Echten Cowboys auf der Fährte: professionelle Bekleidung für Westernreiter

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Echten Cowboys auf der Fährte: professionelle Bekleidung für Westernreiter

Während der Zeit der großen Trecks in den Westen Nordamerikas fand man sie in vielen einsamen Gegenden der Prärie: Cowboys mit ihren Viehherden. In den kargen Gegenden mussten die riesigen Viehherden täglich an andere Orte getrieben werden, um genügend Nahrung zu finden. Die Cowboys verrichteten dabei harte Arbeit und verbrachten täglich bis zu 16 Stunden im Sattel. Um das auszuhalten und weil sie zum Werfen ihrer Lassos eine freie Hand benötigten, entwickelte sich in dieser Zeit ein ganz besonderer Reitstil: das Westernreiten. Charakteristisch sind vor allem die Westernsättel und die lässige Art, mit der dabei Hilfen gegeben werden.

Später, als die große Zeit der Cowboys längst vorbei war, verbreitete sich der bequeme Reitstil auch unter anderen Reitern. Bis heute bleibt der Reitstil beliebt und findet weltweit seine Anhänger. Wenn Sie mit dem Westernreiten anfangen wollen, dann benötigen sie auch die richtige Bekleidung zum Westernreiten. Angefangen beim Sattel und dem richtigen Gebiss für Ihr Pferd bis hin zur passenden Bekleidung für Sie selbst.

Was Sie alles benötigen, um im Sattel auch optisch eine gute Figur zu machen und bequem zu reiten, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Was muss sein und was ist Geschmackssache?

Was Sie beim Westernreiten anhaben sollten, hängt von zwei Faktoren ab: der Bequemlichkeit und den Umständen. Jeder Reiter kann andere Kleidung als angenehm empfinden, genauso kann auch jeder Reitstall andere Vorschriften haben. Dann kommt es vor allem auch darauf an, ob Sie nach Kleidung für den Reitalltag und das Training oder für Turniere suchen. Genau wie beim Dressurreiten wird im Alltag natürlich anderes als beim Turnier getragen. Für das Training hängt Ihre Kleidung daher größtenteils von der Bequemlichkeit und Ihren persönlichen Vorlieben ab. Nur bei den Schuhen sollten Sie genauer abwägen. Für Turniere gibt es Vorschriften, was getragen werden kann und diese Kleidung weicht unter Umständen von dem ab, was Sie im Training oder beim Ausreiten tragen würden. Bei Turnieren gehört eine Jeans unbedingt dazu, ebenso wie Westernstiefel in vorgeschriebener Höhe und ein langärmeliges Hemd. Auch ein Hut oder Helm muss getragen werden.

Hosen und Chaps für das Westernreiten

Einer der ersten Gedanken beim Westernreiten sollte den Hosen gelten. Denn bequem im Sattel zu sitzen ist das A und O jeder Reitübung. In normalen englischen Sätteln ist das Tragen von Jeans keinesfalls zu empfehlen. Wer diesen Fehler einmal begangen hat, wird wissen, wovon die Rede ist. Das Gleiche gilt aber nicht für Westernsättel, die traditionell dafür gefertigt wurden, lange Zeit bequem Reiten zu können – gerade und auch in Jeans, die als besonders stabile und reißfeste Arbeitshosen geschätzt wurden. Wer also einmal negative Erfahrungen mit Jeans und einem Sattel gemacht hat, kann diese für Westernsättel getrost beiseitelegen.

Westernreiten in Jeans? Ja, bitte!

