Einkaufsratgeber für Filme in verschiedenen Speicherformaten

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Einkaufsratgeber für Filme in verschiedenen Speicherformaten

Wie sich die verschiedenen Speicherformate unterscheiden lassen

Die natürliche Art der Differenzierung zwischen den Formaten ist nach ihrer Entstehungszeit. Im Laufe seiner langen Entwicklungsgeschichte wurde der Film je nach Stand der aktuellen technischen Möglichkeiten auf eine andere Art gespeichert. In den ersten Jahrzehnten verwendete man Zelluloid-Streifen, dann kamen in den 1980er Jahren Videomagnetbänder auf den Markt und seit den 1990er Jahre haben sich verschiedene digitale Formate durchgesetzt. Jede Speicherart hat ihre spezifischen Vor- und Nachteile und ist für bestimmte Einsatzzwecke besser oder schlechter geeignet. So lassen sich z.B. Zelluloid-Filme sehr gut vor einem großen Publikum vorführen, sind aber völlig ungeeignet für den mobilen Einsatz.

Der große Techniksprung: analoge und digitale Speicherformate

In den ersten Jahrzehnten verlief die Entwicklung noch kontinuierlich und spielte sich im Bereich der qualitativen Verbesserung oder der Kostensenkung ab. Auf den Zelluloid-Filmen wurden die Stummfilme zuerst um eine Tonspur erweitert und als nächstes in Farbe aufgenommen. Danach konzentrierte man sich auf eine Verbesserung der Auflösung und ersetze das 4:3-Format durch breitere Varianten, die mehr dem natürlichen Sichtfeld des Menschen entsprachen. Schließlich wurde noch der analoge Mehrkanalton eingeführt, um auch die Audiowiedergabe zu verbessern. Gleichzeitig gab es einen Trend zur Kostensenkung, in dem neben den Zelluloid-Streifen mit 35 mm schmalere und kostengünstigere Formate auf den Markt gebracht wurden, die nur 16 mm oder 8 mm breit waren.
Anfang der 1980er Jahre erschien mit der Videokassette eine ganz neue Technik, bei der die Bilder in magnetischer anstatt fotografischer Form gespeichert wurden. Das ermöglichte erstmals das bequeme Aufnehmen, Abspielen und Kopieren von Filmen für jedermann. Mitte der 1990er Jahre begann mit der Video-CD und der DVD das digitale Zeitalter des Films. Die digitalen Formate haben durch die Verwendung der binären Speicherung eine Reihe von Vorteilen, wie ein deutlich vermindertes Bild- und Tonrauschen oder die Möglichkeit, einen Film ohne Qualitätsverlust kopieren zu können. Auch hier hat sich eine technische Weiterentwicklung von der Video-CD über die DVD bis zur Blu-ray-Disc vollzogen, bei der kontinuierlich die Qualität verbessert wurde.

Die verschiedenen Speicherformate mit ihren Vor- und Nachteilen

Für jedes Speicherformat benötigen Sie eine andere Ausstattung

Die technische Weiterentwicklung führte bei jedem Speicherformat zu Änderungen, durch die es inkompatibel zu seinen Vorgängern wurde. Bei den Filmen auf Zelluloid machen die unterschiedlichen Breiten für jedes Filmformat andere Kameras und Projektoren nötig. Bei der VHS-Kassette braucht man wegen des Magnetverfahrens zum Abspielen der Filme neben dem Videorekorder noch ein Fernsehgerät für die Anzeige. Dasselbe gilt für die digitalen Formate auf DVD oder Blu-ray, für die es aber Abspielgeräte gibt, die beide Medientypen lesen können. Vor dem Kauf eines Films müssen Sie daher abwägen, ob Sie dafür eine geeignete Abspielmöglichkeit haben bzw. bereit sind, die dafür nötigen Geräte anzuschaffen. Allerdings hat man bei der Suche nach alten Raritäten häufig keine Wahl und muss mit dem Speicherformat Vorlieb nehmen, auf dem der Film angeboten wird. So hat es z.B. bei der Videokassette viele Produktionen von kleineren Verlagen gegeben, etwa seltene Dokumentationen oder Kurzfilme, die nur einmal erschienen sind und danach nie in ein digitales Format konvertiert wurden. Dasselbe gilt für viele ältere Spielfilme und Fernsehserien, die vor Jahren noch auf Videokassetten erhältlich waren. Mit etwas Glück können Sie aber noch viele dieser alten Schätze finden.

