Einer für alle – das leistet ein Drucker als Multifunktionsgerät

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Multifunktionsgeräte sind Drucker, Scanner, Kopierer und zum Teil auch Faxgerät in einem. Wer wenig Platz hat und dazu noch Geld sparen möchte, findet in einem solchen Gerät ein Multitalent. Ein Multifunktionsgerät unterscheidet sich optisch kaum von einem herkömmlichen Drucker. Ein wenig größer ist er schon, aber dafür bietet er auch eine ganze Reihe von unterschiedlichen Funktionen, die sich zum Teil auch nutzen lassen, ohne dass der PC eingeschaltet ist.

Dieser Ratgeber zeigt, was ein Multifunktionsgerät leistet und worauf bei der Auswahl geachtet werden sollte.

Die verschiedenen Scanner- und Druckertechniken bei Multifunktionsgeräten

Ganz ähnlich wie herkömmliche Drucker stehen Multifunktionsgeräte als Tintenstrahlmodelle, Laserdrucker oder mit einem LED-Druckwerk ausgestattet zur Verfügung. Für den professionellen Einsatz, zum Beispiel in Grafikbüros oder Werbeagenturen, gibt es Multifunktionsdrucker, die mit Festtinte (Solid-Ink) arbeiten.

Im Bereich des Scanners können Multifunktionsgeräte sowohl einen Flachbett- als auch einen Einzugs-Scanner besitzen. Allerdings verfügt der überwiegende Teil dieser Geräte über eine Scan-Einheit mit Flachbett. Einzugsdrucker können zwar mehrere Dokumente auf einmal aufnehmen, eignen sich aber nicht zum Einscannen von Vorlagen aus Büchern oder sperrigen Zeitschriften. Außerdem verarbeiten Flachbett-Scanner problemlos auch kleine Vorlagen wie Passbilder oder Zeitungsausschnitte. Auch hier hat der Einzugs-Scanner Probleme, die Vorlagen an der Scan-Einheit vorbeizuführen. Dies trifft auch bei Vorlagen aus sehr dünnem Papier zu, die beim Transport durch die Scan-Einheit reißen können.

Allerdings fallen Einzugs-Scanner kleiner als die Modelle mit Flachbett aus und damit benötigen Multifunktionsgeräte, die diese Technik verwenden, weniger Stellplatz. Für den täglichen Gebrauch sind Flachbett-Scanner aber auf jeden Fall die bessere Wahl.

Multifunktionsgeräte als Tintenstrahler

Multifunktionsgeräte in Form von Tintenstrahlern sind die günstigste Variante. Außerdem sind sie deutlich leiser als Geräte mit anderen Drucktechniken und können deshalb auch gut in der Nähe des Arbeitsplatzes aufgestellt werden.

Die Technik bei Tintenstrahldruckern ist inzwischen so ausgereift, dass man sogar Fotos in hervorragender Qualität auch randlos ausdrucken kann.

Übrigens: Die meisten Multifunktionsgeräte verfügen über einen integrierten Card Reader und ein Display. Fotos von der Digitalkamera können so direkt ausgedruckt werden, ohne dass der Computer angeschaltet werden muss.

Tipp: Wenn Sie sich für ein Tintenstrahl-Multifunktionsgerät entscheiden, achten Sie darauf, dass die einzelnen Farbpatronen getrennt eingesetzt sind und sich einzeln wechseln lassen. Eine möglichst hohe Anzahl unterschiedlicher Farbpatronen sorgt dafür, dass der Drucker Farbübergänge natürlicher wiedergeben kann. Außerdem muss so nur immer die Patrone ersetzt werden, die tatsächlich leer ist. Bei Kombi-Patronen muss immer der gesamte Tintenbehälter gewechselt werden, auch wenn einige Farben noch gar nicht aufgebraucht sind. Einzelpatronen sind auf die Dauer also erheblich wirtschaftlicher.

Tintenstrahler drucken etwas teurer

Um mit einem Tintenstrahldrucker eine wirklich hochwertige Druckqualität zu erreichen, ist Spezialpapier notwendig. Auf normalem Kopierpapier fällt der Druck eher mittelmäßig aus. Dies erhöht natürlich den durchschnittlichen Seitenpreis. Wer allerdings überwiegend Dokumente ausdruckt und nur für Fotos spezielles Papier erstehen muss, kann mit dem Tintenstrahldrucker genauso preiswert arbeiten wie mit den meist sehr viel teureren Laserdruckern.

Einen Nachteil haben Tintenstrahldrucker jedoch trotzdem: Die Tinte muss erst trocknen, bevor man das Blatt aus dem Drucker nehmen kann – ansonsten verwischt sie und der Druck ist unbrauchbar. Dies gilt übrigens auch, wenn Feuchtigkeit auf das ausgedruckte Blatt gerät. Tinte ist schließlich wasserlöslich.

Kauftipp: Prüfen Sie beim Kauf von Multifunktionsgeräten mit Tintenstrahldruckern den Preis und die Ergiebigkeit der hier verwendeten Tintenpatronen. Diese Angaben finden Sie in den Produktdetails oder auf der Webseite des Patronenherstellers. Bei sorgfältiger Auswahl ist es möglich, Multifunktionsgeräte zu finden, die einen ähnlich günstigen oder sogar niedrigeren Seitenpreis als zum Beispiel Laserdrucker erzielen.

Wichtig: Ein Tintenstrahler kommt nur infrage, wenn er regelmäßig benutzt wird. Bei zu langer Untätigkeit können die Patronen eintrocknen. Dadurch wird in den meisten Fällen der Druckkopf unbrauchbar und muss ersetzt werden. Dies verursacht zusätzliche Kosten, die oft höher sind als die Anschaffung eines neuen Gerätes.

Die Laser-Technik bei Multifunktionsgeräten

Multifunktionsgeräte mit Laserdrucker sind inzwischen viel günstiger als noch vor einigen Jahren. Manche Modelle sind nicht teurer als ein hochwertiger Tintenstrahldrucker. Sie drucken in der Regel allerdings nicht in Farbe. Wer ein Multifunktionsgerät mit Farb-Laser haben möchte, muss in der Regel tiefer in die Tasche greifen.

Achtung: In manchen Produktbeschreibungen wird das Wort „farbfähig” verwendet. Dies bezieht sich in der Regel jedoch ausschließlich auf die Scan-Funktion und nicht auf das Drucken an sich. Hier sollte man sehr genau darauf achten, dass das Multifunktionsgerät tatsächlich ein Farb-Laser ist und nicht nur die Vorlagen in Farbe einscannt.

Die Vorteile des Laserdruckers sind unter anderem:

  • Schneller Druck
  • Geringe Druckkosten
  • Kürzere Wartezeiten beim Scannen von Texten und Bildern
  • Hohe Druckqualität auch auf einfachem Kopierpapier
  • Kein Verwischen der Ausdrucke (auch nicht bei Feuchtigkeit)
  • UV-Beständigkeit.

Allerdings gilt dies bei modernen Laserdruckern nicht pauschal für alle Geräte. Besonders die sehr günstigen Modelle verursachen häufig einen Seitenpreis beim Druck, der genauso hoch oder gar höher liegt als bei einem vergleichbaren Tintenstrahldrucker.

Tipp: Beachten Sie bei der Anschaffung eines Multifunktionsgerätes auch die Folgekosten. Tintenpatronen sind in der Regel deutlich günstiger als die Tonerkassetten für einen Laserdrucker. Außerdem muss beim Laserdrucker in regelmäßigen Abständen die Bildtrommel, die für die Belichtung der Ausdrucke zuständig ist, gewechselt werden.

Ein Multifunktionsgerät mit Laser-Technologie verursacht deutlich lautere Geräusche als ein Tintenstrahler. Es sollte deshalb möglichst nicht im selben Raum stehen, in dem sich auch der Arbeitsplatz befindet. Es entstehen zudem Wartezeiten, denn bei jedem Einschalten muss das Druckwerk erst seine Betriebstemperatur erreichen, bevor der Druck gestartet werden kann.

Die LED-Drucktechnik

Eigentlich gehören LED-Multifunktionsgeräte in die Kategorie der Laserdrucker, weil sie im Prinzip ganz identisch arbeiten. Hier werden nur anstelle des Lasers Leuchtdioden zur Belichtung der Seiten verwendet. Positiv wirkt sich dies zum Beispiel auf die Schnelligkeit aus. Das liegt daran, dass hier oft mehrere Hundert LEDs auf einer Leiste sitzen und die Belichtung somit wesentlich schneller erfolgt als bei einem Laser, der immer Punkt für Punkt belichten muss.

Auch im Preis zeigt sich ein Unterschied: LED-Drucker sind günstiger als Laserdrucker und verfügen über weniger bewegliche Teile, die verschleißen können. Auch das Gehäuse an sich ist kleiner, weil die LED-Leiste weniger Raum beansprucht als die Laseroptik, die noch einen zusätzlichen Spiegel benötigt.

In der Druckqualität unterscheiden sich LED-Drucker kaum von den konventionellen Laserdruckern. Lediglich bei besonders günstigen Multifunktionsgeräten muss hier mit einer leichten Einschränkung der Qualität gerechnet werden.

Achtung: Ähnlich wie beim Laserdrucker muss auch der LED-Drucker den Toner auf eine Betriebstemperatur von etwa 200 Grad Celsius erhitzen. Bei beiden Modellen entsteht eine Geruchsbelästigung, die viele Menschen als störend empfinden.

