Einkaufsführer für Datenkassetten

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Einkaufsführer für Datenkassetten

Datenspeicherung mittels Datenkassetten

Datenkassetten, auch Datasetten, Tapes oder Kompaktkassetten genannt, waren der Vorläufer von Disketten, CDs und USB-Sticks. Sie dienten der Speicherung von Informationen, die sowohl textlicher als auch grafischer Natur beispielsweise in Form von Videospielen sein konnten. Die Datenkassetten brachten gegenüber anderen Speichermedien wie Steckmodulen viele Vorteile mit sich, sind aber modernen Speichermedien in nahezu allen Bereichen unterlegen. Dennoch kommen sie für Heimcomputer aus den 1980er-Jahren gelegentlich immer noch zum Einsatz. Beim Kauf solcher Kassetten sind vielfältige Kriterien zu beachten. So muss die Kassette einem bestimmten Format entsprechen, eine ausreichende Speicherkapazität bieten und für das jeweilige Heimcomputermodell geeignet sein.

Datenkassetten für Heimcomputer

Für private Nutzer waren und sind Datenkassetten im Bereich der Heimcomputer relevant. Hier dienen sie vorrangig als Speichermedium für wichtige Daten. Zu diesem Zweck wird der Speicher des Heimcomputers mittels einer Computersprache in ein Audiosignal umgewandelt. Die hierbei gängigste Sprache ist BASIC. Dieses Audiosignal wird über ein Kabel an einen Kassettenspieler gesendet. Dieser nimmt das entsprechende Signal auf dem Band der Datenkassette auf. Der Vorteil dieser Methode ist, dass die Daten immer und überall hin mitgenommen werden können. Allerdings ist es nicht möglich, sie in einem normalen Kassettengerät abzuspielen. Wenn dies versucht wird, kommen lediglich unverständliche Pieptöne aus den Lautsprechern. Allerdings ist es möglich, die Kassette an einen anderen Heimcomputer anzuschließen und die Daten über diesen auszulesen. Die Menge der Daten, die abgespeichert werden können, hängt von der Kapazität der Kassette ab.

Anwendungsbereiche

Ein Hauptanwendungsbereich für Datenkassetten sind Computerspiele. Durch die relativ geringen Materialkosten war es den Herstellern möglich, ihre Spiele deutlich günstiger als zuvor anzubieten. Deswegen verdrängten die Datenkassetten die bis dahin gängigen Steckmodule immer mehr, weil diese deutlich teurer sind. Allerdings bringen Datenkassetten den Herstellern auch Nachteile. Denn durch die leichte Handhabbarkeit der Informationen auf einer solchen Kassette ist es leicht möglich, die darauf befindlichen Daten zu kopieren. Deswegen kämpft die Spielindustrie bis heute gegen Raubkopierer und entwickelt immer neue Kopiersperren, mit denen sie ihre Spiele sichern. Die Dateiformate unterscheiden sich hierbei je nach Anwendungsbereich. So werden Daten und Programme in den meisten Fällen als BASIC-Datei geschrieben und gespeichert. Bei Computerspielen kommen hingegen häufig mehrere Dateien in Maschinensprache zum Einsatz. Je nach Stand des Spiels müssen dann zum Beispiel neue Level geladen werden, bevor es weitergehet. Nicht zuletzt sind Datenkassetten im Bereich der Hobbyaufnahmen sehr beliebt. Nach wie vor gibt es zahlreiche Kameramodelle, die nicht digital arbeiten, sondern die Videodaten auf einer Kassette abspeichern.

Vor- und Nachteile

Datenkassetten stellten in ihrer Zeit – den 1980er-Jahren – eine wahre Revolution dar. Zum ersten Mal war es Nutzern möglich, die von ihnen verfassten Programme einfach und vergleichsweise schnell auf ein Medium zu speichern. Das war zuvor mit Steckmodulen deutlich aufwendiger. Zudem wurden die Daten durch solche Kassetten endlich mobil. Zur Blütezeit der Datenkassetten gab es noch nicht die Möglichkeit, Informationen auf einen USB-Stick zu speichern oder diese gar per E-Mail über das Internet zu verschicken. Wer also an verschiedenen Rechnern arbeiten wollte oder musste, konnte durch Datenkassetten einen recht komfortablen Austausch der Daten bewerkstelligen.