Die Vor- und Nachteile des Zelluloid-Speicherformats

Die Technik dieses über 100 Jahre alten Formats basiert auf der Belichtung eines durchlaufenden Zelluloid-Streifen mit vielen kleinen Einzelbildern. Die ersten Kameras wurden noch mit einer Handkurbel bedient und die Anzahl der Bilder pro Sekunde variierte daher zwischen 15 und 24. Mit der Einführung des Tonfilms wurde die Bildfrequenz dann einheitlich auf 24 Bilder pro Sekunde festgelegt. Der Hauptvorteil des Speicherformats ist, dass jedes Einzelbild eine sehr hohe Auflösung hat und dadurch ein naturgetreues Abbild der Wirklichkeit ist. Je nach der Länge des Films kann ein Zelluloid-Streifen aber durchaus 1000 und mehr Meter lang und entsprechend groß und schwer sein.
Ein weiterer Nachteil ist die Abnutzung des Zelluloid-Materials bei jedem Abspielvorgang, dadurch bekommen die Bänder im Laufe der Jahre schadhafte Stellen und werden brüchig. Bei einer unsachgemäßen Behandlung können die Bänder auch verknittert werden. Für die verschiedenen Breiten der Zelluloid-Streifen, wie dem 35-mm-Format oder dem 16-mm-Format sind zudem unterschiedliche Kameras und Projektoren nötig, die meistens sehr teuer sind. Bei den schmaleren und preiswerteren Formaten wie dem Super-8-Format sind dagegen die Aufnahmezeiten durch kleinere Spulen auf ca. 3 bis 6 Minuten begrenzt und eine gleichzeitige Tonaufzeichnung ist häufig nicht möglich. Ein gewichtiger Vorteil des Zelluloids ist aber die lange Nutzungsperiode und die weltweite Verbreitung der Technik. Deshalb können Sie hier die ältesten Aufnahmen überhaupt entdecken, unter denen es wirklich einzigartige Raritäten wie alte Filme aus dem 19. Jahrhundert gibt.

Das Speicherformat der VHS-Kassette und seine Vor- und Nachteile

Dieses Format wurde 1979 vom japanischen Konzern JVC entwickelt und konnte sich schnell gegen Konkurrenten wie Betamax von Sony durchsetzen. Die Aufzeichnungstechnik basiert auf einem Magnetverfahren, bei dem die Einzelbilder als eine Folge elektromagnetischer Signale auf dem Band gespeichert werden. Ein Nachteil ist die geringe Auflösung der Bilder, die mit 240x576 deutlich unter der von anderen Speicherformaten liegt. Sehr alte Bänder können auch ihre Magnetisierung verlieren, sodass sich die Filme nicht mehr abspielen lassen. Im Vergleich zu den Zelluloid-Rollen ist ein VHS-Video aber sehr kompakt, da die Filmspule in einem festen Plastikgehäuse untergebracht ist, das sich zum Abspielen einfach in den Videorekorder einschieben lässt. Dadurch ist das Band vor Beschädigungen geschützt und das mitunter schwierige Einfädeln des Filmstreifens auf eine Leerrolle entfällt. Weitere Vorteile sind die preiswerten Geräte und Kassetten, die außerdem mit 90 bis 240 Minuten eine sehr lange Aufnahmekapazität haben. Die Kameras können auch problemlos Bild und Ton parallel aufnehmen und auf dem Magnetband speichern. Bei der Entwicklung des VHS-Systems zu einem weltweiten Standard sind leider in der Aufzeichnungstechnik regionale Unterschiede entstanden. In Europa wird das PAL-Format verwendet, in Frankreich und Osteuropa kommt das SECAM-Format zum Einsatz und in Nordamerika das NTSC-Format. Die meisten Videorekorder kommen aber mit allen Varianten zurecht, sodass Sie sich darüber keine Gedanken machen müssen.

