Einkaufsratgeber für KFZ-Freisprechanlagen – Tipps, Ideen und wichtige Hinweise

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Einkaufsratgeber für KFZ-Freisprechanlagen – Tipps, Ideen und wichtige Hinweise

Kein Ärger mit der Polizei – KFZ-Freisprechanlagen helfen dabei

KFZ-Freisprechanlagen bewahren Autofahrer vor Strafzetteln und unterstützen die Verkehrssicherheit. Es gibt sie für alle Fahrzeugmodelle und -typen – selbstverständlich mit Anschlüssen für alle handelsüblichen Mobiltelefone. Die Freisprecheinrichtungen, die in Smartphones integriert sind und die einen eingebauten Lautsprecher nutzen, stellen im Übrigen keine geeignete Alternative dar. Durch sie kann das Telefonieren den Autofahrer sogar stärker ablenken, weil durch die Verzerrungen und die unüberhörbaren Nebengeräusche im Wagen die Verständigung meist sehr problematisch wird.

Was ist eine Fernsprecheinrichtung?

Die Freisprecheinrichtung oder Freisprechanlage, kurz als FSE bezeichnet, ist ein Mix aus fest in einem Handy oder Auto eingebautem Lautsprecher und Mikrofon. Die Bezeichnung lässt sich ursprünglich darauf zurückführen, dass weder der Lautsprecher noch das Mikrofon zu den entsprechenden Sinnesorganen geführt werden müssen. Somit können die Hände frei bleiben. Aus diesem Grund wird der Name Freisprecheinrichtung auch fälschlicherweise für die sogenannten Headsets verwendet.

Bei Funkgeräten, die die Freisprecheinrichtungen nur im Gegensprechbetrieb, dem sogenannten Halbduplex, verwenden, treten keine Rückkopplungen auf. Dies ist allerdings bei Telefongesprächen im Vollduplex über die Freisprecheinrichtung der Fall. Rückkopplungsunterdrücker helfen dabei, ohne die Abschottung des Geräts direkt am Ohr und ohne entsprechende Taste mit dem Mobiltelefon frei reden zu können. Durch die Analyse der eingehenden Signale mehrerer Mikrofone bei komplexeren Freisprechanlagen werden Geräusche aus dem Umfeld unterdrückt. Die aufwendigeren Geräte gewährleisten auch in störenden Umgebungen eine zufriedenstellende Wahrnehmung. Auch die Nutzung der Spracherkennung, um die Mobiltelefone beispielsweise mittels Sprachwahl zu bedienen, wird zuverlässig bereitgestellt.

Gute FSE unterdrücken die Rückkopplung

In der Tontechnik bzw. der Elektroakustik ist die Rückkopplung, im Englischen kurz „Feedback” genannt, ein normalerweise ungewollt auftretendes, für das menschliche Ohr unangenehmes Pfeifen. Der Effekt wird vom System Mikrofon-Verstärker-Lautsprecher selbst ausgelöst. In erster Linie entsteht dieser Effekt zwischen dem vom Verstärker angesteuerten Lautsprecher und dem Mikrofon. Betroffen hiervon können allerdings auch alle anderen elektro-akustischen Geräte, wie elektronische Musikinstrumente oder Plattenspieler, sein. Wenn sich ein Mikrofon zu nahe am Lautsprecher befindet, kann sich eine Rückkopplung entwickeln. Dann wird der Lautsprecher das Signal des Mikrofons wiedergeben und gleichzeitig das Mikrofon das gleiche Signal erneut aufnehmen. Hierdurch wird der Ton, erneut verstärkt, über den Lautsprecher wieder abgespielt. So kommt es zu einer elektroakustischen Schleife, die sich immer weiter aufschaukelt.

Spracherkennung bei FSE – was bedeutet das?

Als Teilgebiet der angewandten Informatik, der Computerlinguistik sowie der Ingenieurwissenschaften beschäftigt sich die Spracherkennung mit der Analyse und Entwicklung von Verfahren, die Computern oder computergesteuerte Geräte die Anwendung des gesprochenen Wortes zugänglich macht. Bei der Spracherkennung sollte explizit von der Stimm- oder Sprechererkennung, einer biometrischen Methode zur Identifikation von Personen, unterschieden werden.

Gesetzliche Vorschriften und mögliche Sanktionen

Da in Deutschland seit Anfang 2001 dem Fahrer eines Kraftfahrzeugs das unmittelbare Telefonieren  untersagt ist, sind bei der Benutzung eines Mobiltelefons Kfz-Freisprechanlagen in Autos zwingend vorgeschrieben (nach § 23 Abs. 1a StVO). FSE müssen benutzt werden, wenn der Motor des Fahrzeuges in Funktion oder wenn der Wagen nicht in Bewegung ist. Diese Vorschrift gilt grundsätzlich für sämtliche Fahrzeugführer, also auch für Motorrad- und Fahrradfahrer. In Deutschland wird das Telefonieren am Steuer als Straftat gehandelt und der Fahrer muss 40 Euro Bußgeld zahlen und erhält einen Punkt in Flensburg, wenn er mit dem Mobiltelefon im Auto erwischt wird. Radfahrer zahlen 25 Euro für das gleiche Delikt. Auch in Österreich ist die Verwendung einer Freisprechanlage für Autofahrer seit 1999 beim Telefonieren während des Fahrens Pflicht. Auch in Österreich ist das Telefonieren am Steuer eine Straftat und die Bußgelder beginnen bei 25 Euro, wenn ein Autofahrer mit einem Handy beim Autofahren erwischt wird.

KFZ-Hersteller und ihre Vorgaben

Über das Straßenverkehrsrecht hinaus existieren ebenfalls zusätzliche Vorgaben der Automobil-Hersteller selbst. Aufgrund der Schwächen der Fahrzeugelektronik in früheren Jahren ist der Betrieb einer Sendeempfangsanlage in Kraftfahrzeugen ab dem Baujahr 1995 lediglich dann gestattet, wenn eine nach den Vorgaben der Produzenten montierte Außenantenne am Wagen vorhanden ist. Im anderen Fall kann wegen einer möglichen Beeinträchtigung der Elektronik des Wagens die allgemeine Betriebserlaubnis außer Kraft gesetzt werden.

Dienen Fernsprecheinrichtungen wirklich der Sicherheit im Straßenverkehr?

Große deutsche Sachverständigen-Organisationen weisen darauf hin, dass das Telefonieren während der Fahrt auch unter Benutzung einer Freisprecheinrichtung die Aufmerksamkeit stark einschränken kann und eine größere Unfallgefahr mit sich bringt. Als besonders riskant wird von den Experten angesehen, während der Fahrt auf das Handy zu schauen, um eine Nummer zu identifizieren oder aufzurufen. Die Sachverständigen empfehlen, ohne Freisprecheinrichtung eingehende Gespräche aus Sicherheitsgründen nicht anzunehmen, sondern eine sichere Haltemöglichkeit zu suchen, zu stoppen und zurückzurufen. Selbst mit Freisprechanlage sollen längere Reaktionszeiten beim Fahren einkalkuliert werden. Die Empfehlung der Experten: Sich während des Telefonierens im fließenden Verkehr passiv verhalten und einen größeren Abstand zum vorausfahrenden Wagen beachten.

Einer offiziellen schwedischen Studie zufolge wurde 2004 dargestellt, dass diese Fernsprecheinrichtungen die Sicherheit im Straßenverkehr keineswegs verbessern, da die Aufmerksamkeit schon durch das Telefonieren selbst abnimmt. Darüber hinaus haben 2005 erneut mehrere analytische Betrachtungen den Beweis geführt, dass Freisprechanlagen das durch das Telefonieren verursachte Risiko von Unfällen nicht mindern. Nach einer australischen Studie verführen Freisprecheinrichtungen den Autofahrer zu häufigeren und längeren Telefonaten während der Fahrt. Dadurch nehme das Unfallrisiko sogar zu.

Wer die Wahl hat, hat die Qual – „Plug and Play” oder Festeinbaulösung

In der Praxis wird bei Freisprechanlagen zwischen „Plug and Play”- und Festeinbaulösungen unterschieden. Erstere werden anders als bei Festeinbaulösungen in aller Regel in den Zigarettenanzünder des Wagens angeschlossen und so mit dem Mobiltelefon verbunden. Meist sind Mikrofon und Lautsprecher in die Apparatur integriert. Die Bedienung kann entweder über das Mobiltelefon selbst, über die Freisprechanlage oder als Lösung für Festeinbaulösungen über Lenkradtasten erfolgen. Bei Freisprechanlagen in Kraftfahrzeugen können weitere Unterschiede bei der Anbindung des Mobiltelefons an das Fahrzeug festgestellt werden. In der Praxis existieren haltergebundene und halterlose Varianten. Das Handy wird in der ersten Ausführung in einem Halter platziert, der von Typ zu Typ unterschiedlich ausfällt.

Aktuell geht der Trend jedoch zu halterlosen Ausführungen. Die Kommunikation des Handys mit der Freisprechanlage wird hierbei meist über Bluetooth vollzogen. Dabei kann sich das Mobiltelefon an einem beliebigen Ort im Wagen befinden, sogar in der Hosentasche des Fahrers oder im Handschuhfach. Auf diese Weise entfällt die lästige Verkabelung. Das automatische Nachladen des Akkus ist in diesen Fällen jedoch nicht möglich.

