Ein Stück deutscher Geschichte: Briefmarken aus Schleswig-Holstein aus der Zeit vor 1945

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                   Ein Stuck deutscher Geschichte Briefmarken aus SchleswigHolstein aus der Zeit vor 1945

Für Briefmarken-Sammler sind die Briefmarken des heutigen Bundeslandes Schleswig-Holstein aufgrund der bewegten Geschichte der Region eine spannende Angelegenheit mit einer Fülle verschiedener Briefmarken der früher unabhängigen Herzogtümer.


Das Herzogtum Holstein: zwischen Preußen und Dänemark

Was heute das Bundesland Schleswig-Holstein ist, war im 19. Jahrhundert zwischen Dänemark und dem neu erstarkten Preußen stark umstritten. Bis 1864 stand das Postwesen in den Herzogtümern Holstein und Schleswig unter dänischer Verwaltung, auch wenn das Porto bereits seit dem dänisch-schleswigschen Krieg 1848 in Hamburger Courantmünze erhoben wurde und Schleswig-Holstein 1850 dem Deutsch-Österreichischen Postverein beitrat.

 

Holstein wird österreichisch

1864 führten Preußen und Österreich gemeinsam Krieg gegen Dänemark und teilten das Postwesen anschließend unter sich auf: Holstein wurde der österreichischen Post unterstellt, Schleswig und Lauenburg der preußischen Post. Erst ab 1868 kamen alle Herzogtümer zum Norddeutschen Bund und 1873 zum neu gegründeten Deutschen Reich zusammen. Spannend für Briefmarkensammler ist also vor allem die Tatsache, dass auf den Briefmarken zwar immer "Schilling" zu lesen war, es sich aber um unterschiedliche Währungen wie die dänischen Skilling, die Hamburger Mark Courant und schließlich die preußischen Taler und Schilling handelte.

Auch die Form und Beschriftung der Briefmarken ändert sich. So waren die frühen Briefmarken noch viereckig, ehe sie ab 1864 die bekanntere ovale Form erhielten. Für kurze Zeit waren 1865 Briefmarken mit "Schleswig-Holstein" zu lesen, ehe sie dann jeweils "Herzogthum Holstein" und "Herzogthum Schleswig" zeigten. Auf manchen Briefmarken ist auch die Umrechnung der gebräuchlichen Schillinge in Silbergroschen (Sgr) zu lesen. Ab 1868 erfolgte dann der Wechsel zu den Briefmarken des Norddeutschen Bundes, die in Kreuzern ausgegeben wurden.

 

Briefmarken: Vorsicht Fälschungen!

Zu den begehrtesten Briefmarken gehören die 1 Schilling und 2 Schilling Briefmarken von 1850, die im gestempelten Zustand bis zu 3000 Euro wert sind. Der hohe Wert dieser Briefmarken aus Altdeutschland ruft natürlich auch Fälscher auf den Plan, die Sammlerstücke mit gefälschten Stempeln versehen oder ganz einfach gefälschte Briefmarken wie die sogenannten Fournierfälschungen anbieten. François Fournier war ein Schweizer Fälscher, der von 1892 bis 1927 zahllose Briefmarken fälschte, die auch heute noch im Umlauf sind.

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