Teurer in der Anschaffung, doch etwas Besonderes: Solid-Ink-Drucker

Solid-Ink bedeutet eigentlich Festtinte. Verwendet wird hier zum Drucken allerdings Wachs, dass verflüssigt und auf das Papier gebracht wird. Solid-Ink-Drucker sind ähnlich wie Tintenstrahler in der Lage, Farben zu mischen. Dadurch entstehen besonders bei grafischen Ausdrucken sehr kräftige und leuchtende Farben. Die Druckkosten pro Seite liegen etwa im Bereich von dem eines Laserdruckers. Außerdem ist die Geruchsbelästigung nicht so aufdringlich. Beim Erwärmen des Wachses entsteht jedoch ein leichter Kerzengeruch.

Nachteilig sind allerdings die hohen Stromkosten, die Multifunktionsgeräte mit Solid-Ink-Drucktechnik verursachen. Das Wachs muss stark erhitzt und ständig flüssig gehalten werden. Außerdem dauert es nach dem ersten Einschalten relativ lange, bis der Drucker einsatzfähig ist. Für den privaten Einsatz sind diese meist wesentlich teureren Geräte eher nicht zu empfehlen.

Ausstattung und Extras von Multifunktionsgeräten

Genau hinschauen sollte man bei den Extras, die Multifunktionsgeräte anbieten. Es gibt Modelle, die die Funktionen des Druckens, Scannens und Kopierens anbieten, und Multifunktionsgeräte, die gleichzeitig als Faxgerät eingesetzt werden können.

Multifunktionsgeräte mit Faxfunktion

Die Faxfunktion gehört nicht bei allen Modellen zur Standardausstattung, lässt sich aber unter Umständen nachrüsten. Dafür sind Geräte, die kein Faxgerät beinhalten, in der Regel etwas preiswerter als Multifunktionsgeräte mit allen vier Funktionen.

Tipp: Wenn Sie ein Multifunktionsgerät mit integriertem Fax erwerben, prüfen Sie, ob das Gerät die Fax-to-PC-Funktion unterstützt. Dann können Sie eingehende Faxe an den Computer weiterleiten, sofern er eingeschaltet ist. So können Sie die Faxe archivieren, ohne sie ausdrucken zu müssen und unter Umständen auch weiterbearbeiten.

Außerdem sollte es möglich sein, das Faxgerät über den PC zu steuern. Das erlaubt es, aus einem Programm heraus direkt ein Fax zu versenden, ohne dass es zuvor ausgedruckt werden muss. Wer häufig Faxe versendet, sollte ein Gerät wählen, das über einen Adressbuchspeicher verfügt.

Wichtiger Hinweis

Es ist sinnvoll, ein Multifunktionsgerät zu kaufen, das alle Funktionen auch dann anbietet, wenn der PC ausgeschaltet ist. Beim Faxen, Scannen und Kopieren ist dies in der Regel kein Problem. Wer aber auch direkt von der Digitalkamera aus Fotos drucken möchte, sollte sich zuvor vergewissern, dass auch die Druckfunktion ohne Computerunterstützung vorhanden ist. Detaillierte Angaben dazu finden Sie in den Produktbeschreibungen. Auch ein Besuch auf der Webseite des Herstellers kann hier hilfreich sein.

Es werden Multifunktionsgeräte vertrieben, die Pictbridge unterstützen. Wenn auch Ihre Kamera über diese Funktion verfügt, muss definitiv kein PC eingeschaltet sein. Eine USB-Verbindung zwischen Kamera und Drucker ermöglicht es, Bilder ohne Umwege über den Computer auszudrucken. Viele Geräte bieten darüber hinaus noch einige Bildbearbeitungsfunktionen an.

Kauftipp: Wenn Sie ein Gerät mit Pictbridge anschaffen, achten Sie darauf, dass es über ein farbiges Display mit Hintergrundbeleuchtung verfügt. So können Sie die einzelnen Bilder vor dem Druck besser auf ihre Qualität prüfen.

Sonstige Extras

Weitere pfiffige Extras, über die manche Multifunktionsgeräte verfügen, sind zum Beispiel:

  • Integrierte Kartenleser für die Speicherkarten von Digitalkameras
  • Funktionen zum Einscannen von Dias und Filmnegativen (Durchlichteinheit beim Scanner)
  • Druckmöglichkeiten auf CD- und DVD-Rohlingen
  • Doppelseitiger Druck (Duplex-fähig)
  • Integrierte Festplatten zum Zwischenspeichern und Bereitstellen von Dokumenten innerhalb eines Netzwerks
  • Telefonfunktion mit Telefonhörer und integriertem Anrufbeantworter.

Achtung: Moderne Multifunktionsgeräte werden per USB angeschlossen. Wenn Sie ältere PCs verwenden, prüfen Sie vor dem Kauf, ob entweder auch ein paralleler Druckeranschluss vorhanden ist oder passende Adapter verfügbar sind.

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