Einkaufsratgeber für Angelruten

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Einkaufsratgeber für Angelruten

 

Mit der Rute fängt es an – Angeln hilft beim Abschalten

Fischen als Freizeitaktivität ist in Deutschland trotz sich verschärfender Tierschutz- und Umweltauflagen sehr beliebt. Aktuell wird das Angeln von etwa 10 Prozent der Bundesbürger mehr oder weniger regelmäßig an völlig verschiedenen Gewässern praktiziert. Dabei kommt eine Reihe von unterschiedlichen Geräten zum Einsatz. Eines der wichtigsten Utensilien ist die Angelrute. Die meisten Angler besitzen eine größere Anzahl von Ruten, da diese für die verschiedenen Angelmethoden und Zielfische unterschiedliche Eigenschaften mitbringen müssen.

Grundsätzliche Eigenschaften und Merkmale von Angelruten

Die Angelrute ist zunächst ein Instrument, mithilfe dessen der Angler den Köder weit und exakt platziert auswerfen kann. Die Angelrute macht den Fischfang leichter und, wenn man so will, auch stilvoller. Über das weite und genaue Werfen hinaus hilft die Angelrute, das Anschlagen – das Anhaken des Fisches – sicher setzen zu können und den Fisch schnell und vor allem waidgerecht im Drill zu ermüden, um ihn schließlich sicher an Land zu bringen. Eine komplette Angelrute setzt sich aus einer ein- oder mehrteiligen Rute, an der Führungsringe für die Angelschnur angebracht sind, einem Handgriff sowie einer Vorrichtung für die Befestigung für die Angelrolle zusammen. Je nachdem, ob eine Stationär- oder Multirolle verwendet wird, befinden sich die Ringe unterhalb oder oberhalb des Rutenkörpers.

Steifheit

Eine wichtige Eigenschaft der Angelrute ist deren Steifheit. Diesbezüglich werden die Geräte in Deutschland meist nach dem sogenannten Wurfgewicht eingeordnet. Beispielsweise besagt ein Wurfgewicht von 40 Gramm, das meist auf den Geräten aufgedruckt ist, dass sich die Angelrute mit einer Montage (beispielsweise Schwimmer, Blei und Köder) mit einem solchen Gewicht optimal werfen lässt. Fliegenruten werden nach den AFTMA-Klassen eingeteilt, jedoch wird hierbei weder das Wurfgewicht noch die Tragkraft, sondern das Gewicht der zu werfenden Schnur als Unterscheidungskriterium herangezogen.

Biegeverhalten

Das Biegeverhalten unter unterschiedlich starker Belastung ist ein weiteres Kriterium für die Klassifizierung von Angelruten. Manche Angelruten sind mit einer äußerst weichen Spitze ausgerüstet, während sich der längere Bereich zum Hand-Teil hin auch unter Belastung kaum verformt. Im Gegensatz dazu biegen sich manche Angelruten unter zunehmender Belastung annähernd gleichmäßig von der Spitze bis zum Griff. Fachleute kennzeichnen Angelruten der ersten Kategorie als "schnelle" Ruten, während Angelruten der zweiten Charakteristik sich durch eine "langsame" oder "parabolische" Aktion auszeichnen. Selbstverständlich ist zwischen den beiden Extrembeispielen eine große Anzahl von Abstufungen möglich, wobei sich die unterschiedlichsten Bezeichnungen gebildet haben.

Rückstellgeschwindigkeit

Die Rückstellgeschwindigkeit beurteilt die Spannkraft der Angelrute, etwa, wie schnell diese nach einer Auslenkung wieder in die ursprüngliche Position zurückgelangt. Für dieses Kriterium von Ruten existiert kein einheitliches Mess-System. Der individuelle Qualitätseindruck des Sportfischers ist hierbei gefragt, also der Eindruck, den eine Angelrute beim Benutzer hervorruft. Ruten mit einer niedrigen Rückstellgeschwindigkeit werden als unruhig empfunden. Eine zufriedenstellende Wurf- und Köderführung ist hiermit kaum möglich. Im Gegensatz zu den Kriterien Steifheit und Biegeverhalten, die abhängig vom Anwendungsgebiet der Rute unterschiedlich beurteilt werden, wird eine schnelle Rückstellgeschwindigkeit generell als wünschenswert betrachtet.

Historie der Angelrute

Die Geschichte der Angelrute dürfte bis in die Steinzeit zurückreichen. Auch zu dieser Zeit werden die damaligen Menschen eine Schnur, die möglicherweise aus Rinde oder dem Darm eines Tieres gefertigt war, an einem Stock und dann einen Wurm oder einen anderen Köder an der Leine selbst befestigt haben. Noch vor etwas mehr als 100 Jahren bestanden Angelruten noch ausschließlich aus Weiden- oder Wacholderstäben, die lediglich ein primitives Fischen ermöglichten. Danach wurden vor allem exotische Hölzer für den Bau von Ruten verwendet, die in erster Linie aus Westindien importiert wurden. Diese Holzarten waren bereits lange davor im Schiffsbau eingesetzt worden, weswegen die damaligen Rutenbauer auf umfangreiche Erfahrungen zurückgreifen konnten. Durch den Einsatz dieser damals neuartigen Materialien wurde eine Gewichtsreduzierung am Kopfende der Ruten erreicht, mit der es zum ersten Mal in der Geschichte möglich wurde, eine Angelschnur kontrolliert auszuwerfen. In der heutigen Zeit bestehen aktuelle Angelruten aus modernen Grundstoffen wie Carbon, Aluminium, Kevlar, Glasfaser oder aus Mischungen dieser Materialien.

Ruten für jede Angelmethode und jede Fischart

Bei den Angelruten wird heutzutage zwischen Teleskop- und Steckruten unterschieden. Dabei gibt es eine Vielzahl von Ruten-Varianten für die verschiedensten Methoden und Fischarten.

Stipp- oder Kopfrute

Die Stipprute wird in erster Linie zum Fang von Friedfischen wie Rotauge, Rotfeder oder Brachsen verwendet. Wesentlich seltener wird das Tippangeln auf Forellen oder Äschen praktiziert, bei dem eine Kunstfliege an der Stipprute an schwer zugänglichen Uferbereichen den Fischen angeboten wird. Der Vorteil der Stipprute besteht darin, dass diese meist Längen von mehr als 5 Meter aufweisen können, was es dem Angler ermöglicht, den Köder direkt unter der Rutenspitze zu platzieren.

Stippruten gibt es in beringten oder unberingten Varianten. Stippruten mit Ringen sind oft auszieh- bzw. teleskopierbar. Die Schnur wird hierbei meist mithilfe einer kleinen Stationärrolle geführt, die am Hand-Teil an der Stipprute befestigt wird. Stippruten ohne Rutenringe werden sowohl in teleskopierbarer Ausführung wie als Steckrute angeboten. Bei den Steckruten werden die separaten Teile in einer bestimmten Reihenfolge ineinandergesteckt und können auch in der Form wieder auseinander genommen werden. Steckruten werden auch als Kopfruten bezeichnet. Da bei diesen keine Rolle verwendet wird, wird hierbei die Schnur direkt an der Rutenspitze befestigt.

Bologneseruten

Die Bologneserute ist eine teleskopierbaren Stipp- oder Kopfrute. Diese besitzt weit abstehende Schnurlaufringe und einen Halter am Hand-Teil für eine kleine Stationärrolle. Der größte Vorteil der Bologneserute gegenüber einer reinen Stipprute ist der, dass diese wie eine Stipprute eingesetzt werden kann. Allerdings kann der Angler bei größeren und entsprechend kämpferischen Fischen mit der Rollenbremse auf Fluchten reagieren und auf diese Weise auch solche Fische sicher landen. Daneben vergrößert sich das das Spektrum der zu beangelnden Plätze, das durch weitere Würfe ermöglicht wird. Ferner kann der Angler auch die Ködermontage im Fließgewässer mit der Strömung weiter abtreiben lassen. Die Längen der Bologneseruten liegen zwischen 5 bis 8 Metern.

Feederrute, Matchrute und Winkelpicker

Feeder- und Matchruten sowie Winkelpicker sind allesamt Friedfischruten und eignen sich für das Fischen von Brassen, Güstern, Rotfedern oder Schleie. Feederruten sind Geräte mit einem eher kräftigen Rutenkörper und feinen, austauschbaren Spitzen aus Glas- oder Kohlefaser. Beim Feederfischen wird die Montage auf den Boden des Gewässers gelegt und die Schnur straff gespannt. Wenn nun ein Fisch anbeißt, macht sich dies durch Zittern oder Rucken der Spitze in Schnurrichtung bemerkbar.

