Einkaufsratgeber Netzwerke – so finden Sie die passenden Komponenten

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  Einkaufsratgeber Netzwerke – so finden Sie die passenden Komponenten

Netzwerke haben ihre eigenen Gesetze: Einkaufstipps für passende Netzwerkkomponenten

Zunächst einmal stellt es natürlich einen großen Unterschied dar, ob ein Heim- oder Firmennetzwerk aufgebaut werden soll. Je mehr Geräte innerhalb des Netzwerkes miteinander kommunizieren, umso höher werden die Anforderungen an die einzelnen Komponenten, die dafür notwendig sind.

Ein Netzwerk besteht im Grunde schon, wenn nur zwei Computer miteinander verbunden werden. Hierfür werden lediglich Netzwerkkarten innerhalb der beiden Rechner und passende Netzwerkkabel zur Verbindung benötigt. Soll auch noch der gemeinsame externe Zugriff auf das Internet geregelt werden, kommt ein entsprechend ausgelegter Router zum Einsatz.

Bei einem Firmennetzwerk, das unter Umständen auch den Zugriff von außen durch Außendienstmitarbeiter oder aus dem Home Office erlauben soll, sind wieder andere Komponenten von ausschlaggebender Bedeutung. Hier ist unter Umständen auch eine wesentlich größere Speicherkapazität notwendig und natürlich auch viel mehr Aufwand bei der Verschlüsselung und Absicherung des Datenverkehrs.

Welche Komponenten für ein Netzwerk benötigt werden, welche Funktionen sie haben und worauf Sie beim Einkauf achten sollten, darüber informiert Sie dieser Ratgeber.

Netzwerkspeicher – ein wichtiges Thema

In vielen Haushalten wird ein normaler PC als Server für das Netzwerk eingesetzt. Darauf sind dann alle Daten gespeichert und über den Server-PC werden auch die Zugriffsrechte der einzelnen Netzwerknutzer geregelt. Es ist allerdings eine eher kostspielige Angelegenheit, denn der PC, der als Server fungiert, muss Tag und Nacht in Betrieb sein; dies kostet Strom. Außerdem muss der PC natürlich mit einer hohen Speicherkapazität ausgestattet werden, um das gesamte Datenvolumen des Netzwerkes verwalten und speichern zu können. Inzwischen gibt es moderne Alternativen, die eine zentrale Ablage und Datenspeicherung sehr viel kostengünstiger gestalten.

Network Attached Storage – kurz NAS – lautet in diesem Falle das Stichwort. Es handelt sich dabei im Grunde genommen um eine zentrale Netzwerkfestplatte, die PC-ähnliche Funktionen übernehmen kann. Häufig werden diese Systeme auch unter den Begriffen Netzwerkspeicher, NAS-Server oder NAS-Laufwerk angeboten.

Die Vorteile des externen Netzwerkspeichers NAS

Um auf die Daten des NAS-Servers zuzugreifen, wird kein Server-PC benötigt. Wenn ein Heimnetzwerk mit einem NAS-Server eingerichtet werden soll, stehen Geräte zur Verfügung, die in der Lage sind, Musik oder Videos zu streamen und unmittelbar an einen entsprechend ausgerüsteten Fernseher zu senden. Damit stehen solche Dateien direkt und ohne Umwege über alternative Speichergeräte über das Netzwerk zur Verfügung.

Ausgesprochen praktisch ist es, wenn der Netzwerkspeicher Kontakt zu Peripheriegeräten aufnehmen kann. USB-Schnittstellen gehören zur Standardausrüstung und viele Hersteller bieten NAS-Server mit einem integrierten Druckerserver an. So hat jeder Teilnehmer am Netzwerk die Möglichkeit, über den Server auf einen gemeinsamen Drucker zuzugreifen.

Der USB-Anschluss ermöglicht es, einen PC oder ein Notebook auch unmittelbar an den Netzwerkspeicher anzuschließen. Damit lassen sich Datentransferleistungen steigern, ohne dass das Netzwerk an Arbeitsgeschwindigkeit verliert.

NAS – nur für Firmennetzwerke oder auch für das Heimnetzwerk?

Obwohl ein NAS-Server alle Grundbedingungen erfüllt, um auch in großen Firmennetzwerken zu überzeugen, ist er durchaus auch für das kleine Heimnetzwerk eine gute und sinnvolle Alternative. Es werden inzwischen Modelle angeboten, die selbstständig Programme ausführen können und mit einer kompletten Back-up-Software ausgestattet sind. So können durch einen Knopfdruck oder auch nach einem vorprogrammierten Zeitschema die Daten aller an das Netzwerk angeschlossenen PCs automatisch auf dem NAS-Server gesichert werden.

Wer häufig im Internet surft, sollte einen NAS-Server wählen, der über einen FTP-, WEB- oder E-Mail-Server verfügt. So lassen sich die Zugriffe auf das Internet ausweiten und komfortabler gestalten. Der Platzbedarf, den ein kleiner NAS-Server beansprucht, unterscheidet sich nicht wesentlich von dem einer externen Festplatte.

Achtung: Die Größe ist abhängig von der Anzahl der verwendeten Festplatten, die als Datenspeicher dienen. Je mehr Festplatten eingesetzt werden sollen, umso größer ist auch der NAS-Server.

Technisch sind hier allerdings bemerkenswerte Unterschiede zwischen dem Netzwerkspeicher und der externen Festplatte zu beachten. NAS-Server verfügen in der Regel über eine oder mehrere Ethernet- oder RJ45-Schnittstellen für die Verbindung zum Netz. Angeschlossen werden kann der NAS-Server direkt an einem PC. Aber auch Verbindungen über Hubs, Switches, Router oder sogenannte Powerline-Adapter sind möglich.

Achtung: Nicht alle NAS-Server sind mit einer Festplatte bestückt. Lesen Sie die Produktbeschreibungen also sehr aufmerksam. Bei einem Gerät ohne Festplatte können Sie selbst entscheiden, welche Festplattenausstattung Ihren Bedürfnissen am ehesten entspricht. Dies kann unter Umständen durchaus von Vorteil sein. Weitere Informationen zu den jeweiligen Geräten, ihren Funktionen und Ausstattungsmerkmalen bieten die Hersteller meist auf ihrer firmeneigenen Webseite an.

Wichtig: Bei einigen Herstellern ist es üblich, dass Kompatibilitätslisten veröffentlicht werden. Hier können Sie genau ablesen, welche Festplatten sich für den jeweiligen NAS-Server am besten eignen.

Und hier noch ein paar zusätzliche Tipps:

Auch wenn Sie derzeit mit einer oder zwei Festplatten auskommen. Achten Sie darauf, dass der NAS-Server freie Schächte aufweist, sodass Sie bei Bedarf problemlos die Speicherkapazität durch den Einbau weiterer Festplatten erweitern können. Hierbei müssen Sie allerdings darauf achten, für welche maximale Kapazität der NAS-Server insgesamt ausgelegt ist. Wenn Sie eine zu große Festplatte einbauen, verschwenden Sie nicht nur Geld, sondern auch Speicherplatz, weil der Bereich, der die Maximalkapazität des Netzwerkspeichers überschreitet, nicht genutzt werden kann.

Netzwerkkarten – jeder Netzwerk-PC benötigt sie

Jedes einzelne, in das Netzwerk eingebundene Endgerät, benötigt eine eigene Netzwerkkarte. Bei kabelgebundenen Netzwerken wird hier das passende Netzwerkkabel angeschlossen. Für kabellose Netzwerke wird eine WLAN-Schnittstelle an jedem PC oder Notebook benötigt.

Ganz wichtig ist dabei der Netzwerk-Standard, der eingesetzt wird. Grundsätzlich müssen alle miteinander verbundenen Endgeräte mit demselben Standard arbeiten, um miteinander kommunizieren zu können. Kabelgebundene Netzwerke verwenden in der Regel Ethernet oder Fast Ethernet. Dies gilt als die sicherste Datenverbindung schlechthin. Ob Sie sich für eine interne oder externe Netzwerkkarte entscheiden, ist eigentlich unerheblich. Beide Versionen weisen sowohl Vor- als auch Nachteile auf. Sehr wichtig ist hingegen, dass Netzwerkkarten den Full-Duplex-Mode unterstützen. Nur so ist es möglich, dass Daten gleichzeitig gesendet und empfangen werden können. Dies wiederum hat großen Einfluss auf die Arbeitsgeschwindigkeit des gesamten Netzwerks.

Kauftipp: Beim Neukauf einer Netzwerkkarte sollten Sie darauf achten, dass sie kompatibel zum Betriebssystem ist oder dass zumindest ein passender Treiber existiert. Ansonsten arbeitet die Netzwerkkarte entweder gar nicht oder nur eingeschränkt.

Das kabelgebundene Netzwerk – darauf ist bei Netzwerkkabeln zu achten

Hochwertige Netzwerkkabel erlauben hohe Datenübertragungsraten und sind gut abgeschirmt gegen Störungen aller Art. Ob Zuhause oder im Büro: Ein Netzwerk muss stabil arbeiten. Deshalb sollte auch bei der Kabelverlegung darauf geachtet werden, dass hochwertiges Material zum Einsatz kommt und alle Anschlüsse sorgfältig ausgeführt werden.

