Einkaufsratgeber für Arbeitsspeicher von SD-RAM bis DDR

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Einkaufsratgeber für Arbeitsspeicher von SD-RAM bis DDR

Tipps zum Einkauf von Arbeitsspeicher – so rüsten Sie den PC richtig auf

Wenn PC oder Notebook zu langsam arbeiten, kann das unter Umständen daran liegen, dass nicht genügend Arbeitsspeicher zur Verfügung steht. Eine Aufrüstung ist kein Problem, wenn genügend Steckplätze für eine Speichererweiterung zur Verfügung stehen. Dieser Ratgeber informiert über die verschiedenen Speichertypen und ermöglicht so eine fundierte Kaufentscheidung.

Mehr RAM für schnelleres Arbeiten

Die offizielle Abkürzung für den Arbeitsspeicher lautet RAM (Random-Access Memory). Frei übersetzt bedeutet dieser Begriff so viel wie „Speicher mit direktem Zugriff“. Die Größe des Arbeitsspeichers hat einen entscheidenden Einfluss auf die gesamte Rechnergeschwindigkeit. Das Betriebssystem muss verschiedene Routinen nicht mehr über die langsamere Festplatte ausführen, sondern hat über den Arbeitsspeicher alle Funktionen, die wichtig sind, umgehend zur Verfügung. Auch die Programme, mit denen der Anwender arbeitet, funktionieren zügiger, wenn ein großzügig bemessener Arbeitsspeicher zur Verfügung steht. Auch ungeübte Laien sind in der Lage, die Module für die Arbeitsspeichererweiterungen selbst einzubauen. Schwieriger ist es da schon, alle Abkürzungen zu verstehen, mit denen die Arbeitsspeicher bezeichnet werden. Damit die Wahl von SD-RAM bis DDR ein wenig leichter fällt, stehen hier die wesentlichen Informationen und Erklärungen als komprimierter Einkaufsratgeber bereit.

Speicher ist nicht gleich Speicher

Bei der Suche nach einer Erweiterung für den Arbeitsspeicher sieht man sich vielen unterschiedlichen Versionen und Bezeichnungen gegenüber. Die erste Möglichkeit, herauszufinden, welcher Speicher für den eigenen PC geeignet ist, bietet das Handbuch des Computers beziehungsweise des Mainboards. Normalerweise geben die Hersteller hier detaillierte Hinweise darauf, welche Art von Arbeitsspeicher im System verwendet wird, und bis zu welcher Speichergröße die Platine Speichererweiterungen unterstützt. Sollte kein Handbuch vorliegen, findet man die entsprechenden Informationen auch auf der Webseite des Mainboard-Herstellers. Um hier genau die Hilfe zu finden, die man benötigt, muss allerdings die genaue Bezeichnung des Mainboards bekannt sein. Diese Angaben befinden sich normalerweise direkt auf der Platine.

Was verbirgt sich hinter „SDR“ und „DDR“?

Die Bezeichnung „SDR“ für den Arbeitsspeicher bezieht sich auf den englischen Ausdruck „single data rate“, also „einfache Datenrate“. „DDR“ („double data rate“) ist damit eine doppelt so schnelle Version des Arbeitsspeichers.

  • Die einfache Datenrate

SDR-RAM (Arbeitsspeicher mit einfacher Datenrate) sind ältere Speichertypen, die in modernen Computern nicht mehr verwendet werden. Da aber in vielen Haushalten noch PCs stehen, die mit SDR-RAM arbeiten, werden auch in diesem Format noch Speichererweiterungen angeboten. Der Arbeitsspeicher mit der Bezeichnung SDR-RAM arbeitet mit der gleichen Taktzahl wie der PC. Ein 100 Megahertz getakteter Rechner benötigt also den Speicherweiterungstyp SDR-RAM 100, ein 133er-Rechner dementsprechend SDR-RAM 133. SDR-Arbeitsspeicher sind untereinander kompatibel, allerdings nur abwärts. Ein SDR-RAM 133 kann also auch in einen Rechner mit 100 Megahertztaktung eingebaut werden. Umgekehrt würde dies jedoch nicht funktionieren. Außerdem wird der Rechner durch einen höher getakteten Arbeitsspeicher nicht schneller. Das System passt die Arbeitsgeschwindigkeit an die Taktung des Rechners an.

