Ein Kaufleitfaden für Damenkleider

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Ein Kaufleitfaden für Damenkleider

Eines der wohl weiblichsten Kleidungsstücke ist das Kleid. Es gibt unzählige Sorten von Kleidern, für jeden Anlass, jeden Geschmack und jeden Geldbeutel. Vom geblümten, luftigen Sommerkleid über das klassische kleine Schwarze bis hin zur eindrucksvollen Abendrobe reicht die Palette. Doch wie findet frau das richtige Kleid? Welcher Stil passt zu welcher Gelegenheit und welche Kriterien gilt es beim Kleiderkauf zu beachten?

Die Tücken des Kleiderkaufs

Kleider kann man heutzutage vielerorts schnell und unkompliziert kaufen. Die Versuchung, spontan und ohne genauere Prüfung einfach irgendein Kleid zu erwerben, ist entsprechend groß. Doch wer Kleider kaufen möchte, sollte zahlreiche Aspekte beachten, damit er nicht im Nachhinein eine böse Überraschung erlebt. Welche Aspekte das sind, haben wir zusammengestellt – damit jede Frau das optimale Kleid findet, das zu ihr und zum Anlass passt. Und wer weiß: Vielleicht findet sich mit den folgenden Tipps sogar das neue Lieblingskleid.

Beachtenswertes vor dem Kauf

Ehe frau die Kreditkarte zückt und ungestüm ihrer Kauflust nachgibt, sollte sie sich darüber im Klaren sein, was genau für ein Kleid sie eigentlich benötigt. Dazu sollte sie bestimmen, bei welchem Anlass sie das Kleid tragen möchte und an welchem Dresscode sie sich dementsprechend orientieren sollte. Außerdem ist es immer sinnvoll, vor dem Kauf ein Kostenlimit zu definieren.

Den Anlass bestimmen, für den das Kleid gedacht ist

Damit auch das richtige Kleid erworben wird, sollte man genau überlegen, bei welcher Gelegenheit man es anziehen will. Zum Galadinner, in die Oper oder ins Theater? Als Gast oder Brautjungfer auf einer Hochzeit? Auf einer Fete unter Freunden? Bei der Arbeit? Im Sommerurlaub? Beim Essengehen mit den Schwiegereltern? Handelt es sich bei dem Anlass um eine Firmenfeier? Oder um einen Abschlussball der Schule, der Berufsschule oder der Universität? Oder ist das Kleid für einen Konzertbesuch gedacht? Und für einen Konzertbesuch in einem edlen Café werden sich die meisten Gäste gediegener kleiden als für einen Konzertbesuch in einem verrauchten Club im Souterrain.

Ganz gleich, um welchen Anlass es sich handelt:  Wer ein neues Kleid kauft, tut gut daran, darauf zu achten, dass es auch nach der Veranstaltung immer wieder einmal getragen werden kann – außer natürlich, es handelt sich um ein Brautkleid.

Den Stil definieren, den das neue Kleid haben soll

In vielen Fällen hängt die Frage nach dem Anlass direkt mit jener nach dem Stil zusammen. Wer die Antwort auf erstere Frage kennt, kann in den meisten Fällen auch letztere treffsicher beantworten. Je gehobener das gesellschaftliche Parkett ist, auf dem man sich zu bewegen gedenkt, desto erhabener sollte der Stil des Kleides sein. Zum Kindergeburtstag bei den Nachbarn ist es völlig okay, ein grobes Cordkleid zu tragen. Lädt der neue Chef zur spätabendlichen Stehparty mit Sekt und Häppchen, ist ein Cocktailkleid aus feinem, aber nicht zu edlem Material in Ordnung.

Dass bei beruflichen Anlässen der Ausschnitt nicht zu tief und der Saum am unteren Ende des Kleides nicht zu weit oben sein sollte, versteht sich. Die Faustregel für die Länge des Kleides: Bei offiziellen Anlässen sollte das Kleid nicht höher als eine Handbreit über dem Knie aufhören. Steht auf der Einladung das Wort „Abendkleid“, bedeutet das hingegen bodenlang und schulterfrei. Zu Bällen, Galadinnern und zum Besuch der Oper können Ladys richtig auftrumpfen: Samt und Seide, glitzernde Materialien, Zierbänder, Schleifen und funkelnde Accessoires sind jetzt nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht.

Das Budget festlegen

Gerade beim Kauf von schönen Dingen wie Kleidern ist es grundsätzlich eine gute Idee, sich über den eigenen finanziellen Rahmen im Klaren zu sein. Je nachdem, welche Ausgabenhöhe die Dame für angemessen erachtet, kann sie so im Prozess der Kleiderwahl immer auch ein Auge auf den Preis der einzelnen Stücke haben – und vermeidet so unter Umständen, sich in ein Kleid zu „verlieben“, das eigentlich viel zu teuer ist. Wer Angebote von verschiedenen Herstellern überfliegt, bekommt zusätzlich ein Gefühl dafür, welche Preise für welche Kleider angemessen sind.

