E-Segler Kyosho Stratus 2000S - Flugspaß mit 2 Seiten

Aufrufe 5 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war

Kyosho bewirbt seinen Elektrosegler Stratus 2000 S im Ready-to-fly-Set als einsteiger-/anfängerfreundlich, er sei leicht zu fliegen und ideal, um den Umgang mit einer 3-Kanal-Fernsteuerung zu erlernen. Und, man lese und staune, all das trifft zu!

Nachdem ich einige Erfahrung mit den "Absolut-Beginners"-Modellen vvon Silverlit (siehe meinen Testbericht) gesammelt hatte, habe ich das eingangs genannte Modell für 110,- Euro erwórben. Die Preisspanne für diesen Flieger ist seltsamerweise enorm, man bekommt ihn für unter 110,- Euro, uahlt aber auch gut und ungerne bis zu 179,- Euro für ein und das selbe Modell. Der Hersteller selbst (Kyosho.de) verlangt gar 239,- Euro. Also aufpassen, hier lässt sich Geld sparen - oder eben zum Fenster hinauswerfen! 

Das Ready-to-fly-Set beinhaltet alles, was man für den Flieger braucht - inklusive einer 35-MHz-Fernsteuerung (Perfex) mit großer Reichweite (lt. Hersteller 800 m). Das Modell ist bereits voll bestückt mit Empfänger, zwei Servos, den Leitwerks-Ansteuerungen und einem wirklich mehr als ausreichend starken 550er Bürstenmotor. Akku und ein Peak-Ladegerät für den Auto-Zigarettenanzünder sind auch dabei, ein Lader für das 220-Volt-Netz fehlt allerdings. Das Montieren der Tragflächen und Leitwerke dürfte dank ausführlicher Beschreibung auch für Anfänger kein Problem darstellen. Ich brauchte eine halbe Stunde dafür.

Die Spannung vor dem ersten Start weicht sehr bald der Freude, wenn der gutmütige Flieger mit einem leichten Schubs die Hand verlassen hat und sofort zügig auf Höhe geht. Die Fernsteuerung reagiert sanft, aber spontan, die relativ (!) geringe Geschwindigkeit des E-Segler lässt dem Piloten genügend Zeit, eventuelle Steuerungsfehler zu korrigieren. Einmal auf Höhe gebracht, kann man das Flugzeug ohne Schub auch bei geringer Thermik entspannt minutenlang kreisen lassen. Der Stratus verträgt dabei durchaus etwas Wind, aber ein Einsteiger sollte man besser erst einmal Windstille abwarten, um stressfrei üben zu können.

Der 1800 mAh-Akku schafft einige Steigflüge, so dass man mit einer Ladung ohne Weiteres eine halbe Stunde und länger seinen Flugspaß haben kann. Sollte die anschließende Landung mal nicht ganz so sanft gelingen, wie sich das der Pilot vorgestellt hat - kein Problem, Rumpf und Tragflächen sind robust und stecken schon mal was weg.

Womit ich zur in der Überschrift erwähnten, zweiten Seite des Modells, besser gesagt von Kyosho komme. Nach nur wenigen Flügen gab eines der beiden Servos den Geist auf! Ein defektes Servo? Kein großes Problem, sollte man meinen, vor allem kein Teueres. Nur passt in den Empfänger nicht jedes x-bliebe Servo, sondern dank seiner 5 Kontakte (anstatt der üblichen 3) nur das, vermutlich speziell für den Stratus hergestellte, Empfänger-Servo-Set. Auf Anfrage wurde mir von Kyosho mitgeteilt, dass es dieses Servo nicht einzeln, sondern nur im Set von zwei Stück in Verbindung mit einem Empfänger für unverschämte 99,- Euro gibt! Ein defektes Servo bedeutet also beim Stratus annähernd wirtschaftlichen Totalschaden! Das ist mehr als ärgerlich.

Zugegeben, auf den Flieger ist noch Garantie (soweit dies als Garantiefall anerkannt wird), deshalb werde ihn an den Händler zurück schicken. Aber schließlich kauft man so ein Flugzeug, um es in seiner wertvollen Freizeit fliegen lassen zu können und nicht, um es auf dem Postweg hin- und herzuschicken.

Schade! Trotz der anfänglichen Begeisterung für dieses Modell werde ich die Firma Kyosho zukünftig meiden. Natürlich bleibt es jedem selbst überlassen, welchen Hersteller er wählt, vielleicht hatte ich ja nur Pech. Aber an der Qualität der verwendeten Komponenten darf gezweifelt werden.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden