Ein tolles Gespann: Tipps für den Kauf von Oldtimer-Motorrädern mit Seitenwagen

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Ein tolles Gespann: Tipps für den Kauf von Oldtimer-Motorrädern mit Seitenwagen

Im Jahr 1902 entwarf die Firma Mills & Fulford einen Korbsessel, der an einem Motorrad befestigt werden konnte, um die Sitzplatzanzahl zu erhöhen. Bis zur Serienproduktion der sogenannten Beiwagen vergingen nur wenige Jahre, und bereits im Jahr 1905 begannen die NSU Motorenwerke, die ersten Motorradgespanne in Deutschland zu verkaufen. Die Blütezeit der Motorräder mit Beiwagen waren die Goldenen Zwanziger des letzten Jahrhunderts. Zahlreiche Firmen, darunter die Kali Beiwagen & Anhängerfabrik aus Oberursel, die Nürnberger Firma Steib Metallbau, die Stoye-Fahrzeugbau-Leipzig sowie die russischen Ural-Werke, spezialisierten sich auf den Bau der begehrten Fahrzeuge. Heute ist das "Auto des kleinen Mannes" zwar weitestgehend aus dem Stadtbild verschwunden, erfreut sich jedoch bei Sammlern noch immer großer Beliebtheit.

 

Welche historischen Motorräder mit Beiwagen sind besonders populär?

Die Firma Steib aus Nürnberg produzierte bis zum Jahr 1957 Motorradbeiwagen, die vorwiegend an BMW-Motorräder montiert wurden. Beliebte Modelle waren der Steib LS200, der Steib S500L und der Steib TR500, die nach Einstellung der Produktion durch Steib von russischen und chinesischen Firmen kopiert wurden und noch heute erhältlich sind. Die Kali Beiwagen & Anhängerfabrik stellten bis 1969 Beiwagen speziell für Motorroller her. Seit dem Jahr 1987 werden nach einer Firmenübernahme wieder Beiwagen nach den historischen Vorbildern gebaut, die die Namen Kali RS1 und Kali K109 tragen. Bekannt sind auch die robusten Motorradgespanne der russischen Firma Ural, die bis in die 1970er-Jahre das Gespann Ural 650 sowie verschiedene Modelle der Produktreihe M entwickelte und noch heute Beiwagen für den weltweiten Verkauf produziert.

 

Worauf sollte beim Kauf von historischen Motorradgespannen geachtet werden?

Bevor Sie ein Oldtimer-Motorrad mit Seitenwagen kaufen, sollten Sie in Erfahrung bringen, wo dieses untergebracht war, und eine Probefahrt unternehmen. Achten Sie dabei besonders auf Rost an tragenden Fahrzeugteilen und untersuchen Sie die Rahmen von Motorrad und Beiwagen auf mögliche Risse und nachträgliche Schweißnähte. Kontrollieren Sie außerdem den Stoßdämpfer und den Motorbetrieb. Achten Sie dabei vor allem auf ungewöhnliche Geräusche. Recherchieren Sie vor dem Kauf außerdem, ob Sie nötige Ersatzteile problemlos finden und wie der mögliche Marktwert des Fahrzeugs ist.

 

Wo kann man sich gut über Oldtimer-Motorräder mit Beiwagen informieren?

Für Liebhaber historischer Fahrzeuge gibt es bei eBay zahlreiche Zeitschriften und Kataloge für Sammler und Interessierte, wie zum Beispiel die Zeitschriften "Motorrad-Gespanne" und "Tourenfahrer". In diesen können Sie sich umfassend über interessante Fahrzeugmodelle und die Marktsituation informieren.

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