Einfach nur telefonieren - Handys unter 100 Euro

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Einfach nur telefonieren
Handys unter 100 Euro


Motorola W220, ein einfaches Klapphandy.


MP3 und 5-Megapixelkamera - Schnickschnack? E-Mail und Touchscreen - nicht nötig? Wer ein günstiges Handy haben möchte, einfach nur zum Telefonieren, der muss schon ein bisschen suchen. Etliche Hersteller haben aber durchaus einfach ausgestattete Handys im Programm. Käufer können für deutlich weniger als 100 Euro ein solides Gerät finden, und zwar ohne einen Vertrag unterschreiben zu müssen.
 
Verzichten müssen Sparer in der Regel auf eine eingebaute Kamera. Sollte das Unter-100-Euro-Handy dennoch eine besitzen, dann mit einer sehr geringen Auflösung. Meist verfügen diese günstigen Mobiltelefone auch nicht über einen Musikspieler. Ohnehin wäre ein MP3-Player aber nur mit einem Speicherkarteneinschub sinnvoll - der aber in der Günstig-Klasse ebenfalls nicht zu finden ist.
 
Das Nokia N1650 ist so ein Handy für Leute, die unterwegs einfach nur telefonieren können und erreichbar sein wollen: Es besitzt ein anständiges Display mit einer Auflösung von 128 x 160 Pixeln und ein UKW-Radio gegen die Langeweile in der U-Bahn - viel mehr nicht. Telefonieren und SMS sind natürlich möglich. 69 Euro kostet das 80 Gramm wiegende Dualband-Handy. 30 Euro mehr kostet das Nokia 5070. Dafür erhält der Käufer ein Tri-Band-Handy mit eingebauter Kamera und E-Mail-Funktion. Es unterstützt außerdem den EDGE-Standard für das mobile Internet.
 
Bluetooth fehlt meist
 
Praktisch ist eine Bluetooth-Schnittstelle am Handy, weil sie die drahtlose Kombination mit einem Headset ermöglicht - was gut für Autofahrer ist. Doch Bluetooth sucht man bei den meisten günstigen Handys vergebens. Auf den ebenfalls in der unteren Preisklasse kaum vertretenen E-Mail-Client kann das Gros der Anwender wohl verzichten. Das gleiche gilt wahrscheinlich für die Synchronisation mit Outlook auf dem PC. "Da gibt es bei den Billigen oft Probleme", sagt Michael Peuckert von der in Stuttgart erscheinenden Zeitschrift "connect".
 
Auch von Motorola gibt es Handys in der Unter-100-Euro-Kategorie. Sowohl für das W375 als auch für das W220, beides Motorola-typische Klapphandys, lautet die Unverbindliche Preisempfehlung 99 Euro. Beim W375 handelt es sich um ein Tri-Band-Modell mit GPRS und USB-Schnittstelle, dank derer sich das Telefon wie ein externes Laufwerk mit dem PC verbinden lässt. Das W220 ist ein Dual-Band-Handy mit GPRS für die mobile Datenübertragung.
 
Das Modell my220x vom französischen Hersteller Sagem ist ein echtes Leichtgewicht - gerade 65 Gramm bringt es auf die Waage. Und mit einer Gehäusehöhe von zehn Millimetern ist es sogar vergleichsweise flach. Dafür ist das Display nicht gerade groß, aber ausreichend, wenn es nur ums Telefonieren geht. Das Dual-Band-Handy mit Tasten-Beleuchtung schlägt mit 69 Euro zu Buche.
 
Lange Ausdauer
 
Oft wird bei den billigen Handys laut Michael Peuckert eine ältere Display-Technik verwendet, die eine vergleichsweise schlechte Auflösung und einen schlechten Betrachtungswinkel bietet. Dafür verbrauchen diese Displays weniger Strom. Überhaupt ist bei den günstigen Geräten mit geringer Ausstattung oft zu beobachten, dass sie eine lange Ausdauer haben - eben weil ihnen die stromfressenden Komponenten fehlen.
 
Wer einen großen Freundeskreis, viele Verwandte und Geschäftspartner hat, sollte auf ein entsprechend großes Telefonbuch achten. 200 Kontakte sollten es schon sein. "Hier muss man allerdings differenzieren", rät Peuckert: Während ein Kontakt bei einem Handy nur eine Nummer pro Name vorsieht, können beim anderen Gerät vielleicht sogar drei Nummern pro Name eingetragen werden: Festnetz, mobil und geschäftlich.
 
Abstriche müsse man oft bei der Verarbeitung machen, so Peuckert. Möglicherweise liegen die preiswerteren Handys auch nicht so gut in der Hand wie teurere Geräte mit aufwendigem Design. Alles in allem ist die Chance aber groß, für wenig Geld ein Telefon mit guten Telefonie-Eigenschaften zu bekommen. Denn Empfang, Akustik und Ausdauer - das hat die Praxis gezeigt - fallen keineswegs automatisch dem Sparzwang zum Opfer.
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