Einkaufsleitfaden: Origami

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Was ist Origami?

Unter Origami versteht man die japanische Kunst des Papierfaltens. Meist wird quadratisches Papier verwendet, mit dem nur durch Falten, ganz ohne Schere und Klebstoff, kunstvolle Figuren kreiert werden. Das können einfache Papierflieger sein, aber auch Blumen, Dinosaurier oder andere Tiere. Zu den bekanntesten Origamiformen gehört der Kranich, der oft als Einstieg in die Origamikunst dient. Daneben können mithilfe von Origami auch Tischdekorationen, Mobiles oder Kunstkarten gefaltet werden, die sich beim Aufklappen in 3D-Elemente verwandeln. Origami ist ein netter Zeitvertreib und kann mit dem richtigen Papier und den richtigen Anleitungen stundenlang praktiziert werden. Origamipapier und Faltanleitungen findet man unter anderem im Internet.

Die Geschichte des Origami

Papier gibt es etwa seit dem Jahr 100 vor Christus. Gefaltet wurde jedoch auch schon früher, dann jedoch meist Stoffe oder andere Materialien. Das Papier kam erst 610 von China, seinem Ursprungsland, nach Japan, was vermutlich durch chinesische buddhistische Mönche geschah. Erste Origamiversuche gab es aber erst später, in der Zeit der Muromachi (1333 bis 1568) und der Edo (1603 bis 1868). Zunächst wurde nur zu zeremoniellen Zwecken gefaltet, schließlich war Papier zu dieser Zeit noch sehr kostbar. Auch in Europa entwickelte sich eine Papierfaltkunst, die von Ägypten und Mesopotamien schließlich im 16. Jahrhundert nach Spanien kam und sich von dort ins restliche Westeuropa ausbreitete. Bis zu dieser Zeit wurden nur traditionelle Modelle, wie der Kranich oder die Pajarita gefaltet.

Die Origami-Kunst, wie wir sie heute kennen, nahm erst mit dem Japaner Akira Yoshizawa ihren Ursprung. Er entwickelte Faltanleitungen für eine Vielzahl neuer innovativer Modelle, die Sie auch heute noch in Origamibüchern als Yoshizawa-Randlett-System nachvollziehen können. Größere Popularität erreichte die Kunst in den 60er Jahren mit den sogenannten „Bug Wars“, als vorwiegend möglichst lebensechte Käfer gefaltet wurden. Heute ist Origami eine der beliebtesten Falttechniken weltweit. Der Origami-Kranich gilt als Symbol für die internationale Friedensbewegung und den Widerstand gegen den Atomkrieg und es werden sogar mathematische Forschungen zum Origami durchgeführt.

Sogar technische Entwicklungen basieren heute zum Teil auf der japanischen Faltkunst. So sind beispielsweise Solarsegel, Airbags oder Stents dem ursprünglichen Origami nachempfunden.

Unterarten der Origami-Kunst

Origami kann man in verschiedene Unterarten einteilen, für die teilweise spezielles Papier und unterschiedliche Anleitungen benötigt werden. Bei manchen Formen dürfen auch Schere und Klebstoff verwendet werden. Die ursprüngliche Origami-Kunst ist das klassische Origami. Hier wird mit einem meist quadratischen Stück Papier gearbeitet, das nicht geschnitten oder geklebt werden darf. Nur Faltungen sind erlaubt. Beim modularen Origami, auch bekannt als Tangrami oder 3D-Origami, werden stattdessen mehrere gleiche Teile zu einem Modell zusammengefügt. Diese Technik ist vor allem in China verbreitet. Ähnlich funktioniert die Polyeder-Kunst, bei der ebenfalls mit mehreren Teilen gearbeitet wird.

Klebstoff ist beim Multipiece-Origami erlaubt. Hier arbeitet man mit unterschiedlichen Teilen, die zu Puppen oder anderen Modellen zusammengesetzt werden. Boxpleating ist die Kunst, horizontale und vertikale Linien zu falten, die in 45-Grad-Winkeln ihre Richtung ändern und so als Grundform für Arme, Beine und ähnliche Längen hergenommen werden können. Beim Pureland wiederum dürfen nur die Origami-Grundfaltungen, also Berg- und Talfalten, verwendet werden, während bei der Iso Area alle Seiten des Modells gleich aussehen müssen. Eine flache Sache sind die sogenannten Tesseltations, Mosaike, die aus Faltbildern in sich wiederholenden Formen bestehen.

