Drucker zentral verwalten – der Druckserver

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Drucker zentral verwalten – der Druckserver

Die Verfügbarkeit von mehr als einem PC ist in den meisten Haushalten inzwischen Standard. Für jeden Rechner jedoch einen eigenen Drucker anzuschaffen, ist nicht zuletzt auch eine Kostenfrage. Außerdem ist nicht überall genügend Stellfläche für ein zusätzliches Peripheriegerät vorhanden.

Es ist also günstiger, wenn sich mehrere Computer und Notebooks einen Drucker teilen können. Dafür muss aber ein internes Netzwerk vorhanden sein, über das sich alle Rechner den Zugang zum Internet teilen.

Hat der vorhandene Drucker einen eigenen Netzwerkanschluss, gibt es keine Probleme. Das Netzwerkkabel wird zwischen Router und Drucker angeschlossen und der Drucker im Netz für alle Anwender freigegeben.

Günstige Druckermodelle haben diesen Anschluss aber häufig nicht. Trotzdem gibt es eine preiswerte Lösung, Drucker ohne Netzwerkanschluss für alle Benutzer zugänglich zu machen. Sogenannte Druck- beziehungsweise Printserver sind in der Lage, die dazu notwendige Brücke zu bauen.

Ein Drucker für zwei oder mehr Computer

Im Grunde ist ein Druckserver nichts weiter als ein kleiner Computer mit einer Netzwerkschnittstelle. Seine einzige Aufgabe besteht darin, Daten aus dem Netzwerk zu verwalten und dann an den Drucker weiterzuleiten.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, auch ohne einen netzwerkfähigen Drucker den einzelnen Computern Zugang zur Druckausgabe zu ermöglichen.

  • Sie verwenden einen alten ausrangierten PC als Druckserver.
  • Bei nur zwei Computern kann man mit unterschiedlichen Zugängen arbeiten (USB- und Parallelport)
  • Sie kaufen einen Druckserver, der die Druckerverwaltung übernimmt.

Die PC-Variante hat Vor- und Nachteile

Der erste Vorteil ist natürlich, dass keine Anschaffungskosten entstehen. Selbst Computer älterer Bauart lassen sich als Druckserver einrichten. Da sich im PC ein eigener Arbeitsspeicher sowie eine Festplatte befinden, können Druckaufträge von mehreren Computern gleichzeitig entgegengenommen und abgearbeitet werden. Damit sind Ausdrucke in einer kurzen Zeitspanne möglich, und die Arbeit am eigenen PC wird nicht beeinträchtigt.

Aber – wo Licht ist, ist auch Schatten. Der PC, der als Druckerserver arbeitet, muss ständig eingeschaltet sein, damit jederzeit Zugriff auf den Drucker besteht. Das verursacht hohe Stromkosten. Außerdem entsteht zusätzlich eine weitere Lärmquelle durch den Lüfter beziehungsweise die Festplattengeräusche.

Soll an dem Computer, der als Druckserver dient, gleichzeitig auch gearbeitet werden, kann es zu längeren Wartezeiten sowohl für den Benutzer des PCs als auch bei den von anderen Netzwerkteilnehmern erteilten Druckaufträgen kommen.

Zwei Computer können sich einen Drucker teilen

Wenn der vorhandene Drucker sowohl über eine USB-Schnittstelle als auch über einen parallelen Port verfügt, können sich zwei Computer einen Drucker teilen. In diesem Fall wird ein Computer über den USB-Port, der andere über die parallele Schnittstelle mit dem Drucker fest verbunden.

Nachteilig ist hier jedoch, dass die Entfernung sowohl zwischen den beiden Computern als auch die zum Drucker nicht zu groß sein darf. Die Kabel sollten eine Länge von fünf Metern nicht überschreiten. Ansonsten könnte es Probleme bei der Übertragung der Druckdaten geben. Außerdem kann hier nur nacheinander gedruckt werden und nicht gleichzeitig.

Flexibel und elegant – der separate Druckserver

Um allen an das Netzwerk angeschlossenen PCs einen Drucker zugänglich zu machen, ist ein externer Druckserver immer noch die eleganteste Lösung. Hier kann jeder Netzwerkteilnehmer auf den Drucker zugreifen, ohne dass ein weiterer PC in Betrieb sein muss. Das reduziert unter Umständen die Stromkosten erheblich.

