Edelstahl-Schornstein-Ratgeber

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Dieser Ratgeber soll Sie auf die wichtigsten Punkte aufmerksam machen, auf die Sie beim Kauf eines Edelstahlschornsteins achten sollten.

 
 
:: Lebensdauer und Zulassung für Festbrennstoffe
 
Wenn man sich um das Thema Korrosion beim Edelstahlschornstein kümmert, geht es immer darum, wie wiederstandsfähig das Innenrohr eines Schornsteins ist. Es geht hier nicht um Korrosion bzw „Rost“ von außen durch Wasser. Dies macht den wenigsten Schornsteinen zu schaffen. Es geht um die Korrosion des Innenrohres, denn dieses wird durch Säuren die beim Brand eines Ofens (Schwefel, etc.) entstehen angegriffen. Ist das Innenrohr von minderer Qualität, wird dieses regelrecht zerfressen.
Informationen über die Qualität bzw. die Lebensdauer eines Schornsteines lassen sich direkt aus den CE_Konformitätserklärungen der Schornsteinhersteller entnehmen.
Hier sind Angaben über die Korrosionswiderstandsfähigkeit der Abgasanlage angegeben. Die Korrosionswiederstandsfähigkeit wird in 4 verschiedene Klassen unterteilt. Diese sind VM, V1, V2, V3.
Mit V1, V2 bzw. V3 werden Produkte gekennzeichnet, die erfolgreich einer bestimmten Korrosionsprüfung nach DIN EN 1856-1 unterzogen wurden. Je höher die Ziffer hinter dem V ist um so höher ist die Qualität des Materials. V3 ist also die beste Qualität.
Mit VM werden Produkte ohne erfolgreiche Korrosionsprüfung gekennzeichnet.
Damit ein Schornstein für Festbrennstoffe zugelassen ist  (Kaminöfen etc.) muss dieser mindestens die Norm V2 erfüllen. Die Norm V3 erfüllen nur Produkte höchster Qualität.
Je höher die V-Bezeichnung ist, um so länger die Lebensdauer des Schornsteins.
Sie werden keinen Namenhaften Hersteller finden, egal welche Materialstärken er verarbeitet, der keine Korrosionsprüfung hat. Hat der Schornstein keine Korrosionsprüfung Vorsicht ! Dies ist ein Indiz für ein minderwertiges Low-Budget Produkt.
 
:: Materialstärke, wie stark sollte das Rohr sein ?
 
Bei den Materialstärken im doppelwandigen Schornsteinbereich sind zwei Materialstärken zu finden.
Es gibt Schornsteine mit 0,4mm starken Rohren und Schornsteine mit 0,6mm starken Rohren (lassen Sie sich nichts von 0,3mm Material erzählen, dieses verarbeitet niemand).
Worauf ist zu achten ?
Grundsätzlich gehen hier die meisten Leute davon aus, je dicker je besser. Ist das wirklich so ?
Es macht keinen großen Unterschied ob das Rohr 0,4mm oder 0,6mm stark ist. 0,6mm starkes Material hält nicht automatisch länger oder bietet automatisch statische Vorteile. Für die Statik sind vielmehr breite Klemmbänder ausschlaggebend. Es kommt vielmehr auf die Güte des Materials an. Man sollte darauf achten das das Innenrohr V4A Säurebeständig ist. Ist diese Eigenschaft gegeben, ist von einem solchen Rohr in 0,4mm Stärke die gleiche Lebensdauer wie von einem Rohr in 0,6mm (V4A) stärke zu erwarten. Ein weiteres Kriterium ist die Dauerbetriebstemperatur für die der Schornstein zugelassen ist (Angaben hierzu finden Sie in der CE-Konformitätserklärung des Herstellers). Hier werden Sie feststellen, das es Schornsteine mit 0,4mm Wandstärke gibt, die für 600° Dauerbetriebstemperatur zugelassen sind, und Schornsteine mit 0,6mm Wandstärke die nur für 450° Dauerbetriebstemperatur zugelassen sind. Könnte dies überhaupt möglich sein, wenn die alles entscheidende Frage beim Schornstein die Materialstärke wäre ? Nein ! Es kommt immer auf die Güte des Material und auf das Fertigungsverfahren an.

0,4mm starkes Material kann nur von Herstellern mit sehr modernen Fertigungsanlagen verarbeitet werden. Sind die Anlagen hier nicht auf dem neusten Stand würde beim Schweißen das Material verbrennen bzw. Löcher hineinfallen.
In welchen Bereichen bietet denn nun ein Schornstein mit 0,4mm starkem Innenrohr Vorteile ?
Hier kann man sagen, das ein Schornstein mit 0,4mm Innenrohr deutlich schneller auf Betriebstemperatur kommt und somit früher ein besserer Zug erreicht wird. In der Anheizphase ist der Schornstein kalt. Die Thermik im Schornstein funktioniert noch nicht richtig. Der Schornstein funktioniert erst richtig wenn sich das Innenrohr aufgeheizt hat. Dies ist von 2 Faktoren abhängig. Zum einen von der Materialmenge des Innenrohres (je mehr, je länger dauert es) und zum anderen von der Isolierstärke des Schornsteins (je dicker, je besser).

 
:: Gekapselte Elemente Ja oder Nein ?


Es gibt zwei grundsätzlich unterschiedliche Bauweisen bei doppelwandigen Schornsteinelementen.
Zum einen gab es früher die gekapselte Elemente, zum anderen heute nicht gekapselte Elemente.
Welche sind zu empfehlen ?

