Ein Einsatz für versierte Bastler: So reparieren Sie Probleme in Sachen Optik

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Ein Einsatz für versierte Bastler: So reparieren Sie Probleme in Sachen Optik

So manch ein Fotograf entdeckt früher oder später seine Leidenschaft für Bastelarbeiten an der Kamera und dem dazu gehörenden Equipment.

Viele Reparaturen und Bastelarbeiten können problemlos auch von Laien durchgeführt werden, doch ein Einsatz an der Optik der Kamera gilt als absolute Königsklasse – schließlich ist die Optik das Kernstück einer jeden Kamera. Folglich verzweifelt so mancher Fotograf auch schnell, wenn Probleme mit der Optik auftauchen. Die Folge sind oft unnötige Neuanschaffungen und teure Reparaturen in Fachwerkstätten. Dabei können versierte Bastler so manches optisches Problem auch gut selbst lösen – vorausgesetzt, Sie gehen vorsichtig und mit dem nötigen Sachverstand an das Problem heran.

Einfache Lösung: Reinigung

Bevor Sie sich aber voller Elan an das Schrauben und Zerlegen Ihres Fotoapparates machen, kontrollieren Sie zunächst, ob das Problem sich nicht eventuell sogar noch viel leichter lösen lässt. Denn häufig lassen sich scheinbare Defekte schlicht und ergreifend durch eine gründliche Reinigung beheben.

Reinigung des Sensors – Ein häufiges Problem einfach gelöst

Wenn Schmutzpartikel störende Flecken auf den Bildern hinterlassen, verdächtigt manch einer schnell das Objektiv. Häufig liegt die Lösung des Problems allerdings statt am Objektiv vielmehr am Sensor. Er ist das digitale Äquivalent zum Negativ-Bild bei einer analogen Kamera und damit maßgeblich für die Bildentstehung mitverantwortlich. Jede Digitalkamera mit wechselbaren Objektiven hat einen Bildsensor, der statisch aufgeladen ist. Dadurch zieht er Staubkörner an, die letztlich zu störenden Flecken auf den Bildern führen können. Diese werden häufig fälschlicherweise auf Fehler oder Flecken am Objektiv oder der Linse zurückgeführt, die Lösung ist hier aber einfacher. Der Sensor kann nämlich einfach und ohne großen Aufwand mit einem Blasebalg oder einem statisch aufgeladenen Nylonpinsel gereinigt werden. Sollte es nicht möglich sein, die Verschmutzung auf diese Art zu beseitigen, kann der Sensor auch mit einem faserfreien Stück Stoff und etwas Methylalkohol abgewischt werden – so werden Sie auch hartnäckigste Verschmutzungen auf dem Sensor los, und die Bilder sind im Nu wieder frei von Flecken.

Reinigung des Objektives – Damit innen und außen alles klar ist

Wenn die Rädchen klemmen und Stellringe am Objektiv sich nicht mehr wie gewünscht bewegen lassen, sollte die erste Maßnahme eine Reinigung von außen sein. Verwenden Sie keine Öle, um die Mechanik leichtgängiger zu machen. Das Risiko, dass dieses verschmiert oder letztlich durch Verharzung zu einem Blockieren führt, wäre zu groß. Ein Wattebausch, eventuell mit etwas Methylalkohol angefeuchtet, kann hingegen ein gutes Hilfsmittel sein, um hartnäckige Verschmutzungen, die eventuell sogar die Mechanik blockieren, zu entfernen. Um die Linse von außen zu reinigen, verwenden Sie einfach ein trockenes Mikrofasertuch oder ein gutes Fensterleder.

Die Reinigung eines Objektives von innen ist hingegen schon um einiges schwieriger – hier beginnt das Metier wirklich versierter Bastler. Denn um ein Objektiv von innen zu reinigen, muss es vollständig zerlegt werden. Bevor Sie aber sorgenvoll die Stirn runzeln: Es ist nur sehr selten nötig, das Objektiv tatsächlich von innen zu reinigen. Denn im Normalfall führen kleine Verschmutzungen im Objektiv nicht zu optischen Fehlern. Außerdem gilt zu bedenken, dass man auch nach einer Reinigung von innen mit Sicherheit keinen staubfreien Raum haben wird – schließlich führen Sie als Laie Ihre Arbeiten nicht in einer Schutz-Atmosphäre durch. Wenn die Verschmutzung allerdings so extrem sein sollte, dass es zu Unschärfe und ähnlichen optischen Fehlern kommt, müssen Sie zunächst vorsichtig die Schrauben am Bajonettring lösen, anschließend wird noch der Blendering entfernt und schließlich können Sie die Linse abheben – ein handelsüblicher Waschbecken-Stöpsel ist hier ein gutes, preiswertes Hilfsmittel. Ähnlich wie beim Sensor reinigen Sie auch hier am besten durch Blasen oder einen statisch aufgeladenen Nylonpinsel.

Falls Ihr Objektiv nicht mechanisch, sondern elektronisch funktioniert, erschwert das die Reinigung deutlich, denn hier brauchen Sie zudem noch Lötkolben und ähnliches Zubehör, um das Objektiv zerlegen zu können. Bei Unsicherheiten mit der Elektronik lassen Sie das Objektiv am besten trotzdem in der Werkstatt reinigen, denn hier ist nicht nur Fingerspitzengefühl, sondern auch Fachwissen im Bereich Elektronik nötig.

Diese Defekte an der Optik können Sie selbst reparieren

Wie bereits erwähnt, ist die optische Apparatur einer Kamera deren Herzstück. Bastelarbeiten hieran sind deshalb mit Vorsicht zu genießen, Sorgfalt und Sachverstand sind ein absolutes Muss. Während bei vielen Problemen an der Optik nur noch der Gang in die Fachwerkstatt hilft, gibt es doch so einige einfachere Probleme, die Sie gut selbst angehen können.

Was tun, wenn das Objektiv klemmt?

Verklemmte Objektive sind ein häufiges Problem bei Kompaktkameras. Ursache ist häufig entweder ein kleiner Sturz der Kamera aus geringer Höhe oder eine Verschmutzung, die auch durch unsachgemäße Lagerung entstehen kann. Wenn das Objektiv beim Ein- oder Ausfahren knirschende Geräusche von sich gibt, dann ist vermutlich Schmutz in die Mechanik gekommen.

Zunächst müssen Sie Akku oder Batterien entfernen, dann das Gehäuse ablösen – normalerweise ist das relativ einfach, wenn Sie die Schrauben erst einmal mit passendem feinmechanischem Werkzeug gelöst haben. Entfernen Sie nun Stück für Stück alle Teile, die Ihnen den Zugang zum Objektiv verdecken. Je nach Modell und Hersteller ist das sehr unterschiedlich – es kann sein, dass Sie die Kamera eventuell ganz auseinandernehmen müssen, vielleicht kommen Sie aber auch mit einigen wenigen Griffen an Ihr Ziel. Mit einem feinen, faserfreien Tuch und einem Pinsel können Sie nun vorsichtig zwischen die Schichten der Apparatur wischen. In sonst hoffnungslosen Fällen kann auch etwas Öl, vorsichtig mit der Spitze eines Zahnstochers an die gewünschte Stelle gebracht, Wunder wirken – seien Sie damit allerdings wirklich äußerst sparsam!

Stellt sich jedoch heraus, dass das Objektiv durch einen Sturz verbogen wurde und deshalb nicht mehr aus dem Gehäuse fährt, stehen Ihre Chancen schlecht: Sie können zwar versuchen, es vorsichtig wieder in Form zu bringen, aber rechnen Sie sich dabei keine allzu großen Erfolgschancen aus. Hier kann es notwendig sein, das komplette Objektiv-Set auszutauschen. Bei einer Kompaktkamera wird das häufig zum teuren Spaß, eine Neuanschaffung ist hier oft günstiger.