  • Die doppelte Datenrate

Wie der Name schon sagt, kann ein DDR-Arbeitsspeicher nicht nur einen, sondern gleich zwei Datentransfers pro Taktzyklus verarbeiten. Damit werden auch doppelt so viele Daten pro Sekunde gelesen oder geschrieben. DDR-RAM ist inzwischen bei allen modernen Computersystemen Standard für den Arbeitsspeicher. Wer aus der Taktbezeichnung des Arbeitsspeichers die Busgeschwindigkeit des Rechners ablesen möchte, muss die angegebenen Zahlen einfach nur halbieren. Ein DDR-RAM 333 ist also für einen Rechner geeignet, der mit 166 Megahertz getaktet ist.

Achtung: Grundsätzlich sind die Steckplätze für SDR- und DDR-RAM unterschiedlich und die beiden Speichersysteme korrespondieren nicht miteinander. Es gibt jedoch einige Mainboards, die beide Speichertypen zulassen. Verwenden kann man auch hier aber immer nur die eine oder die andere Technik. Die parallele Nutzung von SDR- und DDR-RAM ist ausgeschlossen.

Die Unterschiede zwischen DDR und DDR2

Den DDR2-Arbeitsspeicher könnte man als schnelle Energiesparvariante des DDR-RAM bezeichnen. Es handelt sich um eine Weiterentwicklung des DDR-Speichers, der höher getaktet ist und somit pro Sekunde auch mehr Daten verarbeitet als sein Vorgänger. Außerdem benötigt DDR2-RAM nur noch 1,8 Volt Spannung. Das normale DDR-RAM benötigt 2,5, ein SDR-RAM sogar 3,3 Volt. Damit wird also weniger Strom verbraucht, was besonders bei Notebooks den Akku schont. Dadurch, dass ein DDR2-Speicher eine wesentlich höhere Speicherdichte hat, können die Speichererweiterungen auch mit mehr Datenfassungsvermögen hergestellt werden.

Wichtiger Einkaufstipp: Inzwischen gibt es bereits Speichererweiterung des Typs DDR2 mit 16 Gigabyte. Allerdings sind die großvolumigen Speicher relativ teuer, sodass, wenn genügend freie Steckplätze vorhanden sind, zwei 8-Gigabyte-Erweiterungen durchaus kostengünstiger sein können.

Grundsätzlich muss vor dem Kauf von DDR2-RAM das Mainboard geprüft werden. Dieser Typ Speichererweiterung lässt sich nicht in die normalen DDR-Speicherbänke einsetzen. Während DDR-RAM über 184 Kontaktpins verfügen, sind es beim Typ DDR2 220 Pins. Außerdem hat dieser Arbeitsspeicher eine seitlich versetzte Aussparung, die bei den normalen DDR-Speichermodulen nicht vorhanden ist.

Die Zukunft hat schon begonnen – Arbeitsspeicher DDR3

Eine weitere Senkung der Betriebsspannung auf 1,5 Volt ist einer der markanten Punkte bei den neuen Arbeitsspeichern der Generation DDR3. Diese Speichererweiterung benötigt ebenfalls komplett andere Steckplätze. Die vorhandenen Bänke von DDR- und DDR2-RAM können nicht verwendet werden.

Wichtiger Tipp: Es gibt Mainboard-Hersteller, die auf der Platine sowohl DDR2- als auch DDR3-Steckplätze vorsehen, sodass ein späterer Umstieg auf die neue Technik erleichtert wird.

Ebenfalls markant ist der viermal so hohe Arbeitstakt beim DDR3-RAM. Es können parallel zueinander acht statt bisher nur vier Speicherbänke angesprochen werden. Auch der Zwischenspeicher (Cache) wurde vergrößert. Ein weiteres sehr wichtiges Merkmal sind die Temperatursensoren. Sie erkennen sofort, wenn eine Überhitzung des Systems droht, und schalten den Arbeitsspeicher vorsorglich ab. So ist eine ungewollte Zerstörung des Arbeitsspeichers durch zu hohe Temperaturen ausgeschlossen. Kenner, die ihre Rechner gern übertakten, können die Temperatursensoren durch eine zusätzliche Kühlung für die RAM-Bausteine überlisten. Wer sich hier nicht genau auskennt, sollte von diesem Vorhaben allerdings Abstand nehmen. Die Gefahr der unwiederbringlichen Zerstörung von Daten ist extrem hoch. Wer es trotzdem riskieren möchte, findet spezielle Kühlkörper für den Arbeitsspeicher bei eBay.

