Einkaufsratgeber für Filmprogramme aus den Kategorien Komödie & Drama

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Einkaufsratgeber für Filmprogramme aus den Kategorien Komödie & Drama

Was den Reiz von Filmprogrammen zu Filmkomödien und -dramen ausmacht

Vielleicht geht es Ihnen wie der Kellnerin Cecilia in Woody Allens „The Purple Rose of Cairo“: Sie möchten am liebsten die Hauptfigur aus Ihrer Lieblingskomödie mit nach Hause nehmen. Leider geht das nicht. Aber zu den meisten Filmen gibt es wunderschöne Programmhefte. Diese Filmprogramme bieten in unterschiedlichen Formaten Informationen zum Film und Bilder aus dem jeweiligen Film. So sind sie eine perfekte Erinnerung an das Kinoerlebnis. Gerade Komödien und Dramen wühlen Kinogänger oft derart auf, dass die Eindrücke sie nicht so schnell loslassen. Mit einem Blick in ein kleines, gut gemachtes Heftchen kann man die Bilder im Kopf wieder aufleben lassen und sich zugleich weiter informieren.

Denn die Filmprogramme listen neben einer kurzen Inhaltsangabe, dem Originaltitel des Films, der Filmlänge und den beteiligten Produktionsländern in der Regel die Besetzungs- und Stabliste auf. Die abgedruckten Filmfotos erscheinen, je nach Heftreihe, in unterschiedlich guter Qualität. Darüber hinaus bieten manche Filmprogramme noch einen Überblick der wichtigsten Kritiken oder berichten über Hintergründe zu den Dreharbeiten oder der Auswertung des Films. Nachfolgend finden Sie Hinweise, die es Ihnen erleichtern werden, sich für bestimmte Filmprogrammhefte der Genres Komödie und Drama zu entscheiden. Neben einem Überblick über die grundsätzlich wichtigsten Programmheftreihen gibt es Ratschläge zum Kauf einzelner Programmhefte zu Komödien beziehungsweise Filmdramen. Zum Schluss erhalten Sie Tipps, welche Alternativen zu Filmprogrammen ebenfalls über Ihre Lieblingsfilme informieren oder ein schönes Erinnerungsstück sind.  

Historische Filmprogramme präsentieren alle Filme von Stummfilmdramen bis zu DEFA-Komödien

Filmprogramme waren vor allem in früheren Zeiten im deutschsprachigen Raum ein wichtiges Medium, um sich über einen Film zu informieren. Es gab noch kein Internet und anfangs auch weniger Medien, die über die Hintergründe zu einem Film berichteten. Die Filmprogramme berichteten genreübergreifend.Wenn Sie nach Programmen zu Filmkomödien oder -dramen stöbern möchten, sollten Sie auch die Programmheftreihen ins Visier nehmen. 

Programmheftreihen sind nicht nur Filmhistoriker wertvoll

„Paimann’s Filmlisten“ waren die ersten wichtigen Blätter, welche in Österreich ab 1916 die neu anlaufenden Filme beschrieben. Sie richteten sich zunächst an die Kinobetreiber. Daher beschrieben sie beispielsweise die Filmlänge nicht in einem Zeitwert, sondern in Metern, die der aufgerollte Film insgesamt maß. So benannten sie beispielsweise die Originalfilmlänge der Stummfilmkomödie „Ost und West“ von 1923 mit „ca. 2380 Meter“. „Paimann’s Filmlisten“ waren bei Kinobetreibern gefürchtet, weil sie Filme auch bewerteten, und zwar in Kategorien von „Schlager ersten Ranges“ bis „mittelmäßig“. Wenn Sie heute ein Exemplar der Hefte antiquarisch finden, nutzen Sie die Gelegenheit möglichst zum Kauf. 

Der "Illustrierte Filmkurier"

In Berlin erschien ab 1919 der „Illustrierte Filmkurier“. Auf acht 29 x 23 cm großen Seiten bietet er eine ausführliche Inhaltsangabe, Darsteller- und Stablisten sowie viele Fotos. Es kamen bis zu seiner Einstellung im Jahr 1944 über 3400 Ausgaben heraus. Die letzten Hefte sind etwas kleiner, und zwar im Format DIN A5. Die Nummer 1 besprach übrigens das Drama „König Nicolo oder so ist das Leben“. Wenn Sie alte Nummern des „Illustrierten Filmkuriers“ erwerben möchten, verwechseln Sie ihn nicht mit den österreichischen Programmen mit demselben Titel, die in Wien zwischen 1930 und 1938 herauskamen. In Deutschland wurden noch einmal ab 1963 von München aus 288 Nummern eines „Illustrierten Filmkuriers“ publiziert, die Sie aber ebenfalls nicht mit dem ursprünglichen Blatt aus Berlin verwechseln sollten. Findige Sammler haben Kürzel für alle Filmprogrammreihen erfunden. Dabei erscheint hinter dem „Illustrierten Filmkurier“ meist nach seinem Kürzel IFK je nach Erscheinungsort in Klammern noch das Kürzel BFK, WFK oder MFK für Berlin, Wien oder München.

