Ein Kaufleitfaden für Antiquitäten aus dem Bergbau

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Ein Kaufleitfaden für Antiquitäten aus dem Bergbau

Der Bergbau mit seiner langjährigen Tradition ist aus der deutschen Geschichte kaum wegzudenken. Verschiedene Bergbauregionen hatten ihre eigenen Uniformen, jeweils speziell angepasste Werkzeuge und zahlreiche regionale Gebräuche. Bei ehemaligen Bergleuten oder teilweise auch ihren Nachfahren, die fasziniert von dem Berufszweig und dem Zusammenhalt unter Tage sind, stehen Gegenstände, die auf irgendeine Art und Weise mit dem Bergbau zu tun haben, hoch im Kurs. Man kann heutzutage noch viele Antiquitäten online erwerben, mit denen früher gearbeitet wurde.

Antiquitäten aus dem Bergbau: traditionelle Kleidung und andere Gegenstände

Uniformen als Rarität

In Deutschland gibt es mehrere Bergbauregionen, beispielsweise im Erzgebirge, im Saarland, in Rheinland-Pfalz oder in Westfalen. Jede dieser Regionen hatte eigene Uniformen, die vor allem zu offiziellen Anlässen getragen wurden. Auch heute noch können Sie die aufwendig gearbeitete Kleidung bestaunen, indem Sie die vielerorts regelmäßig stattfindenden Paraden der Bergleute besuchen. Sie können aber auch Uniformen oder Teile davon als Sammlerstücke erwerben, schließlich sind viele von ihnen sehr alt und inzwischen begehrte Raritäten. Gleiches gilt auch für die Arbeitskleidung der Bergmänner, wie Hemden, Hosen oder das sogenannte Arschleder, das den Bergmann beim Rutschen über die meist langen Bleche schützen sollte. Einige Sammler freuen sich zusätzlich über Kragenspiegel, die auch von Region zu Region verschieden waren. Viele Kleidungsstücke können Sie auch bei eBay erwerben.

Sonstige Gegenstände aus dem Bergbau

Ein äußerst beliebtes Stück unter Sammlern ist der Häckel, auch unter der Bezeichnung Steigerstock bekannt. Hierbei handelt es sich um einen Handstock, der in der Regel von Aufsichtspersonen zu Bergparaden oder anderen festlichen Anlässen mitgeführt wird. Der Handgriff des Häckels besteht dabei aus Messing, Silber oder Bronze und hat die Form eines Bergwerkzeuges. Der Stiel ist meist einen Meter lang und kann als Messlatte verwendet werden. Jede Bergbauregion hat einen eigenen Häckel vorzuweisen, wobei die Varianten aus Mansfeld und dem Erzgebirge am reichlichsten verziert sind. In Bergwerken im Ruhrgebiet ist die Verwendung des Häckels auch unter Tage bekannt, dann allerdings in der Funktion als Gebrauchsgegenstand mit wenigen Verzierungen. Er diente dem Steiger als Gehstock und zur Überprüfung der Standfestigkeit von Gestein und Grubenausbau.

Antiquitäten aus dem Bergbau: wichtige Werkzeuge

Viele alte Bergbauwerkzeuge, die früher tatsächlich eingesetzt wurden und auch entsprechende Gebrauchsspuren aufweisen dürfen oder sogar sollen, sind heute äußerst begehrte Antiquitäten. So zum Beispiel auch der Schlägel und das Bergeisen.

Schlägel und Bergeisen

Beim Schlägel handelt es sich um einen Schlaghammer, der einen viereckigen Querschnitt hat sowie einen Stiel aus Holz. Das Bergeisen gleicht einem Meißel, wird allerdings mit einem Stiel gehalten. Dieser wird jedoch nicht vollständig fixiert, sondern ist so angebracht, dass er leicht von einem Eisenstück auf ein anderes gesetzt werden kann. Diese Vorgehensweise hatte den Vorteil, dass stumpf gewordene Eisen sofort vor Ort ausgetauscht werden konnten. Nach der Schicht wurden die stumpfen Eisen wieder geschärft und waren somit einsatzbereit für den nächsten Tag. Schlägel und Bergeisen sind wohl die traditionellsten Bergwerkzeuge. Nicht umsonst finden sich beide auf dem Symbol für den Bergbau wieder. Sie sollten in keiner Sammlung antiker Werkzeuge fehlen.

Spitzhacke

Ein anderes Gerät, welches häufig unter Tage zum Einsatz kam, ist die Spitzhacke. Mit dieser konnten hartes Gestein und auch Fels bearbeitet werden. Das ermöglichte eine Spitze, die rechtwinklig zum Stiel angebracht war. Aber auch beidhändig zu benutzende Hämmer mit quadratischen Schlagbahnen, sogenannte Fäustel, wurden verwendet, unter anderem zum Abschlagen großer Gesteinsstücke. Falls Sie sich für ein bestimmtes Werkzeug aus dem Bergbau interessieren, erwartet Sie bei eBay ein vielfältiges Angebot.

Antiquitäten aus dem Bergbau: alte Grubenlampen

Von enormer Wichtigkeit unter Tage war stets das Licht. Nur bei ausreichender Beleuchtung war es den Bergmännern möglich, ihrer Arbeit nachzugehen. Alle im Bergwerk eingesetzten Lampen werden als Geleucht bezeichnet. Das Geleucht wandelte sich im Laufe der Zeit, in Abhängigkeit von neuen Erkenntnissen, Bedürfnissen und technischen Möglichkeiten.

Leuchten mit offener Flamme

Zu Beginn benutzen die Bergleute Grubenlampen mit offener Flamme. Die erste dieser Art war die Öllampe, die anfangs mit tierischen Fetten, später mit Pflanzenölen betrieben wurde.

Froschlampen

Eine besondere Ausführung der Öllampe war die sogenannte Froschlampe, die ab dem 16. Jahrhundert in Bergwerken eingesetzt wurde. Sie erhielt ihren Namen dadurch, dass ihre Form an einen sitzenden Frosch erinnert. Die Froschlampe besteht aus einer flachen Schale, die mit Lampenöl gefüllt ist. An einer Seite der Schale ist ein verstellbarer Docht angebracht, an der anderen Seite ein Henkel zum Tragen. Jede Bergbauregion hatte eine eigene Form der Froschlampe, ebenso waren die darauf angebrachten Verzierungen je nach Gebiet verschieden. Kenner der Bergbaugeschichte können anhand des Aussehens einer Froschlampe darauf schließen, aus welcher Region sie kommt. Für Sammler ist das ebenfalls ein interessanter Aspekt, vor allem dann, wenn die Sammlerstücke einer bestimmten Bergbauregion bevorzugt werden.

Petroleumlampen

Mit der Erfindung von Lampenzylindern und Runddocht im 19. Jahrhundert wurden die Öllampen von den Petroleumlampen abgelöst. Diese erzeugten Licht, indem Petroleumgase verbrannten. Sie bestanden aus einem Tank, einem Docht, einem Brenner und einem Glaszylinder. Das Petroleum vergaste im Brenner und konnte über den Docht entzündet werden. Ein großer Vorteil der Petroleumlampen bestand darin, dass der benötigte Brennstoff preiswert zu bekommen war. Zudem produzierten sie ein helles Licht, da Petroleum eine niedrige Viskosität hat und daher im Docht sehr hoch steigen kann.

Freiberger Blende

Parallel zur Nutzung der Lampen mit offener Flamme in sämtlichen Bergwerken, wurde im Erzgebirge vom 17. bis zum 19. Jahrhundert eine geschlossene Grubenlampe, die sogenannte Freiberger Blende, eingesetzt. Sie besteht aus einem mit Messingblech ausgeschlagenen Holzkasten und einer Glasscheibe an der Vorderseite. Durch diese bewegliche Scheibe konnte ein kleiner Brenner hineingestellt beziehungsweise herausgenommen werden. An der Rückseite des Kastens war ein bogenförmiger Haken angebracht, um die Lampe tragen oder aufhängen zu können. Auch diese regionale Lampenvariante ist unter Sammlern sehr beliebt, vor allem bei denen aus dem Erzgebirge.

Karbidlampen

Im 20. Jahrhundert wurde eine ganz neuartige Grubenlampe eingeführt, die Karbidlampe. Das ist eine Gaslampe, in welcher der Brennstoff in chemisch gebundener Form geleitet und erst kurz vor der Verbrennung in Gas umgewandelt wird. Möglich wurde dieses neue Verfahren durch die Bauweise: Die Karbidlampe besteht aus zwei übereinander angeordneten Behältern, der untere enthält den Brennstoff (meist Calciumkarbid), der obere Behälter enthält Wasser, das fortwährend in den unteren Behälter tropft. Durch die Vermischung des Wassers mit dem Calciumkarbid entsteht Ethingas, das durch eine kleine Rohrleitung in den Brenner geleitet und dort entzündet wird. Das durch Karbidlampen erzeugte Licht war sehr hell und somit sehr gut geeignet für den Einsatz im Bergbau. Der Nachteil war jedoch, dass die Flamme viel Ruß erzeugte. Mit etwas Glück können Sie sehr alte Grubenlampen auch bei eBay erwerben.

Ein Meilenstein in der Geschichte: Sicherheitsgrubenlampen

Die diversen Grubenlampen mit offener Flamme stellten von Anfang an ein hohes Sicherheitsrisiko dar, denn es konnten jederzeit brennbare Grubengase austreten, was zu einer lebensgefährlichen Explosion geführt hätte. Daher versuchte man, Lampen zu entwickeln, die dieses Risiko nicht bargen. Mehrere Versuche sahen zunächst Erfolg versprechend aus, erwiesen sich nach einigen Tests aber als ungeeignet. Stets scheiterte es daran, dass das von der Lampe produzierte Licht nicht hell genug war oder aber die Explosionsgefahr weiterhin bestand. Erst die Erfindung von Carl Wolf aus Zwickau brachte die ersehnte Lösung. Wolf erfand im Jahre 1884 eine Benzinsicherheitslampe, von der keine Explosionsgefahr mehr ausging, die aber eine helle und nicht rußende Flamme produzierte. Und zum ersten Mal in der Geschichte des Bergbaus war es Bergmännern möglich, ihre Lampen im Falle des Erlöschens sofort wieder anzuzünden, ohne dabei sich selbst oder das Leben der anderen Kumpel zu gefährden.
Da diese neuartigen Sicherheitslampen einen Meilenstein in der Geschichte des Bergbaus beziehungsweise des Geleuchts darstellen, sind sie bei Antiquitätensammlern sehr beliebt. Im 20. Jahrhundert wurden die Sicherheitslampen von elektrischen Grubenlampen abgelöst. Das waren am Anfang Batteriekästen, die man ähnlich wie einen Rucksack auf dem Rücken trug, und daran angeschlossene Handscheinwerfer. Etwas später benutze man bis in die 1960er Jahre hinein kompakte Handlampen, die bis zu 5,5 Kilogramm wogen. Sie bestanden aus einem zylinderförmigen Unterteil, das einen Akku enthielt, und einem Oberteil mit Gestellstäbchen, welche die Glasglocke schützen sollten. Da die elektrischen Grubenlampen die Ersten waren, die massenhaft eingesetzt wurden, sollte es nicht allzu schwer sein, bei Interesse ein entsprechendes Exemplar erwerben zu können.
Viele der Werkzeuge und auch andere Gegenstände aus Bergwerken, vor allem die verschiedenen Grubenlampen, sind heutzutage echte Raritäten. Sie eignen sich zum einen zur Ergänzung und Aufwertung einer allgemeinen Sammlung antiker Werkzeuge oder auch einer speziellen Sammlung von Bergwerkzeugen; zum anderen wären es vielleicht auch außergewöhnliche Geschenke für Familienmitglieder, Freunde oder Bekannte, die Interesse am Bergbau haben oder sogar in dieser Branche arbeiteten. Besonders Sammler, die Wert auf regionale Antiquitäten legen, eventuell sogar in einem Gebiet mit langjähriger Bergbautradition leben, finden zahlreiche Stücke mit typischen regionalen Besonderheiten.
Sie sollten beim Kauf eines Werkzeuges, einer Uniform oder eines anderen Gegenstandes immer auf den angegebenen Erhaltungszustand achten, denn dieser kann stark variieren. Während Sie vielleicht starke Gebrauchsspuren an Werkzeugen als Zeichen ihres tatsächlichen Einsatzes gutheißen und darin vielleicht ein Stück Geschichte sehen, kann das bei Uniformen anders sein. Das ist jedoch abhängig von Ihren Vorstellungen und Ansprüchen sowie nicht zuletzt davon, ob es sich um einen sehr raren Gegenstand handelt oder aber um einen, den Sie bei einem anderen Verkäufer in einem besseren Zustand erhalten. Das ist jedoch im Einzelfall zu beurteilen und sicherlich auch vom jeweiligen Kaufpreis abhängig.

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