Ein Ratgeber über die Verwendungsmöglichkeiten von Jade als Heil- und Schmuckstein

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Ein Ratgeber über die Verwendungsmöglichkeiten von Jade als Heil- und Schmuckstein

Die Jade ist ein Farbstein, um den sich viele Geschichten und Mythen ranken. Sie ist den Menschen seit der Steinzeit bekannt. Ihre große Bedeutung als Heil- und Schmuckstein zieht sich wie ein roter Faden durch die einzelnen Kulturen und Epochen. Damit gehört die Jade vom historischen Standpunkt aus gesehen zu den bedeutendsten und ältesten Schmucksteinen der Welt. Im Folgenden erfahren Sie interessante Hintergründe und Eigenschaften der Jade und erhalten zudem nützliche Hinweise, worauf Sie beim Kauf dieses grünen Edelsteins achten sollten.

Jade – grüner Schmuckstein mit vielen Geheimnissen

Jade gibt den Forschern seit je her viele Rätsel auf. Eines davon beginnt gleich bei ihrem Namen. Die Chinesen kennen den Farbstein schon seit dem 7. Jahrtausend vor Christus und bildeten im Laufe der Zeit einen regelrechten Kult darum. Jade wird im Chinesischen unter dem Begriff 'yu' zusammengefasst. 'Zhen yu' (= Stein des Himmels) bezeichnet dabei die echte Jade. Das Wort 'Jade' als solches ist erst seit der Eroberung Südamerikas durch die Spanier in Gebrauch. Es leitet sich von dem spanischen 'piedra de ijada' ab (= Lenden- bzw. Nierenstein) da die südamerikanischen Ureinwohner diesen Stein als Heilmittel für Beschwerden in der Lenden- und Nierengegend einsetzen. So entstand weltweit der gebräuchliche Begriff 'Jade' für den grünen Edelstein.

Woraus besteht Jade?

Jade besteht  in Wahrheit aus zwei unterschiedlichen Mineralien, dem Jadeit und dem Nephrit. Beide sehen zwar ähnlich aus, haben aber ganz andere Eigenschaften. Jadeit ist ein seltenes Mineral aus der Klasse der Silikate und Germanate. Seine reine Ursprungsfarbe ist weiß und wird vor allem in China als sogenannte weiße Jade neben der grünen Jade sehr geschätzt. Sind dem Jadeit Stoffe wie Chrom oder Chlor beigemischt, erhält er eine gelbliche oder grüne Farbe. Der Nephrit hingegen ist kein eigenständiges Mineral, sondern eine Mischung aus den Mineralien Aktinolith und Tremolit. Durch Beimengungen von Eisen oder Chrom entsteht auch bei ihm die typische sattgrüne Färbung. Es gibt allerdings auch rotbraune und schwärzliche Steine.

Um Unklarheiten zu vermeiden, hat die internationale mineralogische Vereinigung (= engl. International Mineralogical Association oder IMA) festgelegt, dass Jade selbst kein eigenständiges Mineral darstellt, sondern vielmehr ein Synonym, also ein anderer Begriff für den Jadeit darstellt. Der Nephit gilt offiziell als Varietät der Jade. Als Varietät wird in der Mineralogie eine Abart, Spielart oder auch Variante eines Minerals bezeichnet. Jadeit oder Jade und der Nephrit sind demnach eng miteinander verwandt und bestehen beide aus kleinsten Körnchen, die fest miteinander verfilzt und verwachsen sind. Jadeit und Nephrit bilden zusammen die Gruppe der beliebten grünen Jadesteine.

Bedeutende Fundorte von Jade

Lange Zeit wird Jade nur in der Nähe von Flüssen im Schwemmland und Geröll gefunden. Erst später beginnen Forscher ihren Weg zurück in die Gebirge zu verfolgen. Jade entsteht bei der Formung und Faltung der Gebirge, dort entspringende Flüsse reißen die Jadebrocken aus dem Gebirge mit sich und transportieren sie im Laufe der Zeit über weite Strecken hinweg. So wird die Jade oftmals fernab ihres Entstehungsortes entdeckt und gesammelt. Es gibt inzwischen auch einige wenige Bergwerke direkt im Gebirge. Zu den bedeutendsten Fundorten gehören China und Myanmar (Birma). Auch in Kalifornien, Brasilien und der Mandschurei sowie in Russland, Japan und Neuseeland gibt es ergiebige Fundstätten.

