Einkaufsratgeber: Münzen aus der römischen Republik

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Einkaufsratgeber: Münzen aus der römischen Republik

Als im Jahre 510 vor Christus mit Lucius Tarquinius Superbus der letzte König von Rom aus seinem Amt vertrieben wurde, endete die Epoche der Königsherrschaft in Rom. Die Alleinherrschaft einer Person wurde abgeschafft und verschiedene Organe, wie der Senat und Volksversammlungen, wurden geschaffen, die in gewissen Zügen sogar mit dem heutigen, demokratischen Rechtsdenken konform gehen.
Höchstes Amt in der Republik war das Konsulat, das man nur für eine bestimmte Zeit innehaben konnte und vorher musste man alle niedrigeren Ämter durchlaufen haben. Außerdem fanden Wahlen statt, die den Konsul auf ein Jahr in sein Amt hoben. Mit der Schlacht bei Philippi in Makedonien im Jahre 42 vor Christus, wo die Heere von Brutus und Cassius von Octavian, Marcus Antonius und Marcus Aemilius Lepidus geschlagen wurden, endete die Zeit der römischen Republik.

Die Entwicklung der Währung in der römischen Republik

Die Anfänge einer einheitlichen Währung fanden im Verlauf der Epoche der römischen Republik statt. Ab welchem Zeitpunkt exakt die Münzen zu der bestimmenden Werteform wurden, ist nicht belegt. Schriftlich belegt hingegen ist, dass die Soldaten der römischen Armee ab der Belagerung von Veji, die im Jahre 406 vor Christus stattfand, in Aera rudia bezahlt wurden. Daraus lässt sich ableiten, dass zu diesem Zeitpunkt diese Form der Entlohnung bereits Standard und als Zahlungsmittel weithin akzeptierte war.
Aera rudia waren die Vorläufer von geprägten Münzen. Sie wurden meist aus Kupfer, manchmal auch aus Bronzelegierungen, gegossen und verfügten über keine Markierungen oder aufgeprägte Werte. Gemein war ihnen aber das Gewicht, sodass jeder Gussbrocken den gleichen Stellenwert hatte. Der Grundstein vom Übergang des Tauschhandels zu einer einheitlichen Währung war gelegt.
Nicht lange danach tauchten die ersten geprägten Münzen auf. Diese Aes signatum genannten Barren waren aus Bronze gefertigt und besaßen die Aufschrift „ROMANUM“. Die ersten Varianten waren nur auf einer Seite geprägt, später brachte man auf beiden Seiten Münzprägungen an. Ihr Gewicht war auf fünf römische Pfund, also rund 1635 Gramm, festgelegt. Jedoch wich das Gewicht der Aes signatum mitunter stark von diesem vorgegebenen Wert ab.

Die ersten Münzen in der römischen Republik

Münzen aus der Epoche der römischen Republik werden einer eigenen Klasse zugeteilt. Die ersten Münzmeister wurden 289 vor Christus in Rom bestellt und die Technik der Münzprägung gelangte aus Griechenland nach Rom. Griechische Kolonien, die sich in Mittel- und Süditalien befanden, prägten bereits seit 500 vor Christus Münzen aus verschiedenen Metallen.
Nachdem im Laufe des 4. Jahrhunderts diese Kolonien von den Römern erobert und annektiert wurden, eigneten sich die Römer die Kunst der Münzprägung an. Die ersten Münzen, die ab 289 vor Christus geprägt wurden, nannte man Aes Grave. Sie bestanden aus Kupfer oder Bronze und wurden im Gussverfahren produziert. Das Gewicht der Münzen betrug ein römisches Pfund, also rund 327,5 Gramm.
Erstmals besaßen diese Aes Grave ein Wertezeichen, was sie als die ersten, echten Münzen klassifiziert. Das Wertezeichen findet sich in Form von römischen Ziffern auf den Münzen und als Münzbild fanden sich Abbildungen von Göttern oder römischen Schiffen. Es gab unterschiedliche Werte, so findet sich zum Beispiel die Ziffer I auf dem As, welches als Grundnominal eingeführt wurde.
Kleinere Münzen unterhalb des As waren der Semis, der Triens, der Quadrans, der Sextans und die Uncia. Münzen aus diesem ersten Währungssystem waren selbst zur damaligen Zeit nicht weit verbreitet und dementsprechend selten sind diese auch heutzutage. Einige dieser Münzen finden Sie auch bei eBay.

