Ein Buch mit sieben Siegeln „Die Verpackungsverordnung“

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Januar 2009 – Ein Buch mit sieben Siegeln „Die Verpackungsverordnung“
1.Siegel – Wer muss sich daran beteiligen?
Jeder Gewerbetreibende, welcher Waren an private Endverbraucher innerhalb Deutschlands verschickt. Beteiligt man sich nicht drohen Bußgelder von bis zu 50.000 €.
2.Siegel – Was zählt zur Verpackung?
Eigentlich alles inklusive Füllmaterial, Klebeband, Einwegpaletten, Lieferscheintaschen, Stretchfolien, Luftpolsterumschläge, „normale“ Umschläge aus Papier/Kunststoff, Umreifungssysteme, jede Art von Kartonagen, Kisten aus Holz/Kunststoff/Metall und somit alles was nicht zur Ware gehört!
3.Siegel – Wann gilt die Verpackungsverordnung nicht?
Bei Lieferungen ins Ausland und Lieferungen an andere Gewerbetreibende.
4.Siegel – Was mache ich mit gebrauchten Verpackungen?
Einfach weiter verwenden, da sie genauso wie neue Verpackungen unter die Verpackungsverordnung fallen.
5.Siegel – Wo melde ich mich an?
Es gibt neben dem von eBay angepriesenen Entsorger Landbell auch weitere wie z.B. das Duale System Deutschland (Grüner Punkt) oder Interseroh.
6.Siegel – Was kostet das im Jahr?
Dies ist abhängig von der Menge der einzelnen Verpackungsarten. Hier eine Liste von Interseroh (Preise pro Tonne):
PPK (Papier/Pappe/Karton)                                    145,00 €/t
Kunststoffe                                                              900,00 €/t
Weißblech                                                               595,00 €/t
Aluminium                                                              740,00 €/t
Kartonverbunde                                                      870,00 €/t
sonstige Verbunde (z.B. Luftpolsterumschläge)     780,00 €/t
Naturmaterialien (z.B. Baumwolle)                          75,00 €/t
Glas                                                                          40,00 €/t
Abhängig vom Anbieter gibt es Mindestentgelte oder Pauschalbeträge.
7.Siegel – Welche Pflichten habe ich?
Ab dem 01.01.2009 (dies gilt auch rückwirkend!) bei einem Entsorger anmelden. Dafür gibt es eine Frist bis zum 31.03.2009. Ob man diese Anmeldung auch öffentlich bekannt machen muss (eBay/OnlineShop/Rechnungen) ist noch strittig und wird von Gerichten zu entscheiden sein, da es noch keine Ausführungsrichtlinien gibt. Überschreitet man hohe Tonnengrenzen (z.B. 50t bei Papier) muss man zusätzlich von einem Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer dies gegenüber den Behörden bestätigen lassen. Ansonsten erfolgt mit der Anmeldung bei einem Entsorger eine Freistellung von dieser Pflicht.
Fazit: Nachdem der Einzelhandel mit der Rücknahme seiner Verpackungen die Preise für seine Produkte vor 19 Jahren erhöht hat wird nun auch der Versandhandel seine Portogebühren überdenken müssen und sie unweigerlich an der Verbraucher weitergeben. Somit zahlt die Zeche wiedereinmal der Kleine Mann.
Tipp: Bevor man sich jetzt panisch irgendwo lizenzieren und sich von der Rücknahmepflicht durch einen Entsorger freistellen lässt, bitte ich um genaue Prüfung der Angebote, welche zwei Jahre bindend sind, und einem Vergleich mit einem Konkurrenten.
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