Ebay Seele zu verkaufen, kaum benutzt....

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Gefunden bei heise.de


Für 400 Dollar erfolgreich die Seele versteigert
Wahr sein muss die Geschichte gar nicht, sie ist auch so schön. Ein junger Mann bot über eBay.com seine Seele zum Verkauf an. Irgendwie fanden Interessierte das Online-Angebot und steigerten mit. Auf Höhe von 400 Dollar fand die Auktion ein glückliches Ende, eBay, zu spät auf den Vorgang aufmerksam geworden, entfernte die Angebote und verbat dem Anbieter, noch weiterhin derartige Scherze bei ihnen zu machen.

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Bei eBay ist man strikt materialistisch - oder glaubt man, man müsse die Käufer schützen, weil sie zu blöde sind? Bislang wurden offenbar schon einige Auktionen, bei denen die Besitzer ihre Seelen gegen Bares weiter geben wollten, vor ihrem Abschluss unterbunden. Dieses Mal aber schlüpfte das Angebot anscheinend unter den Sicherheitsvorkehrungen durch und konnte zum Ende gebracht werden. Für eBay ist der Verkauf von Seelen irgendwie nicht real genug: "Man muss eine Ware haben, die ein Verkäufer einem Käufer liefern kann", erklärte eBay-Sprecher Kevon Pursglove. Und trotzdem die Auktion im virtuellen Raum stattfindet und nur immaterielle digitale Daten in den Netzen herumhuschen, sind Seelen anscheinend nicht materiell genug.

Angeboten hatte ein Adam Burtle am 1. Februar ein Auktionsangebot: "Kaum benutzte Seele eines 20jährigen Jungen aus Seattle". Mit gerade einmal 5 Cents setzt die Auktion ein. Burtle, der sich angeblich als Atheist versteht, setzte auf das alte Thema der Verführung durch das Böse. Im Austausch gegenüber irgendeinem materiellen oder irdischen Gewinn gibt man seine Seele hin und verfällt so dem Bösen selbst. Da man keine Widerstandskraft mehr hat. Musste früher der Käufer um den beseelten Menschen werben, so suchte der junge Mann aus Seattle nach Käufern des alten Stücks, das im Vergleich zu anderen Bestandteilen des menschlichen Körpers höchstens noch metaphorischen Wert besitzt.

Bis auf 400 Dollar steigerten sich nach der [extern] Seattle Times die Gebote. Burtle hatte zu einem Bild von sich, auf dem er ein T-Shirt mit dem Aufdruck "I'm with stupid" trug, zum Angebot gepostet und zur Beschreibung seines Angebots noch Folgendes geschrieben: "Bitte berücksichtigen Sie, dass ich keine Garantien für den Zustand der Seele gebe. Augenblicklich ist sie in einem fast tadellosen Zustand und weist nur ein paar kleine Kratzer auf ..." Burtle hatte auch gleich kaufwillige Interessent vertröstet, was die Übergabe der immateriellen Ware anbelangt. Aufgrund der Schwierigkeiten, die Seele zu entfernen, müsse der Gewinner der Auktion sich entweder mit einem gemeinsamen thailändischen oder indischen Abendessen zufrieden geben oder warten, bis er gestorben sei.

Höchstbietende war eine Frau, die aber bislang in die Annalen von eBay noch nicht als Käuferin eingegangen ist. Vielleicht hat ja Burtle selbst oder eine Freundin das Kaufangebot gemacht, damit die Geschichte rund wird. Pursglove von eBay meinte jedenfalls, dass man jetzt nach Abschluss der Auktion nichts mehr gegen die weiteren Transaktionen zwischen Käufer und Verkäufer machen könne. Verboten ist die Versteigerung von Seelen, die nicht einmal in Form von digitalen Daten getauscht werden können, also auch für Napster und Co. nicht wirklich attraktiv wären, jedenfalls nicht, möglicherweise finden das manche anstößig oder gegen die guten Sitten verstoßend. Verboten sind mittlerweile eine ganze Menge von Dingen, angefangen von Körperteilen über Waffen, Drogen, Alkohol oder Zigaretten bis hin zu Decodern, Überwachungsgeräten oder Tieren.
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Für Burtle ist die Auktion, inklusive der möglichen moralischen Regelverletzung, ein Spaß gewesen, an dem er immerhin 400 Dollar verdient hat, wenn denn die Verkäuferin das Spiel auch im wirklichen Leben weiter führt. "Mir war nur langweilig, und ich bin ein Geek. Immer wenn es mir langweilig ist, geht ich ins Internet."
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