Einkaufsratgeber für Anhängerkupplungen und E-Sätze

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Einkaufsratgeber für Anhängerkupplungen und E-Sätze

Für den Transport großer, sperriger Güte bietet der Innenraum eines PKW in der Regel nicht genügend Platz. Möbel wie Schränke können bei offener Kofferraumtür allenfalls in Einzelteilen transportiert werden. Unternehmungen wie ein Umzug können Sie zeit- und kostensparender mit einer großen Ladefläche durchführen. Um dafür nicht extra einen teuren Transporter anmieten zu müssen, greifen sie auf einen einfachen Anhänger zurück. Dieser wird mittels Kupplung an den PKW angehängt und mit Motorkraft transportiert. Erfahren Sie in vorliegendem Ratgeber, welche Modelle es bei den Anhängerkupplungen gibt und wie sie funktionieren! Hinweise zur korrekten Verwendung und zur Auswahl bieten den Abschluss dieser kurzen Einführung.

Wie funktioniert eine Anhängerkupplung?

Der Zweck einer jeden Anhängerkupplung ist die sichere Fixierung von Anhängern hinter einem Kraftfahrzeug. Man unterscheidet grundlegend zwei Arten:

Die Maulkopfanhängerkupplung dient der Befestigung von Anhängern an Traktoren und LKW. Im Folgenden bleibt sie unberücksichtigt. Die Variante mit Kugelkopf ist für den PKW geeignet. Sie besteht aus einem Haken und einer Kugel mit einem genormten Durchmesser von 50 mm. Er wird an der unteren Rückseite des Autos montiert, sodass die Kugel nach oben zeigt. Im konkreten Fall kann es dabei notwendig sein, einen Teil der Stoßstange zu entfernen. Am Anhänger befindet sich eine Deichsel, die mit einer Kugelpfanne abschließt. Sie kann passgenau auf die Kupplung gesetzt werden und funktioniert mit dieser wie ein Gelenk. Der Verschluss sorgt dafür, dass die Kugelpfanne beim Fahren nicht abhebt. Gleichsam kann sie sich frei auf der Kugel drehen und dem Wagen flexibel folgen.
Wichtige Größen sind die Anhängelast und die Stützlast. Die Anhängelast definiert das Gewicht, das höchstens von einem Wagen gezogen werden darf. Es ist abhängig vom Typ des Autos, Bauart und Material der Anhängerkupplung. Häufig betragen die Werte zwischen 500 kg und 2000 kg. Die Stützlast gibt an, welches Gewicht maximal auf die Anhängerkupplung ausgeübt werden darf. Im Gegensatz zum Anhängegewicht ist es nicht nach hinten, sondern nach unten gerichtet. Die zulässige Stützlast für PKW mit Anhänger beträgt zwischen 50kg und 100kg.

Abnehmbare und elektrische Kupplungen

Mit verschiedenen Modifikationen nehmen die Hersteller auf funktionale und sicherheitsrelevante Aspekte des Straßenverkehrs Rücksicht. Neben der fest in das Auto integrierten Anhängerkupplung gibt es auch eine abnehmbare Variante. Diese ist dann vorgeschrieben, wenn die Kugel das Nummernschild beim Fahren ohne Hänger verdecken würde. Die unterschiedlichen Modelle können in verschiedene Richtungen abgenommen werden. Senkrechtes, waagerechtes oder schräges Entfernen ist möglich. Vor dem Kauf können Sie testen, welche Variante ihnen persönlich am besten liegt. Für den Schutz des Anhängers und anderer Verkehrsteilnehmer ist auch bei der abnehmbaren Halterung gesorgt. Eine integrierte Sperre sichert den Anhänger vor versehentlicher Loslösung oder dem Zugriff durch Unbefugte. Sie funktioniert mit einem Schloss.
Die Entscheidung zwischen stationärer und abnehmbarer Kupplung hängt aber auch noch von weiteren Faktoren ab. Eine feste Kupplung ist bei Auffahrunfällen problematisch. Wenn ein anderes Auto von hinten auffährt, wirkt punktuell eine sehr starke Kraft auf das Heck des vorherfahrenden Autos. Selbiges gilt für den auffahrenden Wagen. Sind Sie aus beruflichen Gründen darauf angewiesen, häufig einen Anhänger zu transportieren, empfiehlt sich ein dauerhaft eingebautes Modell. Dieses ist häufig auch günstiger. In beiden Fällen kann ein Anprallschutz aus Gummi angebracht werden. Dieser schützt das Fahrzeug beim Ankuppeln vor Kratzern.
Für die Fahrt bei Nacht sind elektrische Kupplungen besonders wichtig. Da die Rücklichter des Autos durch den Hänger verdeckt sind, muss dieser über eine eigene Beleuchtung verfügen. Man spricht in diesem Fall auch von einem E-Satz. Er ist in 7- und 13-poliger Ausführung erhältlich. Sie können ihn mittels Steckverbindung mit der Beleuchtung des Hängers verbinden. Für die Belegung der Kontakte gibt es spezielle Richtlinien, die eingehalten werden müssen. Sie regeln Warnsignale wie Nebelschlusslicht oder Bremslicht. Der Vorteil 13-poliger Stecker besteht in ihrem zuverlässigen Schutz vor Wasser und ihrem Bajonettverschluss. Diese Verbindungsart ist sehr widerstandsfähig, lässt sich aber leicht herstellen und lösen. Für Fahrradträger sind sie ebenfalls nutzbar. Bei den E-Sätzen unterscheidet man ferner universelle und fahrzeugspezifische. Letztere lassen sich leichter und schneller einbauen. Die Montageanleitung ist auf das Fahrzeug abgestimmt und nutzerfreundlicher. Häufige Ursachen von Problemen wie Anschlussfehler können vermieden werden.

Sind Anhängerkupplungen universell einsetzbar?

Nein. Sie müssen bei der Auswahl den konkreten Typ ihres Autos beachten. Folgende Hersteller stellen hochwertige Anhängerkupplungen her:

Die Anhängerkupplungen unterscheiden sich für die einzelnen Modelle der Hersteller noch einmal gesondert. VW stellt zum Beispiel Anhängerkupplungen für folgende Modelle her:

Mitunter müssen Sie darauf achten, ob eine Anhängerkupplung nur auf eine bestimmte Plattform adaptiert werden kann. Selbiges gilt für den Typ und das Baujahr. Informieren Sie sich hierzu beim Hersteller ihres PKW.

Worauf ist beim Kauf einer Anhängerkupplung zu achten?

Viele Hersteller bieten Kupplungen in unterschiedlicher Ausführung und Funktionsvielfalt vor. Damit Sie sich vor dem Kauf konkret orientieren können, sind im Folgenden zwei zentrale Aspekte genauer erläutert, Bedarf und Sicherheit.

Die Ermittlung des konkreten Transportbedarfs – Abnehmbare und selbstbremsende Kupplungen

Vor der Auswahl einer Kupplung steht die Analyse des konkreten Bedarfs. Die wichtigste Frage ist dabei, welches Transportgut in welchem Ausmaß transportiert werden muss. Wollen Sie die Anhängerkupplung nur gelegentlich nutzen oder transportieren sie regelmäßig sperrige Lasten? Im ersten Fall empfiehlt sich eine abnehmbare Kupplung. Vor dem Fahren ohne Anhänger können Sie sie schnell abbauen. Ihr Nummernschild bleibt gut sichtbar und Sie verringern das Schadensrisiko bei Auffahrunfällen.
Für den regelmäßigen Transport von Lasten bietet die stationäre Kupplung Vorteile. Sie ist günstiger und muss nicht wiederholt montiert werden. Der Umfang ihres Transportvolumens ist wichtig für die Entscheidung für oder gegen eine gebremste Kupplung. Ungebremste Kupplungen halten nicht von allein an. Sie sind auf die Bremskraft des PKW angewiesen. Selbstbremsende Kupplungen verfügen über eine Auflaufeinrichtung, eine Radbremse und einen Übertragungsmechanismus. Beim Bremsen senkt sich der Anhänger beim Auflaufen ab. Mittels einer Stange und der Übertragung wird das Rad gebremst. Das Auto wird zusätzlich entlastet. Vorteile dieser Methode sind ein verkürzter Bremsweg und verringerte Bremszeit. 20-25% werden eingespart.
Empfehlenswert sind gebremste Kupplungen für Sie, wenn Sie häufig größere Mengen transportieren müssen und nur ein kleines Auto besitzen. Die maximal zugelassenen Lasten können aufgrund der höheren Bremskraft voll ausgenutzt werden. Auch der Sicherheitsaspekt spricht für eine gebremste Kupplung. Im Falle einer Notbremsung gerät der Anhänger nicht so schnell ins Schleudern. Kosten sparen Sie durch die geringere Beanspruchung ihrer Bremsscheiben. Die Bremsflüssigkeit muss seltener gewechselt werden.

