Dolby Surround Anlagen: Heimkino auf höchstem Niveau

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Dolby Surround Anlagen: Heimkino auf höchstem Niveau

Donnergrollen, ein heranfahrendes Auto bremst mit quietschenden Reifen, die Pferde-Herde galoppiert davon – im Kino sind wir mittendrin statt nur dabei. Der Grund sind ausgefeilte Surruond Sound Anlagen. Mit dröhnenden Bässen und abwechslungsreichen Höhen geben Sie uns das täuschend echte Gefühl, nicht in einem Kinosessel zu sitzen, sondern mitten im Geschehen zu stehen.

Dieses Gefühl möchten Sie in den eigenen vier Wänden auch erleben? Dolby Surround Anlagen für den Heimkinobereich bringen Ihnen den Kino-Effekt direkt ins Wohnzimmer. Doch wie funktioniert Dolby Surround?  Und worauf sollte ich beim Kauf eines Dolby Surround Systems achten? Was ändert sich bei seinem Nachfolger Dolby Digital? Dieser Ratgeber soll diese und weitere Fragen beantworten. Mit unseren Tipps können wir Ihnen die Entscheidung zur passenden Surround Anlage für Ihr Heimkino erleichtern.

Mittendrin im Filmgeschehen: Dreidimensionaler Dolby Surround Sound macht es möglich

Dolby Surround ist von der Firma Dolby entwickeltes, analoges Mehrtonsystem, das im Heimbereich für mehr Raumklang und einen realistischeren Sound sorgt. Das funktioniert so: Beim Dolby Surround wird der Ton um den Zuschauer herum auf verschiedene Surround Lautsprecher verteilt. Der Zuschauer hat durch dieses Klangerlebnis den Eindruck, mitten in der Handlung des Filmes zu sitzen.

Durch die zunehmende Digitalisierung hat Dolby Surround von seinem Nachfolger Dolby Digital im Heimbereich große Konkurrenz bekommen. Aufgrund seiner hohen Klangqualität wird Dolby Surround jedoch auch heute noch sehr häufig benutzt.

Der technische Hintergrund: So funktioniert Dolby Surround

Beim Abmischen der Tonspur für Filme wird der Ton in vier Kanäle aufgeteilt. Links und rechts befinden sich die beiden Stereo-Kanäle, wie sie von normalen HI-FI-Anlagen bekannt sind. Diese Kanäle geben Umgebungsgeräusche und die Filmmusik wieder.

Mitte oder Center wird der Kanal genannt, der für die Dialoge zuständig ist. Dieser Kanal ist im Kino hinter der Leinwand zu finden. Beim TV-Gerät wird der Center-Kanal über oder unter dem Fernseher abgestrahlt.

Der Surround- oder Rückkanal wird von den hinteren Lautsprechern wiedergegeben. Dies sind in der Regel zwei, im Kino jedoch oft mehr. Um den Effekt zu verstärken, können diese Lautsprecher seitlich montiert werden. Der Surround-Kanal gibt einen kleinen Teil der Umgebungsgeräusche wieder. Sonst wird er hauptsächlich für Sound-Effekte genutzt. Im Gegensatz zu den anderen Kanälen ist der Surround-Kanal mono.

Diese vier Kanäle werden beim Film von einem Encoder so verschlüsselt, dass sie in zwei Tonspuren auf dem Film zusammengefasst werden können. Das hat folgenden Hintergrund: Im Heimbereich gibt es verschiedene Wiedergabemöglichkeiten für Ton. Mono und Stereo sind dabei auch heute noch am häufigsten vertreten. Diese ein- und zweikanaligen Systeme können zwei Tonspuren ohne Probleme wiedergeben. Auf einem 35 mm Film ist außerdem lediglich Platz für zwei Tonspuren vorhanden. Um also wieder auf die ursprünglichen vier Kanäle zu kommen, benötigt man einen Decoder, der das vorher zusammengeführte Signal wieder aufteilt.

Bei der digitalen Kinotonaufzeichnung wird dieser Schritt unnötig, denn hier stehen unbegrenzt viele Tonspuren zur Verfügung.

Welche Komponenten brauche ich, um den Dolby Surround Sound in mein Wohnzimmer zu bringen?

