Edelstahl ist Edelstahl???

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Sicherlich haben es die meisten Leute bemerkt, dass Edelstahl auch rosten kann. Manchmal liegt es an dem Handwerker der mal nebenbei Edelstahl verarbeitet. Es wird nicht darauf geachtet, dass z.B.:

  • die Werkzeuge getrennt werden
  •  die Schleifscheiben zwischen Edelstahl und Stahl getrennt werden
  • das Material in dem gleichen Raum wie Stahl verarbeitet wird
  • das Material beim Abladen über Stahlkanten gezogen wird
  • das Material während der Verarbeitung möglichst foliert wird
  • die Werkzeuge zum Sägen und Schneiden aus Stahl sind
  • Arbeitsanzüge, Hände etc. nicht mit Stahl in Berührung kommen dürfen, da sonst der Abrieb auf dem Edelstahl haften bleibt und bei Feuchtigkeit korrodiert
  • die Schweisszusätze beim WIG -Schweissen geeignet sein müssen
  • das die Anlauffarben nicht nur mechanisch entfernt werden, sondern noch gebeizt werden müssen - und zwar zum Schluss,nach dem Finish!!!
  • u.v.m.

Die meisten Schlossereibetriebe achten auf diese Kleinigkeiten, bzw. überlassen diese Arbeiten Fachbetrieben, die sich auf die Verarbeitung von Edelstahl spezialisiert haben.

Manchmal liegt es auch an anderen Dingen.

Der Handel, der Edelstahl an die Fachfirmen verkauft, empfiehlt z. B.  den Einsatz von Edelstahl V2A, Werkstoffnummer 1.4301 nur im Innenbereich , z.B. Wohnraum.

Im Aussenbereich soll ausschließlich der höherwertige Edelstahl V4A, mit der Werkstoffnummer 1,44.... eingesetzt werden.

Dieser Werkstoff ist absolut resistent gegenüber aggressiven Medien wie allgemeiner Luftverschmutzung, Auftaumitteln, See- und Meerwasser, Laugen, Chemikalien und mehr. Jedoch sollte die Oberfläche poliert, gebürstet K320, bzw. glasperlgestrahlt sein.

Besteht der Werkstoff V2A noch aus den Zusätzen Chrom und Nickel was relativ leicht zu bearbeiten ist, so enthält V4A u.a.noch Molybdän und Titan. Die Bearbeitung ist relativ schwierig und aufwendig. Das Ergebnis hält ein Leben lang.

Gewinde:

Auch so ein Punkt. Gleiches Material mit gleichem Material verbinden, funktioniert nicht. Bei Stahlschrauben setzt man Öl oder Graphitpulver ein. Bei Edelstahl sieht es anders aus. Öl geht nicht wirklich. Ohne Einsatz von Schmiermittel fressen die Schrauben und Muttern leicht. Abflexen und ausbohren ist die Folge. Hier behilft man sich eines keramischen Gleitmittels. Einmal damit eingeschmiert, hält das Gewinde lange. Zungen behaupten, das auch die Kombination von Edelstahl A2 und A4 funktioniert. Fakt bei allen Schrauben ist jedoch, dass die Gewinde gewalzt und bei den Muttern geschnitten werden.

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