Ein großes Ärgernis stellen lose herumliegende Kabel dar. Sie sind nicht nur potenzielle Unfallquellen, sondern können auch die Hardware beschädigen, wenn jemand über sie stolpert. Große Schäden können auch entstehen, wenn der Staubsauber unbeabsichtigt ein Kabel einsaugt. Deshalb sollten Kabel grundsätzlich entweder mit Kabelbindern zusammengefasst und befestigt werden oder – und das ist die bessere Alternative – sich in festen Kabelschächten befinden.

Tipp: Auch wenn Sie die Netzwerkkabel unter Putz verlegen möchten, sollten Sie Leerrohre oder Kabelkanäle verwenden. Dies lässt ein späteres Auswechseln wesentlich leichter werden.

Achtung: Verlegen Sie Netzkabel niemals zusammen mit Stromkabeln in einen Kabelschacht. Stromleitungen erzeugen elektromagnetische Felder, die den Datenverkehr beeinträchtigen.

Die Unterschiede bei Netzwerkkabeln

Man unterscheidet Netzwerkkabel zunächst nach ihrer Abschirmung. Zur Verfügung stehen

  • ungeschirmte Netzwerkkabel,
  • einfach abgeschirmte Kabel oder
  • doppelt abgeschirmte Netzwerkkabel.

Um welche Art Netzwerkkabel es sich handelt, ist auch an folgenden Abkürzungen zu erkennen:

  • U/UTP (Unscreened Unshielded Twisted Pair) sind ungeschirmte Kabel, die maximal zehn Meter lang sein sollten und auf gar keinen Fall in der Nähe von Stromkabeln liegen dürfen. Sie sind weich, biegsam und lassen sich gut verlegen.
  • S/UTP (Screened Unshielded Twisted Pair) sind einfach abgeschirmte Netzwerkkabel. Hier befindet sich zwischen dem Kunststoffmantel und den Kabelpaaren in der Regel ein Kupfergeflecht oder eine dünne Aluminiumfolie. Dies lässt das Kabel an sich weniger biegsam werden. Es eignet sich für kurze bis mittlere Kabelstrecken und bietet – ähnlich wie zum Beispiel auch ein FTP-Kabel – eine etwas bessere Abschirmung gegen Störungen durch Strom führende Leitungen.
  • S/STP (Screened Shielded Twisted Pair) oder S/FTP (Screened Foiled Twisted Pair) sind doppelt abgeschirmte Netzwerkkabel. Im Inneren sind hier alle einzelnen Adern des Kabels durch Aluminiumfolie oder Kupfergeflecht geschützt (bei S/FTP-Kabeln jeweils die Adernpaare). Außerdem existiert dort eine weitere Schutzschicht aus Metall zwischen den einzelnen Adern und der Kunststoffummantelung. Diese Netzwerkkabel werden in störanfälligen Bereichen und bei Längen ab etwa 25 Metern verlegt.

Netzwerkstecker – genauso wichtig wie die Kabel

Mithilfe der Netzwerkstecker werden die Netzwerkkabel sowohl an den Netzwerkkarten der einzelnen Rechner als auch am Router befestigt. Für Ethernet-Kabel werden RJ45-Netzwerkstecker verwendet, welche Sie womöglich an die Stecker erinnern, die sich auch am Telefon befinden. Am sinnvollsten ist es, ein fertig konfiguriertes Netzwerkkabel zu kaufen, bei dem die Netzwerkstecker bereits montiert sind. Will man die Stecker selbst montieren, ist dazu Spezialwerkzeug notwendig.

Achtung: Berücksichtigen Sie, dass Sie das Netzwerkkabel nicht unmittelbar hinter dem Stecker knicken sollten. So können auf Dauer Schäden sowohl am Kabel als auch am Netzwerkstecker entstehen. Verwenden Sie im Zweifelsfall besser Netzwerkkabel mit Knickschutz. Sie erkennen jene an dem Aufdruck „booted”. Hier bilden Kabel und Stecker eine Einheit, die durch eine starke Gummilasche geschützt ist und sich nicht knicken lässt.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass für interne Netze Netzwerkkarten, Netzwerkkabel und Netzwerkstecker sowie ein ausreichender Netzwerkspeicher die notwendigsten Komponenten darstellen. Soll über das Netzwerk auch auf das Internet zugegriffen werden, muss zusätzlich ein passender Router angeschafft werden. Hier gibt es gravierende Unterschiede zwischen Routern für ein Heimnetzwerk oder für den professionellen Business-Einsatz. Bei WLAN-Routern muss außerdem darauf geachtet werden, dass eine gute und sichere Verschlüsselung den Zugriff von außen verhindern kann.

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