Einkaufsratgeber Mörtel

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Einkaufsratgeber Mörtel

Mörtel für jeden Anwendungsbereich

Man benutzt Mörtel zur Verbindung von zwei Baustoffen, er kann aber auch zur Verkleidung von Flächen eingesetzt werden. Dabei unterscheiden sich die verschiedenen Mörteltypen nach ihrem Einsatzgebiet. Bei eBay finden Sie Mörtel für jeden Anwendungsbereich. Die unterschiedlichen Arten von Mörtel, seine Eigenschaften, Besonderheiten und Anwendungsbereiche werden im Folgenden vorgestellt. Die deutsche Industrienorm gruppiert seit 2003 nach der DIN-EN 998-1 die verschiedenen Arten von Mörtel. So wird unterschieden zwischen Normalmörtel, Leichtmörtel, Edelputzmörtel, Einlagenputzmörtel für außen, Sanierputzmörtel und Wärmedämmputzmörtel. Diese Einteilung ist europaweit gültig und wird in anderen Ländern mit entsprechenden Verordnungen überwacht.

Die Geschichte des Mörtels

Die Erfindung des Mörtels schreibt man den Römern zu. Sie mischten Ziegelschrot oder gebrochene Steine mit einem Bindemittel sowie Wasser und nannten dies „opus caementitium“. Wichtig wurde der Mörtel im späten Mittelalter, als vermehrt auch Wohnhäuser aus Stein gebaut wurden. Viele Städte bestanden zum größten Teil aus Holzhäusern, was oftmals zu verheerenden Bränden führte, welche ganze Stadtteile oder gar Städte vernichteten. Deshalb ging man dazu über, aus Steinen Häuser zu bauen und diese mithilfe von Mörtel zu festem Mauerwerk zu verbinden.

Dünnbettmörtel für feine Fugen

Bei dem Verlegen von Mauersteinen, die sehr eben und maßgenau sind, setzt man Dünnbettmörtel ein. Dieser ist sehr fein und somit gut geeignet, in sehr dünnen Schichten aufgetragen zu werden. Die Verwendung von Dünnbettmörtel ist im Hintermauerbereich weit verbreitet. Zum Auftragen benötigen Sie ein spezielles Werkzeug, etwa einen Mörtelschlitten. Die Vorteile von Dünnbettmörtel sind vor allem die folgenden beiden. Sie benötigen deutlich weniger Mörtel, als bei der Verwendung von Dickbettmörtel nötig wäre, was viel Zeit und Arbeit beim Anmischen und dem Transport spart. Die Wände, die mit Dünnbettmörtel bearbeitet werden, sind dazu belastbarer als mit Normalmörtel gebautes Mauerwerk. Der Nachteil liegt darin, dass als Steine für die Mauern nur Plansteine verwendet werden können, da Dünnbettmörtel für Fugen mit maximal zwei Millimetern Breite konzipiert ist. Größere Spalten können mit dieser Art von Mörtel nicht effektiv überbrückt werden.

Estrich als Mörtel für den Boden

Estrichmörtel ist in der Regel die letzte Schicht auf dem Boden, bevor der sichtbare Bodenbelag aufgebracht wird. Er bildet den Übergang von der Bodendämmung und soll eine ebene Fläche formen. Estrichmörtel besteht oftmals aus Zement und gehört mit einer Korngröße von bis zu acht Millimetern zu den groben Sorten Mörtel. Unmittelbar nach dem Auftragen muss der Estrichmörtel mit einer langen Wasserwaage geglättet werden. Dabei ist darauf zu achten, dass eine waagerechte und gleichmäßige Oberfläche entsteht.
Eine spezielle Form des Estrichmörtels ist der Heizestrich. Dieser kam in den 1970er Jahren in Deutschland auf und wurde oftmals beim Hausbau von Einfamilienhäusern verwendet. Heizestrich ist dafür geeignet, in ihm eine Fußbodenheizung zu verlegen. Dazu wird zunächst das Heizsystem auf dem Boden angebracht und dann der Mörtel darüber gegossen. Bei Heizestrich handelt es sich in der Regel um Fließmörtel, der im Gegensatz zum normalen Estrich, über das Heizsystem gegossen wird, sich selbstständig verteilt und eine plane Oberfläche bildet.

