Einkaufsleitfaden für neue Autofelgen

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Einkaufsleitfaden für neue Autofelgen

Felgen unterscheiden sich nicht nur durch ihr Material und ihren optischen Eindruck. Felgen sind in erster Linie außerordentlich sicherheitsrelevante Bauteile. Ihr Kauf setzt die Kenntnis der technischen Daten voraus, die beachtet werden müssen, damit ein Einbau der Felgen am eigenen Kraftfahrzeug möglich ist.

Begriff und Funktion einer Felge

Felgen sind die äußeren Ringe von Rädern, die durch einen Radkranz (Felgenkranz) mit dem in der Mitte der Räder befindlichen Radflansch verbunden sind. Dieser wiederum stellt die Verbindung der Reifen mit dem Fahrwerk des Fahrzeuges her. Umgangssprachlich bezeichnen die „Felgen“ dagegen häufig die Räder ohne Reifen.

Die Funktion der Felgen besteht darin, für einen sicheren Halt der auf ihnen montierten Reifen zu sorgen. Zudem müssen Felgen und die gewöhnlich schlauchlosen Reifen so eng miteinander verbunden sein, dass keine Luft aus den Reifen entweichen kann. Große Nutzfahrzeuge werden mit Flachbettfelgen und Pkw mit Tiefbettfelgen ausgerüstet, die zwischen den Felgenschultern (bzw. den Felgenhörnern) über eine besonders ausgeprägte Vertiefung im umlaufenden Mittelteil verfügen.

Die benötigten technischen Daten

Um eine Fehlkauf zu vermeiden und rundum zufrieden mit dem Kauf zu sein, empfiehlt es sich, immer auf Nummer sicher zu gehen und die Daten des Autos mit denen der Reifen abzugleichen. Nur so ist die volle Sicherheit garantiert.

Die Angaben im Fahrzeugschein

Es können nur Felgen verbaut werden, die den im Fahrzeugschein angegebenen technischen Daten entsprechen. Bei einer im Fahrzeugschein enthaltenen Vorgabe „190/53R15 90H“ können Felgen Reifen aufnehmen, die eine Breite von 190 mm und ein Verhältnis von Höhe zu Breite von 53 Prozent aufweisen.

Der Buchstabe „R“ besagt, dass nur Reifen in radialer Bauweise auf die Felge aufgezogen werden können. Während bis in die 1980er Jahre sog. Diagonalreifen vorherrschend waren, haben sich seither die deutlich länger haltbaren Radialreifen durchgesetzt.

Die Angabe „90“ ist die sog. Tragfähigkeitskennziffer. Aus einer separaten Tabelle kann die maximale Belastung der Reifen in Kilogramm abgelesen werden. Die Höchstgeschwindigkeit, für die die Reifen zugelassen sind, lässt sich aus dem Endbuchstaben „H“ ermitteln.

Die technischen Daten der Felge

Die technischen Daten einer Felge sind in einer separaten Kennzeichnung enthalten. Wird die Felge beispielsweise mit „9 x 20 ET 37 LK 5/120“ beschrieben, so besitzt sie eine Tiefe von 9 Zoll, einen Durchmesser von 20 Zoll, eine „Einpresstiefe“ von 37 mm und 5 Befestigungsschrauben, die auf einen Lochkreis (LK) mit einem 120 mm großen Durchmesser verteilt sind. Der Durchmesser des Lochkreises und die Anzahl der Schraubenbohrungen differieren zwischen den Herstellern.

Die Einpresstiefe

Die Einpresstiefe ist das Merkmal, das über einen möglicherweise erforderlichen Fahrzeugumbau bei Verwendung einer gewünschten Felge entscheidet. Die Einpresstiefe gibt die Distanz zwischen der Mitte des Rades und der Auflagefläche der Felge auf der Radnabe an. Anhand der für eine Felge angegebenen Einpresstiefe lässt sich also eine Aussage darüber treffen, ob die Felge unter den Kotflügel des Fahrzeuges passt. Ist die Einpressgröße zu groß, ist eine Verbreiterung des Kotflügels erforderlich.

Die Auswahl einer Felge

Felgen werden aber nicht nur unter den Gesichtspunkten einer optimalen Funktionstüchtigkeit und einer größtmöglichen Fahrsicherheit, sondern auch unter dem Aspekt einer ansprechenden optischen Erscheinung ausgewählt. Felgen werden aus gewalztem Stahl, aus Leichtmetall oder aus Faserverbundwerkstoffen hergestellt.

