Ein Fest für Körper und Geist: Yoga-Festivals

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Ein Fest für Körper und Geist: Yogafestivals

Yoga-Festivals, Veranstaltungen mit Mehrwert

Auch demjenigen, der sich noch nie wirklich mit dem Thema Yoga auseinandergesetzt hat, mag bereits bekannt sein, dass die regelmäßige Yoga-Praxis eine Harmonisierung auf allen Ebenen des Seins, also Körper, Geist und Seele, bewirkt. Dass durch den Gleichklang dieser drei Einheiten auch der Alltag ruhiger und besonnener wahrgenommen werden kann. Die Tatsache, dass sich immer mehr Menschen bewusst und mit Erfolg einer Yoga-Tradition zuwenden, um diese Balance im Leben wiederzufinden, sollte diesen Ansatz schließlich ausreichend bekräftigen. Yoga kennt heute keine religiöse Zuordnung mehr. Es kann in den unterschiedlichen Traditionen mit ungleichem körperlichem Einsatz ausgeübt werden. Die Übungen bedürfen weder eines großen Platzbedarfs, noch ist für die Praxis eine große Ausrüstung vonnöten. Außerdem kann Yoga sowohl in der Gruppe als auch alleine praktiziert werden. Yoga ist daher grundsätzlich für alle Menschen zugänglich, die das Gefühl innerer Ruhe, mit sich selbst im Reinen zu sein oder die gewohnte Kraft und Flexibilität Innen wie im Außen vermissen. Der Besuch eines Yoga-Festivals kann somit sowohl für Yoga-Profis als auch -Einsteiger oder grundsätzlich Interessierte einen Mehrwert bieten. Falls Sie Ihren Weg im Yoga bereits gefunden haben, sorgt das meist vielseitige Programm für Abwechslung und neue Anregungen. Sind Sie an Yoga interessiert, bedeutet der Besuch eines Yoga-Festivals eine kompakte Einführung in die vielfältige Welt des Yoga und seiner Möglichkeiten. Im Vordergrund eines Yoga-Festivals stehen jedoch der Austausch und das Zusammenkommen mit Gleichgesinnten. Die Freude am Yoga. Die praktischen Einheiten werden auf einem Yoga-Festival von renommierten und erfahrenen Lehrern angeleitet, dadurch kann auch der Interessierte den wohltuenden Effekt einer oder verschiedener Yoga-Traditionen gleich ausprobieren. Die Hintergründe und Entwicklung des Yoga werden dabei meist genauso erläutert wie seine gesundheitliche, harmonisierende Wirkung. Mit dieser umfassenden Information kann die spätere Übung in einer Gruppe oder einzeln optimiert werden. Yoga-Festivals können unter einem bestimmten Motto stehen oder tatsächlich Yoga im Allgemeinen und seinen vielen Wegen gewidmet sein. Zu beachten ist, dass die Organisatoren meist jedoch einer bestimmten Yoga-Tradition zugetan sind. Besonders jenen Menschen, für die ein Yoga-Festival eine willkommene Gelegenheit darstellt, um einmal mit Yoga näher in Berührung zu kommen, wird es für das Verstehen des Programms und somit bei der Auswahl des richtigen Events nützlich sein, sich grundlegend über Yoga, seine wichtigsten Richtungen und einige Begriffe, meist indischen Ursprungs, zu informieren. Ein kurzer Leitfaden soll Ihnen den Weg zur Teilnahme an einem Yoga-Festival vereinfachen.

Grundlegendes Wissen über Yoga

Was ist Yoga?

Yoga wird als die Ruhe des Geistes verstanden. Erst wenn die Gedanken im Geist zur Ruhe gebracht werden, kann die wahre Natur des Seins begriffen werden. Nur in der inneren Stille kann die Beziehung zu sich selbst, zu seinen Nächsten und zur Schöpfung generell, frei von Wertung erkannt werden. Das große Ziel des Yoga ist es also, das Leben in seiner Essenz zu begreifen und sich bedingungslos seinem natürlichen Fluss hinzugeben. Fluss des Lebens wiederum bedeutet, dass kein Moment, keine Situation wie der oder die andere ist und als solcher oder solche wahr- und angenommen werden sollte. Letztendlich ist es das Festhalten von Gedanken oder Empfindungen, das für Energie-Blockaden und in weiterer Folge Krankheiten verantwortlich ist. In der Yoga-Praxis wird versucht, diesen Zustand durch eine Kombination von Körperübungen, -haltungen, Bewegungsabläufen, Atemtechniken und Übungen zur inneren Konzentration zu erreichen, wobei diese Elemente in den verschiedenen Traditionen unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Durch die Übung wird die Lebensenergie, die sogenannte Kundalini oder Prana, aktiviert, Blockaden werden gelöst und Chakren geöffnet. Das führt zur Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens und kann sich positiv auf gesundheitliche Probleme auswirken. Oft wird die Yoga-Praxis durch Mantras, also Meditationsgesänge, und Mudras, spezielle Körper- oder Fingerhaltungen, unterstützt.

Woher kommt Yoga?

Yoga zählt grundsätzlich zu den sechs Systemen, auch Darshanas genannt, der indischen Philosophie. Seine Wurzeln liegen daher im Hinduismus, weit vor Christi Geburt. Die ältesten Aufzeichnungen, die Yoga mit Meditation, Selbsterkenntnis und Geistesschulung in Zusammenhang bringen, sind die auch heute noch berühmten Upanishaden, die in Teilen zu den sogenannten Vedas, alten indischen und religiösen Texten, zählen. Später, rund um Christi Geburt, verfasste der Gelehrte Patanjali die heute wichtigste Quelle aller Yoga-Traditionen: Die Yoga-Sutra. Die Yoga-Sutra, also die Yoga-Praxis, wird hier erstmalig in acht Glieder unterteilt. Das darin festgehaltene Übungssystem, auch Sadhana genannt, beeinflusste alle späteren Yoga-Traditionen. Sie ist außerdem Namensgeber und philosophische Grundlage des heutigen Ashtanga-Yoga, wobei Ashta für Acht steht und Anga die Glieder bedeuten. Patanjali beschreibt in seiner Yoga-Sutra den ersten der vier ursprünglichen Wege des Yoga: Das Raja-Yoga der Meditation. Als weitere Stufen folgen das Jnana-Yoga der Erkenntnis, das Karma-Yoga der Tat und das Bhakti-Yoga der Verehrung eines Gottes. In der Bhagavad Gita werden diese Formen philosophisch-religiös beleuchtet und angeleitet. Yoga war damit ein Weg zum Finden der Erleuchtung durch Meditation im klassischen Lotussitz. Um möglichst lange in dieser Position verharren zu können, entwickelten sich im Laufe der Zeit Körperübungen, Asanas, die eine Kräftigung und Mobilisation des Körpers erreichten. Die Erkenntnis der wohltuenden Wirkung dieser Praxis auf den Menschen gipfelte schließlich in der Entstehung des Hatha-Yoga. Im Laufe der Zeit fanden immer mehr Ausprägungen des Yoga den Weg von Indien nach Europa. Diese verschiedenen Yoga-Traditionen lassen sich heute in eine eher körperorientiertere, sportliche Gruppe und in eine eher therapieorientiere, sanfte Gruppe unterteilen. Der Zugang der Menschen zum Yoga oder ihre Motivation ist recht divers. Die einen sehen es als spirituelle Arbeit, um eine Verbindung zu einer höheren, spirituellen Welt herzustellen, für die anderen ist es einfach ein Weg, um die physische Leistungsfähigkeit zu unterstützen und zu stabilisieren.

Welche Wege des Yoga gibt es?

Hatha-Yoga

Die Grundlagen des Hatha-Yoga sind in der Hatha-Pradipika, einem bekannten Werk aus dem 15. Jahrhundert, festgehalten. Im Hatha-Yoga werden Körperübungen, also Asanas, Atemtechniken, genannt Pranyama, und die Meditation eingesetzt, um gesamtheitliches Gleichgewicht zu erreichen. Um in den Organen festgesetzte, alltags- und ernährungsbedingte Giftstoffe zu lösen, werden spezielle Reinigungsübungen eingesetzt. Unter dem Begriff Bandha wird eine Anspannung von bestimmten Muskelgruppen verstanden, die die Energie an einem Punkt im Körper zu sammeln und somit zu beleben versucht. Arten des Hatha-Yoga werden heute unter verschiedenen Bezeichnungen ausgeübt. Diese Wege tragen meist die Namen ihrer einflussreichsten Vertreter. So ist zum Beispiel die Lehre der fünf Prinzipien im Sivananda-Yoga durch Swami Vishnudevananda geprägt. Hatha-Yoga in seiner ursprünglichen Form ist eher den körperorientieren Traditionen des Yoga zuzurechnen.

Ashtanga-Yoga

Ashtanga-Vinyasa-Yoga ist ein dynamisches, körperorientiertes Yogasystem mit festgelegten Übungsreihen. Es wird auch Power-Yoga oder Vinyasa-Flow genannt. Es wurde besonders durch das Yoga Mala, dem Werk von Sri K. Pattabhi Jois, einem Schüler von Krishnamacharyas, bekannt. Im Ashtanga-Yoga werden vor allem Körperhaltungen sowie Atemtechnik geschult. Die Übung des Ashtanga-Yoga zählt zu den körperlich schwierigsten, unter anderem, da der Atem mit festgelegten, dynamisch ausgeführten Serien von Yogastellungen in Einklang gebracht werden soll. Der Vinyasa-Flow unterscheidet sich nur insofern vom normalen Ashtanga-Yoga, dass die Übungsreihen im eigenen Tempo und ohne Unterbrechung durchgeführt werden. Traditionen, die im Ashtanga-Yoga wurzeln, werden Iyengar-Yoga und Vini-Yoga genannt. Während sich die Lehre im Iyengar-Yoga auf Atemtechnik, Mudra und Meditation konzentriert, werden die Übungen im Vini-Yoga auf den einzelnen Menschen und seine geistige und körperliche Verfassung abgestimmt. Diese beiden Wege gehören der therapieorientierten, sanften Gruppe der Yoga-Traditionen an.

Kundalini-Yoga

Durch Asanas, Pranyama, Mudras, Mantras und Visualisierung soll erreicht werden, die Lebensenergie, Kundalini, anzuregen. Schließlich soll sie durch das Aufsteigen in das Sahasrara, in das oberste Chakra, Erleuchtung bewirken. Die praktizierten Übungen haben die Reinigung des Energiekanals sowie der Chakren zum Ziel. Schlicht übersetzt heißt das auch, dass das Lösen von Energie-Blockaden die Verbesserung der körperlichen und geistigen Verfassung zur Folge haben kann. Zu den bekanntesten Formen des Kundalini-Yoga zählt jene des alten Meisters Sikh Yogi Bhajan. Die verschiedenen Übungsreihen dieses Weges werden als Kriya bezeichnet. In der Tradition des Kundalini-Yoga werden unter anderem auch Yoga für Schwangere, Ernährung und Lebensführung sowie Heilkunst geschult. Kundalini-Yoga ist einer der sanften Wege im Yoga.

Zur Auswahl des Festivals

Möglicherweise ist Ihnen nun bereits klar, ob für Sie eher ein sportlicher oder sanfter Yoga-Weg in Frage kommt. Das kann somit bereits das erste Kriterium für die Auswahl des geeigneten Yoga-Festivals sein. Yoga-Festivals finden im Inland und Ausland statt. Wo und wann ein Yoga-Festival stattfindet, können Sie durch eine gezielte Suche bei eBay ausfindig machen. Die Herkunft der Organisatoren, also deren bevorzugte Yoga-Tradition, sollte bei der Auswahl genauso beleuchtet werden, wie der Inhalt des Programms. Dieses kann breit gestreut oder eben nur auf eine Yoga-Tradition ausgerichtet sein. Für Interessierte wird ein Yoga-Festival mit einer breiten Programmpalette nützlicher sein als für Yoga-Einsteiger oder -Profis, die ihre bevorzugte Richtung meist bereits gefunden haben. Augenmerk sollte auch auf das Angebot der praktischen Einheiten gelegt werden. Einsteiger und Profis werden dadurch möglicherweise neue Ansätze für die Übung oder ihre Effizienz erhalten, Interessierte testen schlicht die Wirkung.

Das Ticket zum Festival

Über eBay können Tickets für Yoga-Festivals ausfindig gemacht werden. Wenn das Ticket über eine Auktion geboten wird, kann die Karte mit etwas Glück und Geschick möglicherweise sogar recht günstig erworben werden. Falls eine Mitgliedschaft zur Veranstalter-Organisation besteht, sollte geprüft werden, ob diese Mitgliedschaft die Teilnahme am Festival möglicherweise beinhaltet.

Eins-Sein und Ganz-Sein bei einem Yoga-Festival

Der Besuch eines Yoga-Festivals ist also ideal, um mehr über Yoga und seine Wege zu erfahren. Hier diskutieren Gleichgesinnte über ihre beliebte Freizeitbeschäftigung, die Vorteile oder Nachteile einer Yoga-Tradition oder die Techniken, mit denen sie die verschiedenen, oft auch schwierigeren, Yoga-Stellungen erlernt haben. Ob Yoga-Lehrer, Fortgeschrittener, Einsteiger oder Interessierter, auf einem Yoga-Festival treffen viele Menschen aus unterschiedlichen Berufsgruppen, Familienverhältnissen oder gar Ländern aufeinander. Das Miteinander praktizieren, die gemeinsame Begeisterung für die eine Sache, schafft schließlich eine Einheit, eine Atmosphäre, der sich auch der einst nur Interessierte nur mehr schwer entziehen kann. Es ist auch nicht auszuschließen, dass Sie dort bereits Kontakte zu dem einen oder anderen Mitglied einer Yoga-Gruppe knüpfen können, bei der Sie später zum regelmäßigen Praktizieren von Yoga beiwohnen.

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