Heißt es hingegen bei einer Spiegelreflexkamera, dass das Objektiv klemmt, so ist meist die Rede von klemmenden Objektiv-Ringen, nicht vom Objektiv selbst. Die Folge davon kann zum Beispiel sein, dass Zoom-Funktionen nicht mehr verwendet werden können oder eine gezielte Fokussierung nicht mehr möglich ist. Dann heißt es, ähnlich wie bei der Reinigung des Objektives, dieses auseinander zu bauen. Allerdings müssen Sie dabei nicht bis zu den inneren Linsen vordringen: Oft reicht es, wenn Sie die Bajonett-Ringe und die aufgesetzten Verstellmöglichkeiten entfernen und reinigen. Häufig ist ein Grund, warum sich ein Objektiv verklemmt, auch ganz einfach ein nicht richtig verarbeitetes Schräubchen, das nachgestellt werden muss.

Was tun bei verkratzten Linsen?

Die gute Nachricht zuerst: Kleine Kratzer auf der Kameralinse beeinflussen die Qualität der Bilder häufig gar nicht, da die Frontlinse den Schärfebereich nicht tangiert. Sieht man die Kratzer allerdings auf den Bildern, dann müssen Sie tätig werden. Zwar geistern gelegentlich Empfehlungen durch das Internet, denen zufolgen eine verkratzte Linse abgeschliffen oder Kratzer einfach auspoliert werden können, aber so einfach ist das leider nicht. Im Gegenteil: So manch ein übereifriger Hobby-Bastler hat bei dem Versuch, eine Linse zu polieren, schon mehr Schaden als Nutzen angerichtet. Denn ohne Winkel und Beugungsradius der Linse zu kennen, kann man hier nicht viel tun – und selbst wenn man diese Daten hat, fehlt normalerweise das passende Werkzeug. Dazu kommt, dass Linsen im Normalfall so genau gerechnet sind, dass eine Abtragung des Materials die ganze Linse zerstören würde – deshalb können selbst Profis Kameralinsen normalerweise nicht auf diese Art retten. Letztlich bleibt meistens nur eine Lösung: die defekte Linse auszutauschen. Und hier kommt die schlechte Nachricht: Um die Linse auszutauschen, muss das Objektiv nun doch in die Werkstatt.

Bei kleineren Kratzern hingegen können Sie häufig selbst etwas tun. Diese kleinen Kratzer sind zwar nicht übermäßig schlimm, können aber bei den entsprechenden Lichtverhältnissen Lichtstreuung verursachen. Denn die rauen Kanten feinster Kratzer fangen Lichtstrahlen ein, wenn diese im entsprechenden Winkel darauf treffen. So kann es zu störenden Reflexionen kommen, die sich als helle Flecken in den Bildern zeigen. Wie bereits oben erwähnt, kommen Abschleifen oder das Herauspolieren der Kratzer nicht infrage – allerdings gibt es einen anderen einfachen Trick, mit dem Sie dieses Problem in der Optik ganz leicht selbst beseitigen können. Mit Tusche, Farbe oder feinem schwarzen Pulver können Sie die Kratzer nämlich einfach schwärzen. Bei dem Blick auf die Linse sind sie dann zwar immer noch zu erkennen, allerdings wird so von den Kratzern kein Licht mehr eingefangen oder gestreut, und die geschwärzten Kratzer fallen auf den Fotografien im Normalfall gar nicht auf.

Letztlich bleibt zu Kratzern auf der Linse vor allem eines zu sagen: Zwar kann der Schmerz eines stolzen Objektivbesitzers bei den ersten Kratzern durchaus nachvollzogen werden, allerdings sind diese meistens kein ernst zunehmendes Problem, weshalb häufig auch keine weitere Reparatur notwendig ist.

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