Einkaufsratgeber Dübel

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Einkaufsratgeber Dübel

Die Welt der Dübel

Dübel sind im gewerblichen und privaten Bereich ein wichtiges Hilfsmittel, das inzwischen unverzichtbar ist und sich für vielerlei Anwendungen eignet. Hierbei lässt sich zunächst zwischen Dübeln zur Befestigung kleinerer und größerer Gegenstände und den Dübeln für Tischlerarbeiten unterscheiden. Damit Sie den passenden Dübel finden, ist es wichtig zu wissen, worin sich die einzelnen Exemplare unterscheiden.  

Dübel für Wände, Decken und Böden

Dübel für den Einsatz in Wänden, Decken und dem Boden finden Sie in sehr unterschiedlichen Ausführungen. Die meisten Dübelarten folgen jedoch dem Prinzip, dass in den Dübel eine Schraube eingedreht wird, deren Durchmesser etwas größer als der Innendurchmesser des Dübels ist. Beim Eindrehen der Schraube wird der Dübel daher gespreizt und sorgt auf diese Weise für den nötigen Halt in der Wand oder an der Decke. Da aber Materialien, die im Baugewerbe für Decken und Wände verwendet werden, höchst unterschiedlich in ihrer Festigkeit sind, gibt es verschiedene Varianten.  

Spreizdübel für vielerlei Zwecke

Fast in jedem Haushalt findet sich der Spreizdübel, der zur Befestigung von Schränken, Regalen, Leuchten und vielen anderen Gebrauchs- und Dekorationsartikeln wie Bildern und Spiegeln verwendet wird. Er wird daher auch unter den Namen Allzweckdübel, Mehrzweckdübel oder Universaldübel angeboten. Der Spreizdübel wird meist aus einem Kunststoff wie Polyamid oder Polyethylen, zum Teil aber auch aus Metall hergestellt und besitzt oftmals einen Schlitz an seiner Längsseite. Durch diesen Schlitz lässt sich die Schraube leichter in den Dübel eindrehen. Kleine Flügel und andere Drehsicherungen an den Seiten verhindern, dass sich der Dübel beim Eindrehen der Schraube mit dreht. Kunststoffdübel gibt es mit einem Durchmesser zwischen 4 und 14 Millimetern und in unterschiedlichen Längen. Von diesen Größen kommt der 8-Millimeter-Dübel in Haushalten am häufigsten zum Einsatz. In Kombination mit Kunststoffdübeln verwendet man meist Holz- oder Spanplattenschrauben.

Kunststoffdübel gibt es mit und ohne Kragen

Kunststoffdübel gibt es mit und ohne Kragen. Dieser Kragen verhindert, dass der Dübel beim Einschlagen oder beim Eindrehen der Schraube im Bohrloch verschwindet. Dübel mit Kragen lassen sich daher bei Bedarf leichter aus der Wand wieder entfernen als Dübel ohne Kragen. Gleichzeitig bietet ein Dübel ohne Kragen aber den Vorteil, dass er sich bis hinter die Putzschicht schieben lässt, die ihm in der Regel nur wenig Halt bietet. Bei Dübeln ohne Kragen kann daher die Tragfähigkeit etwas größer sein. Eine weitere Variante dieser Dübelart ist der Langschaftdübel, bei dem sich nur der untere Teil des Dübels spreizt. Er eignet sich daher beispielsweise für die Befestigung von etwas dickeren Hölzern auf einem Mauerwerk und anderen Bauteilen, bei denen ein gewisser Abstand bis zum Mauerwerk überbrückt werden muss.

Ein weiteres Produkt aus dem Sortiment der Spreizdübel ist der Nagel- oder Schlagdübel. Bei ihm wird die Schraube nicht in den Dübel eingedreht, sondern mit einem Hammer eingeschlagen. Hierfür verwendet man spezielle Schrauben, die meist zusammen mit den Dübeln verkauft werden. Diese Schrauben besitzen ein Gewinde und einen Kopf mit Schlitz, damit sie sich bei Bedarf aus der Wand wieder entfernen lassen. Nagel- oder Schlagdübel lassen sich schnell montieren, sind aber in den Wänden nicht ganz so stark verankert wie die gewöhnlichen Kunststoffdübel. Dadurch sind sie weniger belastbar.  