Außerdem gibt es keinerlei Beschränkungen hinsichtlich der Entfernung zwischen den einzelnen Computern und dem Drucker. Sie können also den Drucker dort unterbringen, wo er für alle gleichermaßen gut erreichbar ist, aber nicht störend wirkt.

Kauftipp: Einfache Druckserver können nur jeweils einen Druckauftrag annehmen und abarbeiten. Wenn Sie gleichzeitig von mehreren Computern aus drucken möchten, sollten Sie auf ein Gerät zurückgreifen, das über einen Zwischenspeicher verfügt. Diese Printserver sind zwar etwas teurer, erhöhen aber die Flexibilität innerhalb des gesamten Netzwerkes.

Wichtiger Hinweis: Nicht jeder Drucker ist geeignet, um mit einem Druckserver betrieben zu werden. Informationen dazu finden Sie im Handbuch Ihres Druckers oder auf der Webseite des Druckerherstellers.

Intern oder extern – welche Lösung ist besser?

Druckserver können Sie auch als interne Erweiterung für Ihren Drucker kaufen. Das funktioniert allerdings nur, wenn das Gerät einen passenden Einbauschacht hat. Diese findet man häufig nur bei hochwertigen Druckern, die dann auch über einen Netzwerkanschluss verfügen. Da damit der Drucker direkt an das Netzwerk angeschlossen werden kann, sind interne Lösungen eher selten verbreitet. Vorteile bieten interne Druckserver jedoch hinsichtlich des Platzbedarfs, der Verkabelung und des Energieverbrauchs. Mit Strom werden sie über den Drucker versorgt, es muss kein weiteres Gerät aufgestellt und verkabelt werden.

Der größte Nachteil von internen Druckservern besteht aber darin, dass sie in der Regel nur für bestimmte Druckermodelle verwendet werden können. Wenn Sie einen neuen Drucker anschaffen, sind Sie entweder auf bestimmte Geräte eingeschränkt – oder Sie können den Printserver nicht mehr verwenden.

Ein externer Druckserver hingegen lässt sich an die meisten der handelsüblichen Drucker anschließen. Allerdings sollte der Drucker über eine USB-Schnittstelle verfügen, da dies zum Anschlussstandard gehört. Damit große Druckaufträge lückenlos verarbeitet werden können, sollte es sich mindestens um einen USB-2.0-Port handeln.

Kauftipp: Wenn Sie einen Druckserver an einem älteren Drucker verwenden möchten, muss der Druckserver über einen seriellen oder parallelen Anschluss verfügen. Im Handbuch des Gerätes finden Sie die entsprechenden Angaben. Ersatzweise können Sie auf der Herstellerwebseite die Technischen Datenblätter einsehen.

Druckserver verfügen generell über einen Netzwerkanschluss. Dieser kann sowohl in einer Antenne für ein kabelloses als auch in einem Ethernet-Steckplatz für ein kabelgebundenes Netzwerk bestehen. Über diese Anschlüsse kann der Drucker mit dem Router oder einem Switch kommunizieren.

Hinweis: Einen Switch können Sie betrachten wie eine Mehrfachsteckdose. Darüber wird unterschiedlichen Peripheriegeräten der Zugang zum Netzwerk über nur einen Anschluss am Router ermöglicht.

Einige Printserver verfügen über einen integrierten Switch. Dann können sie zum Beispiel auch als Verteiler für andere Geräte und nicht nur zum Drucken verwendet werden.

Der Router als Druckserver

Moderne Router haben oft einen integrierten Druckserver. Das ist praktisch, weil es das Aufstellen eines zusätzlichen Printservers überflüssig macht. Hier ist es allerdings zwingend erforderlich, dass der Drucker in der Nähe des Routers aufgestellt wird. Anderenfalls müsste ein Kabel verlegt werden.

Tipp: Ethernet-Kabel dürfen bis zu 100 Meter lang sein. Es empfiehlt sich allerdings, nur kürzere Strecken über ein Netzwerkkabel zu überbrücken. Bei weiter auseinander stehenden Geräten könnte die WLAN-Lösung eine Alternative darstellen. Hier ist eine Verkabelung von Drucker und Router nicht notwendig, weil sie per Funk miteinander kommunizieren. Sollte die Signalstärke nicht ausreichen, kann ein WLAN-Repeater, der einfach in die Steckdose gesteckt wird, das Problem lösen.

Eine eigene IP-Nummer für den Druckserver

Unabhängig davon, wie ein Druckserver angeschlossen wird, er benötigt eine eigene IP-Adresse. Diese wird automatisch vom Router vergeben.

Achtung: Sollten Sie den Nummernbereich selbst auf die bisher angeschlossenen Geräte beschränkt haben, müssen Sie für den Druckserver eine zusätzliche IP-Adresse freigeben. Ist keine Einschränkung vorhanden, wählt der Router die IP-Adresse aus dem großen Pool aus, denn Druckserver benötigen eine feste Adressierung.

Kabel oder WLAN – Pro und Kontra beim Druckserver

Wer schon ein kabelloses Computernetzwerk eingerichtet hat, kann auch beim Druckserver zur WLAN-Variante greifen. Das macht das Aufstellen relativ unkompliziert. Der Printserver passt sich dabei der Übertragungsgeschwindigkeit im Netzwerk automatisch an. Damit auch große Dateien störungsfrei in angemessener Geschwindigkeit übertragen werden, sollte der Druckserver mindestens nach dem g-Standard (IEEE 802.11 g) arbeiten. Hochwertige Printserver arbeiten nach n-Standard und sind um das Zehnfache schneller. Diese Schnelligkeit kann aber nur genutzt werden, wenn sie von allen am Netzwerk beteiligten Geräten unterstützt wird. Ansonsten verpufft dieser Vorteil, und es wird der kleinste gemeinsame Nenner für die Geschwindigkeit gewählt.

Hinweis: Die optimale Geschwindigkeit bei der Datenübertragung kann nur dann erreicht werden, wenn es beim Empfang keine Hindernisse gibt. Mit zunehmender Entfernung zwischen Drucker und Druckserver sinkt in der Regel das Datentransfervolumen.

Um eine möglichst hohe Reichweite zu garantieren, verfügen einige kabellose Printserver über einen zusätzlichen integrierten Accesspoint. Einen solchen Accesspoint können Sie aber auch als externes Gerät zusätzlich einsetzen und so zu einer Vergrößerung des Empfangsradius im Netzwerk beitragen.

Ein kabelgebundener Druckserver arbeitet wesentlich schneller. Die Distanz zwischen den Geräten spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Außerdem sind die Daten selbst in einem kabelgebundenen Netzwerk deutlich besser gegen Zugriffe unbefugter Dritter geschützt.

Interessant sind hier Kombigeräte, die beide Anschlussarten unterstützen. So kann man sich jederzeit entscheiden, ob der Druckserver kabellos oder mithilfe einer festen Verkabelung zum Router arbeiten soll.

Achtung: Kombigeräte verlangen gelegentlich danach, eine zusätzliche drahtlose Netzwerkkarte zu installieren, damit die WLAN-Nutzung des Druckservers möglich ist. Diese Erweiterungskarte gehört nicht zum normalen Lieferumfang und muss gesondert angeschafft werden. Wenn Sie sich für so einen Druckserver entscheiden, prüfen Sie gleich, ob Zusatzausstattungen vonnöten sind. Das Bedienungshandbuch, aber auch die zusätzlichen Informationen auf der Herstellerwebseite, sollten darüber Aufschluss geben.

Die Konfiguration des Druckservers ist kein Problem

In der Regel gehört die Software, die zur Konfiguration notwendig ist, zum Lieferumfang eines Druckservers. Dadurch steht dem Anwender ein Software-Assistent zur Verfügung, der den gesamten Installations- und Konfigurationsvorgang begleitet und die notwendigen Schritte vorgibt.

Anschließend muss auf jedem PC, der am Netzwerk beteiligt ist, der Drucker als Netzwerkdrucker eingerichtet werden. Das ist die Voraussetzung dafür, dass alle Netzwerkteilnehmer auch tatsächlich den Drucker ansprechen können.

Bei hochwertigen Geräten kann die Konfiguration auch über ein Webinterface erfolgen. In diesem Fall ist üblicherweise für die einzelnen PCs eine sogenannte Client-Software notwendig. Deshalb findet man diese Printserver auch überwiegend im gewerblichen Bereich.

Ein letzter Hinweis: Nicht alle Druckserver kommen mit allen Betriebssystemen zurecht. Achten Sie hier unbedingt auf die notwendige Kompatibilität. Sie finden die Angaben dazu in den Technischen Datenblättern der Printserver auf den jeweiligen Herstellerwebseiten.

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