Echte Hereke Seide

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Es gibt wunderschöne echte reinseidene Hereke aus der Türkei bei Ebay zu ersteigern, das steht mal ausser Frage.

Ich beobachte immer wieder gerne, daß diejenigen Anbieter, die einen kleinen Hereke veräussern möchten, gerne auch ein Echtheitszertifikat beilegen. Diese wurden ausgestellt in der Türkei oder auch bei deutschen Händlern.

Viele Türkeiurlauber haben sich ein solches schönes Stück von der Reise mitgebracht und wirklich, es sind überwiegend authentische Stücke. Wenn auch etwas überbezahlt seinerzeit, was meiner Meinnung aber nicht verwerflich ist, besser teueres Geld einem guten Stück nachgeworfen als kleines Geld einem Stück Schrott.

Zu meiner Zeit kostete der Qm Hereke Seide 1.000-1.500,- Dollar im EK, das war Richtlinie. Diese Ware musste aber exakt mindestens 1.000.000 Kn.p.Qm haben (bei kleinen Stücken, grössere auch mal etwa 900.000 Kn.p.Qm), wenn nicht sogar mehr. Die Preise haben sich vielleicht etwas verändert, aber sicher nicht maßgeblich.

Seidenteppiche unter 1.000.000 Kn. p.Qm waren aus Kayserie oder Istanbul, auch sehr schöne Ware. Meist so um die 500.000 Kn.p.Qm. Natürlich nicht annähernd so wertvoll wie ein Hereke, wenn auch fast identische Seidenqualität.

Hereke Bursa-Seide ist Seide mit einem sehr langen Faden, die Kokons werden behutsam gelöst, so das kein Bruch entsteht, der dann gezwirnte Textil-Seidenfaden splisst nicht oder kaum. Er ist schwer, glatt und äusserst robust. Im Vergleich dazu ist z.B. der übliche dünne chinesische Textil-Faden leicht, spröde und splissig.

Ein kleiner Hereke Teppich fällt immer schwer und satt auf den Boden, werfen sie ihn mal auf glattes Parkett, sie werden sehen, das er sofort ausseinandertreibt und glatt liegenbleibt. Dieses entsteht durch die feste Knüpfung eines stabilen Seiden-Materials. Ein dünnerer Seiden-Chinese verharrt gerne mal mit Wellen bis man ihn glattlegt.

Der Hereke-Seide Kettfaden ist nie superdünn und nie reinweiss. Sicher ist er fein, aber nie so fein, daß man ihn einfach auseinanderreissen könnte. Er changiert immer ins Perlmutt-Beige, der Kettfaden eines Chinesen ist wesentlich heller.

Und eben das sicherste, einen Hereke zu erkennen: die Signatur ist meistens auf einer kleinen Nebenborte links oder rechts oben, nicht aufwändig, nur ein kleines Oval mit "Özpek" oder "Ipek", oft in Arabisch, seltener aber zentriert als Kartusche mittig unter den Fransen. Wiederum nicht alle Hereke sind signiert, jedoch die Meisten.

Chinesische Seidenteppiche haben eine Signatur immer mittig unter den Fransen, oft auf dem Kilimabsatz, sehr klein und nicht lerserlich.

Unvergleichlich ist der mehrfache Shirazi (Seitenbefestigung). Immer sehr fest angesetzt, glatt poliert ohne splissige Fäden. Ältere Stücke haben oft einen etwas verdrehten Shirazi wegen der festen Verarbeitung. Die Fransen sind manchmal kunstvoll abgeflochten, ein Zeichen für liebevolle Arbeit.

Bisweilen wird ein Hereke broschiert verarbeitet, d.h. er ist geknüpft und reliefartig gewebt. In das gewebte Material wird häufig ein Metallfaden eingewebt, früher meist Silber. Diese Tradition ist aber auch bei persischen Täbriz oder chinesischen Seidenteppichen zu beobachten, ist also keine nur typische Hereke-Machart.

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