Nass geht es beim Wetfolding zu. Papier wird leicht angefeuchtet, um dann besser ausgeformt zu werden. Diese Technik macht die Modelle stabiler und naturgetreuer. Für das Wetfolding wird meist kein normales Origami-Papier verwendet, sondern entweder sehr festes Papier, wie Elefantenhaut oder Aquarellpapier, oder aber ganz dünnes Papier, das mit Tapetenkleister bestrichen wurde, um es formbar zu machen. Weitere Unterformen sind das Kirigami, bei dem mit Einschnitten gearbeitet werden darf und das Crumpling, bei dem erst gefaltet und dann geknüllt wird, um die gewünschten Formen zu erhalten. Alle Techniken können grundsätzlich mit einfachem Origami-Papier bewerkstelligt werden, jedoch ist je nach Variante spezielles Papier oft besser geeignet.

Origami-Techniken und Grundformen

Beim Origami basieren die Faltungen stets auf verschiedenen Grundformen. Die klassische Faltung ist die Berg- und Talfalte. Dazu kommen Quetschfalten, Zick-Zack-Faltungen, Umkehrfaltungen, der sogenannte Swivel-Fold und die Blütenblatt-Faltung. Meist wird beim Falten von Modellen mit einer Grundform begonnen. Klassischerweise sind dies Drache, Vogel, Fisch und Frosch. Neben den traditionellen Formen gibt es jedoch noch viele weitere Grundformen, oft nur für eines oder wenige Modelle. Bei einfachen Origami-Faltungen sind Sie in der Regel nach zehn bis dreißig Faltungen am Ziel, bei sehr komplexen Faltungen können es sogar bis zu 300 Faltungen sein. Diese neuen Modelle sind sehr originalgetreu, bedürfen einiger Faltzeit und werden am besten genau nach Anleitung ausgeführt.

Das perfekte Origami-Papier finden

Neben ganz normalem Kopier- oder Druckerpapier können für Origami viele verschiedene Papiersorten verwendet werden. Echtes Origami-Papier besitzt eine farbige Vorder- und eine weiße Rückseite. Es ist bereits quadratisch und kann direkt zum Falten verwendet werden. Das Papier gibt es in fast allen Farben und lässt sich gut falten. Im Gegensatz zu normalem Papier ist es relativ dünn. Die Standardgröße beträgt 15 mal 15 Zentimeter, es gibt jedoch auch kleineres und manchmal auch größeres Origami-Papier. Wenn Sie es gerne etwas bunter möchten, können Sie außerdem auf Duocolor-Papier zurückgreifen. Dieses Papier besitzt keine weiße Rückseite, sondern ist vorne und hinten farbig. Duocolor-Papier kann einfarbig oder aber in Kontrastfarben erworben werden, die für eine besondere Farbwirkung bei Ihrem gefalteten Modell sorgen können. Achten Sie bei speziellem Origami-Papier darauf, dass es wirklich exakt quadratisch und nicht zu dick oder zu dünn ist. Am besten testen Sie das Papier direkt vor Ort oder bestellen online zunächst einmal nur eine kleine Menge, um sich von der Tauglichkeit zu überzeugen. Ist das Papier geeignet, kann es in größeren Mengen nachbestellt werden.

Daneben können auch noch viele weitere Papiersorten für Origami verwendet werden. Gut geeignet sind beispielsweise normales Druckerpapier, Elefantenhaut (besonders fürs Wetfolding), Kraftpapier, Washi, Chiyogami-Papier, Folien- oder Geschenkpapier. Letzteres eignet sich sehr gut und ist eine günstige Alternative zum speziellen Origami-Papier, da es bereits über eine weiße Rückseite verfügt und sich in der Regel gut falten lässt. Allerdings muss es, wie auch Drucker- oder Kopierpapier, noch auf die richtige Größe zugeschnitten werden. Grundsätzlich kann mit nahezu jedem Papier gefaltet werden, so zum Beispiel auch mit Geldscheinen, mit Servietten oder dem Silberpapier aus Zigarettenschachteln. Der Fantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt. Im Idealfall ist das Papier möglichst dünn, aber dennoch so stabil, dass es seine Form beim Falten beibehält. Handelsübliches Kopierpapier (80 g) ist zum Üben sehr gut geeignet und leicht günstig zu bekommen, falls Sie es nicht ohnehin bereits im Haushalt haben.

