Eignet sich das Bitless Bridle für Euer Pferd?

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Hallo liebe Ebayer,

sicher habt Ihr schon mitbekommen, dass eine völlig neue Zäumung auf dem Markt ist:
Das Bitless Bridle. Was ist jetzt so revolutionär an dieser Zäumung?
Das BB ist die einzige Zäumung, die es zu kaufen gibt, die dem Pferd keine Schmerzen bereitet.

Habt Ihr Euch eigentlich schon mal Gedanken darüber gemacht, warum ein Pferd auf den Druck/Zug des Zügels reagiert? Genau: es versucht, den Schmerz zu vermeiden, der entsteht, wenn es NICHT auf den Zügel reagiert. Egal bei welcher Zäumung, ob es nun die unterschiedlichsten Gebisse oder Hackamores, Bosals und andere gebisslose Lösungen sind, arbeitet der Reiter immer - im günstigsten Fall - mit dem Androhen von Schmerzen. Das mag zwar vielen Leuten widerstreben, ist aber für ein Pferd nicht so schlimm, da es als Herdentier an die barbarische Regel gewöhnt ist: "Wenn Du nicht tust, was der Ranghöhere sagt, wirst Du es bereuen." 

In den Händen eines guten Reiters ist keine unserer herkömmlichen Zäumungen ein Marterinstrument. Ihr kennt bestimmt den alten Spruch: "Ein Gebiss ist nur so scharf wie die Hände des Reiters." Aber da liegt eben das Problem: Wie lange braucht ein Reiter, um "sprechende Hände" zu entwickeln, bei denen der Zügel genausogut durch einen Seidenfaden erstezt werden könnte? Und habt Ihr überhaupt Lust dazu, die ganze Zeit so hochkonzentriert zu reiten wie Ihr es eigentlich müsstet, wenn Euch klar ist, dass Ihr Eurem Pferd ganz schnell unabsichtlich weh tun könnt?

Im weniger günstigen Fall fügt Ihr Eurem Pferd nämlich unabsichtlich Schmerzen zu: 
wenn Ihr z.B. bei der Zäumung auf  Trense noch keine so ruhige Hand habt, oder wenn Ihr beim Neck-Reining die Hand über den Pferdehals nehmt, oder wenn Ihr Euch erschreckt weil Euer Pferd scheut und dabei reflexartig die Hände zurücknehmt usw.

Für das Pferd ist in solchen Momenten nicht zu verstehen, weshalb es bestraft wird. Da es nicht wissen kann, wie es sich verhalten muss um weiteren Schmerzen zu entgehen, kommt es natürlich in Stress. Es geht ihm ähnlich wie einem Kind, das unberechenbare Eltern hat: es ist in ständiger Alarmbereitschaft.

Machen wir uns also keine Illusionen: Wir Reiter tun unseren Pferden weh.

Und würde passieren, wenn wir damit aufhören würden?
In jedem Fall wären unsere Pferde weniger gestresst. Viele Pferde, die diverse Unarten wie Pullen, Steigen, Buckeln usw. an den Tag legen, würden sofort damit aufhören wenn sie schmerzlos geritten würden. Pferde, die bisher im Gelände panisch durchgingen, würden wahrscheinlich weitaus "cooler" reagieren wenn sie feststellen könnten, dass zu dem Schreck, der ihren ersten Hüpfer ausgelöst hatte, nicht unweigerlich noch der Schmerz im Maul als Verstärker hinzukäme.

Allerdings darf man nicht verschweigen, dass ein BB nicht sonderlich dazu geeignet ist um Rangauseinandersetzungen im Sattel auszutragen. Es ist zwar hervorragend bei der Ausbildung von Pferden einzustezen - wir haben es sogar bei unserem Hengst benutzt - , aber wenn es um Machtkämpfe geht, hat der Reiter natürlich mit einer nicht-schmerzhaften Zäumung schlechtere Karten als mit der üblichen Zäumung. Am besten wäre es selbstverständlich, wenn man die Machtkämpfe mit seinem Pferd bereits vor dem ersten Reiten hinter sich gebracht hätte, - aber da ja wohl die wenigsten von Euch ihre Pferde selbst ausbilden, müssen manche von Euch da halt trotzdem noch durch...

Trotzdem möchte ich einfach JEDEM raten, sein Pferd einmal mit dem BB Probe zu reiten. Natürlich beim ersten Mal auf einem eingezäunten Platz, das ist wohl selbstverständlich. Ihr müsst dabei nichts an Eurer Reitweise umstellen, egal ob Ihr Englisch oder Western reitet. Wir haben das BB seit über einem Jahr im Einsatz und haben festgestellt, dass fast alle unserer Pferde damit wesentlich entspannter und kooperativer gehen. Es gibt nur zwei Rabauken, die immer gern mal herumalbern und die so viele verrückte Ideen im Kopf haben, dass wir sie bei Ausritten nicht immer mit dem BB gehen lassen. Wenn sie "Ihre Tage haben" müssen wir dann doch auf die alten Zäumungen zurückgreifen.

Und wie wirkt nun diese Zäumung?
Durch die Einwirkung des Führungsriemens, der über dem Kopf des Pferdes verläuft, wirkt der Druck des annehmenden Zügels auf das Genick und das Nasenbein - aber ohne zu "quetschen" wie bei der Hackamore. 
Bei seitlicher Zügelhilfe wirkt der Druck auf das Genick und gleichzeitig auf die gegenüberliegende Ganasche. Die Atmung des Pferdes wird nicht gestört und das Pferd hat keine Schmerzen.

Jedes Pferd kann ohne eine spezielle Ausbildung die Signale umsetzen, die durch die Benutzung eines BB entstehen.

Ist das nicht eine feine Sache?

 

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