Für Fotofreunde: Starpostkarten zum Sammeln

Wenn Sie alte Starfotos mögen, wird Sie das parallel zum „Illustrierten Filmkurier IFK (BFK)“ erschienene „Programm von heute“ interessieren. Ihm liegt in jeder Ausgabe eine Starpostkarte bei. Es können auch, je nachdem, welches der Hefte man erwischt, unterschiedliche Starpostkarten beiliegen. Der Nummer 1817 zur Komödie „Sonntagskinder“ von 1941 liegt beispielsweise in einigen Ausgaben ein Foto von Carola Höhn und in anderen Ausgaben eines von Grethe Weiser bei. Vergewissern Sie sich in jedem Fall vor dem Kauf, ob die Postkarte auch wirklich mitgeliefert wird und nicht in den vielen Jahrzehnten seit dem Erscheinen verloren gegangen ist.

Alte Programmhefte zum Sammeln: Zeitzeugen lebendiger Filmgeschichte

Ein schönes Heft zum Sammeln ist auch das vor dem Zweiten Weltkrieg erschienene „Film-Magazin“. Sein Format ist größer als DIN A4 und es umfasst jeweils um die 16 Seiten. Eine schöne Ausgabe ist beispielsweise die Sondernummer zu dem dänischen Stummfilmdrama „Der weiße Teufel“ von 1930. In den Nachkriegsjahren war eine bekannte Programmheftreihe die „Filmpost“, von der Sie über 400 Ausgaben sammeln können. Die Nummer 231 aus dem Jahr 1945 behandelt zum Beispiel das bekannte Drama „Kinder des Olymp“.

Am beliebtesten war jedoch zu jener Zeit die „Illustrierte Filmbühne“, die es bis 1969 auf über 8000 nummerierte Hefte brachte. Sie umfasst zwischen vier und acht Seiten und hat meist das Format 18 x 26,5 cm. Die Nummer 6139 bespricht beispielsweise einen Klassiker der französischen Nouvelle Vague: die Tragikomödie „Mittwoch zwischen 5 und 7“ von Agnès Varda. Das Blatt nennt selbstverständlich auch den Originaltitel, „Cléo de 5 à 7“, unter dem der Film bis heute bekannter ist.

In der DDR erschien parallel die „Progress Filmillustrierte“, zum Beispiel mit der Nummer 19 über die Heinz-Rühmann-Komödie „Der Hauptmann von Köpenick“. Diese Filmprogrammreihe wurde später umbenannt in „Progress Filmprogramm“ und ab 1966 in „Film für Sie“. Diese Filmprogramme bieten nicht nur einen guten Überblick über DEFA-Filmdramen und -komödien, sondern stellen auch beispielsweise die vielen „Dick und Doof“-Filme mit Stan Laurel und Oliver Hardy vor. Auch Filmverleiher brachten Filmprogrammreihen heraus. Legendär sind die kunstvoll gestalteten „Atlas-Filmhefte“ des gleichnamigen Verleihs. Gleich die erste Nummer widmete sich der wunderbaren Komödie „Die Ferien des Monsieur Hulot“.  

Aktuelle Filmprogramme für echte Fans von Komödien und Filmdramen

Heute erscheinen deutlich weniger Reihen von Filmprogrammheften. Es sind vor allem Hefte, die von Fans für Fans gemacht werden. Die seit 1978 erscheinende Reihe „Filmprogramm“ aus Stuttgart widmet sich Filmen, die man auf keinen Fall vergessen sollte. Dazu gehört auch Woody Allens eingangs erwähnte Komödie „Purple Rose of Cairo“, der sich das „Filmprogramm“ Nr. 124 widmet. Der Film ist übrigens auch in dem in Österreich erscheinenden „Neuen Filmkurier“ Nummer 353 gewürdigt worden. Dieses liebevoll gemachte Blatt umfasst 12 Seiten im Format 17,70 x 25,70 cm und ist mit mindestens 12 Fotos bebildert. Susanne Odlas, die diese Reihe herausbringt, publiziert in ihrem Verlag auch das „Neue Filmprogramm“ sowie den „Filmindex“. Diese drei Programmreihen beinhalten neben den üblichen Eckdaten auch Produktionsnotizen und Pressestimmen zum jeweiligen Film. In Deutschland ist seit 1983 das von Rudolf Benda herausgegebene „Projekt Filmprogramm“ ein informativer Begleiter zu den wichtigsten Filmen. Die neuen Hefte im Format DIN A5 bestehen meistens aus 16 Seiten mit mindestens 50 Prozent Bildern. Die schwarze Komödie „Harold und Maude“ von Hal Ashby wird sogar mit einem 52-Seiten-Heft (Nummer 85) geehrt.  

