Einfuhrzoll mit Mehrwertsteuer!

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Etwas im Ausland ersteigert. Ausserhalb der EU? dann kann es nochmals teuer werden.

Wenn eine Sendung über 150 Euro wert ist (als Geschenk deklariert), dann wird Einfuhrzoll in Höhe von 2,5-17 Prozent UND Mehrwertsteuer 19 Prozent auf ALLES fällig.

Hier ein Beispiel:

Warenwert (es zählt der ausgewiesene Wert oder die angegebene Versicherungssumme, je nach dem was höher ist UND die Versandkosten) Beispiel: 60 Euro versicherter Wert  zzgl. 40 Versandporto sind 100 Euro Warenwert (vereinfachte darstellung - Grenze ist natürlich 150,-)!

Zoll wird nun fällig: 100,- Euro mit 6 Prozent Einfuhrzoll (aus Drittländer (abhängig vom Herkunftsland)  und schwankt je nach Art und Material der Ware - kann also auch mehr sein...hier Spielzeug aus Metall und aus den USA) das macht nun 106 Euro! Darauf kommt nun auch noch die Mehrwertsteuer von 19 Prozent! 106,- Euro plus 19 Prozent sind nun 126,14 Euro!!! RICHTIG! Es wird eine Steuer versteuert!

Die möglichen zu zahlenden Gebühren für Sendungen außerhalb des Zollgebietes der Europäischen Gemeinschaft - sind als Freigenzen anzusehen - berechnen sich wie folgt:

- bis zu einem Wert von 150,- Euro sind bei einer Sendung von Privat an Privat keine Gebühren zu zahlen. Dies gilt nur bei nicht-kommerziellen Sendungen, also z.B. bei einem Geschenk (lasst es vom Absender auch so vermerken)

Alter Tarif:

- bis zu einem Wert von 22,- Euro (inkl. Versand!!!) sind bei bestellter Ware, Ebay Auktionen etc. keine Gebühren zu zahlen! Das ist auch noch so!

- sollte der Wert 22,- Euro übersteigen, so ist zum einen Mehrwertsteurer und zum anderen ein bestimmter prozentualer Zollsatz auf den Wert der eingeführten Ware zu bezahlen. Der Zollsatz variiert in Abhängigkeit der Produktes. So sind beispielsweise auf Textilien 12%, auf Schuhe 8-17% auf Spielzeug aus Metall 6% und auf Schmuck 2,5% zu zahlen (die Angaben findet man auf der Homepage des Zolls).

Das ist nun Geschichte! Es wird nur komplizierter...

Rechtzeitig zu Weihnachten wird ab dem 01.12.2008 die Höchstgrenze für die zollfreie Einfuhr von Postsendungen aus NICHT-EU-Ländern von derzeit 22 Euro auf 150 Euro je Sendung angehoben, was diese bis zu diesem Wert zollfrei macht. Und jetzt der Haken: Bis 22 Euro sind gar keine Steuern zu zahlen. Aber die Einfuhr-Umsatzsteuer muss ab 22 Euro trotzdem entrichtet werden.

Toller Scheiß!  Zum mitschreiben:

Bis 22 Euro zahlt Ihr gar nichts! Bis 150 Euro zahlt ihr keinen Zoll aber Einfuhrumsatzsteuer von 19% (oder7% auf umsatzsteuerreduzierte Güter, wie Bücher) auf alles. Und ab 150,01 Euro zahlt Ihr wieder alles (Zoll und Umsatzsteuer) wie gehabt!

DANKE oh großer Staat, unser! Gelobet seien Deine Ideen!

 

Meckern ist sinnlos, der Staat zockt uns hier gnadenlos ab. Und die Falle ist aufgestellt. Es kann sein, dass der Zoll anfängt zu diskutieren und die Ware zurückhält, weil er nicht glaubt, dass das alles nur so wenig kosten soll. Oder das Paket gemessen am Warenwert zu groß ist (pi x Daumen x Tageszeit geteilt durch Würfelaugen). Dann will er Quittungen sehen...