Montage, Material und Sicherheit der Kupplung

Zur leichten Montage trägt eine gut verständliche Gebrauchsanweisung bei. Informieren sie sich im Internet über Erfahrungsberichte! Häufig wird bereits in der Einleitung ersichtlich, wie nutzerfreundlich die Anleitung ist. Für eine hochwertige Anhängerkupplung spricht weiterhin eine einfache Montage und stabiles Material. Sie muss hohe Belastungen aushalten und sollte robust sein. Wichtig ist hier die Stützlast. Für den Schutz vor Lackkratzern ist ein Abprallschutz wichtig. Besondere Sicherheit gewährleistet ein Extra vieler hochwertiger E-Sätze. Es zeigt mit einer höheren Blinkfrequenz während der Fahrt an, ob ein Defekt am Hänger vorliegt. Sie können in diesem Fall sofort das Tempo verlangsamen, ehe es zu größeren Schäden an Fahrzeug und Hänger kommt.

Worauf ist beim Fahren mit einem Anhänger zu achten?

Der optimale Betrieb einer Anhängerkupplung wird durch Vorbereitung und fachgemäße Nutzung gewährleistet. Lesen Sie zum Abschluss dieses kurzen Ratgebers, wie sie auf die sicherste Weise von den Vorteilen eines Anhängers profitieren können!

Nutzungsvoraussetzung des Anhängers

Neben einer Beleuchtung verfügt der verkehrssichere Anhänger wie das Auto über ein Nummernschild. Daneben sind beim Gebrauch noch andere Dinge zu beachten. In welchem Umfang man mit einem Anhänger fahren darf, hängt von der erworbenen Führerscheinklasse und der Bremsfähigkeit ab. Mit einem Führerschein der Klasse B dürfen sie eine maximale Anhängelast von 750 kg mit ihrem Auto ziehen. Bei einem höheren Gewicht schreibt die Verkehrsordnung Einschränkungen vor. Der Anhänger darf nicht mehr wiegen als das leere oder tatsächlich befüllte Auto. Das gemeinsame Maximalgewicht beträgt 3,5 Tonnen. Mit einem Führerschein der Klasse BE darf man mit einem Fahrzeug bis zu 3,5 Tonnen jeden Anhänger ziehen. Die höchste zulässige Breite beträgt in jedem Fall 2,55 m, die maximale Länge beläuft sich auf 18 Meter. Lasten über 750 kg dürfen nur mit einem bremsfähigen Anhänger bewegt werden. Häufig haben sie eine zusätzliche Achse und hydraulische Stoßdämpfer.
Die Auflaufbremse funktioniert nach dem Prinzip der Kraftübertragung. Wenn sie im PKW auf die Bremse treten, drückt der Anhänger mit seinem Gewicht auf die Bremse in der Deichsel. Das Abreißseil bietet einen weiteren Schutz. Es wird mit einem Karabinerhaken um die Kupplung gelegt. So sorgt er dafür, dass der Anhänger auch bei Loslösung vom Auto nicht unkontrolliert wegrollen kann. Um auch mit einem Anhänger sparsam fahren zu können, ist ein ausreichend hoher Luftdruck auf den Reifen notwendig.

Sicherheitshinweise zum Beladen und Fahren

Neben dem Gewicht trägt der rücksichtsvolle Fahrer auch durch den richtigen Transport der Ladung zur Sicherheit bei. Schweres Transportgut wird über der Achse positioniert. Auf diese Weise können bestmögliche Stabilität und gute Straßenlage gewährleistet werden. Transportgut, das seitlich, zu weit vorn oder hinten transportiert wird, belastet die Aufhängung stärker. Es sollte zudem mit Spanngurten fixiert werden. In Kurven kann ungleichmäßig verteiltes Gewicht zum Schlingern und Aufhängungsriss führen. Bei Vollbremsungen können bereits geringe Massen zu gefährlichen Geschossen mit vielen Hundert Kilogramm Einschlagkraft werden. Um dies zu vermeiden, ist ein gemäßigtes Tempo zu empfehlen. Fahren Sie nicht schneller als 80 km/h, damit sich der Wagen auch im Notfall schnell wieder unter Kontrolle bringen lässt.
Für Fahranfänger empfiehlt sich vor der ersten Fahrt mit dem Anhänger ein Training auf einem Verkehrsübungsplatz. Sie können sich so auf das unterschiedliche Fahrverhalten des Anhängers einstellen. Beim Rückwärtsfahren bewegt er sich entgegen der Lenkradbewegungen. Gefährliche Situationen können neben der ungewohnten Steuerung vorbereitend auch simuliert werden.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber