Ein Spinnenbiss mit Folgen: Spiderman erobert die Comicwelt

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Ein Spinnenbiss mit Folgen: Spiderman erobert die Comicwelt

Im lässigen Spinnenoutfit schwingt er sich durch die Häuserschluchten von New York City und erfreut sich dabei seit Jahrzehnten ungebremster Beliebtheit: Spiderman, der maskierte Superheld mit den außergewöhnlichen Kräften gilt auch ein halbes Jahrhundert nach seinem erstmaligen Auftreten als einer der weltweit bekanntesten und populärsten Comic-Figuren. Unzählige Hefte und Ableger gibt es inzwischen. Und auch in Hollywood, bei Videospielen oder im Bereich der Spielzeuge ist der Spinnenmann ein gern gesehener Gast bei Jung und Alt. Zu vielfältig sind die Abenteuer des einfachen Collegejungen Peter Parker, der zufällig in den Besitz von Superkräften kommt und dadurch allerhand Abenteuer erlebt.

Über einen so kontinuierlichen Erfolg waren sich die Schöpfer Stan Lee und Steve Ditko im Jahr 1962 sicher nicht im Klaren, als die Figur damals erstmals auftrat. Doch schnell eroberte Spiderman die Comicwelt und hat sich bis heute in dieser sehr erfolgreich gehalten. Der folgende Ratgeber gibt einen Überblick über die Entstehungsgeschichte von Spider-Man, die geschichtlichen Eigenarten und worauf Sie beim Umgang mit diesen achten sollten. So geht Ihnen in der Fülle an Material nicht die Übersicht verloren.

Ein Biss verändert die Welt - darum geht es in der Geschichte

Hauptprotagonist der Comic-Reihe ist der unscheinbare New Yorker Bürger Peter Parker. Er wirkt auf den ersten Blick wie ein ganz gewöhnlicher Highschool-Schüler. Er ist schüchtern, interessiert sich aber sehr für Wissenschaft. Das macht ihn in der örtlichen Highschool natürlich zum Außenseiter. Gut behütet wächst das Waisenkind im Haus von Tante May und Onkel Ben auf. Die mächtigen Superkräfte hat Parker nicht von Anfang an, vielmehr gelangt er per Zufall während einer Wissenschaftsausstellung an diese. Hier wird er von einer radioaktiv-manipulierten Spinne gebissen und erlangt so in kürzester Zeit Fähigkeiten, mit denen er erst einmal umgehen muss. Dazu zählen:

  • Die Fähigkeit an Wänden und Decken problemlos entlang zu klettern.
  • Erhöhte Körperkraft und Leistungsfähigkeit, auch ist Parker wesentlich widerstandsfähiger gegenüber Angriffen.
  • Ein spezieller Spinnensinn, welcher frühzeitig vor Gefahren warnt und Parker besser reagieren lässt.
  • Das Verschießen von synthetischen Spinnennetzen als Waffe und Fortbewegungsmittel. In einigen Erzählungen kann Spiderman diese selbst aus dem eigenen Körper schießen, im traditionellen Verständnis der Comics handelt es sich dabei allerdings um eine technische Vorrichtung, die Erfindergeist Parker in Eigenregie entwickelt.

Aus großer Kraft folgt große Verantwortung

Als Parker merkt, dass er anders ist, als die anderen Kinder, ist der Schritt zur Kostümierung nicht mehr weit. Allerdings geht Parker mit dem selbst gebastelten Kostüm noch nicht von Anfang an auf Verbrecherjagd. Vielmehr nutzt er seine Fähigkeiten, um in Wrestlingkämpfen schnelles Geld zu verdienen. Der entscheidende Wendepunkt kommt dabei in Form des überraschenden Todes von Parkers Onkel Ben, welcher Opfer eines Raubüberfalles wird. Kurz bevor der Zwischenfall passiert, hatte der designierte Spiderman nämlich die Chance, den Räuber zu stoppen, tat dies aber nicht. Lange hadert Peter daher mit dieser Entscheidung und gibt sich die Schuld am Tod seines Onkels.
„Aus großer Macht folgt große Verantwortung“ lauten die Schlüsselworte, die Onkel Ben seinem Neffen bereits vor dem Tod immer wieder auf den Weg gibt. Sie werden im Anschluss zum Credo für Spiderman, der seiner neuen Superhelden-Identität sein Privatleben hintanstellt. So wissen seine in der Serie auftretenden Freundinnen wie Gwen Stacey oder Mary Jane Watson anfangs genauso wenig von seiner Identität wie seine Tante May. Auch die Öffentlichkeit rätselt stets, wer hinter der Spinnenmaske steckt. Parker versucht seine Lieben zu schützen und kämpft gleichzeitig mit aller Kraft gegen das Böse. Und dabei bleibt es nicht nur bei Kleinkriminellen. Schnell machen Superschurken die Stadt unsicher und Spiderman muss sein ganzes Können einsetzen, um alle Beteiligten zu schützen.