Fremdsprachige Filmprogramme: neue Perspektive auf Komödien und Dramen

Auch in anderen Ländern gibt es Filmprogramme. Sie informieren in unterschiedlicher Weise über den Film. In den USA erschienen zwei sogenannte Fanzines. Die 16-seitigen Hefte von „Serial Pictorial“ bestehen fast ausschließlich aus großformatigen Standfotos aus dem jeweiligen Film, die auf dem Innenumschlag beschrieben sind. „Screen Facts“ war umfangreicher, hatte schon mal 70 Seiten und brachte Hintergrundberichte oder besprach in schwerpunktartigen Artikeln einen Star aus dem jeweiligen Film, in der Nummer 8 von 1964 beispielsweise James Dean. Er war in seinem kurzen Leben bekanntlich der Schauspieler schlechthin für das amerikanische Filmdrama der 50er Jahre. Die Hefte, die seinerzeit 75 Cents am Kiosk kosteten, sind heute das Zehnfache ihres Ursprungspreises wert.

In Großbritannien erschien die Programmreihe „In 2 Film“ die später in „Inside Film“ umbenannt wurde. Die Hefte bestehen zu etwa der Hälfte aus Werbung. Verwechseln Sie diese nicht mit dem australischen Branchenblatt mit dem gleichen Titel. In Frankreich brachten vor allem die Filmstudios und -verleiher Programmhefte heraus. Marcel Pagnol, der Autor bekannter Tragikomödien, der ein eigenes Filmstudio besaß, veröffentlichte beispielsweise die „Cahiers du Film“. Die Pathé-Studios, die mit den Brüdern Lumière neben den Brüdern Skladanowsky die Erfinder des Films waren, brachten „L’Image“ heraus. Von Filmstudios unabhängig waren „Les Superfiches du Cinéma Mondial“, die noch in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts herauskamen. Seit 1976 und bis heute werden „Les Fiches de Monsieur Cinéma“ veröffentlicht. Dabei handelt es sich um Karten im Format 20,5 x 13 cm, die beidseitig mit Fotos und Informationen entweder zu einem Film, Regisseur, Thema oder Schauspieler bedruckt sind. Damit kann man sich auf die Dauer ein übersichtliches, informatives Kompendium zusammenstellen.  

Zeitschriften als Alternative zu Filmprogrammen

Wenn Sie sich über Komödien und Filmdramen informieren, oder Bilder daraus sammeln möchten, sind die parallel zu Filmprogrammen seit langer Zeit erscheinenden Filmzeitschriften für Sie interessant. Sie widmen sich nicht einem einzelnen Film, sondern besprechen mehrere gleichzeitig herauskommende Filme, bringen Porträts von Schauspielern und Regisseuren und informieren über Dreharbeiten von später in die Kinos kommenden Filmen. Auch unter den Filmzeitschriften gibt es keine, die sich auf die Genres Komödie oder Drama spezialisiert hat. Aber wenn Sie das Jahr kennen, in dem Ihre Lieblingskomödie oder Ihr Lieblingsfilmdrama in die Kinos kam, werden Sie es auch in Filmzeitschriften besprochen und bebildert finden.

Deutschsprachige Filmzeitschriften 

Am bekanntesten in Deutschland ist die seit 1975 erscheinende „Cinema“. Davor war die von 1957 bis 1985 erscheinende „Filmkritik“ ein wichtiges Medium. In Österreich gab es bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts Filmzeitschriften und Filmbeilagen, sogar mit einem Schwerpunkt auf Komödien, beispielsweise die Filmbeilage zur Zeitschrift „Komödie“.

Fremdsprachige Filmzeitschriften

In den USA erscheint seit 1905 bis heute wöchentlich die „Variety“ und bietet Ihnen nicht nur über Komödien und Dramen aus Hollywood den bestmöglichen Überblick.
In Frankreich erschien die erste bekannte Filmzeitschrift unter dem Titel „Le Film Complet“ zwischen 1922 und 1958 mit 3300 Ausgaben. 1933 war Buster Keaton auf der Titelseite. In derselben Ausgabe konnte man einen sogenannten „ciné roman“ lesen, also eine ausführliche Nacherzählung der Komödie „Ich bei Tag und du bei Nacht“ von Ludwig Berger. Seit den 50er Jahren sind die „Cahiers du cinéma“ in Frankreich ein wichtiges Medium. Diese Zeitschrift erscheint übrigens auch auf Arabisch, Englisch, Italienisch, Japanisch, Spanisch und Türkisch, und das jeweils sowohl mit eigenen als auch aus dem französischen Original übersetzten Artikeln.

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