Ein möglichst geringes Felgengewicht wirkt sich vorteilhaft auf das Fahrverhalten des Fahrzeuges aus, da die Felgen zum sog. ungefederten Gewicht eines Fahrzeuges gehören, zu denen neben den Felgen u. a. auch die übrigen Teile der Räder sowie Stoßdämpfer und Achsen gehören. Die ungefederten Bauteile können umso besser auf Fahrbahnunebenheiten reagieren, je leichter sie sind.

Stahlfelgen

Die meisten Fahrzeugmodelle (sowohl Pkw als auch Lkw) werden werksseitig mit Stahlfelgen ausgerüstet. Im Gegensatz zu Speichenrädern, die ein Felgenband sowie Speichen aufweisen, sind Stahlfelgen regelmäßig als Scheibenräder konstruiert, die aus einer Felge und einer Radscheibe bestehen. Zumeist gehören Stahlfelgen zur Fahrzeuggrundausstattung. Damit sich die Felgen während des Fahrbetriebs nicht verziehen, sind die Radscheibe und die eigentliche Felge im Inneren nicht vollständig, sondern nur auf bestimmten Abschnitten miteinander verschweißt.

Stahlfelgen sind gegenüber Leichtmetallfelgen normalerweise in der Anschaffung preiswerter und können auch besser instandgesetzt werden. Wegen ihres wenig beeindruckenden Äußeren werden die meistens mit schwarzem Lack überzogenen Stahlfelgen von Radkappen aus Kunststoff abgedeckt, so dass der Ersteindruck einer Leichtmetallfelge entsteht.

Wegen des höheren Materialgewichts vergrößert sich grundsätzlich bei Einsatz von Stahlfelgen die ungefederte Masse mit der Folge einer verschlechterten Federung des Fahrzeugs. Mit dem Einsatz von festeren Stahlqualitäten lassen sich jedoch heute auch Stahlfelgen mit einer geringen Wanddicke produzieren, die sogar ein geringeres Gewicht als manche Aluminiumfelgen aufweisen, was auch mit dem zunehmenden Volumen einiger Aluminiummodelle zusammenhängt.

Leichtmetallfelgen

Vor allem bei besonders hochwertigen Fahrzeugtypen und vereinzelten Serien kleinerer Fahrzeuge werden Leichtmetallfelgen als Grundausstattung werksseitig ausgeliefert. Überwiegend gehören Leichtmetallfelgen daher zu der mit höheren Preisen versehenen Sonderausstattung.

Durch Leichtmetallfelgen wird in aller Regel nicht eine größere Fahrsicherheit, ein besseres Fahrverhalten oder eine Optimierung der Fahrleistungen erzielt. Die in vielfältigen Designvariationen erhältlichen Leichtmetallfelgen bezwecken vielmehr vorrangig eine Aufwertung des optischen Erscheinungsbildes des Fahrzeugs.

Nur bei bestimmten, besonders großen Aluminiumfelgen besteht die Möglichkeit, dass ihre spezielle, den Durchfluss größerer Luftmengen gestattende Konstruktion zu einer verbesserten Kühlung der Bremsanlagen führt. Aus diesem Grund schreiben einzelne Automobilhersteller den Einbau von Leichtmetallfelgen für die Sommerbereifung und teilweise sogar für die Winterräder vor. Bei Felgendurchmessern ab 18 Zoll, wie er besonders häufig bei Sportwagenmodellen anzutreffen ist, wird auch für die Winterbereifung der Einsatz von Leichtmetallfelgen durchgängig vorgesehen.

Aluminiumfelgen

Die Leichtmetallfelgen, die einen Durchmesser von bis zu 23 Zoll aufweisen, sind zumeist aus Aluminiumlegierungen gefertigt. Stahl ist bei gleichem Volumen dreifach schwerer als Aluminium, das eine besonders gute Elastizität und nicht zuletzt aufgrund seines Reflexionsvermögens einen ansprechenden optischen Eindruck vermittelt.

Felgen aus Aluminium werden überwiegend als Gussteile produziert. Geschmiedete Aluminiumfelgen besitzen eine besonders hohe Festigkeit. Das im Schmiedeverfahren verdichtete Aluminium ermöglicht die Herstellung besonders dünner und damit leichter Aluminiumfelgen.

Die gegossenen oder geschmiedeten Aluminiumteile werden zunächst mit einer Grundierung aus silbrig-mattem Lack versehen und anschließend durch Pulverbeschichtung entweder mit einem Klarlack oder ggf. mit einem an die Karosseriefarbe angepassten Lack überzogen.

Magnesiumfelgen

Magnesiumfelgen werden bei Renn- und Sportfahrzeugen eingesetzt. Da Magnesium mit einer Werkstoffdichte von 1,75 Gramm je Kubikzentimeter mehr als ein Drittel leichter ist als Aluminium, lässt sich mit Magnesiumlegierungen die ungefederte Masse weiter reduzieren und somit das Fahrverhalten deutlich verbessern.

Chromfelgen

Einen besonders starken optischen Eindruck hinterlassen Chromfelgen, die durch Galvanisieren ihre besonders unter Lichteinstrahlung glanzvoll strahlende und edel wirkende Oberfläche erhalten. Zu beachten ist jedoch, dass Chromfelgen besonders empfindlich auf Witterungseinflüsse während des Winters reagieren, sodass sie meistens nur im Sommer benutzt werden.

Um das schöne Aussehen von Chromfelgen auf Dauer zu erhalten, ist ferner ihre regelmäßige und sorgfältige Pflege unerlässlich. Hierzu stehen u. a. spezielle Chrompasten zur Verfügung. Werden Chromfelgen allerdings zu intensiv poliert, so gehen ihr Glanz und die Einheitlichkeit des optischen Eindrucks verloren. Zudem empfiehlt sich ein sorgsamer Umgang mit Chromfelgen, da sie bereits bei kleineren äußeren Einwirkungen beschädigt werden.

Wertvolle Chromfelgen sollten stets mit speziellen Felgenschlössern gegen Diebstahl abgesichert werden.

Leichtmetallfelgen aus einem oder mehreren Teilen

Leichtmetallfelgen werden einteilig oder mehrteilig produziert. Einteilige Felgen bestehen aus einem Werkstück. Zwei- oder dreiteilige Leichtmetallfelgen setzen sich aus einem Außen- und Innenteil (vorderes und hinteres Schüsselhorn) sowie aus dem die Radmitte umfassenden Felgenstern zusammen. Mehrteilige Leichtmetallfelgen werden entweder zusammengeschraubt oder miteinander verschweißt.

Korrosionsgefahren

Die auf dem Markt verfügbaren Leichtmetallfelgen weisen verschiedene Produktqualitäten auf, die sich auch in einer unterschiedlichen Korrosionsbeständigkeit äußern. In der kalten Jahreszeit eingesetzte Streumittel wie Sand, Salz oder Splitt führen leicht zu einer Schädigung der auf den Felgen aufgetragenen Lackschichten. Solche Schadstellen können eine Korrosion der Felgen verursachen.

Die Felgenhersteller bieten daher besondere „Winter-Alufelgen“ an, die mit einer gegen Stöße, Schläge und Kratzeinwirkungen besonders widerstandsfähigen Lackschicht versehen sind, sodass sich die Korrosionsrisiken reduzieren. Gleichwohl werden im Winter vorwiegend die witterungsunabhängigeren Stahlfelgen verwendet.

Die Instandsetzung von Leichtmetallfelgen

Reparaturmaßnahmen sind bei einteiligen Leichtmetallfelgen nur in Form eines Aufpolierens ihrer Oberfläche möglich. Liegen bei einteiligen Leichtmetallfelgen Risse oder andere größere Schäden vor, lässt sich eine Instandsetzung nicht mehr vornehmen, sodass schon aus Sicherheitsgründen ein Wechsel der Felgen notwendig ist. Um die Felgenstruktur und das Ausmaß von Schäden besser beurteilen zu können, setzen Fachwerkstätten anlässlich einer Felgenreparatur Röntgengeräte ein.

Leichter ist eine Instandsetzung mehrteiliger Leichtmetallfelgen, da sich bei ihnen ein schadhaftes Innen- oder Außenbett auswechseln lässt. Aus Sicherheitsgründen muss bei solchen Felgenreparaturen auch ein Austausch der Felgenschrauben vorgenommen werden, um ihre Funktion als Dehnschrauben zweifelsfrei sicherstellen zu können.

Die Elastizität von Dehnschrauben bewirkt ohne eine gesonderte Verdrehsicherung eine Selbstsicherung der Schrauben, wenn sich die Umgebungsmaterialien durch schwankende Außentemperaturen unterschiedlich stark ausdehnen oder zusammenziehen. Gleichfalls dehnen sich die Felgenschrauben bei schnellen Belastungsänderungen z. B. beim Beschleunigen oder Abbremsen, während sie sich bei Belastungsreduzierungen etwas zusammenziehen.

Die Preisunterschiede von Stahl- und Leichtmetallfelgen

Im Laufe der letzten Jahre haben sich die zuvor großen Preisdifferenzen zwischen Stahl- und Leichtmetallfelgen deutlich verringert. Die in der Tuning- und Motorsportszene eingesetzten Leichtmetallfelgen mit mehrteiligem Aufbau weisen jedoch ein höheres Preisniveau auf.

Keinesfalls sollten Felgen vorrangig wegen eines im Einzelfall niedrigen Preises erworben werden. Auch darf eine Kaufentscheidung nicht nur auf dem optischen Eindruck einer Felge beruhen, sondern sollte maßgeblich von der Funktionalität und der von den Felgen zu gewährleistenden Fahrsicherheit getragen werden.

Originalprodukte renommierter Hersteller sind grundsätzlich zu bevorzugen, da diese Felgen zumeist die Einhaltung hoher Qualitätsstandards sicherstellen. Jeder Käufer von Felgen muss sich bewusst sein, dass diese Bauteile auf Dauer das Gesamtgewicht des Fahrzeugs tragen sollen, wozu eine einwandfreie Qualität unerlässlich ist.

Günstigster Kaufzeitpunkt und geeignete Felgenmodelle

Da in den Wintermonaten eine geringere Nachfrage nach Leichtmetallfelgen zu verzeichnen ist, lassen sich Leichtmetallfelgen während der kalten Jahreszeit besonders günstig erwerben. Weitere Preisabschläge können besonders bei Privathändlern erzielt werden. Wer als Käufer zudem bereit ist, nicht nur die allerneuesten Felgenmodelle in seine Kaufüberlegungen einzubeziehen, sondern auch ältere, aber gleichfalls hochwertige und mit ansprechendem Design ausgestattete Modellvarianten zu berücksichtigen, der wird Leichtmetallfelgen vergleichsweise günstig erwerben können.

Gebrauchte oder neue Felgen?

Neue Felgen verfügen über den unschätzbaren Vorteil, dass ihre Passgenauigkeit und Qualität eindeutig feststeht. Zumeist lässt sich bei gebrauchten Felgen die Art der Vorbenutzung nicht erkennen und eine mögliche Unfallbeteiligung nicht mit Sicherheit ausschließen. Bei gebrauchten Felgen können durchaus schwerwiegende Schäden vorliegen, ohne dass dies nach dem äußeren Anschein erkennbar ist, sodass nach einem Kauf möglicherweise hohe Instandsetzungskosten erforderlich werden können. Auch entfällt bei neuen Felgen die bei Gebrauchtfelgen eventuell sinnvolle, kostspielige Einbeziehung eines Sachverständigen zur Beurteilung der Felgenqualität.

Gewährleistungsrechte

Wenngleich Felgen bei gewerblichen Reifenhändlern oder Werkstätten durchschnittlich ein etwas höheres Preisniveau als bei privaten Händlern aufweisen, können die länger befristeten Gewährleistungsrechte für einen Bezug der neuen Felgen von einem gewerblichen Verkäufer sprechen. Beim Kauf neuer Felgen von einem gewerblichen Händler steht dem Käufer eine nicht abdingbare, zweijährige Gewährleistungsfrist zu. Dagegen kann die auch bei einem Kauf unter Privatleuten grundsätzlich geltende zweijährige Gewährleistungsfrist durch vertragliche Vereinbarung auf ein Jahr reduziert werden.

Auch bei Käufen bei einem Internetanbieter gelten die angesprochenen Gewährleistungsfristen. Tätigt ein Verkäufer bei eBay zahlreiche Geschäfte, so ist dies bereits ein Hinweis auf eine gewerbliche Tätigkeit, die dem Käufer in Form längerer Gewährleistungsrechte zugutekommt.

Betriebserlaubnis für Felgen

Räder und Felgen dürfen ohne eine gesonderte Prüfung durch TÜV oder Dekra eingebaut werden, wenn der Hersteller eine Eintragungsfreiheit bestätigt. Eine für die Felgen vorliegende Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) ist mit den Fahrzeugpapieren mitzuführen.

Eine TÜV- bzw. Dekraprüfung muss jedoch erfolgen, wenn für die Felgen nur ein sog. Teilegutachten existiert oder wenn in der ABE darauf hingewiesen wird, dass zum Betrieb der Felgen Eintragungen in Fahrzeugbrief und Fahrzeugschein notwendig sind. Eine TÜV-Prüfung muss in diesen Fällen auch dann erfolgen, wenn die Fahrzeugpapiere bereits die zutreffende Felgengröße ausweisen. Wenn die Felgen die Sicherheit im Straßenverkehr nicht gefährden, wird die Betriebserlaubnis erteilt und ggf. eine Eintragung in Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief vorgenommen werden.

Fazit

Beim Felgenkauf ist darauf zu achten, dass nicht nur die Optik, sondern auch die Verkehrssicherheit von Bedeutung ist. Daneben zählt nicht nur der Preis, sondern auch gute Qualität, da die Felgen schließlich den Großteil des Gewichts des Autos mittragen müssen. Nachdem den Fahrzeugpapieren die technischen Daten entnommen sind, kann der Felgenkauf bequem online abgewickelt werden.

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