Spiderman – eine Idee des legendären Stan Lee

Der Name Spiderman ist untrennbar mit dem des New Yorker Comic-Buch-Verlages Marvel verbunden. Das legendäre Unternehmen, welches sich in den 1930er Jahren gründete, gehört zu den wichtigsten Adressen im Hinblick auf Comics und Geschichten von Superhelden. Unter Kennern ist der Ruf von Marvel ein außergewöhnlich guter, insbesondere wenn es um Superhelden geht. Die Autoren und Illustratoren schufen in den letzten Jahrzehnten viele ikonenhafte Figuren, wie X-Men, Hulk, die Fantastic Four und Captain America. Spiderman und sein einzigartiger Erfolg stellen dabei aber die Speerspitze der Firma dar.

Wie viele der populären Marvel-Schöpfungen aus den frühen 60er Jahren entspringt die Idee der menschlichen Spinne dabei dem Kopf von Autoren-Legende Stan Lee. Er konzipierte Spiderman in Zusammenarbeit mit Illustrator Steve Ditko. Lange gab es zwischen den beiden Unstimmigkeiten über die Rechte an der Figur Spiderman, zumal neben Ditko und Lee auch viele andere Marvel-Autoren am Feintuning der Figur beteiligt waren. Den ersten Auftritt hatte Spiderman dann als Teil der Marvel-Reihe „Amazing Fantasy“ im August 1962. Ironischerweise war es die letzte Ausgabe der Reihe, die sich dann allerdings ausgesprochen gut verkaufte. Spiderman war ein wichtiger Grund dafür. So wurde im März 1963 mit „The Amazing Spider-Man“ letztendlich die erste eigenständige Comic-Reihe mit Peter Parker eröffnet, die sich binnen kürzester Zeit zum Verkaufsschlager entwickelte.

Das Phänomen Spiderman ist auch seiner Menschlichkeit geschuldet

Das Phänomen Spiderman lässt sich insgesamt schwer greifen und pauschal erklären, allerdings hat es viel mit Stan Lee’s verändertem Konzept zu tun. Dieser gab dem bereits etwas festgefahrenen Konzept des Superhelden ein paar neue Ansätze, welche ihn von anderen Legenden, wie Superman oder Captain America abgrenzten. In erster Linie wollte Lee den Helden in der gleichen Zielgruppe ansiedeln, wie der Großteil der Comic-Leser. Also wurde Peter Parker zum Highschool-Helden mit einer gewissen Loser-Attitüde, der aufgrund dieser Tatsache viel Identifikationspotenzial besaß.

Im Gegensatz zu Batmans Sidekick Robin, welcher ebenfalls recht jung wahr, ist Peter Parker in den Comics auch der Hauptprotagonist. Peter Parker ist ein ganz normaler Junge, welcher sich mit Alltagsproblemen herumschlagen muss. Er versucht häufig verzweifelt das Herz eines Mädchens zu gewinnen, hadert mit der Autorität seiner strengen Tante May oder versucht händeringend neben dem Studium noch eine Arbeitsstelle zu finden. Gleichzeitig gibt sich Parker mit aufgesetzter Maske sehr ironisch und witzig und scheut auch nicht vor dem ein oder anderen Lacher zurück, was einen guten Kontrast zur normalen Heldenfiguren darstellte. All diese Elemente spielten eine wichtige Rolle für den massenwirksamen Durchbruch der Figur des Spiderman.