Viele Reiter finden Jeans sogar bequemer als eine Reithose, wenn sie im Westernstil reiten. Es sollte lediglich darauf geachtet werden, dass die Nähte der Jeans innen und nicht außen liegen. Im Gegensatz dazu sind klassische Reithosen, vor allem Reithosen mit Vollbesatz, in Westernsätteln oft sogar unbequemer. Und bei Turnieren dürfen sie ohnehin nicht getragen werden. Auch die beliebten Jodphurhosen sind dort nicht erlaubt. Für das Training sind Jodphurhosen aber durchaus auch beim Westernreiten geeignet. Wer damit noch nicht vertraut ist: Es handelt sich dabei um lange, enganliegende Reithosen, die innen verstärkt sind, um abriebfester zu sein. Ursprünglich waren sie über dem Knie breiter als am Schaft, durch moderne Stretchstoffe sind diese Hosen heutzutage aber oft auch oben eng anliegend. Der Name rührt von der indischen Stadt Jodphur her, wo diese Reithose erfunden wurde. Die Engländer brachten sie nach Europa mit. Typischerweise werden dazu Jodphurstiefel getragen, die kurze Schäfte haben. Bei Turnieren sind diese Stiefel allerdings nicht erlaubt.

Was sind eigentlich "Chaparajos"?

Neben der Jeans gehören zum klassischen Look der Cowboys auch noch die sogenannten Chaps dazu – eine Art Hose über der Hose. Chaps dienten ursprünglich dazu, die Beine der Cowboys vor Schnitten zu schützen, da bei der Arbeit Dornen, Hufe, Hörner und teilweise auch die eigenen Arbeitsmesser zu Verletzungen führen konnten. Der Name ist eine Abkürzung des spanischen „chaparajos" und die Chaps bestanden aus ledernen Beinkleidern ohne Gesäß. Die bekannten Chaps mit Fransen hat sicher jeder schon einmal in einem Indianerfilm gesehen. Vermutlich übernahmen die Cowboys diese Art Kleidung auch von den Ureinwohnern des amerikanischen Kontinents. Heute werden Chaps von Western- und Freizeitreitern nur noch als Schmuck getragen, da sie ihren Schutzzweck weitestgehend verloren haben. Die meisten Chaps sind aber noch immer aus Leder gefertigt und heute in unterschiedlichen Variationen erhältlich.

So gibt es Longchaps, die bis zu den Knöcheln reichen, aber auch Minichaps, die nur die Stiefel bedecken und eher Gamaschen ähneln. Manche Chaps sind besonders weit geschnitten (Batwings), andere reichen nur von der Hüfte bis zu den Knien (Chinks). Für kaltes Wetter gibt es auch die Woolies genannten dicken Chaps. Welche Art von Chaps Sie wählen, ist größtenteils Geschmackssache. Achten Sie nur darauf, dass es in den Chaps bequem genug bleibt und dass Sie Ihre Chaps auch allein anziehen können. Besonders enge Chaps machen es Reitern oft schwer, die Chaps ohne fremde Hilfe überzuziehen. Auch die Wetterfestigkeit sollte beachtet werden. Sind die Chaps nicht wasserabweisend, kann ein Regenguss schnell sehr unangenehm werden.

Für Shows und Auftritte werden übrigens auch ganz besonders auffällige Showchaps angeboten – hier gehören die Fransen zum absoluten Muss.

Hut oder Helm? Stil versus Sicherheit

Bei der Kopfbedeckung muss man sich als Westernreiter gut überlegen, wozu man greift. Zum Reithelm oder zum Cowboyhut? Der Cowboyhut ist zweifelsohne der Stilechtere und wurde von den Cowboys auch so getragen - als Schutz vor Staub, Regen und Sonne. Hätten echte Cowboys allerdings Zugang zu modernen Reithelmen gehabt, kann man sicher davon ausgehen, dass sie diese getragen hätten. Denn kein Cowboyhut kann vor einem Sturz oder einem Huftritt schützen und Unfälle sind sicher oft passiert. In den meisten Reitställen ist das Tragen von Helmen ohnehin Pflicht. Beim Kauf von Reithelmen sollten Sie darauf achten, dass es sich tatsächlich um einen Reithelm handelt. Fahrradhelme oder ähnliche andere Schutzhelme sind für den Reitsport ungeeignet, da sie einem Huftritt nicht standhalten und nicht für einen Sturz aus der Höhe eines Pferdes konzipiert wurden.