Was bedeutet eigentlich Dual Channel?

Den Begriff Dual Channel findet man sowohl bei SDR- als auch bei DDR-Arbeitsspeichermodulen. Damit wird ausgedrückt, dass Daten über zwei getrennte Kanäle an den Arbeitsspeicher übertragen werden können. Das hat zur Folge, dass sich die Datenübertragungsmenge verdoppelt und somit ein wesentlich schnelleres Arbeiten am PC möglich ist. Heute verwenden nahezu alle auf dem Markt befindlichen Speichermodule die Dual-Channel-Technologie. Ob diese Technik in der Praxis am eigenen PC jedoch funktioniert, hängt in vom Chipsatz auf dem Mainboard ab.

Im Handbuch des Mainboards (ersatzweise auf der Hersteller-Webseite) kann auch nachgelesen werden, welche Steckplätze zusammenarbeiten. Um die Dual-Channel-Technologie – wenn sie verfügbar ist – auch nutzen zu können, müssen in jedem Fall pro Kanal zwei gleich große Speichermodule stecken. Sie müssen aber nicht zwangsläufig auch vom selben Hersteller stammen. Selbst die technischen Werte wie Arbeitstakt oder Latenzzeit (CL) müssen nicht identisch sein. Grundsätzlich arbeiten die Module aber unter einem Nenner, was bedeutet, dass der langsamere Arbeitsspeicher das Tempo vorgibt.

Die Latenzzeit gibt übrigens den Wert an, in welchem Takt der Arbeitsspeicher Daten an den Prozessor weiterleitet. CL 2 bedeutet also, dass bei jedem zweiten Takt Daten geschrieben oder gelesen werden können. Wenn Mainboard und Chipsatz über den sogenannten Flex-Modus verfügen, können auch unterschiedliche große Arbeitsplatzspeicher verwendet werden. Allerdings wird der größere der beiden Arbeitsspeicher nicht vollständig genutzt. Auch hier gilt also: Es entscheidet das schwächste, in diesem Fall das kleinste Glied in der Kette.

Einkaufstipp: Die beste Lösung ist immer, zwei identische RAM-Bausteine zu verwenden. In diesem Fall erfolgt über das Mainboard die automatische Umstellung auf den dualen Speicherbetrieb.

Es geht noch mehr

Einige Hersteller von Mainboards verwenden inzwischen sogar die Triple-Channel-Technik. Dazu muss auf dem Mainboard der Prozessorsockel 1366 verbaut sein. In diesem Fall kann mit drei unterschiedlichen Kanälen gleichzeitig gearbeitet werden. Das erhöht die Datenrate auf die dreifache Menge. Für die Nutzung dieser Technologie sollten drei identische RAM-Module verwendet werden.

Erweiterungen für den Arbeitsspeicher unter Windows 7

Damit eine Speichererweiterung auch wirklich ausgenutzt werden kann, muss sie vom Betriebssystem akzeptiert werden. Mit dem Betriebssystem Windows 7 kann es hier zu Problemen kommen. Handelt es sich um eine 32-Bit-Version, lassen sich meist nur etwa drei Gigabyte Arbeitsspeicher ausnutzen, selbst wenn mehr Speicherkapazität installiert wurde. Bei einem Netbook, auf dem sich meist nur eine eingeschränkte Windows-7-Starter-Version befindet, sind es sogar nur etwa 2 Gigabyte. Ähnlich sieht es mit anderen 32-bit-Betriebssystemen aus. Erst die 64-Bit-Version erlaubt auch die Nutzung von größeren Erweiterungsmodulen.

Wichtig: Zu wenig Arbeitsspeicher beim Betriebssystem führt ebenfalls zu Problemen. Die 32-Bit-Version benötigt mindestens ein Gigabyte, die 64-Bit-Version mindestens 2 Gigabyte RAM.

Arbeitsspeicher von SD-RAM bis DDR – Fehler beim Einbau sind kaum möglich

Da sich bereits mindestens ein Modul des Arbeitsspeichers im Rechner befindet, ist es relativ leicht, die freien Steckplätze zu erkennen. Einkerbungen in der Kontaktleiste der Speichermodule verhindern ein falsches Einstecken. Fassen Sie beim Einsetzen das Arbeitsspeichermodul nur am Rand an. So verhindern Sie, dass die Kontakte beschädigt werden.

 

 
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