Echt asiatisch essen: Tipps für den Kauf und die Verwendung von Essstäbchen

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Authentisch asiatisch essen: Tipps für den Kauf und die Verwendung von Essstäbchen

Kokosmilch, Koriander, Ingwer, Erdnussöl und Jasminreis im Wok – wenn es in der Küche danach duftet, weiß jeder, dass heute asiatisch gekocht wird. Die Küche aus Fernost erfreut sich auch bei uns immer größerer Beliebtheit. Man geht nicht mehr nur in ein chinesisches Restaurant oder isst Sushi beim Japaner, man versucht sich auch zuhause an den faszinierenden Gerichten aus Ostasien. Wer dabei die Mahlzeit authentisch und mit Stil genießen möchte, benötigt auch das richtige Geschirr und Besteck dafür. Neben den typischen Reisschüsseln gehören dazu vor allem auch die bekanten Essstäbchen. Erst das Klicken und Klappern der Holzstäbchen macht die Mahlzeit rund. Und es isst sich auch einfach anders als mit westlichem Besteck.

Wenn Sie zu Ihren asiatischen Gerichten die authentischen Essstäbchen benutzen möchten, dann hilft Ihnen dieser Ratgeber weiter. Wir erläutern, wie die Essstäbchen (auch Chopsticks genannt) richtig verwendet werden, welche Arten von Stäbchen es gibt und welche Sie am besten kaufen. Damit Ostasien auch an Ihrem Esstisch ankommt.

Die lange Geschichte der Essstäbchen

In der westlichen Welt werden Essstäbchen als etwas typisch Asiatisches wahrgenommen. Allerdings werden sie gar nicht überall in Asien verwendet. Was wir als asiatisch sehen, ist eigentlich ausschließlich ostasiatisch. In den meisten Teilen der Welt, so auch in vielen Regionen Asiens, wird nämlich gar kein Essbesteck außer dem Löffel verwendet. Man isst stattdessen mit den Fingern. Die Tradition, Essstäbchen zu verwenden, ist nur in China, Japan, Korea und Vietnam verbreitet. Dort sind sie aber seit vielen Jahrhunderten, ja sogar Jahrtausenden, integraler Teil der Esskultur.

Essstäbchen: das vielleicht älteste Essbesteck der Menschheit

Man vermutet, dass die ersten Essstäbchen in China zwischen 4.000 und 5.000 vor Christus als Kochutensilien verwendet wurden. Ursprünglich dienten wohl lange Holzstäbe dazu, das Essen aus tiefen Töpfen zu holen, mit denen damals gekocht wurde. Wirkliche Verbreitung als tagtägliches Essbesteck fanden die Stäbchen dann wohl aufgrund einer Energieknappheit. Um 400 v. Chr. stieß auch das alte China auf das Problem aller frühen menschlichen Hochkulturen: das Brennholz wurde knapp. Um beim Kochen möglichst wenig zu verbrauchen, wurde das Essen in kleine Stücke geschnitten, damit es schneller gar werden konnte. Für die so vorbereiteten Speisen benötigte man bei Tisch dann kein Messer mehr, denn sie waren ja bereits mundgerecht geschnitten. Und schon Konfuzius befand, dass Messer bei Tisch barbarisch seien. Die Essstäbchen waren das ideale, zivilisierte Essbesteck für die vorgeschnittenen chinesischen Mahlzeiten. Sie sind damit das älteste Essbesteck der Menschheit, wenn man einmal vom Löffel absieht. Die ersten Grabfunde mit Stäbchen stammen aus der Shang-Dynastie um 1200 v. Chr. Die erste schriftliche Erwähnung fanden sie in einem philosophischen Text aus dem 3. Jahrhundert vor Christus. Die ersten Essstäbchen sahen allerdings noch anders aus als die Stäbchen, die wir heute kennen. Sie bestanden aus einem einzelnen Stück Bambus, das am Ende geknickt wurde. Erst später verwendete man zwei einzelne Stäbchen.