Werte des ersten Münzsystems in der römischen Republik

Im Jahre 280 vor Christus bestand das römische Währungssystem aus sechs Münzen, von denen das As das Wertvollste war. Die kleinste Münze zu dieser Zeit ist die Uncia, von der man zwölf Stück benötigte, um sie gegen ein As zu tauschen. Der Sextans ist doppelt soviel Wert wie die Uncia und der Quadrans hat wiederum den doppelten Wert eines Sextans. Vier Triens ergaben ein As und von den Semis benötigte man nur zwei, um sie gegen ein As zu tauschen.
Im Laufe der römischen Republik kamen neue Münzen hinzu und die Werte untereinander verschoben sich. Während man die Inflation dadurch korrigierte, dass man die Münzen immer leichter machte, richtete man am oberen Ende der Wertetabelle neue, wertvollere Münzen ein, um das Währungssystem auszuweiten.
Diese ersten Münzen sind bei Sammlern gefragt und Sie finden bei eBay oftmals Münzen dieser Zeit, mit denen Sie Ihre Sammlung erweitern und vervollständigen können.

Weitere römische Münzen aus dem 3. Jahrhundert vor Christus

Als 281 vor Christus der Krieg zwischen Rom und Tarent ausbrach, führte man die ersten Silbermünzen ein. Diese Drachme genannte Münze war vom Wert her deutlich über dem bisher üblichen System angesiedelt und Forscher gehen davon aus, dass sie den zehnfachen Wert eines As besaß.
Obwohl nun ein festes Währungssystem mit ausreichend Münzen bestand, war diese neue Form des Handelssystems nicht weit verbreitet. Erst mit der Einführung der silbernen Quadrigatus-Münze im Jahre 241 vor Christus änderte sich dies. Diese Münze wurde erstmals in großen Mengen geprägt. Auf der Rückseite, dem Revers der Münze, war die Göttin Victoria in einer Quadriga, einem Streitwagen, abgebildet. Die Vorderseite – das Avers – zeigte den Januskopf, der in der römischen Mythologie der Gott des Anfangs und des Endes ist.
Die Münze wog 6,8 Gramm und wurde knapp zwei Jahrzehnte lang geprägt. Sie fand 211 vor Christus ihren Nachfolger, denn man führte in der römischen Republik den Denar ein. Diese Silbermünze sollte über vier Jahrhunderte hinweg das Leitsystem im Römischen Reich bleiben. Dies ist auch der Grund, dass Sie heute noch vielfältig Denarii zum Kauf finden, denn über die Jahrhunderte wurden unzählige dieser Münzen geprägt. Auf dem Denar, der auch unter dem Namen Denarius bekannt ist, findet sich die Wertzahl X, was bedeutet, dass ein Denar zehn Asse Wert war.
Im Laufe der Geschichte verfiel der Wert des Denars jedoch immer weiter, was man vor allem durch Senkung des Silbergehaltes auszugleichen versuchte. Aber auch das Gesamtgewicht der Münze sank mit den Jahren. Diese ersten Denarii bestanden noch aus fast reinem Silber und hatten ein Gewicht von rund 4,5 Gramm. Anhand des Gewichtes und des Silbergehaltes kann man den Prägezeitraum eines Denars recht gut eingrenzen, jedoch gab es zu dieser Zeit auch erhebliche Schwankungen beim Rohgewicht der Münzen. Schwankungen um 20 Prozent auf- und abwärts des Basisgewichts von 4,5 Gramm konnten sogar innerhalb der gleichen Charge auftreten.
Münzen aus dem 3. Jahrhundert vor Christus sind relativ selten, jedoch ist eBay ein guter Ort, um nach diesen Raritäten zu suchen.

