Eine kurze Geschichte der DVD

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Eine kurze Geschichte der DVD

Die DVD als Medium für Datenspeicherung

Heute sammeln wir unsere E-Mails, erledigen unsere Steuererklärung elektronisch, besitzen eine große Musiksammlung im MP3-Format und speichern unsere Urlaubserinnerungen als digitale Fotos. Es gibt immer mehr Daten in unserem persönlichen Bereich. Wo sollen die alle nur hin?

Eine einleuchtende Lösung ist der Anschluss einer externen Festplatte. Diese besitzt im Regelfall eine sehr hohe Speicherkapazität und wird auch gerne für die Datensicherung bzw. für ein Backup des gesamten Computers verwendet. Oder man speichert seine Daten in der Cloud, ist damit allerdings auch von einer ständigen Verbindung zum Netz abhängig.

Man kann seine Daten – oder vielleicht auch nur einen Teil seiner Daten – natürlich auch auf anderen Massenspeichermedien sichern. Hierbei bietet sich schon seit Jahren die DVD an. Ihre Technik ist ausgereift, sie kommt sozusagen mit einer jahrelangen Datenspeicherung-Erfahrung daher. In diesem Ratgeber können Sie einiges lesen zum Thema DVD. Hier geht es speziell um die DVDs als Datenspeicherungsmedium.

Dabei macht Sie dieser Ratgeber vertraut mit den verschiedenen DVD-Formaten und mit der Frage, wie die Daten überhaupt auf der DVD gespeichert werden. Weiterhin wird es um einige spezielle Eigenschaften von beschreibbaren DVDs gehen und zuletzt um die Kaufmöglichkeiten, die Sie auf eBay haben.

Die Entwicklung der DVD

In den neunziger Jahren wurden die Datenmengen immer größer. Im Computer- wie auch im Musikbereich setzte sich die CD (Compact Disc) als Massenmedium durch. Die Bedürfnisse der Verbraucher und der Unterhaltungsindustrie stiegen – gerade im Videobereich.

Ähnlich wie bei der CD im Musikbereich wünschte man sich ein Video-Medium, dass man komfortabel handhaben konnte. Gerade erst hatte die CD das lästige Umdrehen der Audiokassette überflüssig gemacht und die Klangqualität um einiges gesteigert.

Zwar gab es bereits mit der Video-CD und der Laserdisc Ansätze für den Videobereich. Jedoch waren die beiden CD-Medien auf 74 bzw. 128 Minuten Spielzeit beschränkt. Eine Bildqualität, die knapp über der einer handelsüblichen VHS-Kassette lag, zeichnete diese Medien aus.

Auch war man – ähnlich wie bei der Audiokassette – dazu genötigt, bei der Hälfte des Films die CDs zu wechseln. Somit ging es für die Industrie besonders darum, die Speicherkapazität der CD zu erhöhen. Auf der einen Seite entwickelten Sony und Philips, auf der anderen Seite Toshiba und Time Warner eigene Formate.

Standardisierung

Da die Unterhaltungsindustrie jedoch nicht mehrere Standards dulden wollte, einigten sich die an der Entwicklung beteiligten Firmen auf einen gemeinsamen Standard. Dies geschah am 15. September 1995 in Tokio.

Die DVD war zunächst als reines Video-Medium gedacht. DVD stand anfangs somit auch für „Digital Video Disc“. In kurzer Zeit kamen jedoch auch neue Anwendungsgebiete hinzu, wie etwa die Sicherung anderer Datenformate. Als alternative Bezeichnung wurde daher „Digital Versatile Disc“ vorgeschlagen. Diese Bezeichnung konnte sich jedoch offiziell nicht durchsetzen.

Die DVD erobert den Markt

1996 kamen die ersten DVD-Player auf den Markt. Dem waren einige Unstimmigkeiten vorausgegangen, die das Verschlüsselungsverfahren (CSS) der DVD betrafen. Auch wurden DVDs mit einem Regionalcode versehen, der beispielsweise das Abspielen einer in den USA hergestellten DVD auf einem europäischen DVD-Player verhinderte.