Um Dolby Surround Sound in Ihrer eigenen Wohnung zu genießen, benötigen Sie zunächst eine geeignete Dolby Surround Tonquelle. Dafür eignet sich der Fernseher (sofern die Filme in Dolby Surround ausgestrahlt werden), ein HI-FI Videorecorder oder ein DVD-Player.

Nun benötigen Sie ein Gerät, um wie oben erklärt, den Surround-Sound zu entschlüsseln. Der Dolby Surround Decoder ist als reiner Decoder oder als Decoder mit integriertem Verstärker erhältlich. Ein reiner Decoder bietet sich dann an, wenn bereits eine komplette Surround-Anlage vorhanden ist, die nur noch aufgewertet werden soll.

Die geeigneten Lautsprecher sind ebenfalls wichtig, um den Surround-Klang genießen zu können. Zwei Lautsprecher für den linken und rechten Kanal sind häufig schon von der heimischen HI-FI-Anlage vorhanden. Der Center oder Mittellautsprecher ist beim Dolby Surround System der wichtigste Lautsprecher. Er wird nahe des Fernsehers platziert, weshalb der Center magnetisch abgeschirmt sein sollte, um das Bild nicht zu stören. Da über den Center die Dialoge wiedergegeben werden, lohnt es sich, auf Qualität zu achten.

Auf den Center sollte nur dann verzichtet werden, wenn man direkt und mittig vor dem Fernseher sitzt. Denn nur dort vermischen sich die Sounds der seitlichen Lautsprecher optimal. Jeder Hörer, der näher einer bestimmten Seite sitzt, wird den näherliegenden Lautsprecher als dominant empfinden und keine große Freude am Klang haben. Erst der Center-Lautsprecher zentriert den Klang wieder, sodass er von allen Stellen des Raumes gut rüberkommt.

Das letzte Element bilden zwei Surround-Lautsprecher, die den hinteren Kanal wiedergeben. Sie werden an der Rückwand oder an den Seiten des Raumes montiert. Diese Boxen können relativ klein ausfallen, da sie keine großen Bassanteile wiedergeben müssen.

Die Weiterentwicklung: Dolby Digital und Dolby 5.1, was steckt dahinter?

Da die meisten Tonspuren mittlerweile digital aufgenommen werden, gewann Dolby Digital als Soundsystem zunehmend an Bedeutung. Anders als bei Dolby Surround unterstützt Dolby Digital nicht nur vier, sondern bis zu sechs Kanäle:

Die ursprünglichen vier Kanäle wurden also um einen weiteren Surround-Kanal und einen besonders tief-frequentigen Subwoofer und erweitert. Der LFE-Kanal deckt im Vergleich zu den anderen Boxen nur rund 10 % des Frequenzumfangs ab. Deshalb wird der Kanal in der Schreibweise Dolby Digital 5.1 nicht als sechstes Element aufgeführt. Er wird durch die Erweiterung „.1“ dargestellt.

Wer ein noch ausgefalleneres Heimkino-Erlebnis möchte, kann mittlerweile sogar zwischen 6.1 oder 7.1 Systemen wählen. Für den Heimbedarf ist dies jedoch nicht immer praktisch. Denn sieben Lautsprecher möchten in einem durchschnittlich großen Wohnzimmer erst mal untergebracht werden.

 Der Hauptunterschied zwischen Dolby Digital und Dolby Surround besteht zum einen natürlich darin, dass bei ersterem kein analoges, sondern ein digitales Signal verarbeitet wird. Im Gegensatz zu Dolby Surround ist Dolby Digital an diese digitalen Programme gebunden. Aus diesem Grund sind alle Dolby Digital Decoder mit einem digital arbeitenden Dolby Surround-Decoder ausgestattet. So können auch ältere, analog aufgenommene Filme abgespielt werden.

Umgekehrt können Dolby Digital-Tonspuren ebenfalls auf der normalen Stereo-Anlage oder dem Dolby Surround System abgespielt werden. Das Dolby Surround System encodiert auch digitale Signalquellen in zwei bzw. vier Kanäle und bietet so den gleichen Komfort und Sound wie bei analogen Quellen.

Auf den 5.1-Sound hingegen muss man bei dieser Variante verzichten. Wer sein Dolby Surround System fit für die Zukunft machen möchte und auf Dolby Digital aufrüsten möchte, kann dies relativ einfach tun. Benötigt werden lediglich die hinzugekommene LFE-Box und ein Dolby Digital Receiver, der an die Anlage angeschlossen werden kann.

