Ed Wood, Special Edition, Johnny Depp, Tim Burton, DVD

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der schlechteste Filmemacher der Welt, aber genialer Visionär

 

Dieser Film ist alles andere als "paradox". Edward D Wood junior (das D steht für Davies), der sich nie um ausgefeilte Drehbücher scherte, den es schlichtweg egal war, welche Darsteller bei ihm mitwirkten. Der sich teilweise einfach Szenen aus ganz anderen Filmen bediente, versuchte, diese irgendwie bei seinen "Meisterwerken" einzubauen. Der kreativ war, - äußerst trickreich (einfach aus der Not heraus, so gut wie niemals auch nur ein halbwegs angemessenes Budget zur Verfügung zu haben).

Der seine Filme vor allem als Geschenk an das Publikum verstanden wissen wollte.

Ein garnicht mal unbegabter Kopf, mit absoluter Fantasie und sogar tollen Ideen bedacht. Jemand, der Herz (wie bei Bela Lugosi) hatte. Für den ein Begriff wie Freundschaft, nicht nur wie bei leider vielen, irgendeine leere Floskel wahr.

Ein absolut normaler Mensch, der trotz allem, wofür er stand und eintrat, anderen Leuten dennoch immer zugänglich war, - nicht im geringsten von sich selbst eingenommen.

Aber auch mal genauso schwach, verletzlich, introvertiert, dem Alkohol und Drogen nicht abgeneigt, in seiner Jugend ein Frauenheld, - und besaß einen ausgeprägten Fetisch für Frauenkleider (mit denen er ja oft am Set plötzlich auftauchte), war aber nicht direkt homosexuell.

Kam selber aus ganz einfachen Verhältnissen, diente aber trotzdem tapfer im 2. Weltkrieg, wo sich wschl. sein merkwürdiger Faible für sexy Damenmode schon sehr früh zeigte. Er gab es dann später auch ohne Scheu zu, - unter seiner Uniform sowas oft getragen zu haben.

Und der trotzdem richtig gutes Durchsetzungsvermögen als auch eine sehr große Überzeugungskraft gleichermaßen besaß. Dies ist sein filmisches Portrait.

Dargestellt von Johnny Depp, ebenfalls ein Ausnahmetalent und sich nicht zu schade, Rollen zu verkörpern, mit denen sich ein jeder identifizieren kann.

Unter der Leitung von Tim Burton, Regisseur, von dem schon oft etwas verfilmt wurde, bei dem andere sogenannte Hollywoodgrößen (Darsteller wie Produzenten) garnicht dieses Wagnis mit dem Mut zum Risiko, einen Flop zu landen, bereit wären, einzugehen.

Ich mag diesen Streifen sehr, konnte auch herzhaft über die echten Filme wie z.B. den berüchtigten "Plan 9 from outher Space" von Ed Wood nur schön schmunzeln.

Möchte hier auch garnicht leugnen, das man fast schon mitleidig über ihn lachen konnte, ganz besonders in diesem Film. Warum ist klar, eben das wird es halt sein, was Ed Wood (Johnny Depp) hier durchaus so 100 % sympathisch macht. Ein klassischer Fall.

Genau so bleibt der echte Ed Wood in Erinnerung. Einfach der typische Underdog.

Ein doch naiver Idealist, - der sich halt auch von niemandem hier sagen lässt, er wäre ja nur unbegabt.

Der an sich trotz Widerständen glaubt, - der von seinen Ideen überzeugt ist.

Sehr selten, - dh. wenn überhaupt, dann vielleicht nur zu vergleichen mit Andy Kaufman, finden wir (die Zuschauer) solche oft (zu ihren Lebzeiten) einfach zu Unrecht verstandenen, echten Visionäre. Ihrer Zeit meißtens schon weit vorraus.

Und, bedauerlicherweise, wurden sie z.T. auch noch bis heute nicht richtig für ihre Leistungen zumindest fair annerkannt.

Tja, es ist ... und war eben schon immer leichter, einfach nur mit dem Strom zu treiben als dagegen zu schwimmen. Aber, so ist es halt, sei es drum, diese späte Verbeugung, solch eine letzte Ehrung, - eine Hommage wie hier sei ihnen gegönnt.

Der verdiente Oscar dafür hat es letztendlich dann doch gezeigt. Schade eben nur, das sowas viel zu spät meißtens erst vorkommt, wenn diejenigen nichts mehr davon haben.

Auch die anderen Mitwirkenden, wie Lisa Marie, die Vampira darstellt oder George "the Animal" Steele, der Thor Johnson verkörpert, ebenso wie Patricia Arquette, die Ed Wood's Frau, Kathleen O'Hara (war mit ihm verheiratet von 1959 - 1978) spielt, oder Sarah Jessica Parker als Dolores Fuller, seine erste Freundin, die ihn dann aber wegen seiner transvestitischen Neigungen für weibliche Angora - Unterwäsche sitzen ließ, - sie alle fühlen sich wunderbar überzeugend in ihre Figuren ein.

Martin Landau, der Bela Lugosi hier darstellt, natürlich ganz besonders. Vor allem ist es aber Johnny Depp, bei dem man wie vorher mit Jim Carry als Andy Kaufman in "der Mondmann" oder auch Woody Harrelson, der Larry Flynt spielte, immer das Gefühl bekommt, sie "SIND" einfach im Film derjenige persönlich !

Und nicht das es nur gespielt wurde, - ps. wobei der echte Larry Flynt ja noch lebt, die anderen beiden hier genannten lassen sich eben nicht mehr fragen, ob sie denn mit ihrer jeweiligen Verkörperung selbst zufrieden gewesen wären.

Das bleibt also genau ihnen, dem Zuschauer hier überlassen. Und allein schon deswegen - Fazit - kann ich auch nur die Empfehlung, zumindest als Ausleihtip dafür geben ... ;-)
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