Einkaufsratgeber für Bogenschießartikel

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Allgemeines zum Bogenschießen

Beim Bogenschießen wird mit Pfeil und Bogen geschossen. Hierbei handelt es sich um eine der ältesten Jagdformen des Menschen. Auch wurden die heutigen Sportgeräte lange Zeit in kriegerischen Auseinandersetzungen eingesetzt. Am bekanntesten sind in diesem Zusammenhang wohl die Kriege zwischen den amerikanischen Ureinwohnern und kolonialen Siedlern in den USA, die Inhalt zahlreicher Westernverfilmungen waren.

Heute wird vor allem mit sogenannten Recurvebögen auf standardisierte Zielscheiben geschossen, die mit Zielvorrichtungen und Stabilisatoren verbunden sind. Der olympische Bogen, wie der Recurvebogen noch genannt wird, ist technologisch hochentwickelt und erlaubt das genaue Zielen und Treffen auch über weite Distanzen. Bogenschießen ist eine Präzisionssportart und eine olympische Disziplin. So war es 1900, 1904, 1908 und 1920 und jetzt seit 1972 bei den Olympischen Spielen als Disziplin vertreten.

Neben diesen technisch ausgereiften Bögen wird jedoch seit einigen Jahren auch wieder traditionell geschossen. Dies heißt, es wird entweder der Recurvebogen blank, also ohne Zubehör, verwendet oder es wird, wie in alten Zeiten, mit dem Langbogen, dem Reiterbogen oder dem Primitivbogen geschossen. Manche verwenden auch selbstgebaute Bögen. Bei dem traditionellen Bogenschießen wird meist nicht auf eine Zielscheibe geschossen, sondern man simuliert eine Jagd auf einem Waldparcours und zielt auf Tierattrappen.

Das Jagen mit Pfeil und Bogen ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz, aber auch im Vereinigten Königreich, Irland, Griechenland, Island und Rumänien verboten, in vielen anderen europäischen Ländern jedoch nach wie vor möglich. Neben dem Schießen mit Pfeil und Bogen aus sportlichen Gründen wird das Bogenschießen auch zu meditativen und therapeutischen Zwecken genutzt.

Ein kleiner Ausflug in die Geschichte des Bogenschießens

Die Jagd mit Pfeil und Bogen ist vermutlich seit dem Ende der eurasischen Altsteinzeit bekannt und wird seit mindestens 14.000 Jahren zur Jagd und für kriegerische Auseinandersetzungen eingesetzt. Die ältesten archäologischen Beweise für den Gebrauch lassen sich auf etwa 10.000 vor Christus zurückdatieren, was man anhand von vollständig erhaltenen Kiefernholzpfeilen mit einer Spitze aus Feuerstein nachweisen konnte. Die ersten gefundenen Bögen stammen aus Dänemark und sind etwa 8.000 Jahre alt. Es handelte sich hierbei um Flachbögen. Erste schriftliche Anleitungen, um das Bogenschießen zu lernen, verfasste der englische Autor Roger Ascham unter dem Titel „Toxophilus”. In Brabant, Belgien, war das Bogenschießen im 19. Jahrhundert ein beliebter Volkssport, während es in Deutschland lange Zeit nur ein eher exotischer Zeitvertreib war und nie so wirklich populär wurde. Lange Zeit waren die Schriften „Bogenschießen / Werfen mit dem Bumerang” und „Zen in der Kunst des Bogenschießens” von Eugen Herrigel die einzige Literatur zum Bogenschießsport.

Grundlagen des Bogenschießens

Beim Bogenschießen benötigt man eigentlich nur einen elastischen Stab, der mit einer Bogensehne gespannt wird, und einen Pfeil. Wird die Sehne gezogen, baut sich Energie auf, die beim Lösen den Pfeil antreibt und ihn ins Ziel fliegen lässt. Umso stärker der Bogen gespannt wird und umso länger die Sehne gezogen werden kann, umso schneller und weiter fliegt der Pfeil.

Die Spannkraft eines Bogens misst man in englischen Pfund und je nach Zuggewicht an der Sehne. Dies können nur wenige Pfund sein, bis hin zu über sechzig Pfund bei geübten Bogenschützen. Compoundbögen weisen eine besonders hohe Spannenergie auf. Wie lang der Auszug ist, ergibt sich aus der Schusstechnik und aus der Armlänge der Bogenschützen. In den einzelnen Bogenklassen und Verbänden sind verschiedene Begrenzungen in Bezug auf die Abschussgeschwindigkeit und das Zuggewicht möglich.