Die Preise für die ersten DVD-Geräte, mit deren Hilfe man auch selbst DVD beschreiben konnte, waren Mitte der neunziger Jahre jedoch noch in astronomischen Bereichen. DVD-Brenner waren für ca. 10.000 DM zu haben. Ein beschreibbarer DVD-Rohling kostete über 100 DM.

Mit der Zeit wurden natürlich auch hier die Preise niedriger. Die DVD und der DVD-Brenner wurden mehr oder weniger zum Standard. Heute sind die Angebote für DVDs groß und die Geräte sie in den meisten Haushalten und Computern vertreten. Mit der Blu-Ray Disc ist nun ihr Nachfolger auf dem Markt, der eine größere Speicherkapazität aufweist.

Unterschiedliche DVD-Typen  

Wenn Sie einmal ganz allgemein auf Ihre DVDs schauen, dann werden Sie schnell feststellen, dass sie durchaus unterschiedlichen aussehen können. Sichtbare Unterschiede ergeben sich besonders auf der Unterseite der DVD, anhand derer man die DVD-Art erkennen kann. Es gibt zwei grundsätzliche Varianten von DVDs.

  • Auf der einen Seite befinden sich die DVDs, die für ganz bestimmte Verwendungszwecke ausgelegt wurde. Diese erlauben in den meisten Fällen nur einen Lesezugriff. Diese sind DVD-Video, DVD-Audio, DVD-ROM und Hybrid-DVD. Diese sind zumeist mit einem Pressverfahren produziert und weisen eine mehr oder weniger gleichmäßige silberne Fläche auf ihrer Unterseite auf.
  • Die zweite Art von DVDs sind beschreibbare DVDs. Es gibt sie in verschiedenen Formaten (siehe auch unten): DVD-RAM, DVD-R, DVD+R, DVD−RW, DVD+RW, DVD−R DL und DVD+R DL. Man erkennt beschreibbare DVDs auch daran, dass sie verschiedenfarbige Legierungen auf der Datenseite besitzen.

Verschiedene Datenstrukturen für unterschiedliche Anwendungsbereiche

Die DVD hat mit der Zeit gleich mehrere Anwendungszwecke bekommen. Sie kann genutzt werden als

  1. Wiedergabemedium für Musik (Audio-DVD)
  2. Wiedergabemedium für Video (DVD-Video)
  3. Speichermedium für allgemeine digitale Daten (DVD-ROM)

Für diese drei unterschiedlichen DVD-Formate haben sich spezielle Datenstrukturen entwickelt. Audio- und Video-DVDs sind bestimmten Restriktionen unterworfen. Die hier gespeicherten Daten werden in verschiedene Ordner sortiert, den Audio_TS-Ordner und den Video_TS-Ordner.

In diese Ordner werden die Audio- bzw. Videodaten als VOB-Dateien abgelegt. Da die Dateien auch auf die DVD passen müssen, werden diese in ihrer Größe reduziert bzw. komprimiert. Das MPG-2-Verfahren hat sich hierbei als Standard durchgesetzt.

DVDs für die Speicherung allgemeiner Daten besitzen keine Einschränkungen in dieser Weise. Sie können beliebige Ordner und Dateien enthalten. Dabei besitzt eine Daten-DVD ein bestimmtes Dateisystem. Hier werden ISO 9660, ISO/Joliet und UDF verwendet. Wie CDs lassen sich DVDs auch in mehreren Abschnitten (Sessions) beschreiben.

Welche Sorten beschreibbarer DVDs gibt es?

Für die Datenspeicherung sind natürlich beschreibbare DVDs notwendig. Mit der Zeit haben sich in diesem Bereich die fünf DVD-Formate (DVD-RAM, DVD-R, DVD+R, DVD−RW, DVD+RW, DVD−R DL und DVD+R DL) herausgebildet. Sie besitzen unterschiedliche Bezeichnungen, die kurz erklärt werden sollen.

  •  „-“: alle DVD-Formate, die vom DVD-Forum (Unternehmensvereinigung für Industriestandards) definiert wurden.
  •  „+“: alle DVD-Formate, die von der DVD+RW Alliance (Unternehmensvereinigung für Industriestandards) definiert wurden.
  • „±“: Formate beider Unternehmensvereinigungen
  • „R“: steht für „recordable“, die entsprechende DVD ist einmal beschreibbar.
  • „RW“: steht für „rewritable“, die entsprechende DVD ist öfter beschreibbar (bis zu 1000-mal),
  • „RAM“: steht für „Random Access Memory“, mit freiem direkten Schreib- und Lesezugriff. Die DVD-RAM ist bis zu 100.000-mal beschreibbar).
  • „DL“: steht für Dual (-) oder Double (+) Layer, eine DVD mit zwei Datenschichten.

