Einfach sauber: die Geschichte des Bidets

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war

Einfach sauber: die Geschichte des Bidets

Beim Bidet handelt es sich um ein Sitzwaschbecken. Es wird genutzt, um Genitalien und/oder Füße zu reinigen. Durch die Anbringung auf Toilettenhöhe wird es oftmals als Urinal missverstanden. Die geringe Höhe ermöglicht es auch in ihrer Mobilität eingeschränkten Personen, die Körperhygiene sicherzustellen.

 

Wer kommt denn auf die Idee, ein Bidet zu bauen?

Das wüssten wohl alle gern. Es kann bisher jedoch nicht sicher belegt werden, wer die Idee hatte. 1726 findet das Bidet seine erste schriftliche Erwähnung. Das erste Bild mit einem Bidet ist "La Toilette intime"; Francois Boucher malte es 1741. Der Name rührt höchstwahrscheinlich vom französischen Begriff für kleines Pferd her. Das mag daran liegen, dass die ersten Bidets in Pferdeform gefertigt wurden und regelrecht aufgestiegen werden musste.

 

Wie und wo wurde ein Bidet genutzt?

In seiner frühen Zeit fand das Bidet hauptsächlich in Frankreich und Italien Verwendung. Früher fand es in einem aus Holz gefertigten Gestell Platz und stand, mit dem Nachttopf, im Schlafzimmer. Erst als um 1900 die Installationstechnik für Sanitäranlagen fortschritt, wanderte beides ins Badezimmer. Das Bidet wird zusätzlich zu Toilette und Badewanne oder Dusche angebracht.

Damals wie heute wird das Bidet zur Reinigung der Genitalien und des Hinterteils genutzt. Dafür wird im Reitersitz auf der Vorrichtung Platz genommen. Ob dabei mit dem Gesicht in Richtung Wasserhahn gesessen wird, ist Geschmackssache.

Bis zur Einführung der Antibabypille in den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts wurden Bidets auch zur Empfängnisverhütung genutzt.

 

Die Verbreitung des Bidets in der Welt

Einen wahrhaften Siegeszug über die Welt konnte das Bidet bisher nicht antreten. Am häufigsten findet sich diese Sanitäranlage in den südeuropäischen Ländern Italien, Frankreich und Portugal. Aber auch die südamerikanischen Länder haben Bidets bis zu 90 Prozent in ihren Haushalten Die wenigsten Bidets finden sich in England und Deutschland. In Ägypten oder Finnland ist das Bidet als solches kaum vertreten. Dort gibt es einzelne Wasserschläuche für die Reinigung der unteren Körperregionen. In Japan wurde 1980 die papierlose Toilette entwickelt. Jene trocknet nach dem Toilettengang Genitalien und After. Dafür wurden Düsen in eine spezielle Klobrille installiert, mit der die einfache Toilette umgerüstet werden kann. Die papierlose Toilette hat sich zu einem Exportschlager entwickelt.

 

Vorschriften für das Bidet in deutschen Landen

Bidets, die ihren Wasseraustritt am Beckenboden eingebaut haben, sind in Deutschland bei einer Neuinstallation nicht zulässig. Das rührt daher, dass bei einem Unterdruck im Trinkwassersystem das verschmutzte Wasser aus dem Bidet ins Trinkwasser gezogen wird, womit die Keimfreiheit des Trinkwassers nicht mehr garantiert ist. Ein solcher Unterdruck tritt zwar nur sehr selten auf – aber sicher ist sicher.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden