Einkaufsratgeber für Herrenskibekleidung

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Einkaufsratgeber für Herrenskibekleidung

Was Sie beim Kauf von Skibekleidung für Herren beachten sollten

Wer einmal oben auf den Bergen stand, die Bretter unter die Füße geschnallt, die in diesem Zusammenhang die Welt bedeuten, der wird sich der Faszination des Skifahrens nicht mehr entziehen können – und schon gar nicht wollen. Der Himmel wolkenlos und stahlblau, die Luft kalt und klar, der Schnee pulvrig, die Pisten bestens präpariert: So wird diese attraktive Sportart immer wieder aufs Neue ein unvergessliches Erlebnis. Besonders wohl und komfortabel fühlt man sich auch bei eisigen Temperaturen, wenn man dabei die richtige Skibekleidung ausgewählt hat.

Das Angebot ist riesig: von warmen Socken und Funktionsunterwäsche bis hin zur Skimütze oder, noch besser, dem Skihelm. Neben den funktionellen Aspekten spielt natürlich auch das Design eine wichtige Rolle, Mann möchte schließlich eine gute Figur machen auf der Piste. Der Tatsache, dass auch Herren zunehmend Wert auf die Optik ihrer Skibekleidung legen, tragen die Hersteller entsprechend Rechnung und präsentieren gleichwohl funktionale wie modische Wintersportkollektionen.

Drunter, drüber und dazwischen: das Zwiebelprinzip als Grundlage

Moderne Materialien bieten viel Komfort für alle Arten von Outdoor-Aktivitäten, zu denen auch das Skifahren zählt. Wer auch bei Wind und Wetter die Pisten hinunter sausen möchte, legt bei der Auswahl seiner Ausrüstung auf Wettertauglichkeit sicherlich mehr Wert als diejenigen, die bei einsetzendem Schneetreiben gerne eine Hütte aufsuchen – was ja auch etwas für sich hat.

Grundsätzlich empfehlenswert für die Skibekleidung ist das sogenannte Zwiebelprinzip: Man trägt die Textilien in mehreren Schichten übereinander. Das hat den entscheidenden Vorteil, dass man flexibel auf sich ändernde Wetterbedingungen reagieren kann. Wer früh morgens auf die Piste geht, weiß, dass die zunächst eisigen Temperaturen zur Mittagszeit hin spürbar steigen können. Bei der Kleidung sollte auf

  • gute Bewegungsfreiheit und
  • eine möglichst optimale Passform

geachtet werden.

Unterschieden wird bei den Zwiebelschichten zwischen

  • der äußeren Schicht,
  • der mittleren Schicht und
  • inneren Schicht.

Wichtig ist diese Unterscheidung, da unterschiedliche Anforderungen hinsichtlich der Funktionalität bestehen, und: Erst die richtige Kombination der einzelnen Schichten bietet ein Optimum an Komfort. Bei der inneren Schicht – der Skiunterwäsche – ist vor allem die Atmungsfähigkeit von entscheidender Wichtigkeit, um so die Körperwärme zu regulieren. Zur mittleren Schicht zählen etwa Skipullover, deren wichtigste Eigenschaft darin besteht, die Feuchtigkeit weiter nach außen zu transportieren. Im äußeren Bereich bei Skijacke und Skihose steht dann der Wind- und Wetterschutz im Vordergrund.

Übrigens: Wer immer wieder einmal eine Pause einlegt und vor allem den Einkehrschwung beherrscht, wird das Zwiebelprinzip ebenfalls sehr zu schätzen wissen, denn manchmal geht es in den Hütten nicht nur hoch her, es kann einem auch schnell warm werden. Gut, wenn in diesem Fall das eine oder andere Kleidungsstück unkompliziert abgelegt werden kann.

Ist das Zwiebelprinzip ausreichend berücksichtigt, ist der Weg zur passenden Herrenskibekleidung schon fast geschafft. Auf dieser Basis geht es dann weiter, um die richtigen Materialien auszuwählen.

Wassersäule und Atmungsfähigkeit als Maßstäbe

Anhand der sogenannten Wassersäule können Sie beurteilen, wie wasserdicht das Material der Skibekleidung ist: Gemessen wird dabei, wie viel Wasserdruck der Stoff aushält, bevor Wasser sicht- bzw. fühlbar eindringt. Naturgemäß zählen vor allem Nähte und Verschlüsse zu den Schwachstellen. Achten Sie daher beim Kauf auf die Verarbeitung – die genannten Stellen sollten verschweißt oder verklebt sein, um dicht zu halten. Moderne Sportwäsche liegt bei einem Wert von circa 600 bis 1.500 Millimeter (Höhe der Wassersäule), technische Materialien liegen bei deutlich höheren Werten ab 5.000 Millimeter. Als wasserdicht gilt Skibekleidung ab einem Wert von 1.300 Millimeter.