Die Problematik die es hier zu berücksichtigen gibt ist folgende:
Bei einem doppelwandigen Edelstahlschornstein erwärmt sich das Innenrohr sehr stark,
wohingegen das äußere Rohr von dieser Erwärmung nur unwesentlich erfährt.
Durch die starke Erwärmung des Innenrohres dehnt sich dieses aus. Es wird länger.
Das äußere Rohr bleibt weitgehend unverändert in seinen Ausmaßen. Sind nun diese beiden Elemente
miteinander verschweißt, treten starke Spannungen zwischen Innen- und Außenrohr auf, bis hin zu Rissbildung.
Aus diesem Grund verbauen heutzutage alle führenden Hersteller ungekapselte Elemente und sprechen von einer „körperschalldämpfenden Aufhängung“ des Innenrohres im Außenrohr.
An den Enden dieser Elemente sind dann so genannte Kapillar-Sperren eingebaut,
um Eindringen von Feuchtigkeit in die Isolierung zu verhindern.

Bei dieser Bauart wird der Schornstein an den Enden mit „Endstücken“
(Am oberen Ende das Mündungselement, am unteren Ende die isolierte Verankerungsplatte) verschlossen.
Somit ist die Isolierung des Schornsteins vor Nässe geschützt.

Am Ende dieses Ratgebers finden Sie einige Zitate führender Hersteller
von Edelstahlschornsteinen zu diesem Thema!


 
 
:: Warum sollte die Isolierung durchgängig sein ?
 

Wird die Isolierung unterbrochen (bei gekapselten Elementen) so entstehen Kälte- bzw. Wärmebrücken.
Was heißt das? An den Stellen, an denen die Isolierung unterbrochen ist, erwärmt sich die Außenschale des Schornsteins deutlich. Die Wärme die hier an die Außenschale geleitet wird, wird der Innenschale entzogen.
An diesem Punkt ist die Innenschale kühler (Kältebrücke) und der Zug des Schornsteins wird beeinträchtigt.
Die an die Außenschale geleitete Wärme erhitzt diese (Wärmebrücke) und hat zur Folge,
dass an diesen Stellen der Abstand der zu brennbaren Bauteilen eingehalten werden muss,
sich vergrößert.


Wie dick sollte ein Schornstein isoliert sein ?

Grundsätzlich gibt es keinen festen Wert, welche Isolierstärke mindestens verwandt werden sollte.
Man kann hier jedoch die Daumenregel anwenden, je dicker ein Schornstein isoliert ist, umso besser.

Warum ist dickere Isolierung besser ?

Von den Isoliermaterialien verwenden die meisten Namenhaften Hersteller Spezialisolierung.
Je dicker diese eingebaut wird, um so besser ist die Schornstein Innenschale isoliert.
Wärme kann schlechter nach außen dringen, dass heißt der Abstand den man zu brennbaren Bauteilen einhalten muss, verringert sich.(Angaben hierzu siehe Zulassung des Herstellers).
Im Umkehrschluss kann Kälte (extrem im Winter bis zu -25°) das Innenrohr weniger abkühlen,
was der Thermik im Schornstein nutzt und den Zug verbessert.

 
 
:: Was sollte man bei Klemmbändern beachten ?



Das Klemmband verbindet die einzelnen Bauteile des Schornsteins miteinander.
Es trägt maßgeblich zur Stabilität des Schornsteins bei.

Hier gilt die Grundregel:
Je breiter das Klemmband ist,
desto besser kann es die statischen Kräfte der darüber liegenden Elemente aufnehmen.

 

:: Hier finden Sie einige Zitate führender Hersteller von Edelstahlschornsteinen !
 
 
Raab:
Das doppelwandige System besitzt eine 30-mm-Dämmung, die das Außenrohr vor einer
zu starken Erwärmung schützt und somit die Umgebung vor Schaden bewahrt.
Hierdurch wird es ermöglicht, das Abgassystem recht nahe an die Außenfassade zu montieren.
Auch im Inneren des Gebäudes kann hierdurch der Abstand zu brennbaren Bauteilen erheblich verringert werden.
Ebenso sorgt die Dämmung dafür, dass Temperaturschwankungen und Witterungseinflüsse
von außen den Abgasstrom im Inneren nicht negativ beeinflussen und der Schornsteinzug stabil bleibt.

Bertrams:
Die einzelnen Elemente sind durch eine Steckkupplung sowie durch ein Spezialklemmband miteinander verbunden. Die Abgas führende Innenschale ist frei beweglich und kann somit die Wärmedehnung aufnehmen, ohne den tragenden Außenmantel zu belasten.

Schiedel:
Dreischaliges feuchte unempfindliches Edelstahl-Schornsteinsystem mit keramischem Profil-Innenohr und durchgehender Wärmedämmung in Elementbauweise. Geeignet zur Abgasführung von Regelfeuerstätten mit gasförmigen, flüssigen und festen Brennstoffen.

Schraeder:
…Durch den direkten Übergang der Isolierung zwischen den einzelnen Bauteilen werden Kältebrücken
vermieden…Das Rauchgas führende Innenrohr ist frei beweglich, damit die Ausdehnung des Innenrohres bei thermischer Belastung in jedem einzelnen Bauteil gewährleistet wird, ohne den Außenmantel zu belasten.

Poll:
Die Längenausdehnung wird in jedem einzelnen
Element aufgenommen. Durch den direkten Übergang der Wärmedämmung
zwischen den einzelnen Elementen werden Kälte- bzw. Wärmebrücken konstruktionsbedingt ausgeschlossen.

Linke:
Die zwischen den beiden Schalen befindliche Steinwolle-Schale sorgt für optimale Dämmung, denn das Außenrohr wird durch sie optimal vor einer zu starken Erwärmung geschützt. Ebenso sorgt sie dafür, dass Temperaturschwankungen und Witterungseinflüsse nicht ins Innere des Rohres treten.

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