Die Entwicklung der römischen Münzen ab dem 2. Jahrhundert vor Christus

Das 289 vor Christus eingeführte System von As bis Uncia verschwand bis zum Anfang des 2. Jahrhunderts vollständig und die letzten Münzen aus diesem System wurden wohl um 210 vor Christus gefertigt. Sie wurden ersetzt von dem System auf Basis des Denar und 216 vor Christus kamen auch die ersten Goldmünzen in Form von Assen hinzu, welche in Werten zu 20, 40 und 60 As als seltene Hilfsmünzen ausgegeben wurden. Gleichzeitig mit dem Denar wurde der Silberquinar eingeführt.
Als Wertangabe finden Sie auf diesen Münzen die römische Zahl „V“, welche für fünf steht und die Münze damit den halben Wert eines Denar besaß. Quinare aus der Zeit der römischen Republik sind rar und unter Sammlern begehrt, da sie nur sehr selten geprägt wurden. Sie wurde erst ab 100 vor Christus wichtig im Währungssystem, als die Prägung des Victoriatus eingestellt wurde. Beide Münzen besaßen ähnliche Werte, wobei der Victoriatus mit dreiviertel Denar etwas höher eingestuft war. Der Victoriatus war zwischen 210 vor Christus bis 100 vor Christus im Umlauf und trug auf der Vorderseite ein Bild des Gottes Jupiter. Auf dem Revers fand sich das Bild der römischen Siegesgöttin Victoria.
Dass der Victoriatus aus der Zeit vor dem Denar stammt, erkennt man daran, dass ihm eine Wertebezeichnung fehlt. Wertebezeichnungen wurden erst ab dem Denar eingeführt. Die nächst niedere Münze, die ab dem 2. Jahrhundert und für den Rest der Zeit der römischen Republik zur Hauptrecheneinheit wurde, war der Sesterz. Er hatte den Wert eines viertel Denar und hatte als Wertkennzeichnung die römische Ziffer IIS, was für 2,5 steht. Sesterzen aus der frühen Zeit der römischen Republik erkennen Sie daran, dass sie aus Silber geprägt wurden.
Im 1. Jahrhundert vor Christus, unter Julius Caesar, wurde der Sesterz aus Bronze gefertigt und im großen Umfang unters Volk gebracht. Augustus, der erste Kaiser Roms, der den Beginn einer neuen Epoche in der römischen Geschichte einleitete, veranlasste, dass der Sesterz aus einer Bronze-Messing-Legierung gefertigt wurde.
Anhand der unterschiedlichen Materialien können Sie die Epoche, in welcher der Sesterz geprägt wurde, leicht identifizieren. Auch anhand des Gewichtes lassen sich Sesterze der unterschiedlichen Epochen leicht unterscheiden. Während der silberne Sesterz der römischen Republik nur ein Gramm schwer war, wurde das Gewicht beim Wechsel des Materials auf 27,3 Gramm erhöht.
Münzen aus dieser Epoche wurden in größeren Stückzahlen gefertigt und finden sich auch heute noch vielfach bei eBay.

Die Goldmünzen in der zweiten Hälfte der römischen Republik

Während in späteren Zeitaltern die Goldmünzen als Symbole für die wertvollsten Münzen standen, fehlten sie zu Beginn im römischen Währungssystem komplett. 83 vor Christus wurden die Gold-Asse, die kaum Verwendung fanden, durch den Aureus ersetzt. Aurei aus der Zeit der römischen Republik sind selten und dementsprechend nachgefragt unter Sammlern. Sie wogen zu dieser Zeit 10,92 Gramm und bestanden zu einem sehr hohen Anteil aus reinem Gold. Relativ schnell jedoch begann ihr Goldanteil sowie ihr Raugewicht zu sinken. Man tat dies, um einerseits die Inflation auszugleichen und andererseits, um Material zu sparen, denn Gold war rar und teuer.
Zum Ende der römischen Republik, unter Julius Caesar, wog der Aurei nur noch 8,19 Gramm, wurde aber deutlich häufiger geprägt als zu Beginn des 1. Jahrhunderts vor Christus. Als Münzbild finden sich auf den Aurei aus der Zeit der römischen Republik Abbildungen von Göttern aus der römischen Mythologie, während Kaiser Augustus im Jahre 27 vor Christus sein Profil auf die Münzen prägen ließ.
Dieses Schema wurde nachfolgend von allen Kaisern übernommen und so können Sie Aurei aus der Zeit der römischen Republik sehr einfach von späteren Aurei unterscheiden, wenn Sie bei eBay nach diesen Goldmünzen für Ihre Sammlung suchen.

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