Grundsätzlich gilt: Je hochkarätiger der Anlass, desto edler die Kleider. Das schlägt sich oft im Preis nieder. Es gibt allerdings auch viele Fälle, in denen ganz ähnliche Kleider sich preislich deutlich unterscheiden. Ein Beispiel: Ein guter Freund hat zu seiner Geburtstagsparty eingeladen. Er feiert am Abend zu Hause, aber im gehobenen Stil. Mit dem klassischen kleinen Schwarzen macht man in diesem Fall nichts verkehrt. Wenn es nicht gerade Winter ist und das Kleid aus reinster Kaschmirwolle besteht, lässt sich aber oft genug beim besten Willen nicht sagen, ob es teuer oder preiswert war. Es lohnt sich also, nach vergleichsweise günstigeren Angeboten zu suchen.

Tipps zum Aussuchen des richtigen Kleides

Wer weiß, was er sucht, kann sich beim Auswählen auf wichtige Details konzentrieren. Die Zusammensetzung des Materials kann beispielsweise eine größere Bedeutung haben, als man zunächst annimmt. Und auch beim Schnitt und der Größe gilt es einiges zu beachten.

Stoffe

Kleider können aus den unterschiedlichsten Stoffen bestehen, beispielsweise aus Baumwolle, Wolle, Seide oder synthetischen Fasern. In vielen Fällen besteht ein Kleid aus einer Mixtur aus verschiedenen Stoffen, zum Beispiel Baumwolle und Polyamid oder Polyacryl. Jeder Stoff hat seine Vor- und Nachteile. Wolle zum Beispiel kann sich sehr weich anfühlen und wärmt. Wenn ein Wollkleid jedoch keinerlei künstliche Fasern enthält, verzieht es sich schnell. Dann entstehen mit der Zeit überall dort, wo der Körper sich viel bewegt, beispielsweise an den Ellenbogen oder am Po, unschöne Beulen im Stoff. Nach dem Waschen muss man ein Wollkleid vorsichtig in Form zupfen. Wer ein Wollkleid einmal getragen hat, muss es meist nicht sofort waschen, sondern kann es zum „Auslüften“ aufhängen. Seidene Kleider hingegen nehmen unangenehme Gerüche schneller auf und können nicht auslüften; sie müssen nach jedem Tragen gewaschen werden. Dafür hat Seide einen kühlenden Effekt. Seidenkleider eignen sich daher gut für den Sommer.

Baumwollkleider eignen sich je nach Schnitt und Dicke des Materials prinzipiell für alle Temperaturen. Je höher der Kunstfaseranteil ist, desto feiner wirken sie. Allerdings sollte man ein Kleid mit Kunstfaseranteil nie direkt nach dem Kauf den ganzen Tag anziehen, sondern erst einmal zu Hause einige Stunden Probe tragen. Denn die Kombination aus Deo, Schweiß und Kunstfasern in neuer Kleidung sorgt bei manchen Menschen dafür, dass sie nach einer Weile beginnen, unangenehm zu riechen, wenn ihre Kleidung Polyester, Polyamid oder Polyacryl beinhaltet. In so einem Fall muss man das Kleid einige Male waschen, ehe man es einen ganzen Tag lang tragen kann.

Ebenfalls wichtig zu wissen: Unterschiedliche Stoffe benötigen unterschiedliche Pflege. Wer sich nach den Anweisungen auf dem Etikett richtet, macht nicht viel verkehrt. Bevor man ein Kleid tatsächlich kauft, sollte man sichergehen, dass es maschinentauglich ist. Und falls nicht, muss man sich überlegen, ob man gewillt ist, das Stück nach jedem Tragen in die Reinigung zu bringen. Wenn es sehr schön ist, lohnt sich das möglicherweise.

Größen

Die Größen für Kleider in Deutschland beziehen sich auf unterschiedliche Maße des Körpers. Wer sich nicht sicher ist, welche Größe er bestellen sollte, kann nachmessen.

 

Was ist zu messen?

Größe 36

Größe 38

Größe 40

Größe 42

Körperhöhe

160-166 cm

162-168 cm

168-174 cm

168-174 cm

Brustumfang

82-86 cm

86-90 cm

90-94 cm

94-98 cm

Taillenumfang

65-69 cm

68-72 cm

72-76 cm

76-80 cm

Hüftweite

93 cm

96 cm

99 cm

102 cm

Schrittlänge

78 cm

78 cm

79 cm

80 cm

In Deutschland gibt es zwei Arten der Größenangabe: in Zahlen oder in Buchstaben. Die grundsätzliche Größeneinteilung der amerikanisierten Größen, die in Buchstaben angegeben werden, bezieht sich immer auf zwei Größen im deutschen Gebrauch. Bei Zweifeln, welche Größe die richtige ist, sollte die größere gewählt werden.


XS

34-36

S

36-38

M

38-40

L

40-42

XL

42-44

XXL

44-46

Unterschiedliche Marken innerhalb des deutschen Raums definieren die Konfektionsgrößen verschieden. Das liegt am Schnitt und ist oft damit verbunden, wie weit ein Kleid gedacht ist. Hersteller, die erwachsene Frauen als Zielgruppe ansprechen wollen, geben beispielsweise einer Größe 38 oft einige Zentimeter mehr Umfang als Marken, die sich auf Mode für Teenager spezialisiert haben.

Die volle Aufmerksamkeit der Frau fordert es, wenn ein Kleid von einem südeuropäischen Hersteller stammt. Denn dort heißen die Konfektionsgrößen zwar genauso wie hierzulande, sind in Wahrheit aber gut zwei Größen kleiner. Das bedeutet: Eine Frau, die bei deutschen Herstellern Kleidung der Größe 38 kauft, sollte ein italienisches Kleid nicht etwa in der Größe S oder M kaufen, sondern in der L oder XL beziehungsweise in der italienischen 42. Es handelt sich hier um eine Faustregel, die Ausnahmen haben kann. Anprobieren ist deshalb die beste Lösung.

Passform

Eine Frau, die ein Kleid sucht, in dem sie gut aussieht, sollte auch hineinpassen. Frauen sollten die Kleider kaufen, in denen sie sich wohlfühlen und gut bewegen können. Deshalb gilt: Ein Kleid muss nicht nur gerade so, sondern bequem passen, wenn man es anprobiert. Man sollte darin herumgehen, sich setzen, sich nach etwas bücken und am besten auch ein wenig tanzen. Ein Kleid, das bei diesem Test kneift und zwickt, gehört nicht in den heimischen Kleiderschrank, sondern zurück auf die Stange. Das gilt im Übrigen besonders für Brautkleider - schließlich soll sich die Braut am schönsten Tag Ihres Lebens rundum wohlfühlen! 

Schnitte

Nicht jeder Schnitt passt zu jedem Körper. Deshalb sind nicht alle Kleider für alle Frauen richtig. In dieser Hinsicht ist Ehrlichkeit gegenüber sich selbst die beste Waffe der Frau. Jede Frau sollte sich darüber klar werden, welche Schnitte ihr nicht und welche ihr besonders gut stehen – und dann nur noch die hervorragend geeigneten Schnitte kaufen. Frauen, die sich nicht sicher sind, ob ihnen ein bestimmter Schnitt steht, sollten andere Frauen um ihren Rat bitten – nur vielleicht nicht ausgerechnet eine Verkäuferin in einer Boutique für Damenmode - denn eine Verkäuferin hat Umsatzverantwortung.

Die gute Nachricht: Diäten sind in diesem Zusammenhang nicht sinnvoll, denn die individuellen Proportionen des Körpers lassen sich nicht ändern. Frauen mit weniger Brust sollten kein tiefes Dekolleté tragen und solchen mit einer runden Körpermitte, steht ein Kleid aus hautengem Stretch-Material eher weniger. Doch niemand sollte sich hiervon entmutigen lassen. Es gibt für jeden Körpertyp Schnitte, die der individuellen Figur schmeicheln und besonders schöne Körperpartien betonen. Wer so ein Kleid bei seinen Lieblingsmarken nicht findet, sollte sich bei den Kleidern anderer Hersteller umsehen.

Timing

Der Kauf eines guten Kleides sollte nicht in letzter Sekunde geschehen. Ist das Kleid für einen besonders wichtigen Anlass gedacht, sollte man es mindestens zwei Wochen vor der Veranstaltung besorgen. Denn wenn es umgenäht werden muss, nach ein paar Tagen doch nicht mehr gefällt oder sogar einen Fehler hat, ist so dann noch genügend Zeit für Näharbeiten oder einen Umtausch.

Fazit

Gut beraten sind Frauen, wenn sie ihren Kleiderschrank zumindest mit einer Grundauswahl von Damenkleidern in unterschiedlichen Stilen bestücken. Diese zu finden bedarf es einiger Überlegungen hinsichtlich Stil, Jahreszeit, Trage-Anlass und individueller Körperform. Doch schließlich sollten der eigene Gusto und Wohlfühlfaktor entscheiden, denn ein Kleid sieht immer nur so gut aus, wie eine Frau sich darin bewegt!

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