Welche typischen Eigenschaften besitzen beschreibbare DVDs?

DVD ist nicht gleich DVD. Das betrifft vor allen Dingen auch ihre Veränderbarkeit und die entsprechende Datensicherheit. Für die das Thema dieses Ratgebers ist hier besonders die Datensicherheit von Interesse.

Bei einfach beschreibbaren DVD-Rohlingen (R) werden die Daten mithilfe eines Dyes, eines organischen Farbstoffes geschrieben. Starke bzw. unmittelbare Sonneneinstrahlung kann hierbei zu einem Datenverlust führen.

Wiederbeschreibbare DVDs (RW) sind empfindlicher gegenüber Temperaturschwankungen. Durch sie kann es zu Materialdeformationen und damit zu Datenverlusten kommen.

Das sicherste DVD-Medium zur Datenspeicherung scheint die DVD-RAM zu sein. Bei ihr schützen eine eingeprägte Datensektorierung und ein spezielles Defektmanagement vor Datenverlusten.

Geschwindigkeit, Lebensdauer und Speicherkapazität: weitere wichtige Eigenschaften für die Datenspeicherung per DVD

1. Mitunter ist es für die Datensicherung wichtig, wie schnell Dateien gelesen und geschrieben werden können. Mit der Standard-Datenrate „1x“ überträgt die DVD 1,385 Megabyte in der Sekunde. Diese DVD-Geschwindigkeit entspricht bei einem CD-Laufwerk in etwa dem Faktor „9x“. Momentane DVD-Laufwerke schreiben bzw. brennen DVDs mit einer Geschwindigkeit von bis zu „24x“.

2. Die Lebensdauer einer DVD ist besonders wichtig, wenn man Daten für eine lange Zeit archivieren möchte. Jedoch lässt sich hierbei sagen, dass DVDs für diesen Zweck relativ ungeeignet sind. Zwar geben einige Hersteller eine langjährige Garantie auf Ihre Produkte. Diese bezieht sich jedoch in den meisten Fällen auf die haptischen Bauteile. Einzig die DVD-RAM könnte für eine Langzeitspeicherung in Frage kommen.

3. Neben der Geschwindigkeit und der Lebensdauer ist natürlich die Speicherkapazität ein ausschlaggebendes Merkmal für die Datenspeicherung per DVD. Die einfache und älteste Variante der DVD speichert bis zu 4,7 Gigabyte. DVDs mit zwei Datenschichten (DL) speichern 8,5 Gigabyte. Darüber hinaus haben sich auch (seltener) DVDs (und die dazugehörigen Brenner) etabliert, die 9,4 GB (DVD-10), 13,2 GB (DVD-14) oder 17 GB (DVD-18) speichern können.

Formate und Beschriftung  

Bei älteren DVD-Brenner sollten Sie darauf achten, dass sie auch alle DVD-Formate abspielen können. Das bezieht sich im Besonderen auf die verschiedenen DVD-Formate (+ und -) des DVD-Forums und der DVD+RW Alliance.

Eine gute Datensicherung benötigt eine ebenso gute Beschriftung. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Man kann die DVDs selbst beschreiben (mit Folienstiften) oder Aufklebe-Label benutzen. Darüber hinaus können DVDs auch mithilfe des Siebdrucks, des Trockenoffsetdrucks, des Thermo(re)transferdrucks und per Tintenstrahldruck beschriftet werden.

Zwar ist die DVD als Medium für die Langzeitarchivierung relativ ungeeignet. Trotzdem ist sie als Speichermedium sehr sinnvoll. Besonders überall dort, wo noch ein DVD-Player zum Filme ansehen oder Musikhören benutzt wird. Im Vergleich zur Festplatte, die viele kleine mechanische Teile besitzt, ist die DVD um einiges robuster.

Bekannte Markenhersteller von DVDs sind zum Beispiel IntensoPlatinumSonyTDKVerbatim.

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