Als Matchrute wird eine Angelrute bezeichnet, die häufig aus drei Teilen besteht. Die Geräteform kommt ursprünglich aus Großbritannien. Die Matchrute besitzt in der Regel eine stark ausgeprägte Spitzenaktion, verformt sich demnach überwiegend im oberen Drittel, und ist mit einer großen Anzahl hochbeiniger Ringe versehen. Matchruten sind gewöhnlich zwischen 3,60 und 4,20 Meter lang. Sie eignen sich besonders für Wettkämpfe oder Hegefischen, in denen das Ziel verfolgt wird, in kurzer Zeit viele Fische zu fangen.

Die Rutenform des Winkelpickers ist normalerweise zwischen 2,40 bis 3 Meter lang und besitzt eine sehr feine, meistens neonfarbene Spitze, die zur Erkennung der Bisse dient. Nachdem die Schnur ausgeworfen und gespannt ist, bleiben selbst vorsichtigste Bisse wegen der zuckenden Spitze nicht unerkannt. Der Winkelpicker hat sich vor allem in der Fluss- und besonders auch in der Kanalangelei durchgesetzt, weil der Sportfischer hier recht nah am Ufer sitzen kann und weite Würfe unüblich sind.

Grundangelrute und Karpfenrute

Grundangelruten sind Angelruten für das Angeln auf dem Grund des Gewässers mit dem Grundblei oder Futterkorb. Grundruten zeichnen sich meist durch ein hohes Wurfgewicht aus, im Extremfall kann dies wie beim Brandungsangeln wegen der großen Strömung zwischen 100 bis 400 Gramm betragen. Unter anderem werden Grundangeln zum Fang von Karpfen verwendet.

Speziell für das Karpfenfischen geeignete Grundruten sind meist Steckruten und weisen eine Länge von 3 bis 4 Metern auf. Hochwertige Karpfenruten bestehen heutzutage normalerweise aus Kohlefaser. Häufig werden bei diesem Rutentyp keine Wurfgewichte angegeben, sondern lediglich eine Testkurve, welche angibt, welches Gewicht benötigt wird, um das Gerät zu einem Viertelkreis zu biegen. Als Faustregel gilt: Je stärker die zu fangenden Fische erwartet werden oder je weiter der Angelplatz vom Ufer entfernt ist, desto höher sollte die Testkurve ausfallen.

Spinnrute

Die Spinnrute ist ein weiterer spezieller Typus der Angelrute. Sie wird für das Spinnfischen verwendet, wobei ein meist künstlicher Köder permanent ausgeworfen und wieder eingeholt wird. Die Bewegung soll einen Raubfisch, der davon ausgeht, etwas Lebendiges vor sich zu haben, zum Anbiss verleiten. Wie bei anderen Ruten auch sollte der Sportfischer beim Kauf einer Spinnrute immer in Betracht ziehen, wie groß der angestrebte Fang ist und mit welchen Ködern geangelt werden soll. Eine Spinnrute sollte beim Angeln einen bestmöglichen Kontakt zum Köder gewährleisten. Darüber hinaus sollte eine Spinnangel möglichst leicht und gut austariert sein, um einem unnötigen Ermüden während des Angelns entgegen zu wirken.

Fliegenrute

Die Fliegenrute oder Flugangel eignet sich zum Angeln mit der künstlichen Fliege. Unter anderem besitzen Fliegenruten im Gegensatz zu Spinnruten eine eher parabolische Aktion, da mit ihnen die schwere Fliegenschnur durch das Werfen bestimmte Entfernungen zwischen dem Angler und dem angepeilten Angelplatz überwinden muss. Moderne Fliegenruten werden in der Regel aus Kohlefaser hergestellt, die allerdings den Nachteil haben, dass ihr Gebrauch während eines Gewitters lebensgefährlich werden kann.

Neben den hier beschriebenen Varianten der Angelruten gibt es noch weitere sehr spezielle Sonderformen wie beispielsweise Pilk- oder Eisangelruten.

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