Dolby Surround und Dolby Digital: Die Vor und Nachteile beider Systeme

Bei der Betrachtung von Dolby Digital und Dolby Surround stellt sich schnell die Frage: Hat Dolby Digital Dolby Surround ersetzt? Im Alltag mag das stimmen. Denn längst werden die meisten Tonspuren digital aufgezeichnet. Und doch gibt es einige Aspekte, in denen Dolby Surround seinem digitalen Nachfolger überlegen ist. Wir möchten Ihnen im Folgenden einige Vor- und Nachteile von Dolby Digital und Dolby Surround vorstellen.

Der Vorteil von Dolby Digital liegt vor allem in der Weiterentwicklung des Sounds. Durch den zusätzlichen Surround-Kanal wird die Ortung der Geräusche und Klänge präziser. Der Sound klingt für den Hörer noch realistischer. Der LFE-Kanal sorgt für ein besonders sattes Klangerlebnis. Im Gegensatz zu Dolby Surround Anlagen umfasst die digitale Anlage hier wirklich das ganze Frequenzspektrum. Trotzdem müssen hier Abstriche im Klang gemacht werden:

Wegen der großen Kanalanzahl und der hohen Abtastrate und Auflösung fällt eine große Menge an Daten an. Für einen zweistündigen Film läge der Platzbedarf für eine Tonspur so schnell bei vier Gigabyte. Zur Orientierung: Das ist ca. die Hälfte der Speicherkapazität einer normalen DVD.

Um die großen Datenmengen digital zu speichern, verwendet Dolby Digital ein verlustbehaftetes Verfahren. Ganz ähnlich des MP3-Verfahrens werden nur die Toninformationen gespeichert, die das menschliche Ohr auch wahrnimmt. Anders als bei der analogen Variante ist der Klang hier also wissentlich reduziert. Inwieweit dies in der Praxis wahrnehmbar ist, ist vom jeweiligen Gehör und der Qualität der Anlage abhängig.

Ein weiterer Vorteil für die ältere Version: Dolby Surround kann jede konventionelle, digitale oder analoge Signalquelle in seinen charakteristischen Sound decodieren. Sie können also auch bei digitalen Filmen, DVDs und digitalem Fernsehen den Dolby Surround Sound genießen. Andersherum funktioniert es leider nicht: Das neuere Dolby Digital ist auf digitale Quellen angewiesen, um sein Sound-Spektrum auszureizen. Analoge Quellen werden zwar wiedergegeben, jedoch nicht in 5.1.-Qualität.

Die abschließenden Fragen: Worauf muss ich beim Kauf einer Surround Anlage achten? Welche Surround Anlage ist die Richtige für mich?

Beim Kauf einer Surround-Anlage für das Heimkino sind einige Dinge in Betracht zu ziehen. Zum einen stellt sich die Frage, wieviel Platz das heimische Wohnzimmer hergibt und wie der Raum geschnitten ist. Wenn Sie nicht vorhaben, Ihr gesamtes Wohnzimmer an das Heimkino anzupassen, empfehlen sich kleinere, kompakte Soundsysteme mit höchstens fünf Komponenten. Alles, was darüber hinausgeht, richtet sich an absolute Sound-Liebhaber. Der Unterschied kann dann ohnehin nur mit einer ausgezeichneten Anlage ausgemacht werden.

Beim Kauf der Lautsprecher ist Folgendes zu beachten: Suboptimale Boxen werden auch durch die Ergänzung einer Dolby Surround Anlage nicht besser klingen, als vorher. Überlegen Sie sich also, gleich in qualitative Lautsprecher zu investieren, bevor Sie an die Planung ihrer Surround Anlage gehen. Wer noch keine Anlage besitzt und eine sofortige Lösung möchte, greift am besten auf perfekt aufeinander abgestimmte Sets der Hersteller zurück.

Ob Sie sich für die digitale Variante oder für den ursprünglichen Dolby Surround-Sound entscheiden, hängt auch von Ihren Sehgewohnheiten ab. Wer vermehrt digitale, neuere Filme und Fernsehsendungen sieht, sollte die Vorteile von Dolby Digital zu schätzen wissen. Wenn Sie den alten Stereo-Sound nicht missen möchten und Wert auf besonders feine Klangnuancen legen, ist das altbewährte Dolby Surround Ihr Garant für Freude im Heimkino.

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