Echte Highlights für E-Gitarristen: Das sind die coolsten Notenbücher

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Echte Highlights für jeden E-Gitarristen: das sind die coolsten Notenbücher

Betrachtet man wichtige Bands der Rock-Geschichte, erlangte häufig neben dem Sänger der Gitarrist der Band die größte Bekanntheit. In vielen Bands, wie etwa bei Nirvana, wurden die beiden Positionen auch von nur einem Musiker gleichzeitig übernommen. Die Bekanntheit vieler Gitarristen, als Beispiele können Keith Richards von den Rolling Stones oder Jimmy Page von Led Zeppelin gelten, kommt nicht von ungefähr. Der E-Gitarrist ist gerade bei Rockbands ein prägendes Element für den Sound. Nur wenige Bands dieses Genres kommen ohne Gitarre aus. Bei der Mehrzahl aller Rock-Bands hingegen steht die elektrische Gitarre im Vordergrund. Zudem eignet sich das Instrument hervorragend dazu, darauf Songs zu komponieren, weshalb häufig der E-Gitarrist gleichzeitig auch Songwriter der Band ist.

Die Kunst des Solos – Notenbücher helfen dem Gehör beim Nachspielen komplexer Songs nach

Viele Bands, wieder dienen die Rolling Stones als Beispiel, treten mit zwei Gitarristen an. Hierbei unterscheiden sich meistens die Aufgaben. Übernimmt einer der beiden, bei den Stones war dies vor dem Eintritt von Ron Wood etwa Keith Richards, die Rhythmusgitarre, so spielt der zweite Gitarrist, bei den Stones zunächst Brian Jones und dann Mick Taylor, die Lead-Gitarre. Die Rhythmusgitarre hat dabei die Aufgabe, die Musik rhythmisch zu begleiten. Der Rhythmusgitarrist spielt also meist Akkorde, der Leadgitarrist hingegen gibt die Melodielinien der Songs vor und tritt auch manchmal durch Soli in den Vordergrund.

Noten und Tabulaturen

Ist es für einen geübten E-Gitarristen durchaus möglich, die benötigten Akkorde zu hören oder die Soli durch viel experimentieren nachzuspielen, greift man als Anfänger am besten auf Notenbücher oder Songbooks zurück. Diese sind meist sehr umfangreich und beinhalten sowohl die Akkorde, also auch die Anteile der Lead-Gitarre an den Songs einer Band. Häufig sind darin nicht nur die Noten, sondern auch die Gitarrentabulaturen enthalten. Diese sind eine Alternative zu Noten und, einfach ausgedrückt, Skizzen, die zeigen, welche Saiten gezupft und welche Saiten an welchem Bund gedrückt werden müssen. Beides findet sich in einer großen Auswahl an Songbooks und Notenheften von bekannten Bands und Musikern. Dieser Ratgeber bietet Ihnen einen Überblick über die coolsten Songbooks für E-Gitarristen.

Get the Rhythm: Die Bedeutung der Rhythmus-Gitarre ist nicht zu unterschätzen

Wenn oft der Eindruck vermittelt wird, die Rhythmus-Gitarre sei weniger bedeutend als die Lead-Gitarre, so ist dem der Name Keith Richards entgegenzusetzen. Der Rolling Stone ist neben John Lennon der vermutlich bekannteste Rhythmusgitarrist der Welt. Standen zur großen Zeit der Rolling Stones noch Solo-Gitarristen wie Eric Clapton und Jimi Hendrix im Rampenlicht, war Richards es, der die Rolle des Gitarristen neu definierte. Er spielt ein sehr reduziertes Spiel, das aber trotzdem sehr einprägend ist und denkwürdige Riffs wie jenes zu Beginn von „Satisfaction" hervorgebracht hat, das nur aus Akkorden besteht. Obwohl Richards kein spektakulär wirkender Gitarrist ist, wird er heute trotzdem als einer der besten und einflussreichsten der Pop-Geschichte betrachtet. Sein zurückhaltender Sound gilt als eines der charakteristischen Stilmittel der Rock-Dinos aus England. Wenn Sie sich selbst an den unsterblichen Rolling-Stones-Klassikern wie „Jumping Jack Flash" oder „Start Me Up" versuchen wollen, bieten sich Rolling-Stones-Notenbücher an, die Ihnen das Nachspielen beider Gitarren-Parts ermöglichen.