Von China aus gelangten die Essstäbchen zusammen mit den chinesischen Schriftzeichen und vielen anderen Kulturgütern schließlich auch nach Japan und Korea. Vermutlich geschah das im 6. oder 7. Jahrhundert v. Chr. durch buddhistische Missionare. Erst in der Neuzeit fanden Essstäbchen dann im Zuge der kulinarischen Globalisierung auch Einzug in die Küchen anderer Länder.

Kurz oder lang, spitz oder stumpf – Arten von Essstäbchen

Seit die Essstäbchen China gen Korea und Japan verließen, haben sich in den einzelnen Ländern auch ganz typische Formen der Essstäbchen entwickelt. Man unterscheidet vor allem zwischen chinesischen und japanischen Essstäbchen. In China sind Essstäbchen wesentlich länger als in Japan – sie kommen im Schnitt auf 25 cm Länge. Man nennt sie kuai-zi und sie sind typischerweise rechteckig geformt und haben eine stumpfe Spitze. Da man in China traditionell viel mit heißem Fett kochte, waren lange Stäbchen nützlich. In Japan dagegen benötigte man kürzere Stäbchen. Der Klebreis wurde aus Nahrungsmittelmangel oft mit anderem Getreide gestreckt und klebte dann nicht mehr so gut. Man führte die Schüssel nah an den Mund, um das Essen zu schaufeln, statt zu greifen. Dazu sind kurze runde Stäbchen entwickelt worden. Diese japanischen Stäbchen nennt man hashi. Zu erkennen sind sie an der Länge von ungefähr 18 cm und eher spitz zulaufenden Enden. Sowohl chinesische als auch japanische Stäbchen bestehen meist aus Holz, allerdings sind japanische Essstäbchen seit dem 17. Jahrhundert oft lackiert und mit kunstvollen Mustern versehen.

Koreanische Essstäbchen erkennt man vor allem daran, dass sie meist aus Metall statt Holz bestehen und oval geformt sind. Die traditionell in Korea viel gegessenen weichen Speisen Tofu und Fisch, lassen sich damit leichter zerteilen. Ihre Länge liegt zwischen denen japanischer und chinesischer Stäbchen bei etwa 20 cm und sie haben häufig an der Spitze Riffel. Diese dienen zum besseren Greifen von Speisen, da die glatte Metalloberfläche dies schwieriger macht als bei Holzstäbchen.

Welche Art von Stäbchen Sie bevorzugen, wissen sie vielleicht bereits, weil sie Übung haben. Vielleicht haben Sie aber auch noch nie Stäbchen in der Hand gehalten. Dann sollten Sie zunächst die Benutzung üben und sich dann entscheiden.

Übung macht den Stäbchen-Meister

Viele Menschen, die zum ersten Mal Essstäbchen in der Hand halten, sind kaum in der Lage, sie zu verwenden. Sie fragen sich, wie man damit überhaupt essen kann. Die Verwendung unseres eigenen Essbestecks - Messer und Gabel - kommt uns so selbstverständlich vor, dass wir denken, es handelt sich dabei um eine urmenschliche Fähigkeit. Dasselbe denken viele Chinesen und Japaner wohl über das Essen mit Stäbchen. Wer diese genauso fingerfertig und mühelos verwenden möchte wie Asiaten, der muss üben. Das Geschick kommt dann von selbst.

Gewusst wie - so funktioniert's

Das Grundprinzip der Stäbchen besteht darin, dass das untere Stäbchen unbeweglich festgehalten wird. Das obere Stäbchen dagegen wird hin und herbewegt und mit der Spitze zur Spitze des unteren Stäbchens geführt.

Fangen Sie an, indem Sie ein Essstäbchen in die Beuge zwischen Daumen und Zeigefinger klemmen. Hinter der Hand sollte noch etwa ein Drittel des Stäbchens herausragen, davor zwei Drittel. Der vordere Teil dieses Stäbchens wird auf der Seite Ihres Ringfingers abgelegt. So liegt das untere Stäbchen fest und unbeweglich in einer Hand.

Das zweite, bewegliche Stäbchen wird zwischen Ihrer Daumenspitze und dem Knöchel des Zeigefingers festgeklemmt. Weiter vorne liegt es zwischen Zeige- und Mittelfinger. Mit diesen beiden Fingern können Sie dieses Stäbchen nun auf- und abbewegen und Reis und andere asiatische Speisen greifen. In Asien lernen dies schon kleine Kinder. Wer möchte, kann auch ein Hilfsmittel verwenden, dass dort gerne eingesetzt wird, wenn Kinder lernen, mit Stäbchen umzugehen. Lernstäbchen verfügen über einen Aufsatz, der die beiden Stäbchen am hinteren Ende zusammenhält. Auf diese Art können auch erwachsene Anfänger die Kunst Essstäbchen zu verwenden schneller lernen.

Bambus, Edelstahl und Lack – testen Sie Essstäbchen aus verschiedenen Materialien

Wie erwähnt werden in China und Japan Essstäbchen zumeist aus Holz hergestellt. Man kennt dass auch aus Restaurants von den Wegwerfstäbchen. Bambus war dafür schon immer recht beliebt, weil er schnell wächst und billig ist. Außerdem ist er hitzebeständig und beeinträchtigt die Speisen nicht durch einen intensiven Eigengeschmack oder Gerüche. Wertvollere Stäbchen können aber auch aus anderen Hölzern gefertigt sein, z. B. Pinie, Teak, Sandel– oder Ebenholz. Besonders wertvolle Essstäbchen werden auch aus Jade, Edelmetallen wie Silber oder Gold und Koralle hergestellt. Für den normalen Haushalt reichen in der Regel aber Holzstäbchen. Wer schöne Verzierungen mag, kann hier zu lackierten Stäbchen greifen, die oft kunstvoll verziert sind oder an den Enden hübsche Einlagen aus anderen Materialien haben. Gerade für Anfänger gibt es aber auch Essstäbchen aus Plastik im Handel.

Sind Sie bereits geübt im Gebrauch von Essstäbchen, lohnt es sich, diese nach Aussehen auszuwählen und jene zu kaufen, die Ihnen am besten gefallen. Sind Sie noch wenig geübt, dann ist es besser, erst einmal etwas günstigere Stäbchen in verschiedenen Längen und Formen zu kaufen und damit zu üben. Später wissen sie dann, welche Art von Stäbchen Ihnen liegt, und können ein hübsches Set in dieser Größe und Form kaufen.

Essstäbchen gibt es in allen möglichen Formen und Farben. Vom klassischen Kirschblütenmuster bis hin zu bunten Kinderstäbchen in Form von Laserschwertern. Wer ein komplettes Set kauf, erhält sie häufig auch passend zu Schüsseln und Schalen.

Essstäbchen und die richtigen Tischsitten

Wie auch in Europa, gibt es in Asien bestimmte Tischsitten, die eingehalten werden sollen. Viele davon drehen sich um die richtige Verwendung von Essstäbchen. So gilt es als überaus unhöflich Stäbchen in einer Schüssel stecken zu lassen, da dies sonst nur bei Beerdigungen für den Verstorbenen gemacht wird. Genauso sollte man Stäbchen nicht quer über die Schüssel legen. Damit Stäbchen während der Mahlzeit beiseitegelegt werden können, ohne dass sie schmutzig werden, gibt es kleine Bänkchen zur Ablage. In Japan nennt man diese Hashioki und sie sind häufig in Sets mit Essstäbchen zu finden. Für unterwegs gibt es zudem Reise-Essstäbchen mit Stoffbeuteln oder Metallboxen zur Aufbewahrung.

Was man mit Stäbchen außerdem nicht tun sollte: auf andere Personen zeigen oder Essen an eine andere Person Stäbchen zu Stäbchen weiterreichen.

Wer die Stäbchen nur Zuhause oder für europäische Gäste verwenden möchte, muss es mit den asiatischen Tischsitten freilich nicht so eng sehen. Wer einmal asiatische Gäste bewirten möchte, sollte aber wissen, was ein Faux-pas bei Tisch ist und was als höflich gilt.

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