Putz für Innenwände

Ein sehr bekannter und weitverbreiteter Vertreter des Mörtels ist der Putz. Dieser wird auf Innenwänden aufgetragen und erfüllt verschiedene Aufgaben. Zunächst einmal bildet man mit dem Innenputz eine glatte Oberfläche, die dann dafür geeignet ist, Tapeten oder Farbe anzubringen. Sie stellt also die letzte Schicht des Mauerwerks dar. Darüber hinaus reguliert der Putz auch die Raumfeuchte. Er schützt die darunter liegenden Schichten des Mauerwerks vor Feuchtigkeit von innen und gibt gleichzeitig überschüssige Feuchtigkeit, die in das Mauerwerk gelangt ist, nach außen ab. Es existieren verschiedene Arten von Putz, die unterschiedliche Anwendungsgebiete sowie Vor- und Nachteile besitzen.
Der Kalkputz, oder auch Kalkmörtel, verfügt zum Beispiel über besonders gute, raumklimatische Eigenschaften und kommt bei Wänden zum Einsatz, die aus Natursteinen bestehen. Dies können zum Beispiel historische Bauwerke sein. Kalkputz besteht aus einer Mischung von gelöschtem Kalk und Sand, dem zur Verarbeitung nur noch Wasser hinzugefügt werden muss. Die Verarbeitung von Kalkputz ist arbeitsintensiv und sollte nur von erfahrenen Handwerkern durchgeführt werden. Daneben benötigt er eine sehr lange Trocknungszeit.
Der Kalkzementputz ist einer der am häufigsten verwendeten Putzsorten im Innenausbau. Er wird in den gleichen Bereichen eingesetzt wie der Kalkputz, ist aber deutlich einfacher zu verarbeiten und trocknet oftmals schon innerhalb weniger Minuten. Ein Nachteil des Kalkzementputzes ist seine schlechtere Raumklimaregulierung. Aufgrund des dichten Materials kann dieser Putz Feuchtigkeitsunterschiede weniger gut regulieren als zum Beispiel der reine Kalkputz.
Putz aus Lehm gehört zu den ältesten Baumaterialien der Menschheit. In Mitteleuropa wurde dieser leicht herzustellende und zu verarbeitende Mörtel bereits 6000 Jahre vor Christus auf dem Gebiet des heutigen Ungarns zum Verputzen von Häusern verwendet. Er besteht aus einer Mischung aus Ton, Sand und Schluff und rückt seit dem Ende des 20. Jahrhunderts wieder vermehrt in den Blickpunkt der Bautechnik. Aufgrund seiner Wasserlöslichkeit beschränkt sich die Verwendung von Lehmputz größtenteils auf die Innenräume, wo er jedoch alle seine Vorteile beweist. Mörtel aus Lehm ist zum Beispiel in der Lage, die Feuchtigkeit, sowohl der Räume als auch des Mauerwerkes, extrem gut zu regulieren. Lehmputz ist dampfdurchlässig, also diffusionsoffen, und ist in der Lage, bis zu neun Mal mehr Wasser aus der Raumluft aufzunehmen als herkömmliche Putzarten. Dieser Klimapuffer verhindert Schimmelbildung und verbessert durch die Regulation der Luftfeuchtigkeit das Raumklima. Während in feuchten Phasen extrem viel Feuchtigkeit aufgenommen werden kann, wird diese in trockenen Phasen an die Luft abgegeben. Auch das unterliegende Mauerwerk wird so effektiv vor Feuchtigkeit geschützt. Nach dem Aushärten bildet Lehmputz darüber hinaus eine sehr harte und widerstandsfähige Oberfläche. So findet der Lehmmörtel in beinahe jedem Raum, mit Ausnahme der Bereiche des Badezimmers, die von Spritzwasser getroffen werden, Verwendung.

