Eine Blumenwiese anlegen - Oase für Pflanzen und Tiere!

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Rasen und Kunstwiese zeigen wenig Leben. Mit einer Dauerblumenwiese gelingt es uns, viele Pflanzen- und Tierarten in unsere Nachbarschaft zurück zugewinnen. Wie sehr das Gleichgewicht gestört ist zeigt auch das überhandnehmen einiger weniger Arten. Amsel, Kohlmeise und evt. noch Haussperling haben als Kulturfolger eine vielfältige Vogelwelt abgelöst. Von mehr Natur im Garten hat grade der Gärntner nutzen, denn die in Massen auftrettenden Nacktschnecken sind auch ein Erfolg unserer Monotomierasen und Beete! Die Kröten, Molche, Spitzmaus und Blindschleiche nicht genügent Nahrung bieten konnten, das fehlen der natürlichen Feinde läßt  aber die Schnecken ohne Streß Nachwuchs ohne Ende produzieren . Nach diesem Plädoyer für mehr Natur im Garten, lassen Sie uns zur Tat schreiten.

Das Anlegen einer vielfältigen Wiese  erfordert Zeit und Ausdauer, darum tun wir am besten erst mal nichts. Der falsche Weg wäre alles zu Graben oder zu Pflügen und eine neue Einsaat durch zuführen. Sparen Sie die Arbeit und die Kosten, denn dies Vorhaben wird nur kurzfristig ein Erfolg vortäuschen. Der Billigsamen aus dem Gartencenter besteht aus einer Samenmischung aus aller Herrenländer, gemischt mit Samen der Ackerflora wie Klatschmohn und Kornblumen, das ganze läßt noch im selben Jahr eine Blütenpracht entstehen. Im darauffolgenden Jahr wachsen nur noch Margariten und bald wird das Projekt abgeblasen.  Nehmen Sie auch Abschied von dem Gedanken einer toller bunten Almwiese. Ersttens haben wir die Bedingungen nicht auf unserem Grundstück und außerdem werden nur die Kräuter und Blumen wachsen die mit den Boden- und Umweltbedingungen auch zurecht kommen die Sie vorfinden.  Pflanzen eines trockenen Steilhangs wachsen spärlich oder garnicht auf der Feuchtwiese und umgekehrt. Wir müssen die Wiese Ausmagern, das geschieht durch seltenes Mähen und konsequentes Abräumen des Mähgutes. Natürlich verzichten wir aufs Düngen. Jetzt ist Geduld erforderlich in einem Zeitraum von sieben bis zehn Jahren wandelt sich unser artenarme Rasen langsam in eine Blumenwiese um. Das Mähen erfolgt am besten mit einer Sense nur noch höchstens zwei mal im Jahr.

Die Sense ist tatsächlich das Idealgerät beim Mähen. Sie erlaubt es, einzelne Pflanzen stehen zu lassen. Alle Tiere können sich gut in Sicherheit bringen. Bei unseren Stück Wildblumenwiese schneiden wir die Fläche in Abschnitten so können die Tiere immer ein höheren Teil nutzen. Inzwischen soll es aber Motormäher geben, die für Hochwiesen geeignet sind. Eine kleinere Fläche können sie auch mit der Handheckenschere oder einer Sichel bearbeiten. Schon im ersten Jahr wird ein Erfolg durch Ameisenhaufen zu verzeichnen sein, um diese schneiden wir natürlich herrum, die Tiere stören hier keinen und erfüllen wichtige Aufgaben im Naturhaushalt. Auch haben die Ameisen auf dieser Wiesenform genügend Nahrung, so brauchen Sie ein Einwandern ins Haus weniger befürchten.

Die Zeitspanne von Zehn Jahre ist ein zu langes Geduldspiel?  Wenn Sie möchten, können Sie natürlich nachhelfen, so pflanze ich immer einige Wildpflanzen die mir besonders gefallen dazu. Zum Beispiel Wiesenglockenblumen, Kuckkucklichtnelke und auch eine Anzahl Storchenschnabelgewächse. Leider bekommen Sie kaum Wildblumen und -kräuter im Handel und wenn doch, dann sind sie recht teuer. Ich habe sie auch schon aus Samen nach Sorten getrennt gezogen. Dadurch habe ich verschiedene Pflanzen in allen Stadien des Wachsens gesehen, vom ersten Keimblatt an. So bin ich heute in der Lage die jungen Setzlinge zu erkennen und stehenzulassen. Wiesenpflanzen sind oft zweijährig, blühen also erst im zweiten Jahr, wie bei unserer Bartnelke im Blumenbeet. Eine gute Erfahrung habe ich gemacht mit der Methode in der Mitte der Blumenwiese ein Quardratmeter neu durch Einsaat anzulegen. Dazu habe ich auf diesen Stück vom fetten Mutterboden etwas weggenommen und Sand eingemischt um so eine schnellere Ausmagerung zu erreichen.

Den Samen hierfür erhalten Sie nur im seriösen Fachhandel, dort werden Sie auch entsprechend beraten. Für einen Quardratmeter rechnet man maximal 5 g Samen, besser etwas weniger. Der Gräseranteil sollte 90 % betragen, die Wildblumen 10 % . Sechs bis acht schwach wachsende, horstbildende Gräser und mindestens 20 Wildblumenarten sollten dabei sein. Vom Zentrum der Wiese haben sie sich nach allen Richtungen ausgebreitet. Selbstverständlich dürfen in meiner Wiese auch die heimischen Wildkräuter wie Habichtskraut und Wiesenschaumkraut wachsen. Tipp: Der Kehrich (zusammengefegter Rest) vom Heuboden eines Biobauern hat genügent Sämereien und ist kostenlos!

Der Nutznießer dieser Wiese ist erst einmal der Gärtner laut Statistik liegt der Bestäubungsanteil der Bienen bei Obst, Beeren, Bohnen, Erbsen und andern Gemüsepflanzen etwa bei 20 % . Diese Arbeit leisten unsere Wildbienen und Hummeln wenn der Imker fehlt. Ohne Wildbienen haben wir 20 Prozent weniger Ernte, die Wildblumenwiese steigert so unmittelbar den Ernteertrag des eigenen Gartens. Doch nicht nur Wildbienen und Humeln werden angelockt, recht schnell sind wieder verschiedene Falter in der Wiesenflora zu sehen. So ernähren sich die Raupen des Kuhauges (Wiesenfalter) von mehreren Gräserarten. Die Bläulinge sind schell wieder da. Der Aurorafalter ist pünktlich zur Blüte des Wiesenschaumkrauts unterwegs. Stellen Sie sich vor ein Windenschwärmer der in Afrika beheimatet ist fliegt mit einer kleinen Mini- Tankfüllung aus Ihrer Blumenwiese in einer Nacht etwa bis München und in der nächsten dann über die Alpen, hat sich für dieses Naturwunder nicht schon der Aufwand gelohnt?  Doch auch Rückschläge kann und wird es geben, so haben manche Wiesenblume bei mir die Wühlmäuse vernichtet, bis ein kleiner Mauswiesel die Wühlmäuse sehr gut im Zaum hielt. Ein Grasfrosch ist heimisch geworden er frisst sehr gerne und in großen Mengen Nacktschnecken. 

Wiesenflächen sind ein dankbares Experimentierfeld für Gartenbesitzer. Wichtig ist auch das die Obstwiese mit ihren Bäumen wieder eine andere Wiesenform ist, die nicht Ausgemagert werden soll. Bei einem so umfangreichen Thema bin ich natürlich nur aufs wesentliche eingegangen. Es gibt ganz ausgezeichnete Fachbücher und Infos zum Thema. Im Handel finden Sie eine große Anzahl von Fachbüchern dazu. Wer sich mit Blumenwiesen und Wildpflanzen beschäftign will, der wird sich ein gewisses Fachwissen aneignen und an diesem Hobby viel Freude haben. 

Bei weiteren Fragen, Kritik oder Anregungen bin ich gerne für Sie da, schicken Sie mir eine Mail über das Ebay Mail System. Bitte Werten Sie auch, ich freue mich über jede hilfreiche Ja Wertung, Danke!

Mit freundlichen Gruß quappe07  

            

 

    

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