Dunkelkammerbeleuchtung leicht gemacht – ein Leitfaden für das private Fotolabor zu Hause

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Dunkelkammerbeleuchtung leicht gemacht – ein Leitfaden für das private Fotolabor zu Hause

Wenn Sie mit einer analogen Kamera fotografieren, dann gehört neben ansprechenden Aufnahmen, in die Sie sicher viel Mühe stecken, auch eine hochwertige Entwicklung der Fotografien. Dafür stehen sehr viele, sehr gute Fotolabore zur Verfügung. Dennoch begeistert viele Hobbyfotografen die eigene Entwicklung der Fotos. Auch lassen sich dabei viele Effekte erzielen, die keine Bildbearbeitungssoftware leisten kann. Eine eigene Dunkelkammer einzurichten, um sich in der Entwicklung der eigenen Aufnahmen zu probieren, ist viel leichter und auch mit deutlich geringeren Kosten verbunden, als man zunächst meint.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie sich Ihre ganz persönliche Dunkelkammer im eigenen Heim einrichten können. Vor allem erfahren Sie etwas über die notwendige Beleuchtung dieses Entwicklungsraums und wie Sie Ihre Dunkelkammer in wenigen Handgriffen aufbauen (und wieder abbauen) können.

Welchen Zweck hat eine Dunkelkammer

In einer Dunkelkammer entwickelt der Fotograf die belichteten Filme und stellt aus diesen Filmpositiven Bildabzüge her. Die Bilder können dabei in unterschiedlichen Größen auf Papier gebracht werden.

Eine Dunkelkammer darf nicht mit einem vollkommen schwarzen Raum verwechselt werden. Es geht in diesem Raum darum, Licht bewusst zu kontrollieren. Sie verwenden entsprechend der Lichtart Emulsionen, die eine Reaktion erzeugen, da das Licht eine bestimmte Wellenlänge hat, auf die diese Emulsionen reagieren. Ungewollt einfallendes Licht, das als Streulicht aus einem Lichtleck bezeichnet wird, ist jedoch ungewollt und wird in der Dunkelkammer zu vermeiden versucht.

Anforderungen an die Räumlichkeiten für eine Dunkelkammer

Zunächst vorab: Um eine Dunkelkammer einzurichten, benötigen Sie keinen separaten Raum, der sonst nicht anderweitig genutzt würde. Ideal geeignet ist beispielsweise ein Bad. Falls es sich um ein innenliegendes Bad, also einen Raum ohne Fenster, handelt, ist das perfekt. Doch auch alle anderen Räume, die sich sehr gut abdunkeln lassen, sind für die Einrichtung einer Dunkelkammer geeignet.

Der Raum sollte in jedem Fall so groß sein, dass sich die benötigten Utensilien zur Filmentwicklung und zum Anfertigen der Abzüge und Vergrößerungen unterbringen lassen. Doch keine Sorge, das ist auch in kleinen Räumen möglich, es genügt beispielsweise in einem kleinen Bad der Platz auf der Waschmaschine, wenn noch zusätzlich eine Möglichkeit zum Aufhängen der Bilder besteht. Zwar müssen Sie in diesem Fall nach der Arbeit in der Dunkelkammer Ihre Utensilien woanders unterbringen, aber das schränkt zunächst die fotografische Arbeit beim Entwickeln nicht ein.

Achten Sie auf ausreichende Belüftung

Dennoch muss gewährleistet sein, dass der Raum ausreichend gut belüftet ist. Gerade bei einem Bad ohne Fenster sollten Sie Wert auf einen guten Abzug, am besten einen elektronischen legen: Sie arbeiten in der Dunkelkammer oft über mehrere Stunden hinweg und sind damit den Dämpfen von Chemikalien aus den Entwicklerflüssigkeiten ausgesetzt. Ist der Raum nicht hinreichend belüftet, kommt es schnell zu Atemnot, Schwindel oder sogar Ohnmachtsanfällen.

Falls Sie die Dunkelkammer nicht im Bad einrichten, muss der Raum so beschaffen sein, dass Sie Zugang zu Wasser und Strom haben, denn das wird für die Entwicklung von Film und Foto benötigt.