Fugenmörtel für den Innenbereich

Fugenmörtel verwenden Sie dann, wenn Sie nachträglich Risse, Löcher oder Unebenheiten ausgleichen und verblenden möchten. Es gibt dabei Fugenmörtel, die sich je nach Anwendungsgebiet unterscheiden. Für die Nassbereiche in Dusche und Bad benötigen Sie zum Beispiel einen wasserundurchlässigen Fugenmörtel, der zwischen den Fliesen angebracht wird. Dieser enthält elastifizierende Kunststoffe, die dafür sorgen, dass die Poren nach dem Erstarren des Mörtels sowohl wasserabweisend als auch elastisch sind. Das beugt Rissen, Schimmelbildung und anderen Wasserschäden vor. Die richtige Wahl ist hier also besonders wichtig. Üblicher Fugenmörtel kann dann eingesetzt werden, wenn der Untergrund unflexibel ist und die Fläche sich in einem trockenen Bereich befindet. Denkbare Einsatzgebiete sind etwa die Boden- oder Wandfliesen im Flur. Für die Verfugung von Bodenfliesen stehen Ihnen wiederum spezielle Fugenmörtel zur Verfügung. Diese sind teilweise selbstverlaufend, das bedeutet, dass Sie den Mörtel ganz bequem und einfach direkt ohne Werkzeug in die Fugen gießen können. Der Mörtel verläuft dann gleichmäßig und hohlraumfrei in den Fugen, was sogar einen noch höheren Frostschutz gewährleistet als herkömmlicher Mörtel. Nach einer kurzen Abbindezeit können Sie die überstehenden Mörtelreste mit einer Kelle planieren.

Fugenmörtel für den Außenbereich

Suchen Sie Mörtel für die Außenbereiche, wie zum Beispiel für Pflastersteine in der Hofeinfahrt, dann kommt spezieller Mörtel zum Einsatz. Bei eBay erhalten Sie auch diesen Mörtel für Ihre Bauprojekte. Ähnlich wie der Fugenmörtel für Bad und Küche ist der Pflasterfugenmörtel wasserundurchlässig. Dieser Mörtel ist in der Lage, auch breitere Fugen problemlos zu dichten. Während im Innenbereich Fugenbreiten von wenigen Millimetern üblich sind, verlegt man im Außenbereich die Fugen mit mehr Breite. Dies hat verschiedene Gründe. Zum einen sind die verbauten Materialien grober Natur und lassen sich daher nicht so eng aneinander verlegen. Andererseits wählt man auch aus optischen Gründen größere Abstände. Pflasterfugenmörtel für den Außenbereich gewährleistet durch spezielle Zusammensetzungen rissfreie Fugen, die auch frostbeständig sind. Sie erkennen diesen speziellen Mörtel an der Kennzeichnung Fugenbreit.

Injektionsmörtel für Risse und Hohlräume in Außenwänden

Wenn Sie in den Außenwänden Ihres Hauses Risse oder Hohlräume haben, kann sich dieses Problem rasch ausbreiten. Durch diese Risse gelangt Feuchtigkeit in die Wände, die zu dauerhaften Schäden an großen Teilen der Mauer führen kann. Im Winter kann diese Feuchtigkeit einfrieren und noch größere Schäden anrichten. Fachgerecht reparieren Sie diese Schäden mit Injektionsmörtel. Dieser wird auch bei der Restauration von Denkmälern eingesetzt. Die Produkte werden meist mit einer Pumpe oder Spritze geliefert, was es Ihnen erleichtert, den Injektionsmörtel in die Fugen und Risse zu bringen. Nach dem Aushärten ist die Wand wieder gegen eindringendes Wasser geschützt und in der Struktur stabilisiert.

Spezielle Formen von Mörtel

Für extreme Bedingungen gibt es verschiedene Arten von Spezialmörteln. Während der Großteil der Mörtelsorten nur unter Luft trocknet, trocknen die hydraulischen Mörtel sowohl an der Luft als auch unter Wasser. Dieser Mörtel kann auch in extrem feuchten Umgebungen eingesetzt werden. Zusätzlich finden Sie bei eBay auch noch Brandschutzmörtel. Dieser erfüllt spezielle Bedingungen, was Feuerfestigkeit und Temperaturbeständigkeit angeht. Man verwendet diesen etwa bei Wand- und Deckendurchführungen, um im Brandfall, das Übergreifen des Feuers von einer Etage auf die nächste oder von einem Raum in den nächsten zu erschweren oder gar ganz zu verhindern.

Mörtel in verschiedenen Farben

Mörtel, die im Sichtbereich verwendet werden, müssen natürlich auch optisch Ihren gewünschten Anforderungen standhalten. Das trifft zum Beispiel auf den Fugenmörtel zu, der in Bad oder Küche, aber auch im Außenbereich eingesetzt werden kann. Für diese Zwecke gibt es viele Mörtel in unterschiedlichen Farben. Das ermöglicht Ihnen, einen passenden Farbton zu Ihren Fliesen oder Natursteinen zu wählen.

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