Gipskartondübel für den Trockenbau

Im Trockenbau werden Wände, Decken und Verkleidungen oft aus Gipskartonplatten hergestellt, die vielen Menschen unter einem ihrer Handelsnamen Rigips bekannt sind. Gipskarton ist sehr porös und wenig belastbar. An diesem Material lassen sich daher nur leichte Gegenstände befestigen. Hierfür gibt es die speziellen Gipskartondübel, die aus Kunststoff oder Metall hergestellt werden. Im Unterschied zu den Kunststoffdübeln werden bei den Gipskartondübeln keine Löcher mit der Bohrmaschine vorgebohrt, sondern die Dübel direkt in die Platte eingedreht. Durch ihre Zentrierspitze und ihr Gewinde schneiden sie sich in die Platte ein. Hierbei werden sie so weit in den Gipskarton eingedreht, bis sie bündig mit der Oberfläche abschließen.
Damit der Dübel später gerade sitzt, sollten Sie hierfür eine kleine Montagehilfe nutzen, die auf einen Akkuschrauber aufgesetzt werden kann. Diese Montagehilfe wird von vielen Herstellern einem Paket Gipskartondübel beigelegt. In den weichen Gipskarton lassen sich die Dübel aber auch mit einem einfachen Schraubendreher einsetzen. Zu diesem Zweck besitzen sie in ihrem Kopf einen Kreuzschlitz, der gleichzeitig dazu dient, den Dübel bei Bedarf wieder aus der Platte herauszudrehen.  

Hohlraumdübel für Materialien mit geringer Dicke

Eine Verkleidung, die auf einem Rahmen befestigt wurde oder hinter der sich aus einem anderen Grund ein Hohlraum befindet, bietet oftmals nicht die genügende Dicke, um einen herkömmlichen Dübel stabil darin zu verankern. Für diesen Zweck gibt es die Hohlraumdübel, die in der Regel aus Metall hergestellt werden. Sie werden bei der Montage hinter der Platte extrem gespreizt, bis sie gegen die Rückseite drücken. Zusätzlich besitzen sie am Kopf oftmals Krallen, die von der Vorderseite in die Platte hineingedrückt werden. Auf diese Weise bieten sie selbst bei der Montage auf dünnen Platten den nötigen Halt. Hohlraumdübel werden meist mit speziellem Werkzeug montiert. Hierfür gibt es Montagezangen, die speziell für die Montage dieser Dübel entwickelt wurden. Grundsätzlich ist es aber auch möglich, Hohlraumdübel mit einem Schraubendreher oder einem Akkuschrauber zu befestigen.  

Dübel für Dämmstoffplatten

Spezielle Dübel gibt es auch für Dämmstoffplatten. Diese Dübel können von Hand oder mit einem Akkuschrauber in die Platte gedreht werden. Aufgrund der meist geringen Festigkeit der Dämmstoffplatten eignen sich diese Dübel aber meist nur zur Befestigung von leichten Teilen an der Wand oder der Decke. Dämmstoffdübel sind optisch den Dübeln für Gipskarton sehr ähnlich. Unter der Bezeichnung Dämmstoffdübel werden aber oftmals auch Materialen zur Befestigung der Dämmstoffplatten angeboten. Diese haben an ihrem Kopfende eine runde Scheibe und werden deshalb auch Tellerdübel genannt. Tellerdübel bestehen aus einem langen Kunststoffdübel, der in das vorbereitete Bohrloch gesteckt wird. Danach wird in diese Hülse ein Nagel eingeschlagen, der die Hülse spreizt und damit in der Wand fixiert. Der Kopf des Nagels verschließt die Öffnung und verhindert, dass Wärme verloren geht. Durch die Scheibe ist gewährleistet, dass der Nagel nicht zu weit in das Material eingeschlagen wird. Mit Tellerdübeln lassen sich Styroporplatten und andere Dämmplatten auf Mauerwerk und Beton befestigen.  

Dübel für schwere Lasten

Zur Fixierung von besonders schweren Lasten verwendet man Metalldübel, weil dieses Material stärker und formbeständiger als Kunststoff ist. In diesem Bereich kommen vor allem Schwerlastdübel, Verbundanker und Hinterschnittanker zum Einsatz.  

Schwerlastdübel oder Bolzenanker

Schwerlastanker oder Schwerlastdübel bestehen aus einer Metallhülse, einer passenden Sechskantschraube und einer Unterlegscheibe. Bei diesen Dübeln wird die Hülse, in der die Schraube steckt, anders als bei den Kunststoffdübeln nur leicht gespreizt, bis sie vollständig am Bohrloch anliegt. Schwerlastdübel gibt es in höchst unterschiedlichen Größen, daher finden sie sowohl in privaten Haushalten wie auch in der Industrie Verwendung. Im gewerblichen Bereich lassen sich mit ihnen Bauteile mit einem extrem hohen Gewicht befestigen. Diese Dübelart wird auch unter den Bezeichnungen Bolzenanker oder Ankerbolzen angeboten.  

Verbundanker mit einer Fixierung durch Kunstharz

Ein Verbundanker wird anders als viele andere Dübelarten bei der Montage nicht gespreizt. Bei dieser Technik wird die sogenannte Ankerstange mit Kunstharz im vorher gebohrten Loch fixiert. Das Kunstharz befindet sich in einer Ampulle oder einer Folie, die sich beim Eindrehen der Ankerstange durch eine Spitze an dieser Ankerstange öffnet. Hierbei vermischen sich die Komponenten des Klebstoffs, werden gleichmäßig in den Hohlräumen verteilt und härten dort aus. Weil Verbundanker keine Spreizwirkung haben, können sie auch an den Enden von Bauelementen verwendet werden. Sie eignen sich für die Verwendung in Beton und kommen häufig bei der Befestigung von Maschinen und anderen großen Lasten auf dem Boden zum Einsatz.  

Hinterschnittanker mit einer speziellen Bohrung

Hinterschnittanker erreichen ihre hohe Tragkraft dadurch, dass ihr Bohrloch an seinem Ende etwas erweitert wird. Hierfür ist ein spezieller Bohrer erforderlich. Hinterschnittanker kommen beispielsweise bei der Befestigung einer Fassadenverkleidung zum Einsatz und sind von der Außenseite nicht sichtbar.  

Dübel für Tischlerarbeiten

Den gleichen Namen, aber eine andere Funktion als die Dübel für Wände und Decken haben die Holzdübel, die bei Tischlerarbeiten zum Einsatz kommen. Mit ihnen können die Elemente eines Korpus miteinander verbunden werden.  

Runde Holzdübel für den Möbelbau

Holzdübel werden aus verschiedenen Holzarten hergestellt und sind an den Seiten geriffelt, damit sie dem Leim eine möglichst große Fläche bieten. Beim Bau von Schränken verwendet man meist den 8-Millimeter-Dübel, es gibt aber auch größere und kleinere Abmessungen. Holzdübel sind meist an ihren beiden Kopfenden gefast und lassen sich dadurch leicht in die Bohrlöcher einstecken. Sie eignen sich zum Verleimen von Massivholz und anderen Holzwerkstoffen wie den Tischler- und OSB-Platten. Ein Vorteil dieser Technik ist die Tatsache, dass eine Verbindung mit Holzdübeln anders als bei verschraubten Möbelstücken von außen nicht sichtbar ist.  

Flachdübel oder Lamellos

Den gleichen Zweck wie runde Holzdübel, aber eine andere Form, haben die Flachdübel, die auch unter dem Namen Lamellos bekannt sind. Sie sind meist vier Millimeter dick und haben eine ovale Form, die an den Enden zuläuft. Um Korpusteile mit Flachdübeln zu verleimen, ist eine spezielle Fräse erforderlich, die entsprechende Nuten in die zu verleimenden Teile fräst. Bei vielen dieser Lamellofräsen lassen sich die Frästiefen für Lamellos in den Standardmaßen 0, 10 und 20 durch das Drehen eines Schalters einstellen.  

Dübelsets für den Hausgebrauch

Vor allem in Haushalten, aber auch in kleineren Betrieben werden oftmals zur Befestigung von Lampen, Möbeln und anderen Gegenständen nur wenige Dübel und verschiedene Größen benötigt. Für diesen Zweck gibt es Dübelsets mit einem Sortiment verschiedener Größen. Zum Teil sind in diesen Sets auch gleich die passenden Schrauben, Bohrer und Bits für den Akkuschrauber enthalten. So ist immer ein Vorrat an Befestigungsmaterial vorhanden.

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