Die Bedeutung der Jade in China

Wie schon erwähnt, gibt es Schmuckstücke aus Jade bereits seit der Spätsteinzeit, wie viele archäologische Funde belegen. Seine Glanzzeit erlebt der Edelstein allerdings in China. Seit nunmehr 8000 Jahren verehren und verarbeiten die Chinesen Jade zu Schmuck und Kultgegenständen. Bei der chinesischen Jade handelt es sich überwiegend um Nephrite. Jadeit kommt in China nur selten vor. Aufgrund seiner Seltenheit war diese Art den chinesischen Kaisern vorbehalten und ist auch unter dem Namen 'Kaiser-Jade' bekannt. Sehr beliebt ist hier eine halbdurchsichtige, hellgrüne Variante. Sie wird heute auf dem Markt zu Spitzenpreisen verkauft und gilt als die wertvollste Jadeart überhaupt. Eine weitere spezielle Jade für die kaiserliche Familie ist die Hammelfett-Jade. Diese ist nicht grün sondern besitzt gelbliche Farbnuancen. Da Gelb in China die Farbe des Kaisers ist, gilt sie zu damaliger Zeit als besonderer Glücksbringer und ehrbares Zeichen.

Jade und ihre Bedeutung in der chinesischen Kultur

In China ist echte Jade heilig, denn sie ermöglicht es den Menschen, mit den Göttern zu kommunizieren. Schon in den altchinesischen Kulturen lange vor Christi Geburt werden aus dem Mineral sogenannte Bi-Scheiben mit einem Loch in der Mitte gefertigt. Diese Scheiben dienen sowohl als Rangabzeichen als auch als religiöse Symbole. Im Laufe der Zeit ändert sich die Verwendung und Bedeutung dieser Bi-Scheiben. Sie bleiben jedoch stets höhergestellten Personen vorbehalten. Neben diesem Jade-Schmuck entstehen viele andere, die unter dem Begriff Ritualjade zusammengefasst sind.

In China entsteht ein regelrechter Jadekult um den Hauptgott des Daoismus, den Jade-Kaiser Yu Di. Nach diesem Glauben bewohnt er einen der drei reinen Himmel und regelt von dort aus die irdischen Angelegenheiten. Daher gilt die Jade nach altem Glauben als besonders erhaben und schön und stellt ein festes Bindeglied zwischen Himmel und Erde dar. Auch heute noch wird die Jade in China verehrt. Jadescheiben sind auch in der modernen Zeit noch beliebte symbolträchtige Geschenke für geschätzte Gäste, Freunde und Verwandte.

Jade in andere Kulturen

In Mittelamerika ist die Jade ebenfalls ein begehrter Stein für religiöse und rituelle Zwecke. Besonders die Mayas bevorzugen dieses Material zur Fertigung von Masken, Opfersteinen und Figuren. Auch in Indien und Japan wird dieser Edelstein schon in vorchristlicher Zeit bearbeitet und als Schmuck oder Kultgegenstand getragen. So zieht sich die Jade durch viele bedeutende Kulturen rund um den Globus. Ob Maori in Neuseeland oder die Griechen der Antike, Jade gehört stets zu den bevorzugten Schmucksteinen mit großer Bedeutung. Dies liegt einerseits an ihrer schönen Farbe und andererseits an dem seidig-glatten Gefühl, mit dem der Stein in der Hand liegt.

Hart und dauerhaft – die Bearbeitung von Jade

Jade ist äußerst bruchfest und übertrifft dabei sogar den Diamanten. Dadurch lässt sie sich nur schwer bearbeiten. Es ist eine langwierige Prozedur, um aus einem Rohling durch Schleifen und Werkzeuge zu Figuren und Symbolen zu formen. Auch mit den heutigen modernen Arbeitsgeräten bleibt es eine zeitaufwendige Arbeit, die viel Sachkenntnis und Feingefühl erfordert. Entsprechend langlebig und unempfindlich ist der Schmuckstein dann auch. Allerdings sollten Sie ihn nicht längere Zeit in der prallen Sonne liegen lassen, denn Jade ist sehr hitzeempfindlich. Durch die Sonnenwärme kann ihre Oberfläche feine Risse bekommen.

Reinigung und Pflege von Jadeschmuck

Jade sollten Sie nicht in Ultraschallgeräten reinigen. Ähnlich wie bei Hitzeeinwirkung kann durch die Schallwellen die Oberfläche der Jade beeinträchtigt werden. Am besten reinigen Sie die Stücke mit einer milden Seifenlauge und trocknen sie danach gründlich ab. Zu scharfe Reiniger können Flecken hinterlassen und in Verbindung mit Wärme sogar eine besonders schädigende Wirkung auf Jade haben. Besonders teure Schmucksteine sollten Sie zum Juwelier bringen. Er führt eine professionelle Schmuckreinigung durch und lässt auch matt gewordene Teile wieder in altem Glanz erstrahlen.

Echt oder falsch – darauf sollten Sie beim Kauf von Jadeschmuck achten

Es ist schwer, echte Jade von gefälschter zu unterscheiden. Sogar Fachleute haben es schwer. Denn heute werden sogar Schnitttechniken und Bearbeitungsmethoden perfekt imitiert. Daher ist inzwischen auch ein hoher Preis kein Garant mehr für die Echtheit der Produkte. Fälscher schrecken nicht einmal vor den alten Kunstwerken vergangener Jahrtausende zurück. Aber auch die Jade-Souvenirs aus asiatischen Ländern sind oft nicht das, was sie sein sollten. Meist bestehen sie weder aus Jadeit oder Nephrit sondern aus minderwertigen Materialien wie Quarz, Feldspat oder gar Glas.

Daneben ist auch die sogenannte China-Jade mit Vorsicht zu betrachten. Die auch neue Jade genannte Steinart Serpentin ist gerne zusammen mit echten Jadevorkommen anzutreffen, ist aber nicht so zäh und wesentlich einfacher zu bearbeiten. Viele Anhänger, Ketten und Meditationskugeln bestehen inzwischen aus diesem Material. Neue Jade ist in China als Jade anerkannt und wird auch als solche verkauft. Dies ist auch ganz in Ordnung, solange es klar deklariert ist. Wird allerdings echte Jade angepriesen und Serpentin verkauft, handelt es sich ganz klar um Betrug. Eine Ausnahme bildet jedoch China selbst. Denn dort wird der Begriff Jade anders definiert als in der westlichen Welt. China-Jade gehört dort ebenso zu den Jadearten wie Nephrit und Jadeit. Daher laufen diese Produkte oft einfach nur unter dem Sammelbegriff 'Jade'.

Daher sollten Sie sich bewusst sein, dass fantasievolle Bezeichnungen wie China-Jade, Oregon-, sibirische oder steirische Jade alles Mögliche beinhalten kann, nur keine echte Jade. Das Problem ist, dass all diese Mineralien sehr ähnliche Eigenschaften aufweisen, wie Jadeit oder Nephrit. Nur ein Gemmologe kann hier mit teils recht aufwendigen Untersuchungsmethoden bestimmen, um welches Mineral es sich tatsächlich handelt.

Gerade der Kauf von Jadeprodukten aus China ist daher Vertrauenssache. Sie müssen sich darauf verlassen können, dass Sie auf Wunsch auch wirklich echte Jade erhalten und kein Serpentin. Allerdings ist China-Jade noch das Plagiat, das echter Jade am nächsten kommt. Ein Laie wird den Unterschied in der Regel nicht bemerken, denn auch Serpentin-Schmuck liegt weich in der Hand und besitzt das zauberhafte grüne Farbspektrum der 'richtigen' Jade. Ärgerlich wird es für Sammler, die für große Summen antike Produkte erwerben, nur um später feststellen zu müssen, dass ihr angebliches Original eine raffinierte Fälschung ist.

Fazit:

Jade hat auch in der westlichen Welt längst die Herzen von Schmuckliebhabern und Sammlern erobert. Die Besonderheiten dieses Edelsteins liegen in seiner langen kulturhistorischen Geschichte sowie in seinem zauberhaften Farbangebot von weiß-gelb bis hin zu makellosem, satten Grün, Rotbraun und sogar Schwarz. Neben der edlen Optik sind es vor allem die uralten Mythen und sagenhaften Eigenschaften, die diesen Farbstein so populär machen.

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