EMW und BMW R 35 - Gemeinsamkeiten und Unterschiede

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EMW und BMW R 35 - Gemeinsamkeiten und Unterschiede

EMW und BMW R 35 sind zwei deutsche Motorräder, die gleichzeitig als Zeitzeugen für die Trennung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg angesehen werden können. Beide Motorräder sind aufgrund der besonderen Geschichte der Eisenacher Motoren Werke weitgehend baugleich.

 

Gemeinsamkeiten sind nicht zufällig – die Geschichte der Eisenacher Motorenwerke

Wenn Sie heute nach dem besonderen Oldtimer suchen, dessen Geschichte eng mit der Trennung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg verbunden ist, stoßen Sie unweigerlich auf die von BMW und EMW gleichermaßen gebaute R 35. Sie werden feststellen, dass sich viele dieser Motorräder auf den ersten Blick nur durch das Markenschild unterscheiden. Diese Gemeinsamkeit ist nicht zufällig, denn das in den Anfangsjahren der DDR in Eisenacher Motorenwerk umbenannte Fahrzeugwerk ist bis zum Zweiten Weltkrieg ein BMW-Werk, in das während des Zweiten Weltkriegs die Motorradproduktion verlagert wird. Dort werden die Motorräder nach dem Krieg und der Gründung der DDR weiterhin in ihrer ursprünglichen Konstruktion unter dem Namen BMW R 35 hergestellt. Erst als das Landgericht Düsseldorf 1950 die Verwendung des Namens BMW für die in Eisenach produzierten Motorräder untersagt, erhalten diese den Namen EMW R 35.

 

EMW und BMW R 35 – ein traditionsreiches, robustes Motorrad

Die BMW R 35 wird seit 1937 zunächst in München und später in Eisenach produziert. Aufgrund seiner besonderen Robustheit findet das Motorrad bevorzugt Einsatz als Polizei- und Behördenfahrzeug sowie für militärische Zwecke. Der Motor mit dem Einzylinder-Viertaktmotor und einem Hubraum von 340 ccm erzeugt eine Leistung von 14 PS. Sein Ruf eilt dem Motorrad auch international voraus, sodass die sowjetischen Besatzungskräfte am Ende des Zweiten Weltkriegs starkes Interesse an dieser Motorradtechnik zeigen. Da noch vor der Zerstörung des Eisenacher BMW-Werkes große Teilebestände für die Herstellung von etwa tausend Motorrädern des Typs R 35 gesichert werden können, plant die Sowjetunion die Fertigstellung der Motorräder zur Übernahme im Rahmen der deutschen Reparationsleistungen. Dadurch kommt es ab 1945 zur Herstellung weiterer BMW R 35 mit dem originalen BMW-Markenzeichen.

 

Die Unterschiede sind geringfügig – die R 35 im Detail

Da für den Bau der Motorräder keine ursprünglichen Rahmen verfügbar sind, erhalten die ersten ab 1945 produzierten Modelle neue Rahmen, deren Konstruktion sich nicht von den ursprünglichen unterscheidet. Nachdem die vorhandenen Bauteile aufgebraucht sind, produziert das Eisenacher Motorenwerk das Modell BMW R 35 bis zur Umbenennung in EMW R 35 im Jahr 1951 vollständig aus neu hergestellten Bauteilen. Ab dem Baujahr 1951 trägt das Motorrad lediglich das neue Firmenemblem und ist ansonsten weiterhin baugleich. Erst ab dem Baujahr 1952 unterscheidet sich die EMW R 35 durch den Einbau einer hydraulisch gedämpften Teleskopgabel mit Schutzrohr und einer Fußschaltung deutlich von dem Ursprungsmodell. Mit einer Verlängerung und Verstärkung des Rahmens, einer Geradeweg-Hinterradfederung und einem neuen Kardangehäuse erfährt die EMW R 35 ab 1953 eine weitere Modifikation. Das Motorrad erhält einen Luftfilter und eine neue Sattelfederung. Darüber hinaus werden die Bedienteile am Lenker, die Auspuffanlage, die Kotflügel und die Rücklichter verändert. In dieser Form baut EMW die R 35 bis zur endgültigen Modelleinstellung im Jahr 1955.

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