Vor- und Nachteile des LaserDisc-Speicherformats

Bei der LaserDisc handelt es sich um ein optisches Speichermedium, das wie die bekannten CDs und DVDs mit einem Laser ausgelesen wird. Im Gegensatz zu diesen sind aber hier die Bildsignale in einem analogen Format mit einer Auflösung von etwa 640x576 gespeichert. Das System wurde zuerst von Philips entwickelt und 1982 auf den Markt gebracht und dann von Pioneer 1986 noch weiter verbessert. Die Filme sind nicht komprimiert und erreichen dadurch eine sehr hohe Qualität, da im Vergleich zu den digitalen Speicherformaten keine Kompressionsartefakte auftreten können. Die Audiospur wird entweder in einem analogen Stereo- bzw. Mehrkanalton oder in einem komprimierten digitalen Format wie Dolby Digital gespeichert.
Deutliche Nachteile sind die teuren Abspielgeräte und die unhandliche Größe der Discs, die bei 12 cm, 20 cm und 30 cm liegen. Die großen Silberscheiben können pro Seite maximal 60 Minuten Film aufnehmen, sodass Sie bei einer längeren Spieldauer die Disk aus dem Player nehmen und umdrehen müssen. Erschwingliche Brenner für Privatleute hat es auch nicht gegeben, sodass Sie auf den Kauf der wenigen LaserDiscs beschränkt sind, die auf den deutschen Markt gebracht wurden. Viele LaserDiscs verfügen allerdings über Menüs, anwählbare Kapitel und Extras, wie man sie von der DVD kennt.

Das Speicherformat von DVD- und Blu-ray-Filmen mit seinen Vor- und Nachteilen

Diese beiden Formate speichern Filme in digitaler Form auf optischen Medien und komprimieren zusätzlich die Daten, um Platz zu sparen. Das DVD-Format ist ein gemeinsamer Standard der Unternehmen Sony, Philips und Toshiba und wurde 1995 auf den Markt gebracht. Die Silberscheiben sind mit 12 cm Durchmesser sehr handlich und können durch die Komprimierung bis zu vier Stunden Film in sehr guter Qualität speichern. Die Auflösung beträgt maximal 720x576 Punkte pro Bild und bei der Tonspur sind bis zu acht Kanäle mit einer Datenrate von 1509,75 KBit/s erlaubt. Der Bedienkomfort ist dank Menüs, Kapitelauswahl und Bonus-Features ebenfalls sehr hoch.
Ein Nachteil kann bei einigen Discs durch eine zu hohe Komprimierung entstehen, die zu sichtbaren Kompressionsartefakten führt. Außerdem sind die Silberscheiben recht empfindlich und können schnell verkratzen, wenn man sie unsanft behandelt. Die größten Vorteile sind der hohe Verbreitungsgrad mit einem unüberschaubaren Angebot an Spielfilmen, Fernsehserien und Dokumentationen, die günstigen Preise für Medien und Abspielgeräte sowie die Möglichkeit, auch selbst DVDs aufnehmen zu können.
Die ähnlich aussehende Blu-ray-Disc kann Filme von mehreren Stunden Länge mit einer maximalen Auflösung von 1920x1080 Punkten pro Bild speichern. Die Tonspur darf ebenfalls bis zu acht Kanäle enthalten und eine Datenrate von bis zu 13,95 MBit/s erreichen. Mit einem Durchmesser von 12 cm hat sie dieselbe Größe wie eine DVD, verfügt aber über eine drei- bis sechsmal so hohe Speicherkapazität und durch verbesserte Komprimierungsverfahren ist die Bildqualität durchweg ausgezeichnet. Die Scheiben können bei falscher Behandlung ebenfalls verkratzt werden und die Preise für Medien und Player liegen über denen von DVDs.

Die Vor- und Nachteile des UMD-Speicherformats

Diese optische Disc wurde von dem japanischen Konzern Sony extra für seine PlayStation Portable-Geräte entwickelt und lässt sich nur auf diesen abspielen. Eine UMD-Disc ist technisch gesehen eine verkleinerte DVD, die nur einen Durchmesser von 6 cm hat. Die Auflösung beträgt lediglich 480x272 Pixel und der Ton ist auf das Stereoformat begrenzt. Dank einer sehr guten Kompression können auf den kleinen Scheiben Spielfilme in voller Länge untergebracht werden. Ein Vorteil ist die Unterbringung der Disc in einer Plastikhülle, sodass sie vor Kratzern geschützt ist. Da die Playstation Portable klein und handlich ist, können Sie sich UMD-Videos auch bequem unterwegs ansehen. Allerdings unterstützt Sonys Nachfolgemodell PlayStation Vita die UMD-Disc nicht mehr, sodass die Lebensdauer der Silberscheiben begrenzt sein dürfte.

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