So wird mit Pfeil und Bogen geschossen

Wer erfolgreich mit Pfeil und Bogen schießen will, benötigt eine ruhige Hand und muss sich konzentrieren können. Bei der häufigsten Variante, dem Schießen mit dem Recurvebogen, wird auf Zielauflagen mit Ringwertungen gezielt. Erleichterung versprechen Stabilisatoren, Visiere als Zielhilfen und Klicker zur Markierung des notwendigen Auszugs. Für den ordnungsgemäßen Ablauf des Schusses wird eine Ampel eingesetzt und teilweise ein- oder zweireihig geschossen. Wie lange geschossen wird, hängt vom Wettbewerb und den Regeln der einzelnen Verbände ab.

Varianten des Bogenschießsports

Beim Schießen mit Pfeil und Bogen unterscheidet man verschiedene Varianten.

Bogenschießen auf traditionelle Art

Betreibt man den Bogenschießsport traditionell, dann verzichtet man komplett auf technische Hilfsmittel wie Stabilisatoren oder Zielvorrichtungen. Man arbeitet also nur mit Blankbögen. Diese Art des Bogenschießens erlangte zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor allem in den USA große Popularität und wird auch als instinktives oder intuitives Bogenschießen bezeichnet. Seit den 80er Jahren des vorherigen Jahrhunderts wird es auch im deutschsprachigen Raum immer bekannter und beliebter. Viele begeisterte Bogenschützen wechseln auch zwischen den einzelnen Disziplinen und steigen nach langen Jahren mit technischer Ausrüstung auf die traditionelle Variante um.

Das Feldbogenschießen

Beim Feldbogenschießen befinden sich die Schützen nicht in einem Schießstand, sondern sind mehr oder weniger im Gelände in einem Rundkurs unterwegs. Grundsätzlich basiert die Disziplin auf dem traditionellen Bogenschießen, jedoch sind technische Hilfsmittel wie Zielvorrichtungen und Ähnliches erlaubt. Die Zielscheiben für das Feldschießen sind schwarz mit einem gelben Kreis im Zentrum. Die Entfernungen der Ziele sind in der Regel nicht bei allen Scheiben bekannt und es wird nicht nur auf ebener Fläche, sondern auch bergauf und bergab geschossen. Möglich ist ein Winkel von bis zu 45 Grad.

Das 3D-Schießen oder Silhouettenschießen

Beim 3D- oder Silhouettenschießen spielen die Bogenschützen eine Jagd nach. Sie befinden sich in der Regel auf einem Waldparcours und zielen anstelle von echten Tieren auf Schaumstofftiere. Hierbei sind die Schützen auch körperlich gefragt und müssen wie bei der echten Jagd durch Astgabeln schießen, vom Hochstand hinunter, bergauf und in verschiedenen Positionen arbeiten. So zielen die Schützen hier unter anderem im Stehen, kniend oder auch auf dem Boden liegend. Ziel des 3D-Schießens ist es, den Pfeil ins „Kill” des angenommenen Beutetiers zu treiben, also an die Stelle, an der Herz und Lunge liegen würden und wo ein gut platzierter Schuss den schnellen Tod bedeuten würde. Ein typischer Kurs besteht aus 28 Zielen. Auf jedes Ziel dürfen maximal drei Pfeile abgeschossen werden. Bewertet wird nach verschiedenen Systemen.

Flight-Shooting, Roving und Clout-Schießen

Bei dieser Variante des Bogenschießens wird nicht auf Zielscheiben oder Tiernachbildungen geschossen, sondern auf Flaggen, die in bestimmten Abständen am Boden befestigt sind. Beim Clout-Schießen sind dies 165 Meter und es muss im Bogen nach oben in Richtung Flagge geschossen werden. Zielt man richtig, landet der Pfeil auf der Flagge. Beim Roving wird ebenfalls auf Flaggen geschossen, allerdings stehen diese hier in unterschiedlichen Entfernungen, die dem Schützen vorher nicht bekannt sind. Bewertet wird nicht nur ein Treffen der Flagge selbst, sondern auch in deren Umkreis. Beim Flight-Shooting geht es schließlich darum, den Pfeil mit dem Bogen soweit wie nur irgend möglich zu schießen.