Ebenfalls überzeugend war der Preis der Kassetten. Dieser lag damals bei etwa 5 Mark und war somit gerade einmal ein Viertel so hoch wie bei vergleichbaren Steckmodulen. Nicht zuletzt entstand durch die Datenkassette ein wahres Programmierfieber. Die Tüftler mussten ihre selbst geschriebenen Programme nun nicht mehr für sich behalten, sondern konnten sie auf Kassette speichern und verteilen. Für die meisten Menschen war das ein unterhaltsames Hobby, andere machten daraus sogar ein Geschäft. Hierzu zählen zum Beispiel Hersteller von Computerspielen. Es gab jedoch auch zahlreiche Computerzeitschriften, die fast ausschließlich Programme abdruckten, die die Leser dann zu Hause abschrieben. Wer heutzutage noch mit BASIC arbeitet und über seinen Heimcomputer Programme schreibt, wird deswegen von den Datenkassetten nach wie vor profitieren.

Es sind jedoch auch zahlreiche Nachteile mit Datenkassetten verbunden. So ist die Speicherkapazität der Kassetten im Vergleich zu CDs und USB-Sticks verschwindend gering. Hinzu kommt, dass die Daten auf der Kassette in den wenigsten Fällen direkt angesteuert werden können, sodass der Nutzer erst an die entsprechende Stelle spulen muss. Das kostet Zeit, ist unpraktisch und schadet auf lange Sicht dem Magnetband. Deswegen sind Datenkassetten heutzutage ausschließlich im Bereich älterer Heimcomputer zu finden und werden von Nostalgikern und Menschen, die gerne mit BASIC arbeiten, genutzt.

Verschiedene Formate

Beim Kauf von Datenkassetten sind unbedingt die verschiedenen Formate zu beachten. So gibt es zum Beispiel die Formate DLT/SDLT, Travan, RDX und LTO-3. Prinzipiell sind alle diese Formate dazu gedacht, Daten zu speichern, um sie mitführen oder archivieren zu können. Allerdings werden von unterschiedlichen Herstellern jeweils eigene Schwerpunkte gesetzt. So ist zum Beispiel das Format DTL (Digital Linear Tapes) vor allem für Datensicherung von Heimcomputern konzipiert, während etwa Travan speziell auf Workstations und Server ausgerichtet ist. LTO-Bänder bieten zudem den Vorteil, dass sie nicht auf einen Hersteller alleine zugeschnitten sind. Es handelt sich hierbei also um ein besonders vielseitiges Format, das in unterschiedlichen Rechnern zum Einsatz kommt. Die RDX-Bänder kommen schließlich weniger im privaten Bereich zum Einsatz, sondern werden zur Datensicherung beim Militär und in der Industrie genutzt. Welches Format für Sie geeignet ist, hängt einerseits von Ihrem Rechner und andererseits vom angestrebten Verwendungszweck ab. Beachten Sie vor dem Kauf, dass es teilweise herstellerspezifische Formate gibt, die mit den Programmen oder Rechnern anderer Hersteller nicht kompatibel sind.

Maximale Speicherkapazität

Ein weiteres wichtiges Kaufkriterium bei Datenkassetten ist die Speicherkapazität. Von dieser hängt nämlich ab, wie viele Informationen auf der Kassette Platz finden. Der Speicherplatz verteilt sich hierbei in der Regel auf beide Seiten des Bandes. Das bedeutet, dass die Kassette an einer bestimmten Stelle umgedreht werden muss, damit auch die andere Seite be- bzw. abgespielt werden kann. Im Bereich der Computerspiele befinden sich auf der Rückseite häufig zusätzliche Level, die auf der Vorderseite nicht bespielbar sind. Heutzutage sind Datenkassetten viel ausgereifter als in den 1980er-Jahren. Entsprechend größer ist die zur Verfügung stehende Speicherkapazität. Diese reicht mittlerweile von einigen Hundert MB bis hoch zu 1,6 TB. Mit der Größe des Speichermediums steigt natürlich auch der Preis. Überlegen Sie sich daher genau, für welche Einsatzgebiete Sie die Datenkassette nutzen möchten. Wenn Sie nur einige Daten abspeichern möchten, ist es überflüssig, ein immens großes Modell zu kaufen. Für große Datenmengen wie bei Filmen und Spielen ist es hingegen notwendig, auf Modelle mit einer entsprechend größeren Speicherkapazität zurückzugreifen.