Bei der Rhythmus-Gitarre kommt es auf das Timing an

Zu den beliebtesten deutschen Bands gehören die Toten Hosen. Die Punk-Rocker aus Düsseldorf sind zwar nicht für virtuoses Spiel ihrer Instrumente bekannt, dennoch haben die Gitarren am unverwechselbaren Musikstil der Hosen einen wesentlichen Anteil. Wie in Punk-Kreisen üblich, wahren sich der Rhythmusgitarrist Michael „Breiti" Breitkopf und der Lead-Gitarrist Andreas „Kuddel" von Holst den Anschein von Dilettantismus und beschränken sich auf wenige Akkorde. Trotzdem werden angehende Gitarristen beim Nachspielen der Songs aus den bei eBay verfügbaren Toten-Hosen-Notenbüchern merken, dass vor allem eine gehörige Portion richtigen Timings erforderlich ist, um die Songs so klingen zu lassen, wie von den Platten der Band gewohnt.

Gleichzeitig singen und Gitarre spielen? Jon Bon Jovi und James Hetfield machen es vor

Obwohl die Rhythmusgitarre hohe Kompetenz erfordert, gibt es einige Rockands, bei denen der E-Rhythmusgitarrist gleichzeitig auch den Gesang übernimmt.

Bon Jovi

Eines der bekanntesten Beispiele der letzten Jahrzehnte ist Bon Jovi. Während Jon Bon Jovi sein Spiel sehr zurücknimmt, steht Lead-Gitarrist Richie Sambora umso mehr im Vordergrund. Der Musiker aus New Jersey gilt als außerordentlich variantenreicher Gitarrist mit großem Gespür dafür, welche Spielweise die jeweilige Song-Passage von ihm erfordert. Häufig übernimmt er eine Rolle als zweiter Rhythmusgitarrist, die er aber jeweils prägnanter auslegt als sein Sänger. Meist kommt er aber seiner Hauptaufgabe nach und führt die Band mit seinem Blues-lastigen Spiel durch die Songs, wobei er auch immer wieder durch kräftige Soli begeistert. Bon-Jovi-Songbooks eignen sich ebenso zum Nachspielen wie Noten von Metallica. Denn ebenso wie Jon bei Bon Jovi übernimmt bei Metallica mit James Hetfield der Sänger die Rhythmusgitarre. Obwohl beide die selbe Position in ihren Bands innehaben, legen sie ihre Aufgaben sehr unterschiedlich aus.

Metallica

Hetfields E-Gitarrespiel nimmt einen breiteren Raum in der Musik der Band ein und gehört in seiner kongenialen Klangsymbiose mit dem Spiel von Lead-Gitarrist Kirk Hammett zum Erfolgsgeheimnis der US-Rocker. Kirk Hammett wurde von der Musikzeitschrift Rolling Stone kürzlich zum elftbesten Gitarristen aller Zeiten gewählt und musste sich dabei nur wenigen Größen wie Jimi Hendrix und Carlos Santana geschlagen geben. Kaum ein Gitarrist hat es jemals so eindrücklich geschafft, glasklare Emotionen in ein E-Gitarrensolo zu verpacken wie der Kalifornier. Sein virtuoser Stil erzeugt eine enorm starke Aura, auf der die Stimme von James Hetfield aufbauen kann. Bemerkenswert ist, dass Hammett bei der Entstehung der meisten Metallica-Songs nicht beteiligt war, da im Normalfall James Hetfield und Schlagzeuger Lars Ulrich die Songs schreiben. Dies zeigt sein großes empathisches Talent, kann er sich doch in den Song hinein fühlen, wie nur wenige, und auf Grundlage der fertigen Melodie das Lied auf ein höheres Level hieven. Sie finden die Noten für die Songs der Band, die auch die legendären Soli zu Songs wie „One" und „Master of Puppets" beinhalten, in den Metallica-Songbooks.

Fingerfertigkeit ist nicht alles – Punk und Grunge kultivieren den Dilettantismus

Auf der anderen Seite gibt es auch Bands, die keinen reinen Gitarristen in der Gruppe haben, wenngleich auch diese sich teilweise Unterstützung ins Studio holen.

Die Ärzte

In Deutschland sind Die Ärzte das bekannteste Beispiel. Bei dem Berliner Punk-Trio übernimmt normalerweise Sänger Farin Urlaub alle Gitarrenaufgaben, während Bela B am Schlagzeug sitzt und Rodrigo Gonzalez den Bass zupft. So es die Songs verlangen, übernimmt teilweise auch Rodrigo die zweite Gitarre und ein Gast-Musiker übernimmt sein primäres Instrument. Ganz dem Punk-Ethos entsprechend, werden bei den Ärzten in erster Linie sogenannte Powerakkorde, original Powerchords, verwendet. Powerchords sind sehr einfach zu greifen und ergeben trotzdem einen breiten und druckvollen Klang, weshalb sie besonders auf der E-Gitarre und mit verzerrten Verstärkern gespielt werden. Man benötigt dazu nur drei Finger, die Griffe und auch das Anschlagen sind sehr einfach, da immer die selben Saiten benötigt werden. Die Musik der Ärzte eignet sich also auch für Anfänger sehr gut, was Sie anhand der Die Ärzte-Songbooks auch selbst probieren können.

Nirvana

Ähnlich verhält es sich bei der größten Rock-Sensation der 1990er-Jahre. Es war das Jahr 1991, als eine dreiköpfige Band aus Seattle mit „Nevermind" ihr zweites Album auf den Markt brachte und damit den großen Durchbruch erlebte. Die wichtigste Figur der Band war Kurt Cobain, der alle Songs schrieb, mit seinem unvergleichlichen Schrei-Gesang und auch durch sein besonderes Gitarrenspiel die Musik der Grunge-Formation prägte. Das Spiel des E-Gitarristen mit den zerrissenen Hosen war technisch nicht anspruchsvoll. Im Gegenteil: Schon sehr ungeübte Gitarristen werden etwa das Intro von „Come As Your Are" binnen weniger Minuten beherrschen und auch das Solo in „Smells Like Teen Spirit" stellt keine große Herausforderung dar. Trotzdem gilt Cobain als einer der besten Gitarristen aller Zeiten. Cobain zeichnete einerseits seine große Intuition aus. Er hatte ein geniales Gespür für Rhythmus und für Pausen. Er wusste genau, wann er sein Spiel kurz aussetzen musste, um dem Schlagzeug oder seinem Gesang Platz einzuräumen. Andererseits gelang es ihm, mit nur wenigen Akkorden Songs zu gestalten, die als Gesamtwerk viel mehr Qualität und Klasse haben, als es die einzelnen Akkorde vermuten ließen. Ähnlich wie Keith Richards ging auch Cobain sehr sparsam mit seinem Instrument um. Es war kein Ton zu viel, er ließ sich nicht zu minutenlangem Gefiedel hinreißen, sondern agierte stets dem Song dienlich. Unter anderem das berühmt gewordene Solo zum Mega-Hit „Smells Like Teen Spirit" finden Sie in den Nirvana-Songbooks.

Musik ist so unterschiedlich wie ihre Schöpfer

Die genannten Künstler bieten natürlich nur einen kleinen Ausschnitt aus den zahlreichen Angeboten. Für viele Größen der Rock-Geschichte können Sie dort Notenbücher finden. Unter ihnen sind so phantastische Gitarristen wie Duane Allman von den Allmann Brothers oder Angus Young von den australischen Rock-Helden AC/DC. Darüber hinaus finden Sie auch einige interessante Magazine, die legendären E-Gitarristen Tribut zollen und Ihnen die Noten für deren Songs, zum Teil auch mit DVD, präsentieren. Nennenswert ist hierbei etwa die Lick Library. Diese widmet sich in jeder Ausgabe einem anderen einflussreichen Gitarrenspieler und bringt Ihnen dessen Spiel näher. So lassen sich die kleinen Unterschiede in den unterschiedlichen Stilen feststellen. Beigelegt ist auch jeweils eine DVD, die Spieltechniken veranschaulicht. Große Namen wie Slash von Guns 'n' Roses oder Eddie Van Halen wurden bereits vorgestellt.

Einen sehr ähnlichen Weg geht die Serie „Play Guitar With...", die nicht nur lesenswerte Artikel bringt, sondern der meistens auch eine CD mit Hörbeispielen beiliegt - ob nun von den Dire Straits oder Keith Richards' großem Vorbild, Chuck Berry. Sie werden durch diese Serien einen hervorragenden Überblick über die Facetten des Gitarrespiels erhalten.

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