Bogenschießen zu Pferde

Das berittene Bogenschießen wurde durch den mongolischen Herrscher Dschingis Khan populär. Hierbei wird mit kurzen Reiterbögen vom galoppierenden Pferd geschossen. Die Technik ähnelt der des traditionellen Bogenschießens. Auch in Japan finden sich verschiedene Varianten des Bogenschießens zu Pferde, wie etwa Yabusame.

Zen-Bogenschießen

Neben den Bogenschießarten, die der Jagd oder dem sportlichen Erfolg dienen, sind auch meditative Bogenschießtechniken bekannt. Eine davon ist das sogenannte Zen-Bogenschießen, bei dem vor allem der Schießprozess von Bedeutung ist, um Konzentration und Gelassenheit zu fördern. Hierbei werden Lang- und Reiterbögen verwendet. Bekannt wurde das Zen-Bogenschießen im deutschsprachigen Raum durch das bereits erwähnte Buch „Zen in der Kunst des Bogenschießens” von Eugen Herrigel.

Therapeutisches Bogenschießen

Der Hintergrund des Zen-Bogenschießens wird seit etwa Mitte der 90er Jahre auch therapeutisch genutzt. Der Kontrast zwischen Anspannung und Entspannung, zwischen Konzentration und Lösen und Disziplin und Spiel kommt in vielen psychosomatischen Kliniken als zusätzlicher Therapiebestandteil zur Anwendung. Besonders Kinder und Jugendliche profitieren vom therapeutischen Bogenschießen nach traditioneller Methode.

Die Jagd mit Pfeil und Bogen

Die Bogenjagd oder auch das Bogenfischen sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz verboten, jedoch zum Beispiel in den USA erlaubt. Hier kann eine Lizenz erworben werden. Viele Jäger arbeiten mit Compound-Bögen, andere mit dem Langbogen oder anderen traditionellen Bögen. Gejagt werden alle möglichen Tiere, darunter auch Grizzlybären.

Grundausrüstung zum Schießen mit Pfeil und Bogen

Welche Ausrüstung zum Bogenschießen erforderlich ist, hängt zum einen von der jeweiligen Variante und zum anderen von den verwendeten Pfeilen und Bögen ab. Grundsätzlich benötigt der Schütze einen Bogen, der je nach Wunsch und Technik mit oder ohne Pfeilauflage ausgestattet sein kann; hinzu kommt ein Köcher als Aufbewahrungsort für die Pfeile. Der Köcher kann auf dem Rücken oder an der Seite getragen werden. Pfeile sind ebenso unerlässlich wie der Bogen selbst. Ebenso wichtig ist die notwendige Schutzkleidung, um Verletzungen vorzubeugen. Von Bedeutung sind ein Armschutz, ein Fingerschutz oder auch ein Schießhandschuh für die führende Hand sowie gegebenenfalls ein Brustschutz und eng anliegende Kleidung. Teilweise benutzt man auch Bogenständer, um den Bogen abzulegen.

Erweiterte Ausstattung

Gerade für das olympische Bogenschießen kommt eine Vielzahl von möglichem Zubehör infrage, das das Zielen und Schießen erleichtern kann. Dazu gehören zum Beispiel Pfeilauflagen, Visiere, Klicker als Markierung, Stabilisatoren, Geräuschdämpfer, Kisser-Buttons und Nockpunkthilfen. Sogenannte Over-Draws und Peepsights kommen ebenfalls zum Einsatz.

Pfeile

In Hinblick auf die Pfeile ist zudem noch die Befiederung zu nennen, die aus unterschiedlichen Materialien bestehen kann. Man unterscheidet Naturfedern, wie etwa Truthahn- und Adlerfedern sowie Kunststofffedern. Natürliche Federn sind beim Schießen im Gelände oder in der Halle von Vorteil, können allerdings bei Nässe für einen Stabilitätsverlust sorgen. Hier muss durch eine entsprechende Imprägnierung Vorsorge getroffen werden. Die Federn werden je nach persönlichem Schießstil und gewünschtem Einsatzgebiet ausgewählt und können mithilfe einer Befiederungsanlage selbst gewechselt werden. In der Regel arbeitet man mit drei Federn pro Schaft.

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