Einfacher Klopftest entlarvt unsichere Türen – so machen Sie sie einbruchssicher

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Auch wenn sie massiv aussieht: Die Türe ist neben Fenstern oft die Schwachstelle im Haus und ungesichert eine wahre Einladung für Einbrecher. Wir erklären Ihnen, wie Sie mit fünf Maßnahmen Einbrecher draußen halten. Und wir verraten, wie Sie schon mit einem einfachen Klopfen unsichere Türen entlarven.
Bei vielen Haus- und Terrassentüren haben Einbrecher leichtes Spiel. (© 123rf.de)
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Bei vielen Haus- und Terrassentüren haben Einbrecher leichtes Spiel. (© 123rf.de)

Der Test

Ob Sie Ihre Türe mit besonderen Sicherungsmaßnahmen nachrüsten sollten, können Sie durch einen einfachen Test ermitteln. Klingt die Tür beim Klopfen hohl, ist das der Knock-out für Ihre Sicherheit zuhause. Dann sollten Sie nachrüsten – und zwar massiv! Gleiches gilt, wenn die Tür sich einfach aus den Angeln heben lässt. Diese Schwachstellen sind häufig an Terrassen- und Balkontüren zu finden, aber auch einige Haustüren, vor allem in größeren Mehrfamilienhäusern, weisen eklatante Sicherheitsmängel auf.
 
Mit folgenden fünf Maßnahmen stärken Sie Ihre Tür und Ihre Sicherheit zuhause:
Das Abus-Schloss ES660 ist dank Sicherungskarte besonders sicher. (© Abus)
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Das Abus-Schloss ES660 ist dank Sicherungskarte besonders sicher. (© Abus)

1. Das richtige Türschloss

Das Schloss ist, im wahrsten Sinne des Wortes, der Schlüssel zu Ihrer Sicherheit. Sie können eine noch so massive Holztür einbauen – wenn der Riegel Ihres Schlosses nicht tief genug in den Türrahmen und in die Wand reicht, öffnet ein Einbrecher Ihre Tür mit einem entschlossenen Fußtritt. Gute Türschlösser erkennen Sie an der Sicherheitsklasse – je niedriger, desto besser. Bereits Sicherheitsklasse 4 ist einbruchshemmend, Schlösser der Klasse 2 widerstehen sogar dem Einsatz eines Schlagbohrers. Top sind Schlösser mit einer Sicherungskarte. Ohne diese Karte darf niemand die Schlüssel vervielfältigen. Achten Sie darauf, dass das Schloss möglichst nicht übersteht oder zumindest von einem Schutzbeschlag umgeben ist. So haben Einbrecher weniger Möglichkeiten ihre Werkzeuge anzusetzen. Für optimale Sicherheit bringen Sie unten an der Tür ein zweites Schloss an. Dort ist es deutlich schwieriger mit roher Gewalt oder mit Hilfe von Werkzeug ein Schloss zu knacken. Gute Schlösser sind nicht einmal teuer. Den Schließzylinder Abus EC660 mit Sicherungskarte bekommen Sie bei eBay ab etwa 40 Euro. Und ab 85 Euro finden Sie Zylinder mit Sicherheitsklasse 2 wie den Keso 4000S.
Ein Panzerriegel sorgt für enorme Sicherheit - wenn er richtig verbaut ist. (© Abus)
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Ein Panzerriegel sorgt für enorme Sicherheit - wenn er richtig verbaut ist. (© Abus)

2. Der zusätzliche Türriegel

So gut wie jede Haustür können Sie mit einem massiven Riegel nachrüsten. Das verbessert den Einbruchsschutz ganz enorm. Besonders empfehlenswert sind Querriegelschlösser, die eine Tür über die gesamte Breite blockieren. Sieger bei Warentest ist der Panzerriegel Abus PR2700 mit der Topnote 1,4, den Sie bei eBay ab etwa 200 Euro bekommen. Angebracht werden sollte so ein Schutzriegel etwa in Hüfthöhe, also unter dem Türschloss. Denn dort können Einbrecher die meiste Kraft einsetzen. Der Einbau sollte nur von einem Handwerker oder zumindest einem sehr versierten Heimwerker durchgeführt werden. Warentest-Fachmann Peter Schick sagt: „Wenn nur eine Schraube irgendwo falsch sitzt oder fehlt, bricht die ganze Schutzwirkung völlig in sich zusammen.“ Der Riegel sollte mindestens 2,5 Zentimeter in die Wand reichen, für die Schrauben sind 7,5 Zentimeter das Mindestmaß. Eine zusätzliche Bandsicherung auf der Seite des Türscharniers ist empfehlenswert. Die Kastenzusatzschlösser, die bekannten kleineren Kästchen mit einem Riegel, fielen im Warentest dagegen durch. Sie halten einem massiven Werkzeugeinsatz nicht stand. Und noch ein Tipp: Ein weiterer Riegel nur für die Innenseite, der von außen gar nicht zugänglich ist, verhindert, dass ein Einbrecher Sie nachts im Schlaf überrascht.
Ein einfacher Holztürrahmen braucht in der Regel eine Verstärkung. (© Ringo / baustoffscout)
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Ein einfacher Holztürrahmen braucht in der Regel eine Verstärkung. (© Ringo / baustoffscout)