Also: Sorgt dafür, dass keine Preisschilder in der Sendung sind. Das ist verwirrend. Es kann ja sein, dass Ihr einen Posten in den USA gekauft habt, der aus einer Geschäftsauflösung stammt. Dann sind die Werte anderes ettikettiert als tatsächlich gezahlt. Das kann zu Stress führen.

Und wer nicht glaubt, dass solche Nonsenssendungen auch tatsächlich geöffnet und kontrolliert werden irrt. Es gibt in jedem Zollkreis eine Dienststelle wo ein paar nette beamtete Mitbürger sitzen, die das alles sehr wohl kontrollieren und ihre Pflicht darin sehen auch 5-Euro-Sendungen zu kontrollieren u. ggf. auch nachzufragen. Was auch immer so ein Schwachsinn kostet. Beispielsweise wurden bei meinem Zollverein hier binnerhalb von zwei Wochen 12 (zwölf!!) Sendungen zurückbehalten. Woher ich das weiß? Ich hatte innerhalb von 10 Tagen die 54. (12,61 Euro Zoll) und 66. Sendung (9 Euro)... Der Arbeitsaufwand betrug für die Dame jedesmal 25 Minuten. Man beachte die Lohnkosten eines Regierungsober- oder -hauptsektretärs mit Pensionsanspruch für diese Zeit.

Weiterhin kann sein, dass Du zur Zollbezirksverwaltung kommen darfst, und die ist nicht immer da, wo man vermutet. Und zwar persönlich!! Mit Quittung. Dann wird abgerechnet und Dir Deine Sendung ausgehändigt. Also in meinem Fall sind das 38 km - einfach. Und nein, mit Anruf und Überweisung ist da gar nichts zu machen, da Privatleute beim Zoll keinerlei Vertrauen genießen. Ergo fallen Spritkosten an... macht Euch mal schlau, wohin Ihr dann müsst. Das kann durchaus weiter als nur 38 km sein. Gerade in der Tundra Deutschlands sind diese Stellen recht rar. Und dann rechnet mal, was Ihr an Benzin zahlen müsst (über Anfahrtszeiten reden wir nicht) , damit die 12,61 oder 9 Euro einnehmen können. Bei jeweils 25 Minuten Arbeitsbelastung...

4x Din A4-Seiten und die nette Quittung (Din A5, Grün) über 12,61 Euro, bei 25 Minuten Arbeitsbelastung und 2x38 Kilometer selbst zu zahlende Wegstrecke!

Gewerbliche Anbieter können die Quittung hinschicken. Dann bekommen sie die Zollgebühren mitgeteilt, ÜBERWEISEN diese und der Zoll gibt die Sendung dann wieder auf den Postweg. Denn Gewerbetreibende sind VERTRAUENSWÜRDIGER als Bürger, die EVENTUELL nicht zahlen. Und das Eintreiben dieser Horrorsummen (12 und 9 Euro...) verursacht Kosten. Daher geht das nur bei Gewerbetreibenden...

Nicht ärgern. Denn das klappt auch nicht. Bei Gewerbetreibenden steigen dann andere Diskussionen, die ein persönliches Erscheinen absolut nötig machen... Habe inzwischen auch den Eindruck, dass die Publikumsverkehr brauchen, um ihre Stellen zu rechtfertigen. Also so eine Art ABM für Beamte...

Mich regt so ein Schwachsinn jedesmal auf und ich muß mich immer zusammenreißen, um diesen Hinterbänklern nicht zu sagen, wie weit sie im geistigen Abseits sitzen. Aber nur aus einem einzigen Grund tu ich das nicht: Die sind die unterste Arbeitsebene und können selbst nichts dafür. Und die, die etwas dafür können sind offensichtlich geistig behindert oder der Mathematik nicht mächtig. Ergo:

Augen auf beim Eierkauf! Sonst sind die Eier verdammt teuer!

Hin und wieder klappt es, wenn man den Absender auffordert die Zollerklärung (custom declaration) AUSSEN an das Paket zu kleben.

Wenn Dir der Ratgeber geholfen hat, freut mich das. Bitte vergiss in diesem Fall nicht ihn zu bewerten. Wenn Fragen offen geblieben sind, lass es mich bitte wissen. Dann kann man ihn ggf. sukzessive ergänzen und verbessern. das hilft dann auch anderen.

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