Origami nach Anleitung

Origami zu falten ist zwar - zumindest was die Standardformen angeht - nicht allzu schwer, bedarf jedoch einer genauen Anleitung, der die Falttechnik nachempfunden werden kann. In Origami-Büchern werden die einzelnen Modelle meist in Form von Skizzen und dazugehörigen Erklärungen beschrieben. Mittlerweile gibt es jedoch auch Video-Kurse oder animierte Bilder, die die Kreation eines Origami-Modells Schritt für Schritt erklären, sodass es auch für Einsteiger in die Materie nachvollziehbar wird.

Gefaltet wird entweder freihändig oder auf einer geraden Unterlage. Anfänger finden das Falten auf dem Tisch oder einem ähnlichen Untergrund meist einfacher, da es das genaue Arbeiten erleichtert. Es ist beim Origami sehr wichtig, genau zu arbeiten und die Kanten mit dem Fingernagel nachzuziehen, damit sie ihre Form behalten. Oft sehen die Faltungen zu Beginn noch nicht perfekt aus. Mit einiger Übung meistern jedoch auch Anfänger erste Figuren mit Leichtigkeit. Wer sich intensiv mit Origami beschäftigen möchte, sollte dazu ein wenig Zeit mitbringen. Gerade komplexe Modelle bedürfen oft mehrerer Stunden Faltzeit, bis das Endergebnis bewundert werden kann.

Computerprogramme zur Erstellung von Origami-Modellen

Wer sich einige Zeit mit Origami beschäftigt und die meisten Modelle ausprobiert hat, die samt Anleitung zur Verfügung stehen, möchte vielleicht auch einmal eigene Modelle entwerfen. Dies kann natürlich von Hand erfolgen oder auch mithilfe spezieller Computerprogramme. Zwei davon wurden von Robert J. Lang, einem US-Amerikaner, entwickelt, der TreeMaker und der ReferenceFinder. Beim TreeMaker erstellt man zunächst eine Strichzeichnung des gewünschten Modells, die das Programm schließlich in ein Faltmuster mit der passenden Spitzenanzahl umwandelt. Aus diesem kann dann das gewünschte Modell gefaltet werden. Der ReferenceFinder wiederum ermittelt mithilfe der entstandenen Koordinaten eine Faltsequenz, die notwendig ist, um einen bestimmten Referenzpunkt zu erreichen. Mit diesen Programmen können ambitionierte Falter ganz neue Origami-Modelle entwickeln und falten.

Weiteres Zubehör

Auch wenn Kleber und Schere beim klassischen Origami verpönt sind, so kommen sie doch hin und wieder zur Anwendung. Als Klebemittel eignen sich am besten Klebestifte, die nicht schmieren oder auch doppelseitiges Klebeband. Flüssigkleber ist nur bedingt geeignet. Bei der Origami-Variante Kirigami wird auch mit der Schere gearbeitet. Hier werden Faltlinien teilweise nachgeschnitten, um bestimmte Figuren falten zu können. Dafür eignen sich am besten eine kleine, spitze Bastelschere oder auch ein Cuttermesser. Denn auch die Schnitte sollen möglichst exakt sein, um genaues Arbeiten zu ermöglichen. Beim Wetfolding benötigen Sie je nach verwendetem Papier noch Tapetenkleister und/oder Wasser zum Herstellen ihrer Modelle. Ein gutes Buch mit Faltanleitungen erleichtert den Einstieg. Hier sind Bücher speziell für Erwachsene oder Kinder erhältlich sowie solche, die sich auf ein bestimmtes Thema beziehen. Das Wichtigste beim Origami ist jedoch das Papier.

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