50 Jahre Spiderman

Eine umfassende Chronik der Geschichten um Spiderman ist verhältnismäßig schwierig aufzustellen. Bei über einem halben Jahrhundert an Abenteuer und Geschichten ist dies natürlich mehr als verständlich. Wie auch bei anderen Superhelden gab es bei Spiderman viele Ableger und Comic-Reihen, die unabhängig voneinander agierten und dabei auch gelegentlich die Kontinuität über den Haufen warfen. Die Hauptserie „The Amazing Spider-Man“ lief allerdings fast 50 Jahre durchgängig und endete erst im Dezember 2012 mit einer finalen 700. Ausgabe.

In dem vergangenen halben Jahrhundert ist Spiderman dabei allerdings nur bedingt gealtert, hat aber umso mehr erlebt in diesem Zeitraum. Nachdem Peter Parker die Highschool beendet hat, besucht er die Universität und arbeitet nebenbei bei der fiktiven New Yorker Zeitung Daily Bugle als Fotojournalist. Da er der Einzige ist, der mit Fotos von Spiderman aufwarten kann, bringt ihn dies dort in eine gute Position. Zuerst verliebt sich Parker in Gwen Stacey, welche aber im späteren Verlauf während eines tragischen Unfalls ums Leben kommt. Seine gute Freundschaft mit dem Wissenschaftler-Sohn Harry Osborn wird auf eine harte Probe gestellt, als dessen Vater sich zu einem von Spidermans härtesten Widersachern, dem Grünen Goblin, entwickelt.

Zur zweiten großen Liebe im Leben des Peter Parker wird die Schauspielerin Mary Jane Watson. Eine zwischenzeitlich zwischen beiden geschlossene Ehe wird später allerdings von der Geschichtsschreibung des Spiderman-Universums wieder revidiert. Dennoch erlebt Parker in den letzten Jahrzehnten eine Vielzahl verschiedenster Abenteuer. Er besucht das Weltall, verliert zwischendurch auch seine Fähigkeiten, schließt sich der Rächerinitiative um andere Helden wie Wolverine an oder kämpft mit teilweise starken Persönlichkeitsveränderungen. Diese Vielseitigkeit zeichnet einen Großteil der Comics im Marvel-Universum aus.

Aus „Amazing“ wird „Superior“ – Spiderman

Mit der Anfang 2013 gestarteten neuen Serie „The Superior Spider-Man“ schlägt der Spinnenmann ein neues Kapitel auf. Die neue Reihe stellt eine logische Fortsetzung der ausgelaufenen Kultreihe „The Amazing Spider-Man“ dar. In deren letztem Heft wurde Parker vom Superschurken Doctor Octopus getötet, welcher in den Geist von Spiderman eindringen will. Kurz vor Beendigung des Prozesses konnte Parker den Bösewicht allerdings mittels Kraft seiner eigenen Erinnerungen und Gedanken bekehren. So vereint der neue Spider-Man sozusagen die besten Eigenschaften von Held und Bösewicht und setzt diese zum Guten ein.

Im Netz von Hollywood - große Erfolge im Kino

Mit Ausnahme eines 1977 produzierten Pilotfilmes für die CBS-Serie „The Amazing Spider-Man“ gab es jahrzehntelang Probleme, die Reihe auf die große Kinoleinwand zu bringen. Es dauerte allerdings bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts, bevor der Spinnenmann endlich ins Kino kam. Mit Toby Maguire als Peter Parker und unter der Regie von Sam Raimi entstand folgende Trilogie:

  • 2002: Spider-Man
  • 2004: Spider-Man 2
  • 2007: Spider-Man 3

Das Experiment wurde ein voller Erfolg und spielte über 2,5 Milliarden Dollar ein. Ein regelrechter Comic-Boom wurde in Hollywood losgetreten. Obwohl es nach dem großen Erfolg Bestrebungen gab, die Serie mit dem bekannten Personal fortzuführen, waren sich Regisseur und Verleih am Ende uneinig. So erschien stattdessen 2012 mit „The Amazing Spider-Man“ eine Art filmische Neuinterpretation unter der Regie von Marc Webb. Diese legt den Fokus auf einen jungen Peter Parker, gespielt von Andrew Garfield, welcher noch das College besucht. Der Film war sehr erfolgreich, weitere Fortsetzungen sollen in den nächsten Jahren ins Kino kommen.

 

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