Diese Sachen benötigen Sie für die Entwicklung von Filmen und Abzügen

Egal, wie Sie entwickeln – Sie benötigen in jedem Fall verschiedene Fotopapiere in der gewünschten Größe oder sogar in verschiedenen Größen. Zu unterscheiden ist dabei glänzendes und mattes Fotopapier, das je nach Vorliebe ausgewählt werden kann. Außerdem brauchen Sie eine Entwicklungsdose, Mensuren, Trichter, Flaschen mit verschraubbaren Verschlüssen und Schalen. Als Chemikalien zur Entwicklung benötigen Sie zudem Entwicklerflüssigkeit, ein Stoppbad und einen Fixierer. Etwas mehr Raum sollten Sie für das Vergrößerungsgerät einplanen. Unbedingt notwendig ist außerdem eine Zeitschaltuhr, die alternativ auch von einem Kurzzeitwecker ersetzt werden kann. Empfehlenswert sind in jedem Fall Handschuhe, die Ihre Haut vor Verätzungen durch die Chemikalien schützen. Eine gespannte Wäscheleine mit angeklippsten Wäscheklammern ist ebenfalls notwendig.

Bedenken Sie, sofern Sie die Sachen nicht dauerhaft in der Dunkelkammer lagern, dass das Fotopapier sehr lichtempfindlich ist und in jedem Fall unter Ausschluss von Lichteinstrahlung aufbewahrt werden muss. Alle Chemikalien sollten zudem außerhalb der Reichweite von Kindern stehen.

Die richtige Beleuchtung der Dunkelkammer

Die Emulsionen zur Entwicklung der Filme sind unempfindlich gegen rotes Licht. Die Emulsionen, die unempfindlich gegen Rotlicht sind, werden auch als orthochromatisch bezeichnet.

Aus diesem Grund stellt die einzig wahre Beleuchtung für die Dunkelkammer auch eine rote Lampe dar. Geeignet ist dafür eine spezielle Rotlichtlampe. Diese gibt es im Sanitätsbedarf, aber auch beim Elektrohändler: Falls es möglich ist, genügt es, die Glühbirne der Deckenlampe einfach gegen eine rot eingefärbte Glühbirne zu tauschen.

Eine ebenfalls sehr kostengünstige Variante der Dunkelkammerbeleuchtung ist die Nutzung von Fahrradrücklichtern, die auch rot sind. Diese sind in der Regel batteriebetrieben und lassen sich leicht installieren.

Wenn Sie ausschließlich rotes Licht verwenden, dann lässt sich der Entwicklungsstatus der Bilder gut nachvollziehen: In den offenen Entwicklungsschalen sehen Sie, wie sich nach und nach das Bild verändert. Besonders für Einsteiger, die sich erst noch mit dem Entwickeln einüben müssen, ist es gut, dass sofort eingegriffen werden kann, um die Entwicklung abzubrechen oder doch noch etwas länger hinauszuzögern. Ebenso ist es möglich, bestimmte Bildstellen separat zu erwärmen, um die Entwicklung gezielter zu steuern.

Alternativen zum Rotlicht

Eine Alternative zum roten Licht ist übrigens dunkelgrünes oder amberfarbenes Licht als Dunkelkammerbeleuchtung. Auch auf dieses erfolgt keine Reaktion des wertvollen Materials, so dass es bedenkenlos verwendet werden kann. Welches Licht Sie tatsächlich verwenden wollen, hängt davon ab, was Ihnen besser gefällt oder mit welcher Lichtfarbe Sie besser sehen können.

Fotografische Effekte erzeugen

Für fortgeschrittene Fotoentwickler empfiehlt sich zudem eine Hauptbeleuchtung, die zugeschaltet werden kann. Dieses Fremdlicht kann die normale und reguläre Beleuchtung des Raumes sein, die kontrolliert auf das in Entwicklung befindliche Bild zugeschaltet wird, um bestimmte fotografische Effekte zu erzeugen. Mithilfe verschieden starker Leuchten mit unterschiedlicher Lumenleistung lassen sich auf diese Weise ganz verschiedene Wirkungen erzielen, von der Pseudo-Solarisation bis hin zum dezenten Lichtstrahl.

Die Entwicklung des Films in der Dunkelkammer

Für die Entwicklung des Films in der Filmentwicklungsdose benötigen Sie ein normales Raumlicht. Um den Film in die Dose zu bringen, muss allerdings absolute Dunkelheit herrschen. Auch gegen rotes Licht ist der Film extrem empfindlich. Der Film muss im Dunkeln aus der Filmdose gezogen, am Ende abgeschnitten und dann vorsichtig in die Filmspirale der Entwicklungsdose aufgerollt werden. Erst, wenn die Entwicklungsdose verschlossen ist, darf das Licht angeschaltet werden.

Es empfiehlt sich, beim Einstieg in das Hobby der Filmentwicklung diese Handgriffe an einem alten Film einzuüben, und zwar im Hellen. Zum Einüben sollte gehören, dass Sie alle benötigten Arbeitsmaterialien wie etwa Schere, Spirale, Deckel und Entwicklungsdose immer an ein und derselben Stelle ablegen, so dass Sie sie auch im Dunkeln finden können.

Die Entwicklungschemikalien müssen erst noch angemischt werden, was genau nach den Angaben der Hersteller passieren muss. Vor allem ist es wichtig, dass Sie die korrekte Temperatur der Chemikalien beachten. In der Dunkelkammer sollten dazu 22 Grad herrschen, damit das überhaupt gewährleistet sein kann.

Entwickeln und stabilisieren

Ist der Entwickler entsprechend den Angaben der Packung angerührt, wird er in die Filmentwicklungsdose gekippt. Schauen Sie auf die Uhr oder ziehen Sie die Zeitschaltuhr beziehungsweise den Kurzzeitwecker auf. Wie lange die Entwicklerflüssigkeit wirken muss, ist abhängig vom Film, der Temperatur und der Art der Chemikalie. Aus diesem Grund können an dieser Stelle dafür keine Empfehlungen ausgesprochen werden, Sie müssen sich unbedingt an die Anleitung auf der Packung beziehungsweise dem Beipackzettel halten. Während der Entwicklungszeit muss der Film in der Entwicklerdose beständig bewegt werden. Aus diesem Grund befindet sich an der Seite eine Kurbel, an der gedreht wird, damit sich die Entwicklerchemikalie überall auf dem Filmmaterial verteilt. Nach Ablaufen der vorgegebenen Zeit wird der Entwickler ausgekippt. Schütten Sie daraufhin sofort das Stoppbad hinein, um umgehend die Entwicklung des Filmes zu beenden. Zur Stabilisierung des Films folgt auf diesen Schritt der Fixierer.

Wässern und trocknen

Nach dieser „Behandlung" muss der entwickelte Film ausreichend gewässert werden. Dieser Schritt sollte sehr ernst genommen werden. Wird der Film nicht ausreichend gewässert, ist das Bildmaterial nicht lange haltbar; schon nach kurzer Zeit bilden sich Flecken oder der Film verfärbt sich schwarz, spätere Bildabzüge sind dann nicht mehr möglich. Nach dem Wässern können Sie etwas Netzmittel auf den Film geben, damit das Wasser besser abtropft. Der Film sollte anschließend zum Trocknen aufgehängt werden.

Für den Arbeitsschritt der Filmentwicklung sollten Sie etwa eine halbe Stunde einplanen. Je nach Filmmaterial und Chemikalie kann das aber auch einige Minuten länger dauern.

Abzüge und Vergrößerungen herstellen

Der Arbeitsschritt des Erstellens von Vergrößerungen und Abzügen kann direkt im Anschluss an die Filmentwicklung erfolgen. Genauso ist es aber möglich, diesen Schritt auch später durchzuführen.

Zunächst müssen die Chemikalienbäder angerührt und auf die Entwicklungsschalten verteilt werden. Die Entwicklungsschalen müssen entsprechend der Papiergröße gewählt werden, so dass das Fotopapier in der Schale ohne Knicke flach liegen kann.

Der Film wird in die Filmbühne des Vergrößerers eingelegt, darunter das Fotopapier. Orientieren Sie sich für die Belichtungszeit des Fotopapiers an den Angaben in der Packung. Diese Zeit wird mit Hilfe der Blendenöffnung am Vergrößerer berücksichtigt. Achten Sie darauf, dass das Bild scharf auf das Papier projiziert wird; gegebenenfalls ändern Sie die Schärfeneinstellung am Drehrad des Objektivs.

Anschließend wird das Papier in die Entwicklerschale gelegt; darauf folgt das Stoppbad; anschließend das Fixierbad und zum Abschluss muss das Fotopapier gut gewässert werden, bis es sich vollgesaugt hat. So darf es zum Trocknen auf die Wäscheleine.

Es bedarf einiger Übung, bis das Bild so ist, wie es sein soll – aber die Mühe lohnt sich.

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