren Modellen hingegen, sollte die Batterie noch zehn bis 15 Minuten angeschlossen lassen. Durch den hohen elektrischen Widerstand der neuen Akkus kann es gerade anfangs zu einer Überspannung in der Lichtmaschine kommen, die nur durch die Batterie des helfenden Fahrzeuges gedämpft werden kann. Nach einigen Minuten hat sich die Überspannung ausgeglichen.

Bordwerkzeuge decken in der Regel nur die wirklichen Notfallwerkzeuge ab. Bordwerkzeuge sind dafür da, bei Pannen erste Hilfe zu leisten und das Auto wieder fahrtüchtig zu machen, sodass Sie damit die nächstgelegene Werkstatt aufsuchen können. Für die langfristige Reparatur des Wagens sind sie eher weniger geeignet. Wir möchten Ihnen im folgenden die Werkzeuge vorstellen, die in keiner Kfz-Bastlerwerkstatt fehlen dürfen.

Handwerkzeuge: Damit können Sie an Motor und Karosserie Hand anlegen

Um an seinem Wagen selbst Hand anzulegen ist mechanisches Geschick gefragt. Doch auch hochspezialisiertes Werkzeug ist selbst im Heimbedarf unerlässlich. Ein Fahrzeug und gerade ein Motor ist ein technisch hochentwickeltes Gebilde, dem man nur mit den passenden Helfern zu Leibe rücken kann.

Dazu gehört zunächst eine große Auswahl an Schraubenschlüsseln und Schraubendrehern, die Schrauben in verschiedensten Größen und an den unterschiedlichsten Stellen anziehen und lösen können. Hier gibt es je nach Einsatzbereich ganz unterschiedliche Methoden.

Als Schraubenschlüssel werden solche Werkzeuge bezeichnet, die um die Schraube gelegt werden, um diese zu lösen. Werkzeuge, die Stirnseitig an der Schraube angebracht werden, um die Schraube festzuziehen oder zu lösen werden umgangssprachlich Schraubenzieher, fachsprachlich Schraubendreher genannt.

Die Größe des Schraubenschlüssels wird in der Schlüsselweite angegeben. Diese ist auf den Griff des Schlüssels eingeprägt und beschreibt den Abstand der parallelen Flächen des Schlüssels in Millimeter. Ein Schraubenschlüssel mit der Schlüsselweite 17 kann also Schrauben mit einem Durchmesser von 17 Millimetern lösen und festziehen.

Es gibt ganz unterschiedliche Arten von Schraubenschlüsseln, die wir Ihnen im folgenden genauer vorstellen möchten.

Vielseitig und einfach in der Handhabung: Gabel- oder Maulschlüssel

Maulschlüssel in verschieden Größen können beinahe überall eingesetzt werden und sind auch bei der Fahrradreparatur gerne gesehen. Mit ihnen kann man Sechskant-,Vierkant-Schraubenköpfe oder Muttern drehen. Das sogenannte Schlüsselmaul ist in vielen Fällen um 15 Grad abgewinkelt, um das Anbringen des Schlüssels auf beengtem Raum, zum Beispiel im Motor, zu erleichtern.

Sonderformen der Maulschlüssel sind Maulschlüssel mit verstellbarer Schlüsselweite und Gabelschlüssel mit einer sogenannten Ratschfunktion. Ersterer wird auch Rollgabelschlüssel genannt und lässt sich durch das Drehen eines Rändelschraube in der Größe variieren.

Ratschenschlüssel, auch Knarren genannt, sind so aufgebaut, dass der Schlüssel nur in der gewünschten Richtung auf die Schraube zugreift, in die andere Richtung frei gedreht werden kann. Wenn nicht viel Platz vorhanden ist, bergen diese Ratschenschlüssel einen großen Vorteil, da sie nicht abgesetzt werden müssen.

Kleine Kraftpakete: Ringschlüssel haben den nötigen Grip

Ein weiterer wichtiger Schraubenschlüssel ist der sogenannte Ringschlüssel, der mit einem ringförmigen Sechskant- oder Doppelsechskantprofil ausgestattet ist. Der Ringschlüssel umschließt die Schraube komplett und bietet so eine bessere Kraftübertragung als Maul- oder Gabelschlüssel. Aus diesen technischen Gründen sind Ringschlüssel mittlerweile mit vielen speziellen Profilen für neue Verbindungselemente erhältlich. Besonders etabliert hat sich das Torx-Profil, bei dem besonders viele Zähne eingesetzt werden. Dies sorgt für eine optimale Kraftverteilung an der Schraube oder Mutter, sodass diese mit weniger Kraftaufwand gedreht werden können. Auch bei Ringschlüsseln sind Ratschefunktionen, also ein Freilauf in eine Richtung, weit verbreitet. Sie unterstützen den Nutzer beim Schrauben, ohne dass dieser händisch den Schlüssel nachsetzen muss.

Auf engstem Raum eine Wunderwaffe: Steckschlüssel oder Rohrschlüssel

Man unterscheidet zwischen einteiligen und mehrteiligen Steckrohrschlüsseln. Einteilige Modelle haben in etwa die Form eines Rohrstückes, das von vorne auf die Schraube oder Mutter gesetzt wird. Gedreht wird der Rohrschlüssel durch Drehstifte, die quer in dafür vorgesehene Bohrungen im Rohr eingesetzt werden. Rohrschlüssel sind je nach Ausführung und Qualität innen hohl oder bei hochpreisigen Werkzeugen aus massivem Metall gefertigt.

Besonders platzsparend und flexibel sind Steckschlüssel-Sätze, umgangssprachlich auch Nusssätze genannt. Hier gibt es unterschiedliche Antriebsteile, wie zum Beispiel ein Steckgriff, ein Gelenkgriff, eine Kurbel oder Knarre. Je nach Einsatzort können diese ausgewechselt werden.

Eine Sonderform des Steckschlüssels ist der Drehmomentschlüssel. Mit diesem kann festgelegt werden, welche Anziehungskraft mit dem Schraubenschlüssel auf die Schraube ausgeübt werden soll. Im Kfz-Werkstattbetrieb sind diese Drehmomentschlüssel unerlässlich, da viele Hersteller gerade im Motorbereich genaue Vorgaben haben, wie die einzelnen Schrauben arretiert werden müssen.

Mit diesen Lackierwerkzeugen verpassen Sie Ihrem Wagen neuen Glanz

Es ist so schnell passiert: Eine Fahrt über Rollsplitt und schon sind kleine Folgeschäden davon auf der Motorhaube zu erkennen. Oder beim Rückwärtsfahren war ein Hindernis im Weg und hat eine unschöne Schramme hinterlassen. All das passiert täglich und nicht immer ist eine Fahrt in die Werkstatt notwendig. Mit ein wenig Geduld und dem passenden Werkzeug können Sie auch in der heimischen Werkstatt einiges vollbringen. Bei der Wahl von Lackierwerkzeugen kommt es also ganz darauf an, was Ihr Anliegen ist.

Bei kleinem Steinschlag genügt der sparsame Einsatz von Lackstiften, die die betroffenen Stellen ausgleichen und die Verbreitung von Rost verhindern. Bei größeren Lackiervorhaben müssen Sie vor allem in Werkzeuge zur Vorbereitung der betreffenden Stelle investieren. Hier benötigen Sie neben einem Schleifgerät auch unterschiedliche Trocken- und Nassschleifpapiere, um den Untergrund perfekt für die Lackierung herzurichten. Für die eigentliche Lackierung benötigen Sie einen Mischbecher, in dem Sie Mischverhältnisse der Grundierung und des Überlacks abmessen können. Am professionellsten gelingt das Auftragen des Lackes mit einer Lackierpistole, mit der die Farbe gleichmäßig und fein aufgesprüht wird. Ebenfalls gute Ergebnisse kann man mit Sprühdosen erzielen.

Diese Elektrogeräte sind in der Heimwerkstatt im Einsatz

Um bestimmte Reparaturen am Auto vorzunehmen, kommt man auch als Hobby-Schrauber um den Einsatz von Elektrogeräten nicht herum. In der heimischen Werkstatt sind Bohrmaschinen und ein hochwertiger Akkuschrauber von großer Wichtigkeit. Sie erleichtern die Arbeit ungemein und garantieren professionelle Ergebnisse.

Ähnlich verhält es sich mit Schleifmaschinen und Poliermaschinen, die für die Karosserie des Wagens zum Einsatz kommen. Mit einem guten Schwingschleifer können Sie Ihr Fahrzeug optimal für eine Lackierung vorbereiten oder Rost gründlich und zielgerichtet entfernen.

Der Umgang mit der Poliermaschine erfordert ein wenig Übung, da der Lack hier mithilfe einer Polierpaste und feinen Aufsätzen leicht abgetragen wird. So werden Schmutzablagerungen, wie zum Beispiel durch Feinstaub und Pollen, entfernt und der Lack erstrahlt wieder in vollem Glanz.

Alles unter Kontrolle – mit Handprüfgeräte testen Sie die wichtigsten Funktionen Ihres Autos einfach selbst

Viele moderne Wagen sind mittlerweile mit einer Computer-Überwachung der einzelnen Betriebsteile ausgestattet, die eine sogenannte On-Board-Diagnose ermöglicht. Dabei werden Fehler und Schäden registriert und mittels einer Software dem Nutzer mitgeteilt.

Sollte Ihr Fahrzeug noch keine On-Board-Überwachung liefern, können Sie mit zwei einfachen Hilfsmitteln zwei der wichtigsten Funktionen des Wagens einfach selbst überprüfen. Der Batterietester kann einfach an die Fahrzeugbatterie angeschlossen werden. Es gibt sogar Modelle, in denen Sie nicht einmal den Motorraum öffnen müssen, um den Zustand Ihrer Autobatterie zu überprüfen. Hier wird das Gerät einfach mit dem Zigarettenanzünder verbunden. Der Reifendruck wird mittels eines Kompressionsprüfers ermittelt. Wie hoch dieser im Einzelfall sein soll, können Sie dem Fahrzeugbrief entnehmen. Der Reifendruck spielt sowohl beim Aspekt der Sicherheit als auch beim Verbrauch des Fahrzeuges eine wichtige Rolle und sollte daher regelmäßig überprüft werden.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden