Dummheit

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Mit seinem bekannten Ausspruch „Ich weiß, dass ich nichts weiß,“ bringt Sokrates das letztendliche „Nicht-Wissen/Können“ des Menschen auf den Punkt und weist zugleich darauf hin, das „Dummheit“ eine Eigenschaft ist, die letztlich allen Menschen zu eigen sein kann.

Trotzdem blieb das Verlachen der Dummheit, wie auch das der dummen Menschen, zu aller Zeit ein beliebter Topos in der Geschichte von Kunst und Literatur wie auch der Alltagskultur. Als Paradebeispiel sei hier das Buch von den Schildbürgern angeführt, in dem die Geschichte an sich weiser Menschen beschrieben wird, die sich dumm stellen, wodurch ihnen die Dummheit am Ende zur zweiten Natur wird. Auch Erasmus von Rotterdam (im Buch vom Lob der Torheit) und Sebastian Brant (im Narrenschiff) knüpften an diese Tradition der Narrenliteratur an, die ihre Vorbilder auch in christlichen Stoffen fand, in denen etwa der Sündenfall Adams und Evas als „Ur-Torheit“ des Menschen und hiermit die Dummheit am abschreckenden Exempel darstellt wird.

Die Denker der Aufklärung, welche in sinnfreien, überkommenen Ritualen und Denkweisen die Dummheit am Werk sahen, bemühten sich, ihr die Vernunft als Tugend entgegenzustellen. Damit einher ging die Förderung der Massenbildung, die dafür sorgen sollte, das allgemeine Intelligenzniveau anzuheben. Kritik am „reinen Bücherwissen“ kam allerdings bald auf. Dessen Auswüchse wurden selbst von Denkern wiederum als Dummheit satirisch und kritisch auf`s Korn genommen. So lässt Goethe seinen Faust in sokratischer Manier trotz seines angesammelten Wissens, erworben in einem jahrelangem Studium, nur zu der Erkenntnis kommen: „Da steh' ich nun, ich armer Tor! Und bin so klug als wie zuvor.“

Eine Weisheit besagt, dass das Leben des Menschen ein Prozess ist, der über das Sammeln immer größeren auch enzyklopädischen Wissens zur Selbsterkenntnis und schließlich über die Grenzen eben jenes Wissens hinweg führt. Beispielsweise wird im Buddhismus betont, dass eine einseitige Orientierung auf Sachwissen und Abstraktion der Erlangung von Weisheit und Erkenntnis im Wege steht.

Während viele Autoren die Dummheit als Teil der conditio humana sehen, sind andere der Ansicht, dass diese durchaus historisch konkret bestimmbare Ursachen hat und systematisch z. B. durch das Schulsystem produziert wird (Huisken 2005). Zu einer ähnlichen Auffassung kommt auch der Tiefenpsychologe Josef Rattner, der die Dummheit für die gefährlichste menschliche „Krankheit“ hält und in seinem Buch Homo insipiens oder der dumme Mensch dazu aufruft, alle an Fortschritt und Freiheit interessierten Wissenschaftler mögen sich an einer „universellen Dummheitsforschung“ beteiligen.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Dummheit
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