Dieser Wert für sich alleine ist noch nicht entscheidend, denn eine weitere wichtige Rolle spielt die Atmungsfähigkeit. Dabei geht es vor allem darum, dass das Material entstehenden Körperschweiß möglichst effektiv aufnimmt und nach außen in Form von Wasserdampf abgibt. Ist dies nicht der Fall, trocknet der Schweiß am Körper und es kommt auf Dauer zu einer unangenehmen oder gesundheitsgefährdenden Unterkühlung.

Herrenskibekleidung: Das Material macht den Unterschied

Moderne Textilien der unterschiedlichen Hersteller stehen für jeweils spezifische Eigenschaften. Das Material sollte je nach Lage innerhalb der Zwiebelschicht ausgewählt werden. Neben natürlichen Materialien finden

  • Polyester,
  • Polypropylen,
  • Polyamid und
  • Elasthan

Verwendung.

Für Skiunterwäsche können Sie wählen zwischen reinen Kunstfasern und Mischgewebe, aber auch hochwertige Merinowolle, Seide und Baumwolle eignen sich für diese Zwecke. Dabei ist die Funktionsweise unterschiedlich: Gegenüber Baumwolle etwa ziehen künstliche Materialien den Körperschweiß zwar auch an, leiten die Feuchtigkeit jedoch von der Haut ab, verteilen diese gleichmäßig im Gewebe und geben sie zudem nach außen ab. Abstehende Faserenden sorgen dafür, dass zwischen Textilie und Haut ein feiner Abstand hergestellt wird, der die Thermofunktion übernimmt. Für welche Art des Materials man sich entscheidet, hängt vom eigenen Trageempfinden ab. Einen besonderen Tragekomfort bietet Skiunterwäsche mit einem Elasthan-Anteil als besonders dehnbare Kunstfaser, die sich gut an den Körper anschmiegt.

Was die mittlere Lage anbetrifft, ist die Wahl an unterschiedlichen Materialien ebenfalls sehr vielfältig: Häufig werden Skishirts oder Pullover aus Fleece gewählt: Das Material bietet eine sehr gute Wärmeisolation bei geringem Gewicht, die Oberfläche ist grundsätzlich wasserabweisend und trocknet schnell. Bewährt haben sich natürlich auch wärmere Norweger-Pullover, die sich zumeist in sehr schönen Designs präsentieren. Deswegen sind Norwegerpulli nicht nur für die Piste, sondern auch als herbstliche Bekleidung im Alltag geeignet.

Hardshell oder Softshell?

In Bezug auf die Ski-Oberbekleidung ist häufig auch die Rede von Hardshell und Softshell für Funktionstextilien. Von Hardshell spricht man, wenn das Material wasserdicht und atmungsaktiv zugleich ist. Eigentlich ist dies ein Spagat, aber moderne Hardshell-Textilien bieten genau diese Eigenschaften. Dies wird durch eine in die Jacke eingebaute Membran erreicht, die Wasser nicht von außen eindringen lässt und im Gegenzug Körperschweiß in Form von Wasserdampf entweichen lässt. Das Prinzip funktioniert besonders gut bei größeren Temperaturunterschieden. Steigen die Außentemperaturen spürbar über 15 Grad Celsius, verliert die Jacke ihre Atmungsfähigkeit. Allerdings stellt sich dann die Frage, ob man bei diesen Temperaturen noch Ski fahren möchte – und ob überhaupt noch Schnee vorhanden ist.

Softshell-Jacken dagegen sind insgesamt gesehen etwas vielseitiger. Sie sind sehr weich und dazu elastisch und bieten daher einen angenehmen Tragekomfort – verbunden mit hoher Bewegungsfreiheit. Sie sind ähnlich winddicht wie Hardshell-Jacken und isolieren sehr gut. Zwar ist das Oberflächenmaterial wasserabweisend, jedoch nicht wasserdicht. Je nach Herstellungsart eignen sich Softshell-Jacken auch als Zwischenschicht anstelle eines Skipullovers oder einer Fleece-Jacke.