Fernsprecheinrichtungen sind erst mit Bluetooth richtig komfortabel

In den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde das sogenannte Bluetooth-Verfahren durch die Bluetooth Special Interest Group (SIG) als Industriestandard entwickelt. Dieser Industriestandard setzte Maßstäbe für die Datenübertragung per Funktechnik (WPAN) zwischen verschiedenen Geräten über eine kurze Entfernung. Hierbei sind Übertragungen mit oder ohne Verbindung von Ort zu Ort sowie Ad-hoc- oder Piconetze möglich.

Die Basis für das Funkverfahren für Bluetooth wurde in grundlegenden Bestandteilen durch die Wissenschaftler Professor Jaap Haartsen (Niederlande) und den Dr. Sven Mattisson (Schweden) für den Mobilfunkproduzenten Ericsson entwickelt. Weitere Forschungsanteile wurden in erster Linie von Nokia und Intel geliefert. Das Funkverfahren Bluetooth stellt durch diese Entwicklungen eine Schnittstelle dar. Über diese können sowohl Handys und PDAs wie auch PCs und andere Peripheriegeräte miteinander kommunizieren. Wichtigster Vorteil von Bluetooth ist, dass dieses Verfahren die Kabelverbindungen zwischen Geräten ersetzt.

Hierdurch können viele Audioanlagen in Kraftfahrzeugen als Freisprechanlage verwendet werden, indem sie das Handy über Bluetooth einbinden. Dadurch kann auf den Einbau spezieller Mobilfunk-Halterungen im Wagen verzichtet werden. Bluetooth ermöglicht nicht nur die Annahme von Telefonaten, es können auch Telefonnummern angewählt oder die Navigation benutzt werden. Darüber hinaus können weitere Inhalte und Informationen wie die Telefonnummer des Anzurufenden oder dessen Namen vom Adressbuch des Mobiltelefons per Bluetooth an das Radio übertragen werden.

Freisprecheinrichtungen – für alle Benutzer geeignet

Abhängig vom Nutzungsverhalten ergeben sich eine Reihe von Vor- und Nachteilen. Anwender, die selten telefonieren, können eine Vorrichtung aus Mikrofon und Kopfhörer verwenden. Diese funktionieren mit Kabel, was meist zum Zubehör des Mobilfunkgeräts gehört, oder über eine drahtlose Verbindung via Bluetooth. Für Personen, die ihr Handy nur gelegentlich im Fahrzeug benutzen, eignen sich Freisprecheinrichtungen zum Eigeneinbau. Entsprechende Modelle sind zum Anbau an die Sonnenblende und zum Anschluss an den Zigarettenanzünder erhältlich. Für Personen, die viel telefonieren, bieten sich Anlagen zum Festeinbau an, die sich durch eine hohe Tonqualität und ein Mehr an Komfort auszeichnen. Diese können direkt beim Autokauf als Zusatzausstattung bestellt oder nachträglich von einer Fachwerkstatt installiert werden.

Der Anschluss der Freisprecheinrichtung: nicht immer ganz einfach

Wer eine Freisprechanlage mit Kabeln anschließen möchte, muss die Kabel lediglich zu verbinden. Bei Bluetooth sind allerdings weitere Schritte notwendig. Die entsprechende Anlage muss zunächst mit dem Mobilfunkgerät gekoppelt werden. Dazu muss die Freisprechanlage zuerst in den Kopplungsmodus überführt werden, damit diese das Handy identifizieren kann. Dies wird beim Bluetooth-Headset durchgeführt, indem der Ein- und Ausschalter mehrere Sekunden lang gedrückt wird. Bei Freisprechanlagen müssen Sie beide Telefonknöpfe nach dem Einschalten längere Zeit drücken und beim Navigationsgerät wird das Handy-/Bluetooth-Menü gewählt, danach muss Bluetooth und die Handysuche eingeschaltet werden.

Bei den Handys der unterschiedlichen Hersteller wird im Menü meist die Funktion „Einstellungen”, danach der Punkt „Kennung” oder „Konnektivität” angesteuert. Nun wird ein neues Gerät aus der Geräteliste ausgewählt, dieses markiert und bestätigt. Schließlich wird die PIN-Nummer der Freisprechanlage eingegeben und ebenfalls bestätigt – damit sind Handy und FSE miteinander verbunden. Dies muss nur einmal abgearbeitet werden. In der Folge kennen sich beide Geräte und verbinden sich automatisch, sobald bei beiden Bluetooth aktiviert ist.

Ob Autofahrer viel telefonieren oder dies nur selten tun, Freisprecheinrichtungen gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen für alle, die nicht mit der Polizei in Konflikt geraten wollen.

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