Welche Markenhersteller gibt es?

Es gibt eine Vielzahl von Herstellern, die Datenkassetten anbieten. Hierbei ist zu beachten, dass einige von diesen Modelle entwerfen, die auf die eigenen Produktlinien zugeschnitten sind und mit Rechnern oder Kameras anderer Anbieter nicht kompatibel sind. Einer der bekanntesten Hersteller von Datenkassetten war die Firma Commodore, die mit der Datasette ein für ihre Modelle eigens entwickeltes Format produzierte. Im Bereich der LTO-Bänder dominierte hingegen die Firma IBM. Heutzutage bekommen Sie Ihre Kassetten unter anderem von Herstellern wie HP, Sony und Imation. Diese garantieren eine zuverlässige Qualität und eine hohe Belastbarkeit der Bänder. Im Bereich der Modelle für Filmaufnahmen dominiert hingegen die Firma FUJIFILM. Wenn Sie sich für Modelle dieser Anbieter entscheiden, sind Sie sicher, dass Sie Qualitätsprodukte mit hoher Langlebigkeit erhalten. Selbstverständlich gibt es aber auch No-Name-Anbieter, die ihre Kassetten zu günstigen Preisen abgeben. Hier müssen Sie jedoch darauf achten, dass die Modelle wirklich eine einwandfreie Qualität besitzen und vom Leistungsspektrum und der Geschwindigkeit her für Ihre Zwecke geeignet sind.

Hierauf ist zu achten, wenn Sie heutzutage Datenkassetten kaufen

Datenkassetten werden heutzutage eher selten angeboten. Entsprechend werden in Fachgeschäften relativ wenige Informationen zu dieser Technik bereitgestellt. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, sich im Internet und bei eBay nach Kassetten umzusehen. Hier ist ein großes Spektrum zu finden, aus dem Sie wählen können. Achten Sie beim Kauf unbedingt darauf, dass die Kassette zu Ihrem jeweiligen Rechner passt. Die Formate müssen unbedingt kompatibel sein, um genutzt werden zu können. Häufig dokumentieren die Anbieter nicht nur, für welche Geräte die Kassette geeignet ist, sondern auch, womit sie keinesfalls genutzt werden kann.
Ebenfalls wichtig ist, dass Sie eine für Ihre Zwecke angemessene Speicherkapazität wählen. Weder zu große noch zu kleine Modelle eignen sich für den Kauf. Selbstverständlich sind Sie nicht gezwungen, auf neuwertige Produkte zurückzugreifen, sondern können sich auch gebrauchte Kassetten zulegen. Da diese Speichermedien jedoch relativ empfindlich sind und sich mit der Zeit abnutzen, ist es wichtig, dass Sie die Qualität der gebrauchten Modelle genau prüfen. Außerdem muss darauf geachtet werden, ob es sich um sogenannte WORM-Bänder (Write once, read many times) handelt. Solche Bänder sind nicht wiederbespielbar, können aber sehr oft ausgelesen werden. Wenn Sie hingegen Kassetten suchen, die Sie immer wieder überschreiben und mit neuen Daten füllen möchten, müssen Sie nach entsprechenden Modellen suchen. Nicht zuletzt entscheidet bei Datenkassetten der Preis. Verschiedene Hersteller verlangen oftmals unterschiedlich viel Geld für ihre Produkte. Nehmen Sie sich daher ausgiebig Zeit für einen genauen Vergleich, um ein wirklich günstiges Modell für sich zu entdecken.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden