Ein grundsolides Kompaktwerk zum Sichergehen

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Klassiker der Inneren Medizin gibt es einige in der deutschen Verlagslandschaft. Das Problematische an den meisten von ihnen ist, dass sie sich noch nicht so an die neueren Gepflogenheit des modernen Lernens angepasst haben. Klar strukturiertes, prägnantes und vor allem praktisch nutzbares Anwendungswissen ist das, was ich von einem Lehrbuch der Medizin erwarte, welches der modernen Medizinerausbildung der Neuen Approbationsordnung Rechnung trägt. Natürlich sollte es ein solches Wissen kompetent vor einem fundierten Hintergrund vermitteln, um bei der ganzen Stofffülle auch Sicherheit zu vermitteln. Letzteres schaffen die dicken Klassikerschwarten sicherlich, mit ersterem tun sie sich meines Erachtens noch schwer. Kurzlehrbücher haben es hingegen oft schwer, dem Thema über den Schlagwortcharakter hinaus in praktikabler Weise gerecht zu werden.

Unter diesen Gesichtspunkten springt der "Piper: Innere Medizin" ein wenig in die Lücke. Im Vorwort vom Verfasser als "instruktive Zusammenfassung des Lehrstoffes" ausgewiesen, die sich an Studierende wie an Assistenzärzte gleichermaßen richte, leistet das Buch meiner Meinung nach von Form und Konzeption her genau das. Nach dem Prinzip: Das, was am häufigsten auftritt, ist auch am wichtigsten, werden in einer klaren Strukturierung nach Organsystemen kompakt und fundiert die wesentlichen Krankheitsbilder bearbeitet, ohne sich in zu theoretischem Stoffballast zu verlieren. Der Lehrbuchcharakter wird deutlich durch den Aufbau der Kapitel die mit einer physiologischen Einführung beginnt,um dann die Krankheitsbilder funktional herleiten zu können. Diese funktionale Ausrichtung führt dann auch schon einmal dazu, dass die PaVK erst als Unterbegriff bei den "chronischen Verschlüssen" zu finden ist. Dennoch bleibt der Text sehr stringent auf kompakte Informationen beschränkt, was Neuanfängern in der Inneren einen schwereren Zugang zum Stoff bescheren mag. Studierende oder Ärzte mit Vorkenntnissen finden jedoch die besten Voraussetzungen, um den Faden zu finden oder wiederaufzunehmen.

Das typisch gefällige Springer-Seitenlayout, bei dem die Bilder in Quantität und Qualität allerdings ein wenig zu kurz kommen, die klare Inhalts- und Sachverzeichnisgliederung und das farblich gegliederte Search-Inside-System sorgen ebensowie der inhaltliche Nutzwert machenden Piper zu dem, wofür er gemacht ist: Ein ebenso kompaktes wie fundiertes Nachschlagewerk der Inneren, das mir als einem gezielt Fragenden, das erläutert, was ich wirklich wissen will - Nicht mehr und nicht weniger.

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