Der Overall: ein Skianzug als Einteiler

Der Ski-Overall zählt nach wie vor zu den Klassikern der Herrenskibekleidung. Unterschieden wird dabei in Einteiler und Zweiteiler mit ihren speziellen Vor- und Nachteilen.

Augenfälligster Nachteil eines einteiligen Overalls ist sicherlich, dass er nicht so ohne Weiteres ausgezogen werden kann, wenn man sich in eine Skihütte begibt oder austreten muss, vor allem, wenn man noch den Skischuhen steckt. Vorteile bietet der einteilige Overall, wenn es um das Abweisen von Wind und Kälte geht, da keine offene Schnittstelle wie beim Tragen von Einzelteilen besteht. Auch Schnee kann nicht eindringen, wenn man einmal auf dem Hosenboden landet und noch ein Stück den Hang hinunter rutscht.

Einen sehr guten Kompromiss bieten zweiteilige Overalls: Jacke und Hose lassen sich hier mit einem Reißverschluss anzippen und jederzeit bei Bedarf auch wieder entzippen.

Die praktischen Details bei der Herrenskibekleidung

Praktische Details bei der Herrenskibekleidung runden das Sportvergnügen ab: Wichtig ist zum Beispiel, dass man alle Verschlüsse auch gut mit Skihandschuhen bedienen kann und dass diese sorgfältig verkleidet oder verklebt sind, damit keine Feuchtigkeit in die Taschen selbst dringen kann. Taschen können Jacke und Hose gar nicht genug vorweisen: für Skipass, Sonnenschutzcreme, Hotelschlüssel und viele Dinge mehr, die man über den Tag hinweg benötigt. Ebenfalls sehr praktisch ist es, wenn die Jacke über eine Kapuze verfügt – bei vielen Modellen lässt sich diese per Druckknöpfe auch abnehmen, wenn der Tag warm ist und man besonderen Wert auf eine perfekte Bewegungsfreiheit im Hals- und Kopfbereich legt.

Zubehör, das nicht fehlen darf

Elementar für das Skifahren sind natürlich die passenden Skihandschuhe: Was die Materialeigenschaften und -anforderungen anbetrifft, sind diese identisch mit der Skibekleidung. Bei besonders kälteempfindlichen Händen sind statt Fingerhandschuhen Fäustlinge empfehlenswert, auch wenn diese die Feinmotorik ein wenig einschränken. Alternativ gibt es beheizbare Skihandschuhe.

Ebenso wichtig ist eine passende Skimütze, auch wenn der Mythos längst widerlegt ist, dass man besonders über den Kopf an Wärme verliert. Vielmehr ist richtig, dass der Mensch über alle unbedeckten Körperteile Wärme abgibt. Spätestens, wenn an der Gipfelstation ein scharfer und kalter Wind pfeift, freut man sich besonders über die Kopfbedeckung. Für Tage, an denen es etwas wärmer ist, eignen sich sehr gut auch Kopfbänder.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil bei der Skiherrenbekleidung ist der Schal. Er schützt davor, dass Wind, Kälte oder auch Feuchtigkeit in Form tauender Schneeflocken unter die Skijacke oder den Skianzug dringt. Sogenannte Schlauchtücher sind hier eine weitere gute Alternative.

Ebenfalls wichtig und unverzichtbar als Utensil ist die Skibrille. Einerseits, weil der Schnee das Sonnenlicht stark reflektiert und es dadurch Probleme bereitet, die Gegebenheiten der Piste klar und vor allem rechtzeitig zu erkennen, andererseits schützt eine geschlossene Skibrille vor Schneeflocken, wenn das Wetter einmal nicht so richtig mitspielt. Für Brillenträger gibt es dazu spezielle Modelle, die das Tragen einer optischen Brille unter der Skibrille ermöglichen.

Vielleicht nicht jedermanns Sache, aber aufgrund der hohen Verletzungsgefahr vor allem auf stark frequentierten Pisten doch empfehlenswert ist ein Skihelm, der bei einem Sturz Schlimmeres vermeiden kann. Mancherorts ist der Helm bereits Pflicht auf den Pisten. 

Und schließlich sollten Sonnencreme und Lippenschutzstift mit einem möglichst hohen Sonnenschutzfaktor nicht vergessen werden, da die Sonne nicht nur hell ist, sondern in den Bergen sehr intensiv strahlt, auch aufgrund der Reflexion durch den Schnee.

Wenn die Skibekleidung für den nächsten Winterurlaub steht, fehlt nur noch, sich fit zu machen für die schönen Tage im Schnee.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden