Ein Hauch von Nostalgie - HiFi Vintage Geräte -

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In den 70zigern wurden viele HiFi-Geräte überwiegend in USA, England, Japan auch Deutschland hergestellt, die teilweise heute als Kult- und Sammlerobjekte gelten. Soweit man sich auf das Äußere konzentriert und es nicht mehr aktiv betreiben möchte, kann einem die Technik dann egal sein. Will man aber vergleichen mit aktuellen Geräten, was war damals bereits technisch und klanglich möglich, muß man ein paar Dinge beachten. Geräte, die nun 30 und mehr Jahre auf dem Buckel haben, sind nicht mehr taufrisch. Insbesondere sind die Kondensatoren und ELKOS ausgetrocknet bzw. erreichen die Soll-Werte nicht mehr. Da aber diese Teile einen maßgeblichen Einfluss auf den Klang der Geräte haben, stimmt also das heute abgelieferte Klangbild dieser Veteranen mit dem seinerzeitigem Klang nicht mehr überein. Was tun ? Meistens ist der Wert solcher Geräte nicht sehr hoch, so daß sich ein professioneller Service kostenmäßig nicht lohnt. Wer allerdings mit einem Lötkolben umgehen kann, könnte sich überlegen, die vorhandenen Kondensatoren und ELKOS auszulöten und durch identische Teile ersetzen (die Werte stehen drauf! und unbedingt auf die Größe achten, das die ziemlich übereinstimmt).  Tipp: Am besten alles vorher gut fotografieren. Dann bekommt man das auch alles wieder gut zusammen.  Die reinen Teile kosten nicht die Welt. Allerdings eine Feinabstimmung und Abgleich wird ohne Prüfgeräte und Sachkenntnis nicht möglich sein. Aber dem ursprünglichen Klang wird man sicherlich nahe kommen, wenn gleich eine perfekte Abstimmung fehlen wird. Muß es perfekt sein, oder das Gerät ist sehr wertvoll, kommt man um einen Service ca. 100 - 200 EUR nicht drumrum. Vorher Kostenvoranschlag erstellen lassen. Kritiker behaupten, das Eingriffe in das Gerät dem ursprünglichen Charakter verderben. Es ist halt so, das aufgrund der kaputten Kondensatoren das Klangbild ohnehin im Eimer ist. Mit der "Instandsetzung" wird man anschließend eher dem ursprünglichen Klang näher sein, als im defekten Zustand. Diesen altersbedingten Verschleiß unterliegen Röhrengeräte als auch Transistorgeräte, also alle Geräte, die Kondensatoren und/oder ELKO´s beinhalten.  Diesen Rat aber bitte nur befolgen, wenn man das Gerät nicht weiterveräußern möchte, das Gerät nur noch einen geringen Wert besitzt (weniger als 150,- EUR) und es selber nutzen möchte. Soll es verkauft werden, dann bitte im Originalzustand belassen.

Aufgearbeitete Geräte, insbesonderen aus qualifiziertem Service, klingen erstaunlich gut. Heutige Technik muß nicht immer unbedingt besser sein, die Technik hat zwischenzeitlich das Rad ja nicht neu erfunden. Oft sind diese Oldtimer vom Design her klassisch und schön anzusehen und es werden Erinnerungen wach aus jener Zeit.

Aufgefallen sind mir noch Vintage Lautsprecher. Die kann man bei Spezialisten aufarbeiten und tunen lassen (ggfls. neue Chassis, neue Frequenzweiche, neue Innenverkabelung). Diese Teile werden dann neu abgestimmt und eingemessen, d.h. der Frequenzgang ist dann wieder ganz ordentlich. Wer eine Zweitanlage als Vintage-Geräte hat, da mag das alles noch angehen, sollen die Oldtimer-Lautsprecher an einer aktuellen Kette ihren Dienst tun ist meine Empfehlung: Besser nicht !! Warum? Weil diese Veteranen dann doch nicht die Auflösung und Schnelligkeit besitzen, um den heutigen aktuellen Anforderungen gerecht zu werden. Ich kenne so ein Beispiel, wo schon die gesamte Kette getauscht wurde (außer den Lautsprechern) und das ganze doch nichts wird. Nur das Frequenzband in Form eines Rauschen darstellen zu können, diese Attribut alleine reicht heute nicht mehr aus. Die Anforderungen liegen heute auf  einen feinsinnigen, hochauflösenden, schnellen und emotional spielenden Lautsprecher. 

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