Für den Freizeitritt gibt es dennoch eine große Auswahl an Westernhüten. Das heute typische Aussehen mit breiter Krempe kommt von der Firma Stetson, die einen gleichnamigen Hut aus Biberfell herstellte – die Eigenschaften wurden geschätzt, denn dieser Hut war nicht nur schön warm, sondern auch wasserabweisend und leicht. Die Firma stellt noch heute Hüte her, allerdings recht kostspielige. Seinen Ursprung hat der Cowboyhut allerdings bei den mexikanischen Vaqueros, die ihn zuerst trugen. Wenn Sie einen Westernhut suchen, haben Sie heute die Auswahl zwischen vielen verschiedenen Materialien und Farben – von gelben Strohhüten bis zu braunen Lederhüten oder weißen Stoffhüten ist alles zu finden. Sie können hier ganz nach Geschmack und Geldbeutel auswählen. Nur passen sollte der Hut. Achten Sie daher auf die richtige Größe, die Hersteller geben mindestens Standardgrößen wie M oder L an, manchmal auch genauere Größenangaben nach Kopfumfang.

Stiefel und Stiefeletten für den Westernreiter

Beim Reiten sollten selbstverständlich keine normalen Schuhe getragen werden. Das gilt auch für das Westernreiten. Im Gegensatz zu anderen Reitstilen sind aber die Steigbügel im Westernstil besonders lang und breit. Zwar kann man hier nicht so einfach mit dem Fuß durch den Bügel rutschen oder hängenbleiben, trotzdem sind geeignete Stiefel die beste Wahl. Spezielle Westernstiefel mit hohem Schaft und typisch spitz zulaufender Sohle finden Sie genauso wie die ebenfalls geeigneten Jodphurstiefel. Bei Letzteren sollten Sie allerdings beachten, dass diese bei Turnieren nicht zugelassen sind. Für den Freizeitausritt empfehlen sich solche Stiefeletten aber durchaus.

Abgesehen von der Form und der Schafthöhe unterschieden sich Westernstiefel zum Teil erheblich. Es gibt Exemplare zur Show, die Fransen und Ausschmückungen haben, aber auch ganz schlichte Cowboystiefel, die auch beim Ausritt im Alltag getragen werden können. Die meisten Reiter würden sich mit Showstiefeln im Alltag nicht wohlfühlen, da diese doch sehr auffällig sind.

Hemden, Jacken und Oberbekleidung für das Westernreiten

Zum typischen Aussehen des Reiters im Westernstil gehört auch die passende Oberbekleidung. Klassisch sind Flanellhemden im Karostil, oft rot oder blau, aber auch Jeanshemden oder weiße Hemden werden gerne getragen. Für Turniere und große Auftritte werden im Westernreiten auch sogenannte Railshirts oder Showblusen/-hemden getragen. Sie sollen trotz Jeans und Hut besonders gepflegt und ansprechend aussehen und sind oft körperbetont und eng anliegend. Muster und Farben sind meist stilvoll gehalten, manchmal aber auch besonders auffällig und showgeeignet. Hemden und Shirts sind allerdings nur für die wärmere Jahreszeit zu empfehlen. Wer auch bei kaltem Wetter im Westernstil gekleidet sein möchte, benötigt eine Jacke. Für Regen und Kälte gibt es lange Reitermäntel, die sicher auch jeder aus Filmen kennt. Häufig sind das Wachsmäntel, die bis zu den Knien gehen und einen sehr breiten Kragen haben, der über die Schultern fällt. Wenig schwer und auffällig sind Reitjacken, die man auch im typischen Westernstil kaufen kann. Sie haben außen hellbraunes Leder und sind innen mit Wolle gefüttert. Durchaus angemessen sind aber auch leichte Jacken und Mäntel aus modernen wasser- und winddichten Materialien.

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