Ein Kaufleitfaden für Auto-Kindersitze für Babys

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Ein Kaufleitfaden für Auto-Kindersitze für Babys

Spätestens einige Wochen vor der Geburt müssen sich Eltern Gedanken über die Anschaffung eines Auto-Kindersitzes für ihren Nachwuchs machen. Welche Aspekte beim Kauf eines solchen Sitzes, der auch als Babyschale bezeichnet wird, beachtet werden müssen und mit welchem Zubehör er kombiniert werden kann, erfahren Sie hier.

Tipps und Informationen rund um den Kauf eines Auto-Kindersitzes

Autokindersitze werden in vier verschiedene Gruppen unterteilt. Die Babyschale gehört in die Gruppe 0 beziehungsweise 0+ und ist für Babys mit einem maximalen Gewicht von 13 kg vorgeschrieben. Sobald das Köpfchen des Babys auch nur um einen Zentimeter über die Begrenzung der Schale hinausragt, muss auf einen Auto-Kindersitz der Gruppen I oder I/II zurückgegriffen werden. Das gilt auch dann, wenn das Kind das Maximalgewicht von 13 kg noch nicht erreicht hat.

Im Gegensatz zu allen anderen Auto-Kindersitzen wird die Babyschale im Auto entgegen der Fahrtrichtung positioniert. Die Blickrichtung des Babys geht also zur Rückbank. Wer mit seinem Baby allein im Auto unterwegs ist, kann die Babyschale auch auf dem Beifahrersitz stellen und mit dem Gurt in der vorgeschriebenen Art und Weise sichern. In diesem Fall sollte aber auf jeden Fall der Beifahrer-Airbag ausgeschaltet werden, da im Falle eines Unfalls der Airbag das Baby in der Babyschale zerdrücken würde. Wenn Sie lieber den Transport auf der Rückbank bevorzugen, ist es beispielsweise empfehlenswert, einen zusätzlichen Innenspiegel oder ähnliches Zubehör für das Auto anzuschaffen, mit dem Sie Ihr Baby jederzeit im Blick haben, ohne sich während der Fahrt umdrehen zu müssen. Auf jeden Fall sollten die Eltern den Einbau der Babyschale am besten gleich nach deren Erwerb üben. Kommt Ihr Kind früher auf die Welt als geplant, haben Sie mit dem Einbau der Schale keine Probleme. Denn bereits für den Weg vom Krankenhaus nach Hause kommt dieser Auto-Kindersitz zum Einsatz.

Anders als die Babyschale lassen sich Reboard-Sitze wesentlich einfacher ein- und ausbauen. Diese verfügen über eine Basisstation, auf die der Sitz nur noch aufgeschoben oder aufgesteckt werden muss. Allerdings ist der Einbau eines solchen Sitzes nicht in jedem Auto möglich. Deshalb sollten Eltern die Bedienungsanleitung des eigenen Pkws studieren, bevor sie sich zum Kauf eines solchen Sitzes entschließen. Einige Fahrzeuge bieten auch die Möglichkeit, einen Reboard-Sitz mit Isofix-System zu verwenden.

Wissenswertes zu den gesetzlichen Regelungen

Alle Auto-Kindersitze müssen den aktuellen EU-Normen ECE-R 44-04 oder zumindest ECE-R 44-03 entsprechen. Informationen darüber, welcher Norm der jeweilige Kindersitz entspricht, sind an der Seite des Modells zu finden. Ist hier die Bezeichnung ECE-R 44-01 oder ECE-R 44-02 aufgebracht, so ist vom Kauf dieses Modells Abstand zu nehmen. Hat ein Verkäufer keine Angaben zu der für das angebotene Modell gültigen EU-Norm gemacht, sollten Sie den Anbieter vor dem Kauf kontaktieren. Kaufen Sie einen neuen Auto-Kindersitz, so steht die hierfür gültige EU-Norm sowohl an der Kunststoffverschalung des Sitzes als auch auf der Umverpackung.

Von Zeit zu Zeit unterziehen namhafte Testorganisationen Auto-Kindersitze einem ausführlichen Test. Informieren Sie sich über das Abschneiden des jeweiligen Modells, bevor Sie sich zum Kauf entscheiden. Viele Hersteller weisen auch von sich aus auf die Testurteile ihres jeweiligen Auto-Kindersitzes hin.

Hierauf ist beim Kauf eines gebrauchten Auto-Kindersitzes für Babys zu achten

Nicht alle zukünftigen Eltern sind finanziell so gutgestellt, dass sie sich einen neuen Auto-Kindersitz für ihren Nachwuchs leisten können. Vielleicht legen aber auch Verwandte und Freunde zusammen oder steuern einen Teil des Geldes mit bei. Bitte beachten Sie, dass (wenn Sie selbst an einem Unfall beteiligt sind und der Kindersitz sich im Auto befindet) Sie diesen auf jeden Fall ersetzen müssen. Für die Kosten kommt in der Regel die Versicherung auf.

Wer den Kauf einer gebrauchten Babyschale dem einer neuen vorzieht, sollte den gebrauchten Auto-Kindersitz vor der ersten Nutzung genauestens inspizieren. Nehmen Sie dazu den Bezug des Sitzes ab und kontrollieren Sie die Kunststoffverschalung, eventuell unter Zuhilfenahme einer Lupe, nach feinsten Rissen. Auch den Bezug selbst sollten Sie auf Beschädigungen kontrollieren, desgleichen das Gurtsystem. Auch wenn nur ein Gurt eingerissen oder ausgefranst ist, so sollten Sie ihn lieber nicht verwenden. Das Gleiche gilt für Schäden an der Kunststoffverschalung. Liegen solche Beschädigungen vor, ist davon auszugehen, dass der Sitz entweder an einem Unfall beteiligt war oder unsachgemäß behandelt wurde. Die Sicherheit Ihres Babys ist dann nicht mehr gewährleistet. Bitten Sie den Verkäufer auch um die Bedienungsanleitung, die jedem Sitz beiliegt. So können Sie diese schon vor dem ersten Einbau studieren und bei Fragen den Verkäufer sofort kontaktieren.

Gerade bei den gebrauchten Modellen werden des Öfteren noch Babyschalen angeboten, die den aktuellen EU-Normen ECE-R 44-03 und ECE-R 44-04 nicht entsprechen. Auch wenn die Sitze noch vollkommen in Ordnung sind, ist deren Nutzung verboten. Wenn Sie ein solches Modell verwenden und in eine Polizeikontrolle geraten, müssen Sie mit einem Bußgeld rechnen.

Kriterien für den Kauf eines Auto-Kindersitzes im Überblick

Folgende Frage sollte man sich vor dem Kauf stellen: Welche EU-Norm ist angegeben? Wichtig ist hierbei, dass sämtliche Kindersitze den aktuellen EU-Normen ECE-R 44-04 oder ECE-R 44-03 entsprechen müssen. Außerdem sollte man prüfen, ob sich der Sitz in einem einwandfreiem Zustand befindet. Besonders sollte man dabei auch Beschädigungen an der Kunststoffverschalung und an den Gurten achten.

Passendes Zubehör erwerben

Einige Modelle werden bereits mit diversem Zubehör geliefert. Dazu gehören beispielsweise ein Sitzverkleinerer, ein Sonnensegel und ein Regenschutz. Um Ihr Kind vor der direkten Sonneneinstrahlung zu schützen, sollten Sie an den hinteren Seitenscheiben sogenannte Sonnenblenden anbringen. Um Kleinigkeiten unterzubringen, aber auch um die Rückenlehne des Vordersitzes vor Verschmutzungen zu schützen, ist der Kauf eines sogenannten Rückenlehnenschutzes sehr zu empfehlen. Zum Lieferumfang vieler Sitze gehören aber auch Adapter, die an das Fahrgestell eines Buggys montiert werden können. Die Adapter können natürlich auch separat erworben werden.

Diese Vorteile hat die Kombination aus Babyschale und Buggy

Wenn Sie beispielsweise einen Termin wahrnehmen und mit dem eigenen Fahrzeug anreisen müssen, so können Sie die Babyschale mit dem Adapter bequem am Gestell des Buggys fixieren. Ihr Kind schläft dabei in aller Ruhe weiter, es muss nicht aus der Babyschale herausgenommen und in den Kinderwagen gelegt werden. Der Buggy lässt sich auch wesentlich einfacher im Kofferraum eines Autos verstauen, kann er doch mit wenigen Handgriffen zusammengeklappt werden.

Weiteres Zubehör kurz vorgestellt

In den ersten drei Lebensmonaten kann das Baby sein Köpfchen noch nicht selbst halten. Deshalb ist der Kauf eines Nackenkissens für Kinder dringend angeraten, sofern es nicht zum Lieferumfang der Babyschale gehört. Dieses Kissen gibt es in vielen kindgerechten Designs und manche werden sogar passend zum Muster des Kindersitzes angeboten

Sehr empfehlenswert ist der Erwerb eines zweiten Bezuges für den Auto-Kindersitz. Sehr schnell kann es passieren, dass Flecken auf den Bezug gelangen. Die Bezüge lassen sich zwar sehr gut reinigen, in der Zwischenzeit sollten Sie allerdings ein zweites Exemplar verwenden. Da viele Babys in den warmen Sommermonaten stark schwitzen, ist der Kauf eines Ersatzbezuges für die wärmeren Sommermonate, durchaus empfehlenswert. Dieser sorgt für eine wesentlich bessere Luftzirkulation, ein Verkleben der Kleidung mit der Haut wird somit praktisch verhindert.

Damit Ihr Baby während der kalten Wintermonate im Auto nicht friert, sollten Sie sich für den Auto-Kindersitz einen Fußsack zulegen. Durch die eingearbeiteten Schlitze lässt er sich recht einfach an der Babyschale befestigen, genauso schnell aber auch wieder abnehmen. Natürlich können Sie diesen bei Bedarf in der Waschmaschine reinigen.

Spielzeug für den Auto-Kindersitz

Am Bügel des Auto-Kindersitzes können auch kleine Spielsachen befestigt werden. Dies sorgt bei kurzen Spaziergängen für Ablenkung. Während der Autofahrt wird der Bügel allerdings meist zur Absicherung des Sitzes verwendet. Nehmen Sie allerdings einen Termin war, bieten die Spielsachen eine wunderbare Ablenkung.

 

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