3. Der stabile Türrahmen

Die sogenannte Zarge ist ein weiterer Angriffspunkt für Ganoven, die sich an Ihrer Tür zu schaffen machen. Wenn der Türrahmen nicht fest genug mit dem Mauerwerk verbunden ist, helfen die schönsten Maßnahmen wie ein sicheres Schloss oder ein Panzerriegel gar nichts. Denn dann lässt sich die Tür mit massivem Gewalteinsatz, mit Brecheisen oder Kuhfuß, öffnen. Um die Zarge zu sichern, gibt es Schließbleche, die in der Mauer verankert werden. Einen allzu fragilen Türrahmen sollten Sie auswechseln. Tipp: Eine Tür, die sich nach außen öffnet, ist wesentlich schwerer zu knacken, als eine, die nach innen schwingt. Türzargen finden Sie bei eBay ab etwa 100 Euro. Hier gilt allerdings: Ein höherer Preis bedeutet in aller Regel auch mehr Sicherheit.
Eine Tür wie ein Bollwerk: Das Türblatt sollte idealerweise aus Massivholz, Kunststoff oder Metall sein. (© Welthaus)
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Eine Tür wie ein Bollwerk: Das Türblatt sollte idealerweise aus Massivholz, Kunststoff oder Metall sein. (© Welthaus)

4. Das massive Türblatt

Hier kommt unser Klopftest ins Spiel. Wenn Ihre Haustür hohl und dünn klingt, sollten Sie das Türblatt schnellstmöglich auswechseln. Denn solche so genannten Röhrenspantüren, die nur eine dünne Holzverkleidung haben und die kaum stabiler als Presspappe sind, tritt auch der altersschwächste Einbrecher mühelos auf. Das ist vor allem in größeren Mehrfamilienhäusern häufig ein Problem. Hier setzen Sie sich am besten mit Ihrem Vermieter in Verbindung, der auch kein Interesse daran hat, dass bei seinen Mietern ständig eingebrochen wird. Die beste Lösung ist eine robuste Tür mit etwa 40 Millimetern Stärke – aus Massivholz, Sicherheitskunststoff, Fiberglas oder Metall. Wenn Sie Ihre Tür nicht austauschen dürfen, können Sie zumindest innen mit einer Stahlblech- oder Multiplexplatte die Sicherheit verbessern. Wenn Sie sich eine neue Tür zulegen, verzichten Sie am besten auf Glaselemente. Denn so hübsch es auch aussehen mag, wenn Licht durch die Tür scheint – Fenster und Glas sind immer Schwachstellen, die Einbrecher nur zu gerne ausnutzen. Wenn Sie bereits eine solche Tür haben, lassen sich die verglasten Bereiche mit Zierelementen oder Gittern besser schützen. Türblätter finden Sie bei eBay ab etwa 100 Euro.  Und auch hier lohnt es sich, im Sinne der Sicherheit zu den hochwertigen Produkten zu greifen.
Der Türspion mit Kamera ermöglicht einen guten Eindruck vom Besucher vor der Tür. (© E-Market 666)
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Der Türspion mit Kamera ermöglicht einen guten Eindruck vom Besucher vor der Tür. (© E-Market 666)

5. Der Rest

Wenn es eine zweite Tür zu Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus gibt, sind dort natürlich die gleichen Sicherheitsmaßnahmen erforderlich – sonst sucht sich der Einbrecher schlicht den einfacheren Weg in Ihre vier Wände. Denken Sie daran, den Bereich vor Ihrer Tür gut auszuleuchten, am besten mit einem Bewegungsmelder. Denn im Hellen bricht es sich schlecht ein. Und einen Türspion können Sie auch nachträglich noch einbauen – aber unbedingt mit Weitwinkeloptik, die ein großes Blickfeld bietet. Es gibt auch schon Spione mit integrierter Kamera ab etwa 40 Euro.

Ein wichtiger Tipp zum Schluss

Sie müssen sich nicht hinter einer perfekt abgesicherten Tür verbarrikadieren und jede dieser Maßnahmen umsetzen. Ein oder zwei sinnvolle Sicherheitsvorkehrungen genügen, um deutlich geschützter zu leben. Denn mehr als drei bis maximal fünf Minuten nimmt sich erfahrungsgemäß kein Einbrecher Zeit, um eine Tür zu knacken. Dann wird ihm die Nummer zu heiß – und er zieht weiter, um in der Nachbarschaft nach leichterer Beute zu suchen. Wenn Sie den Ganoven also das eine oder andere Hindernis in den Weg legen, zum Beispiel einen erstklassigen Sperrriegel, genügt das meist schon. Vor dem Kauf können Sie sich übrigens kostenlos bei den Beratungsstellen der Polizei informieren. Wenn Sie möchten, kommen die Experten auch zu Ihnen nach Hause, um vor Ort geeignete Lösungen vorzuschlagen.
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